Haus Ermelinghof

Haus Ermelinghof in Hamm

Haus Er­me­ling­hof in Hamm

Haus Er­me­ling­hof (oft auch Er­me­ling­hoff) ist ein vor­mals im Hoch­stift Müns­ter land­tags­fä­hi­ges Rit­ter­gut im Ham­mer Stadt­be­zirk Bock­um-Hö­vel (al­tes Kirch­spiel Hö­vel). Es liegt un­mit­tel­bar öst­lich des Bahn­hofs Bock­um-Hö­vel. Ur­kund­lich er­wähnt wur­de es erst­mals im Jah­re 1350. Um die Wen­de zwi­schen dem 15. und dem 16. Jahr­hun­dert ist es mehr­fach als Me­me­rincho­ve, Me­me­rinck­ho­ve oder Mer­me­lin­chave be­zeugt. Das An­we­sen wird auch als Schloss, Gut, ade­li­ges Haus oder ein­fach nur Er­me­ling­hof be­zeich­net.

Lage

Schloss Er­me­ling­hoff liegt an der Stra­ße Gein­eg­ge 38 in Hö­vel (ehe­mals: nach dem An­we­sen be­nann­te Er­me­ling­hoff­stra­ße), Teil des Stadt­be­zirks Bock­um-Hö­vel im Nord­wes­ten der Stadt Hamm. Es be­fin­det sich in der Nähe des Bahn­hofs Bock­um-Hö­vel, der ur­sprüng­lich nur an­ge­legt wor­den ist, um das Schloss ver­kehrs­tech­nisch zu er­schlie­ßen, und des­halb zu­nächst auch Bahn­hof Er­me­ling­hoff ge­nannt wur­de. Haus Er­me­ling­hoff liegt in länd­li­cher Idyl­le und ist von al­tem Baum­be­stand um­ge­ben. Seit 1985 steht es un­ter Denk­mal­schutz.

Gebäudeensemble

Haus Ermelinghof in Hamm

Ge­bäu­de­en­sem­ble

Haus Er­me­ling­hoff ist eine Was­ser­an­la­ge. Ur­sprüng­lich be­fand es sich auf zwei von der Gein­eg­ge um­flos­se­nen In­seln, zu de­nen eine drit­te im Sü­den als Vor­werk ge­hör­te. Nach Be­sei­ti­gung der Bin­nen­gräf­te lie­gen heu­te alle Ge­bäu­de auf ei­ner In­sel. Das An­we­sen ist von ei­ner Gräf­te um­ge­ben, die von der Gein­eg­ge ge­speist wird.

Nä­hert man sich dem Schloss, er­kennt man zu­erst ein lang­ge­streck­tes Tor­haus mit Staf­fel­gie­bel und do­ri­schem Por­tal­vor­bau (Säu­len­por­tal). Die­ses stammt aus dem Jah­re 1831. Im Ver­gleich zu dem ur­sprüng­lich hier be­find­li­chen Bau ist es ver­kürzt und klas­si­zis­tisch ver­än­dert wor­den.

Vor der Brü­cken­über­fahrt zum Hof und zum Haupt­ge­bäu­de sieht man eine Sta­tue, die den „Brü­cken­hei­li­gen“ Jo­hann von Ne­po­muk dar­stellt. Die Brü­cke selbst wird von Tor­pfos­ten ge­rahmt.

Hin­ter dem Tor­haus schließt sich ein nied­ri­ges Wirt­schafts­ge­bäu­de mit Walm­dach an. Das zwei­flüg­li­ge Fach­werk­wirt­schafts­ge­bäu­de ist um 1800 ent­stan­den.

Das auf der Nord­sei­te des Ho­fes ge­le­ge­ne, statt­li­che zwei­ge­schos­si­ge Back­stein- bzw. Zie­gelb­rau­haus mit Drei­staf­fel­gie­bel und schma­lem, über­gie­bel­ten Vor­bau, an dem eine Wap­pen­ta­fel an­ge­bracht ist, be­fin­det sich ne­ben dem Haupt­haus und exis­tiert seit dem Brand von 1627 na­he­zu un­ver­än­dert. Es wur­de frü­her zur Her­stel­lung und La­ge­rung, vor­ran­gig von Bier und Brot, ge­nutzt.

Se­hens­wert ist auch die im Jah­re 1654 ein­ge­weih­te, klei­ne, ver­putz­te, drei­jochi­ge St.-Bartholomäus-Schloss­ka­pel­le mit pfan­nen­ge­deck­tem Sat­tel­dach und Dach­rei­ter mit Hau­be, in der sich ein Glo­cken­turm be­fin­det.

Das heu­ti­ge neu­go­ti­sche Haupt­haus wur­de 1875 er­rich­tet, nach­dem das alte Wohn­haus ab­ge­brannt war. Es han­delt sich um ei­nen vier- mal neun- bzw. zeh­nach­si­gen Putz­bau mit ho­hen Recht­eck­fens­tern. Das Bau­werk weist Schmal­sei­ten mit Staf­fel­gie­beln, eine in­ne­re Front mit vier­ge­schos­si­gem Turm von zwei Ach­sen Brei­te und ein Spitz­bo­gen­fries un­ter sei­nem Walm­dach auf. Es be­sitzt zu­dem ein pfan­nen­ge­deck­tes Sat­tel­dach, ei­nen zwei­ge­schos­si­gen An­bau und ei­nen drei­ge­schos­si­gen Turm­bau zur Au­ßen­front. Da­bei sind be­trächt­li­che Res­te der äl­te­ren Bau­sub­stanz er­hal­ten.

Haus Ermelinghof in Hamm

Wap­pen am Haupt­ge­bäu­de

Im Gar­ten sind noch­mals zwei klei­ne Tor­pfos­ten mit Scha­len­auf­sät­zen zu se­hen.

Ne­ben den Wirt­schafts­ge­bäu­den zeugt nur noch der Trep­pen­gie­bel des um 1875 ab­ge­brann­ten und in neu­go­ti­schen For­men wie­der auf­ge­bau­ten Haupt­hau­ses vom al­ten Bau­be­stand.

Die Denk­ma­l­ei­gen­schaft be­zieht sich auf das Äu­ße­re des An­we­sens, das ohne mo­der­ne Zu­ta­ten aus­kommt (nach 1945), so­wie auf das In­ne­re, das in sei­ner his­to­ri­schen Form er­hal­ten ist, und auf das kon­struk­ti­ve Ge­fü­ge.

Geschichte

Frü­he­re Bock­um-Hö­ve­ler Hei­mat­for­scher wol­len wis­sen, dass Haus Er­me­ling­hof in al­ter Zeit von dem Ge­schlech­te des Ala­ma­rich be­wohnt wur­de. Die­ses sei dann ab­ge­löst wor­den vom Rit­ter­ge­schlech­te der Sum­me­ren. Die­se An­ga­ben kön­nen mit heu­te zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ur­kun­den we­der be­wie­sen noch wi­der­legt wer­den.

Rich­tig ist, dass be­reits im 12. Jahr­hun­dert eine Fa­mi­lie von Er­mel dort ge­wohnt hat. Aus die­sem Grun­de hieß Er­me­ling­hof in frü­he­rer Zeit Im­ber­linck­hem oder auch Emel­ri­ken­hoff. Eine Erb­toch­ter von Er­mel hei­ra­te­te dann etwa 1230 den Knap­pen von Schre­di­gen (Schei­din­gen). Um 1278 kommt bei dem Gra­fen En­gel­bert von der Mark ein Burg­mann Her­mann von Schei­din­gen vor. Un­ge­fähr um die­se Zeit wird erst­mals die Haus­ka­pel­le als Ei­gen­kir­che er­wähnt.

Im Jah­re 1350 wird Schloss Er­me­ling­hof in ei­ner Ur­kun­de ge­nannt. Das Land­gut und die zu­ge­hö­ri­ge Ka­pel­le wa­ren noch im­mer im Be­sitz der Fa­mi­lie Schei­din­gen. Im Jah­re 1355 wird der Knap­pe Hen­rich von Sche­din­gen als Bür­ge ge­nannt. Ne­ben den von Schei­din­gen hat­ten auch die von Süm­mern Rech­te an Er­me­ling­hof.

Figur an der Zufahrt

Fi­gur an der Zu­fahrt

Etwa im Jah­re 1410, als die Fa­mi­lie im Man­nes­stamm aus­ge­stor­ben war, hei­ra­te­te Erm­gard von Schei­din­gen den Hein­rich von Ga­len. Die Erb­toch­ter de­rer von Schei­din­gen er­hielt 1410 das Schloss als Braut­schatz zu ih­rer Ver­mäh­lung mit dem Gra­fen von Ga­len, der wahr­schein­lich aus dem be­nach­bar­ten Haus Ven­ne stamm­te. Die von Ga­len wa­ren Burg­man­nen der Gra­fen von der Mark. Die Fa­mi­lie führ­te als Wap­pen drei rote Wolfs­an­geln im gol­de­nen Schil­de.

Von Er­me­ling­hof wirk­te sich der Grund­satz Cui­us re­gio, eius re­li­gio auf den Ort aus: 1534 trat der Be­sit­zer von Er­me­ling­hof, Gert von Ga­len, mit sei­ner Frau Mecht­hild von Korf zum Pro­tes­tan­tis­mus über. Er war von sei­nem Bru­der, ei­nem Dom­herrn und Kirch­herrn, dazu be­wo­gen wor­den. Diet­rich von Ga­len trat spä­ter, im Jah­re 1550, zum lu­the­ri­schen Glau­ben über. Wahr­schein­lich glaub­te die Groß­fa­mi­lie an eine bes­se­re Un­ter­stüt­zung durch den lu­the­ri­schen Glau­ben. In der Re­gel hat­ten alle ade­li­gen Fa­mi­li­en in ei­ner Pfarr­kir­che ei­nen Fa­mi­li­en­sitz. Dies galt je­doch nicht für die von Ga­len. Die Sankt Pan­kra­ti­us­kir­che zu Hö­vel stand ih­nen nicht zu die­sem Zwe­cke zur Ver­fü­gung. Wahr­schein­lich ha­ben die von Ga­len ih­ren Fa­mi­li­en­sitz in der Sankt Pan­kra­ti­us­kir­che erst er­hal­ten, als ein na­her Ver­wand­ter, und zwar Gerd von Ga­len, des­sen Va­ter Phil­ipp von Ga­len um 1591 Bür­ger­meis­ter in Hamm war, min­der­jäh­ri­ger Pas­tor in Hö­vel wur­de. Dar­auf­hin kon­ver­tier­te Alex­an­der von Ga­len 1652 mit sei­ner Fa­mi­lie – be­ein­flusst durch den Re­ka­tho­li­sa­tor des Müns­ter­lan­des, den Fürst­bi­schof Chris­toph Bern­hard von Ga­len (1650–1678) – zur ka­tho­li­schen Kir­che.

Die Haus­ka­pel­le in Er­me­ling­hof war da be­reits seit hun­dert Jah­ren nicht mehr be­nutzt wor­den und dem­entspre­chend bau­fäl­lig. Des­halb schenk­te der Fürst­bi­schof von Ga­len dem Alex­an­der von Ga­len ei­nen Be­trag von 1.200 Ta­ler zum Auf­bau ei­ner neu­en Haus­ka­pel­le. Die­se konn­te im Jah­re 1654 durch Pa­ter Bern­hardus Hack­fort aus Müns­ter ein­ge­weiht wer­den. Fürst­bi­schof von Ga­len ver­lang­te aber, dass der alte Ka­pel­len­platz für ewi­ge Zei­ten ein­zu­zäu­nen sei. 1657 wur­de der Be­trag von 1.200 Ta­ler auf 1.425 Ta­ler er­höht. Um 1662 ist eine Haus­vi­ca­rie mit Na­men „ad Stum Bar­tho­lo­maeum“ ge­bil­det wor­den. Alex­an­der von Ga­len wur­de nach dem Tode des Fürst­bi­schofs von Ga­len im Jah­re 1678 zum Tes­ta­ments­voll­stre­cker er­nannt. Für die­se Tä­tig­keit schenk­te ihm der Fürst­bi­schof noch zu Leb­zei­ten ein Al­tar­kreuz für die Haus­ka­pel­le. Das Al­tar­kreuz stammt al­ler Wahr­schein­lich­keit noch aus der Zeit, als Diet­rich von Isen­berg um 1218 Fürst­bi­schof von Müns­ter wur­de, denn dar­auf be­fin­det sich ein Wap­pen der Al­te­na­er Gra­fen. Das Al­tar­kreuz des Diet­rich von Al­te­na wur­de so­mit in sei­ne eins­ti­ge Hei­mat zu­rück­ge­führt – Diet­rich von Al­te­na war zeit­wei­se auf der Burg Nien­brüg­ge in Hö­vel be­hei­ma­tet ge­we­sen. Es wur­de dann 1714 von dem Sil­ber­schmied Chris­ti­an Hö­vel, der in Hamm wohn­te, voll­stän­dig um­ge­stal­tet. Die Wei­he der Ka­pel­le ist für das Jahr 1680 über­lie­fert.

Gebäudeesemle mit dem Brauhaus

Ge­bäu­de­esem­le mit dem Brau­haus

Nach wirt­schaft­li­chem Nie­der­gang und auf­grund des aus­schwei­fen­den Le­bens de­rer von Ga­len muss­te Franz Jo­seph von Ga­len zu Er­me­ling­hof den Kon­kurs an­mel­den. 1781 wur­de das gan­ze Be­sitz­tum zwangs­ver­stei­gert. Der letz­te männ­li­che Spross der Er­me­ling­ho­fer Ga­lens, der Dom­herr Kle­mens Au­gust, er­trank im Jah­re 1809 zu Min­den in der We­ser.

Am 26. Mai 1787 er­stei­ger­te der Frei­herr An­ton von Wint­gen, der 1793 auch das Haus Braam er­warb, das Haus Er­me­ling­hof. Die­ser führ­te als Wap­pen im sil­ber­nen Schil­de ei­nen blau­en Quer­bal­ken mit ei­nem ro­ten Lö­wen. Zum Rit­ter­gut ge­hör­te ein be­deu­ten­der Grund­be­sitz, etwa ein Dut­zend Bau­ern­hö­fe und Kot­ten in den Bau­erschaf­ten Höl­ter und Gein­eg­ge wa­ren ihm ei­gen­hö­rig und da­her ab­ga­be­pflich­tig. Ba­ron Wint­gen starb 1798 und wur­de in der Kir­che zu Hö­vel be­gra­ben. Sein Sohn hat­te kei­ne männ­li­chen Nach­kom­men; die Erb­toch­ter hei­ra­te­te im Jah­re 1840 (al­ter­na­ti­ve An­ga­be: 1844) den Frei­herrn Jo­sef von Twi­ckel zu Ha­vix­beck. Sie be­grün­de­ten hier eine ei­ge­ne Li­nie der Fa­mi­lie Twi­ckel, in de­ren Be­sitz sich das Gut seit­dem be­fand. Um 1800 wur­de das Tor­haus im grie­chi­schen Stil er­rich­tet. Nach ei­ner al­ten Zeich­nung soll zu die­ser Zeit der Brü­cken­hei­li­ge Sankt Ne­po­muk noch nicht dort ge­stan­den ha­ben. Wäh­rend die­ser Zeit wur­de auch der Schloss­park nebst dem Ein­gang dort­hin neu­ge­stal­tet.

Wappen am Nebengebäude

Wap­pen am Ne­ben­ge­bäu­de

Im Jah­re 1875 brann­te in­fol­ge der Un­acht­sam­keit ei­nes Be­diens­te­ten das Haupt­haus bis auf die Grund­mau­ern ab. Das Haus wur­de im neu­go­ti­schen Stil wie­der­auf­ge­baut.

Frei­herr Fritz von Twi­ckel war lang­jäh­ri­ger Eh­ren­amt­mann des Am­tes Dren­stein­furt, wozu auch Bock­um und Hö­vel bis 1908 ge­hör­ten. Das ers­te Amts­ge­bäu­de war im Tor­haus von Er­me­ling­hof un­ter­ge­bracht. Nach kur­zer Zeit sie­del­te es ins Gar­ten­haus über. 1913 ver­starb Frei­herr Fritz von Twi­ckel in­fol­ge ei­nes Jagd­un­falls im Wald des Wie­hen­holt, kurz vor der Ein­wei­hung des neu­erbau­ten Amts­hau­ses in Hö­vel. Er hat­te kei­ne Nach­kom­men. Das Erbe trat Ignaz von Twi­ckel an, der aus Reck­ling­hau­sen kam. Sei­ne En­ke­lin Wal­bur­ga und ihr Ehe­mann Chris­toph Frei­herr von Are­tin sind heu­te Be­sit­zer des Hau­ses Er­me­ling­hof.

Die Kapelle SS. Maria und Bartholomaeus auf Haus Ermelinghoff

Kapelle

Ka­pel­le

Die zum ade­li­gen Haus Er­me­ling­hof ge­hö­ren­de Ka­pel­le Bea­tae Ma­riae Vir­gi­nis et S. Bar­tho­lo­ma­ei, die in der Zeit der Ge­gen­re­for­ma­ti­on ent­stan­den ist, ist noch heu­te voll­stän­dig er­hal­ten. Die der Got­tes­mut­ter und St. Bar­tho­lo­ma­eus ge­weih­te ka­tho­li­sche Ka­pel­le steht an der Zu­fahrt auf der ehe­ma­li­gen Vor­burg. Es han­delt sich um ei­nen klei­nen, lich­ten Saal­bau. An die­ser Po­si­ti­on hat wahr­schein­lich schon ihre Vor­gän­ge­rin im Mit­tel­al­ter ge­stan­den. Von den Stein­fi­gu­ren bei­der­seits des Ein­gangs vor dem Ge­bäu­de ist nur noch die Hei­li­ge Ka­tha­ri­na auf der lin­ken Sei­te ste­hend zu er­ken­nen.

Das gro­ße Al­tar­bild in der Ka­pel­le, ein­ge­passt in ei­nen zu spä­te­rer Zeit er­gänz­ten ba­ro­cken Rah­men, gibt mit den le­bens­gro­ßen Holz­fi­gu­ren des Hei­li­gen Ne­po­muk und der Hei­li­gen Aga­the dem Raum ein fest­li­ches, mehr dem spä­te­ren 18. Jahr­hun­dert als der Er­bau­ungs­zeit ent­spre­chen­des Ge­prä­ge.

Als der sonst un­zu­gäng­li­che Dach­rei­ter der Ka­pel­le von Haus Er­me­ling­hof mit Hil­fe ei­ner Feu­er­wehr­lei­ter be­stie­gen wur­de, fand man dort eine Glo­cke aus dem Jah­re 1649 (Schlag­ton e’’+7, Durch­mes­ser 503 mm, Ge­wicht un­ge­fähr 75 kg). Sie ist zwar nicht si­gniert, doch las­sen die Ge­stal­tung und der ex­zel­len­te Guss den Schluss zu, dass sie von dem loth­rin­gi­schen Meis­ter Jo­hann Fre­my ge­gos­sen wor­den ist. Die­ser hat mit glei­chen De­kor­for­men ver­se­he­ne Glo­cken für meh­re­re Kir­chen des Müns­ter­lan­des ge­lie­fert. Dar­un­ter be­fand sich auch eine be­son­ders schö­ne Glo­cke für die ehe­ma­li­ge Stifts­kir­che zu Me­te­len.

Im Dach­bo­den der Ka­pel­le steht noch ein klei­nes schmie­de­ei­ser­nes Turm­uhr­werk, das wohl aus der ers­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts stammt und seit lan­gem still­ge­legt ist.

Haus­geist­li­che auf Haus Er­me­ling­hof für die Ka­pel­le ad Stum Bar­tho­lo­maeum wa­ren:

  • um 1500: Evard Holt­mann
  • 1511–1541: Wil­helm Swe­ringe
  • 1544: Di­ri­cus Sche­ne
  • 1550–1652: Die Fa­mi­lie von Ga­len war zum lu­the­ri­schen Glau­ben über­ge­tre­ten.
  • 1662: Theo­dor Klut­mann
  • 1709: Jo­han­nes Cra­mer
  • 1750: Adolf Jo­han­nes Cor­des
  • 1800: Gos­win Rie­ve
  • 1867: Fried­rich Nien­berg
  • 1925: Dr. theol. Theo­dor Klau­ser

Schlossmühle auf Ermelinghof

Das Ge­fäl­le der Gein­eg­ge beim Aus­fluss aus den Gräf­ten wur­de schon 1400 zum Be­trieb ei­ner Müh­le aus­ge­nutzt. Die Schloss­müh­le wird erst­mals um 1430 ur­kund­lich er­wähnt. 1732 wur­de auf der lin­ken Sei­te der Gein­eg­ge, an der Stel­le des al­ten Bau­werks, eine neue Müh­le er­stellt. Hier wur­de, wenn das Flüss­chen ge­nü­gend Was­ser führ­te, Öl ge­schla­gen, bis schließ­lich 1894 die Korn­müh­le auf der rech­ten Sei­te er­rich­tet wor­den ist. 1906 wur­de das Was­ser­rad von ei­ner Was­ser­druck­tur­bi­ne ab­ge­löst. Bei nied­ri­gem Was­ser­stand wur­de mit elek­tri­scher Kraft Korn ge­mah­len, und zwar bis etwa 1955. Seit die­ser Zeit wa­ren Müh­le und Mül­ler­haus nur noch Rui­nen. 1978 er­folg­te dann ihr Ab­bruch.

Fotostrecke Haus Ermelinghof

Weihnachtsmarkt 2015

Lage des Haus Ermelinghof

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