Westfälische Witze

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Alle paar Tage kommt der kleine Bennatz in Brilon in die Apotheke und kauft ein Schlankheitsmittel. Schließlich fragt der Apotheker: “Ist das für deine Mutti?” “Nee”, sagt der Kleine, “für mein Kaninchen. Vati will es schlachten, wenn es fett ist.”

Bischof Graf Galen ging eines Tages über die Königsstraße und sah, wie ein kleiner Junge sich vergeblich abmühte, die Hausschelle zu erreichen. Der Bischof sagte: “Warte, mein Junge, ich werde dir helfen”, und schellte tüchtig. Da sagte der Kleine: “Jetzt müssen wir beide aber Beine machen, sonst kommen sie uns hinter die Buxe von wegen Blindemäusejagen!”
In einer Gemeinderatssitzung lobt der Bürgermeister: “In den meisten Gemeindevertretungen arbeitet nur die Hälfte der Gemeinderäte, während die anderen Daumen drehen. Ich darf mit Stolz feststellen, daß es bei uns umgekehrt ist!”
Was gehört zu einem westfälischen Frühstück?

Eine Flasche Korn, eine Mettwurst, eine Kiste Bier und ein Hund.

Wieso Hund?
Na ja, irgendjemand muß doch die Mettwurst fressen.

Frau zum Mann: “Wusstest du, dass in der Küche die meisten Unfalle passieren?
Brummelt der Mann zurück: “Ja, und ich muss sie dann immer essen…
Betet ihr auch vorm Essen? Nein, meine Mama kocht ganz gut.
Ich koche gern mit Wein – manchmal kommt er auch ans Essen.

Gedichte:

Westfalen (Annette von Droste-Hülshoff)

`s ist Abend, und des Himmels Schein

Spielt um Westfalens Eichenhain,

Gibt jeder Blume Abschiedskuß

Und auch dem Weiher linden Gruß,

Der ihm mit seinen blanken Wellen

Will tausendfach entgegenschnellen.

∞∞∞

Am Horizont das Wolkenbild,

Ganz wie ihr Sinnen, zuckend Licht,

Das bald sich birgt, bald aufwärts bricht,

Phantastisch, fremd, ein Traumgesicht. -

Seh ich dich so, mein kleines Land,

In deinem Abendfestgewand:

Ich meine, auch der Fremdling muß

Dir traulich bieten Freundesgruß,

Du bist nicht mächtig, bist nicht wild,

Bist deines stillen Kindes Bild,

Das, ach, mit allen seinen Trieben

Gelernt vor allem, dich zu lieben!

So daß auch keines Menschen Hohn,

Der an des Herzens Fäden reißt,

Und keine Pracht, wie sie auch gleißt,

Dir mag entfremden deinen Sohn.

(aus: Die Schlacht am Loener Bruch)

Westfalen (Levin Schücking)

Ein weiches, frisches Wogen,

Ein harz´ger Tannenduft,

Es weht, es kommt gezogen,

Als grüße mich die Luft!

Ich muß zurück und blicken

Einmal ins stille Land,

Ich muss ein Reis mir pflücken,

Das auf der Heide stand

Wie Sommerfädenschimmer

Die Heide überspinnt!

Ich seh´ ihr heiß Geflimmer,

Wie´s flattert, weht und rinnt:

Aus krauser Nadeln Wolle

Dringt des Wacholders Rauch,

Und über der braunen Scholle

Steht gelb der Ginsterstrauch.

Fernab, bewaldet, blauet,

Gestreckt wie Wellenschlag,

Der Hügel Zug; es schauet

Durchs Laub der Hütte Dach;

Der Rauch steigt in die Höhe,

Als ob mit blauem Glanz

Ein Reiherbusch überwehe

Das Waldhaupts Turbankranz.

Im Hof, an Holzesgattern

Seh´ich die Eichen stehn,

Seh´ ihre Wipfel flattern.

Ein friedlich Bannerwehn.

Der Efeu schlingt mit Ranken

Saftgrün sich dicht hinan;

Geschirrlos hinter Planken

Geht weidend das Gespann.

∞∞∞

Ich lass ins Moos mich gleiten

Und träume wie der Wald,

Bis helles Herdenläuten

Heimkehrend vorüberwallt.

Dort, ha – die Oriflamme

Die nun der West entrollt!

Purpur leuchtet am Stamme,

Im Lauf smaragdnes Gold.

∞∞∞

Jetzt kniet zum Abendsegen

Das ganze weite Land!

Auf all die Scheitel legen

Möge Gott die treue Hand;

Mög´ all die Lider schließen,

Sein Hauch ob ihnen wehn,

Sein Segen sich ergießen,

Wo noch ein gläubig Flehn.

O, sei gegrüßt zum Scheiden,

Du Heimat, gute Nacht,

Mit deinen sonn´gen Heiden,

Mit deiner Wälder Pracht -

Wie deine Hünensteine

Fest in uralter Treu´,

Wie Tauben deiner Haine

Verschlossen, rein und scheu!

Mir gib zum Angedenken

Dies Laub, dem Zweig entrafft,

Am Hute will ich´s schwenken

Auf meiner Wanderschaft,

Mir unters Haupt es legen,

Träum´ich am fernen Strand -

Noch einmal: Gottes Segen!

Gegrüßt, gegrüßt mein Land!

Quelle: Westfälisches Hausbuch, Husum 1997

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