Schloss Hovestadt

Schloss Hovestadt mit Spiegelung

Schloss Ho­ve­stadt mit Spie­ge­lung

Schloss Ho­ve­stadt, auch Haus Ho­ve­stadt ge­nannt, liegt in der Ge­mein­de Lip­pe­tal im Kreis Soest. Es geht zu­rück auf ei­nen Rit­ter­sitz, der spä­ter zu ei­ner Burg aus­ge­baut wur­de. Die heu­ti­ge An­la­ge wur­de als Was­ser­schloss Ende des 16. Jahr­hun­derts im Stil der Lip­pe­re­nais­sance er­rich­tet. Im 18. Jahr­hun­dert füg­te Jo­hann Con­rad Schlaun ins­be­son­de­re in der Vor­burg Ba­ro­ck­ele­men­te hin­zu.

Geschichte

Im Jahr 1152 wur­de in Ho­ve­stadt erst­mals ein Rit­ter­sitz ei­nes Diet­rich von Ho­ve­stadt er­wähnt. Die Köl­ner Erz­bi­schö­fe, die in die­sem Teil West­fa­lens ter­ri­to­ria­le In­ter­es­sen ver­folg­ten, lie­ßen hier eine Burg zum Schutz des Lip­pe­über­gangs an­le­gen. Ge­rich­tet war die Burg vor al­lem ge­gen die Bi­schö­fe von Müns­ter, aber auch ge­gen die Graf­schaft Arns­berg, die Graf­schaft Mark so­wie die Edel­her­ren von der Lip­pe. Die Burg wur­de um 1276 fer­tig­ge­stellt. Sie bot ei­nem Dros­ten und 20 Burg­man­nen so­wie de­ren Fa­mi­li­en Raum. Burg Ho­ve­stadt wur­de mehr­mals – so 1303 und 1346 – zer­stört. Da­nach wur­de sie stets wie­der­auf­ge­baut. Wäh­rend der Soes­ter Feh­de von 1444 bis 1449 hat­te sie stra­te­gi­sche Be­deu­tung für Erz­bi­schof Diet­rich II. von Mo­ers. Im Jahr 1483 ka­men die Burg und das Amt Ho­ve­stadt als Pfand an Go­dert Ket­te­ler. Es blieb auch wei­ter­hin in der Fa­mi­lie Ket­te­ler. Gos­win von Ket­te­ler ließ die Burg zwi­schen 1563 und 1572 zu ei­nem Schloss um­bau­en.

Die Li­nie Ho­ve­stadt de­rer von Ket­te­ler starb im 17. Jahr­hun­dert aus, und der Be­sitz kam 1649 an die Frei­her­ren von Hei­den zu Schön­rath und Boke. Im Jahr 1710 er­warb Frei­herr – spä­ter Graf – Fried­rich Bern­hard Wil­helm von Plet­ten­berg-Len­hau­sen den Be­sitz. Die Fa­mi­lie von Plet­ten­berg-Len­hau­sen ver­leg­te ih­ren Haupt­sitz von Schloss Len­hau­sen nach Ho­ve­stadt. Da­mit be­gann auch eine neue Bau­tä­tig­keit. Bis heu­te wer­den bei­de Schlös­ser von Zwei­gen der Gra­fen von Plet­ten­berg be­wohnt.

Anlage

Schloss Hovestadt um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Schloss Ho­ve­stadt um 1860
Samm­lung Alex­an­der Duncker

Der Haupt­bau­meis­ter des Schlos­ses war der aus Hol­land stam­men­de Bau­meis­ter Lau­renz von Brachum. Hin­zu ka­men wei­te­re Hand­wer­ker und Künst­ler.

Ge­plant war das Haupt­haus von Ho­ve­stadt als zwei­ge­schos­si­ge Vier­flü­gel­an­la­ge. Ge­baut wur­den al­ler­dings nur der Nord- und Ost­flü­gel. Bei­de wur­den über ei­nem ho­hen Kel­ler­ge­schoss er­rich­tet und ha­ben ein Walm­dach mit Gau­ben und Zwerg­gau­ben. Auf dem Dach­first be­fin­den sich zu­dem ver­zier­te Schorn­stei­ne. Die Fas­sa­de ist im Stil des Ma­nie­ris­mus teil­wei­se mit viel­fäl­ti­gem Bau­schmuck ver­se­hen. Zu den De­ko­ra­tio­nen aus Zie­geln an den Was­ser­fron­ten ge­hö­ren Krei­se, Rau­ten, Bän­der und Lö­wen­köp­fe. An den üb­ri­gen Fas­sa­den wur­de Zier­rat da­ge­gen nur spar­sam ein­ge­setzt. Im In­ne­ren exis­tie­ren noch rei­che Stuck­ar­bei­ten, die An­to­nio Riz­zo zu­ge­schrie­ben wer­den. Am Schnitt­punkt bei­der Flü­gel be­fin­det sich ein drei­ge­schos­si­ger Turm. Die­ser be­sitzt eine ge­schwun­ge­ne Hau­be mit ei­ner La­ter­ne auf der Spit­ze.

Das Schloss ist eine von Gräf­ten um­ge­be­ne Zwei-In­sel-An­la­ge, zu der auch ein Teich ge­hört. Zu­gang zum Schloss ge­währt eine Stein­brü­cke.

Nach dem Über­gang an die Fa­mi­lie Plet­ten­berg-Len­hau­sen nahm Jo­hann Con­rad Schlaun 1733 ers­te Re­stau­rie­rungs­maß­nah­men und Um­bau­ten vor. Dazu zählt die Um­ge­stal­tung der Wirt­schafts­ge­bäu­de in der Vor­burg im Stil des Ba­rock. In der Vor­burg be­fin­den sich ein­ge­schos­si­ge Wirt­schafts­ge­bäu­de. Auch die Tor­häu­ser stam­men von ihm. In der Mit­te be­fin­det sich eine Kas­ta­ni­en­al­lee, die auf die Brü­cke zum Schloss zu­läuft.

Be­son­ders be­mer­kens­wert ist am Ende ei­ner Oran­ge­rie die Schloss­ka­pel­le mit il­lu­sio­nis­ti­schen Wand­ma­le­rei­en.

Park

Zum Schloss ge­hört auch eine Park­an­la­ge im fran­zö­si­schen Stil aus der Mit­te des 18. Jahr­hun­derts, de­ren Plä­ne teil­wei­se von Cle­mens Au­gust von Va­ge­des stamm­ten. Der Park wur­de in den 1990er Jah­ren re­kon­stru­iert, um­fasst auch ein in West­fa­len ein­zig­ar­ti­ges He­cken­thea­ter und ist eine Sta­ti­on des Eu­ro­pean Gar­den He­ri­ta­ge Net­work, des Eu­ro­päi­schen Gar­ten­netz­werks.

Die Ge­samt­an­la­ge aus Schloss, Vor­burg und Park ist von ei­ner Gräf­te um­ge­ben.

Fotostrecke Schloss Hovestadt

Lage des Schloss Hovestadt

Lizenz

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