Dez 212016
 

Wes­ter­holt ist der Name ei­nes west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts. Die Her­ren von Wes­ter­holt ge­hör­ten zum Ur­adel im Vest Reck­ling­hau­sen.

Geschichte

Herkunft

Erst­mals ur­kund­lich er­wähnt wird das Ge­schlecht im Jah­re 1225 mit dem Rit­ter Hen­ri­cus de Wes­ter­hol­te. Der Na­men ge­ben­de Stamm­sitz der Fa­mi­lie, die Burg Wes­ter­holt, liegt im heu­ti­gen Orts­teil Wes­ter­holt der Stadt Her­ten im Kreis Reck­ling­hau­sen.

Ausbreitung und Linien

Stammwappen derer von Westerholt

Stamm­wap­pen de­rer von Wes­ter­holt

Das Ge­schlecht hat sich schon früh in meh­re­ren gro­ßen Li­ni­en aus­ge­brei­tet und auch im Müns­ter­land und in den Nie­der­lan­den gro­ßen und rei­chen Be­sitz er­wor­ben. Bern­hard von Wes­ter­holt starb 1540 als Abt des Klos­ters Iburg bei Os­na­brück. Hein­rich von Wes­ter­holt er­warb durch Hei­rat 1565 mit Agnes von Raes­feld die Herr­schaft Raes­feld.

Zu der Hin­zu­fü­gung Gy­sen­berg zu dem Adels­ge­schlechts­na­men von Wes­ter­holt kam es durch eine kai­ser­li­che Ver­fü­gung vom 27. März 1744. In sei­nem Tes­ta­ment vom 30. März 1725 hat­te der Geist­li­che Dom­herr zu Hil­des­heim Adolph Ar­nold Frei­herr von Gy­sen­berg sein Gut Hen­ri­chen­burg dem Jo­seph Cle­mens Au­gust Ma­ria Frei­herr von Wes­ter­holt un­ter der Be­din­gung zu­ge­dacht, dass die­ser und sei­ne Erb­nach­fol­ger den Na­men Gy­sen­berg ih­rem Na­men Wes­ter­holt hin­zu­fü­gen. So ent­stand der Ge­schlechts­na­me von Wes­ter­holt-Gy­sen­berg.

Die Erb­toch­ter der Li­nie Wes­ter­holt-Alst hei­ra­te­te um 1770 Lu­dolf Fried­rich Adolf von Boe­nen, aus ei­nem schon 1152 er­wähn­ten mit­tel­west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts, das un­ter dem Na­men von Boe­nen 1816 im Man­nes­stamm er­losch. Denn Lu­dolf Fried­rich Adolf von Boe­nen wur­de un­ter Be­sei­ti­gung sei­nes ei­ge­nen Na­mens mit dem Na­men sei­ner Frau von Wes­ter­holt und Gy­sen­berg, 1779 in den Reichs­frei­her­ren­stand und 1790 in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben. Un­ter die­sem Na­men be­stand spä­ter eine rhei­ni­sche und eine west­fä­li­sche Li­nie.

Der letz­te in männ­li­cher Li­nie „ech­te“ Wes­ter­holt war Dr. jur. Adria­an Jan Alex­an­der ba­ron vau Wes­ter­holt (Addy) ge­bo­ren in Warns­veld am 3. Ok­to­ber 1894, ge­stor­ben am Lo­chem 17. De­zem­ber 1972 (Nie­der­lan­de).

Standeserhebungen

Lithographie des Schlosses von 1857/59

Li­tho­gra­phie des Schlos­ses von 1857/59

Aus dem Stamm und der Li­nie Hack­fort wur­de Hein­rich von Wes­ter­holt am 18. Ja­nu­ar 1650 zu Wien in den Reichs­frei­her­ren­stand er­ho­ben. Ein Di­plom wur­de nicht aus­ge­löst. Bor­chard Fre­de­rik Wil­lem von Wes­ter­holt er­hielt am 27. Ja­nu­ar 1813 das kai­ser­lich-fran­zö­si­sche Ba­ro­nat. Eine nie­der­län­di­sche An­er­ken­nung des Ba­rons­ti­tels für sich und sei­ne Ge­schwis­ter er­folg­te am 19. Fe­bru­ar 1820.

Jo­hann Ja­cob Frei­herr von Wes­ter­holt aus dem Stamm Wes­ter­holt, kur­fürst­lich-köl­ni­scher und Trie­rer Kam­mer­herr und fürst­lich-thurn und ta­xi­scher Ge­heim­rat und Ober­hof­mar­schall, wur­de am 22. Sep­tem­ber 1790 zu Mün­chen von Kur­fürst Karl Theo­dor von Pfalz­bay­ern als Reichs­vi­kar in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben.

Im Kö­nig­reich Bay­ern wur­de am 6. Sep­tem­ber 1813 Alex­an­der Graf von und zu Wes­ter­holt, fürst­lich-thurn und ta­xi­scher Ge­heim­rat in Re­gens­burg und Sohn von Jo­hann Ja­cob Graf von Wes­ter­holt, bei der Gra­fen­klas­se der Adels­ma­tri­kel ein­ge­tra­gen.

Wappen

Das Stamm­wap­pen ist ge­spal­ten. Rechts in Schwarz mit ei­nem sil­ber­nen und links in Sil­ber mit ei­nem schwar­zen Bal­ken. Auf dem Helm steht ein wach­sen­der sil­ber­ner Schwan, bei dem die aus­ge­brei­te­ten Flü­gel wie der Schild be­zeich­net sind. Die Helm­de­cke ist schwarz-sil­bern.

Historische Wappenbilder

Stammliste und Namensträger

Ah­nen­ta­fel de­rer „von Wes­ter­holt“. Der Be­sit­zer der Herr­schaft ist grün un­ter­legt.

  • Wes­sel von Wes­ter­holt (ca. 1300– nach 1378), Burg­graf von Wes­ter­holt. Er über­gab sein frei­es Ei­gen­tum, die Burg, der Köl­ner Kir­che als Of­fen­haus und er­hielt sie als Le­hen zu­rück. Er ge­hör­te der Fa­mi­lie an, die den nach­fol­gend ge­nann­ten Reyner zum Stamm­va­ter hat. Das ge­naue Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis ist aber nicht be­kannt.
Sohn:
  • Wes­sel von Wes­ter­holt (ca. 1340–1388), erb­te die Burg, Haupt­mann, töd­lich ver­letzt in der Dort­mun­der Feh­de.
Sohn:
  • Jo­hann von Wes­ter­holt (ca. 1383–1445), wird 1395 mit Wes­ter­holt be­lehnt, blieb kin­der­los
  • Reyner (Ren­e­rus) von Wes­ter­holt (ca. 1260–nach 1307), Rich­ter und Ma­gis­trat in Reck­ling­hau­sen. Ein Ma­gis­trat war ver­gleich­bar mit dem Bür­ger­meis­ter­amt des noch nicht voll selb­stän­di­gen Reck­ling­hau­sen. Die kur­köl­ni­schen Rich­ter führ­ten den Vor­sitz.

Sohn:

Söh­ne:

Graf Wil­helm Lud­wig ließ bis 1833 das heu­ti­ge Her­ren­haus er­rich­ten

  • 1. Hen­dri­kus von Wes­ter­holt (wohl 1342–1411), ei­ner der Grün­dungs­ma­gis­ter der Uni­ver­si­tät Köln und de­ren 9. Rek­tor (25. März bis 28. Juli 1391)
  • 2. Alf (Adolph) von Wes­ter­holt (ca. 1349–1421), zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Reyner mit den ves­ti­schen Reichs­hö­fen be­lehnt, 1399 zu­sam­men mit oben ge­nann­ten Jo­hann († 1445) mit der Burg Wes­ter­holt be­lehnt.
Sohn:
  • Aleff von Wes­ter­holt (ca. 1380–1446), wohn­te zu­sam­men mit Bor­chard († 1454) auf Burg Wes­ter­holt und ver­äu­ßer­te nach und nach sei­nen Be­sitz an die­sen.
  • 3. Reyner von Wes­ter­holt (ca. 1346–1416), Erb­vogt und Rich­ter zu Reck­ling­hau­sen, nutz­te sei­nen Ein­fluss um den Grund­be­sitz zu meh­ren und brach­te zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Alf den Be­sitz der Burg an sich.

Die­ser Ge­nera­ti­on ge­hört auch der fol­gen­de Hein­rich Grym­hardt an, des­sen ge­naue Ab­kunft nicht be­kannt ist. Re­la­tiv ge­si­chert ist aber, dass er der in Reck­ling­hau­sen an­säs­si­gen Fa­mi­lie zu­ge­hört:

  • Hein­rich Grym­hart de Wes­ter­holt (de Reck­ling­hau­sen), (ca. 1350– 12. Au­gust 1419 in Köln), 5. Rek­tor der Uni­ver­si­tät Köln (1390), Ge­sand­ter des Kur­fürs­ten und Erz­bi­schofs von Köln, 1409 Ge­sand­ter beim Kon­zil in Pisa

Sohn von Reyner († 1416):

  • Bor­chard von Wes­ter­holt (ca. 1370–1454), 1417 for­mal durch den Erz­bi­schof von Köln mit der Burg Wes­ter­holt be­lehnt. 1421 Tei­lung des Hau­ses mit sei­nem Vet­ter Aleff († 1446) (s.d.).

Söh­ne:

  • 1. Reyner von Wes­ter­holt (ca. 1400–ca. 1479), wur­de noch zu Leb­zei­ten sei­ner 2. Ehe­frau Pries­ter und ver­zich­te­te auf die Rech­te sei­ner Erst­ge­burt. Er ist Stamm­va­ter der „Neu­en bür­ger­li­chen Reck­ling­häu­ser Li­nie“ von Wes­ter­holt, die über Ge­nera­tio­nen den Bür­ger­meis­ter­pos­ten be­setz­ten.
  • 2. Bernd (Bern­hard) von Wes­ter­holt (ca. 1415–1494), Herr zu Wes­ter­holt und Erb­vogt und da­mit Stamm­va­ter der nach­fol­gen­den ade­li­gen Li­ni­en. Er­warb das Gut Uh­len­brock.

Söh­ne:

  • 1. Bern­hard von Wes­ter­holt († 1540), Abt des Klos­ters Iburg bei Os­na­brück
  • 2. Her­mann von Wes­ter­holt (ca. 1448–1508), Erb­vogt, be­lehnt mit Schloss Si­cken­beck und 1495 mit Burg Wes­ter­holt. Sei­ne Frau brach­te die Gü­ter Din­kel­borg und Kop­pel in die Ehe mit ein.

Söh­ne:

  • 1. Borch­hard von Wes­ter­holt (ca. 1483–1540 in Dor­drecht / Hol­land), Herr zu Din­kel­borg und Be­sit­zer des Gu­tes Kop­pel, durch Hei­rat Herr zu En­t­in­ge in Dwin­ge­loo (Pro­vinz Drenthe/Niederlande). Statt­hal­ter von Ost­fries­land. Drost von Vol­l­enho­ve. Be­sit­zer von Haus Wes­ter­holt in Vol­l­enho­ve.
Söh­ne:
  • 1. Her­mann von Wes­ter­holt (ca. 1514–1592), erb­te Kop­pel, Drost von Vol­l­enho­ve und zu De­phenehm. Hin­ter­ließ zwei Töch­ter.
  • 2. Kon­rad von Wes­ter­holt (ca. 1522–1605), Dom­scha­las­ter des Bis­tums Müns­ter, Statt­hal­ter der Re­gie­rung des Stifts Müns­ter von 1578 bis 1585
  • 3. Hein­rich von Wes­ter­holt (ca. 1518–1570 Vor­den), Schul­te zu Zu­t­phen, Statt­hal­ter und Rich­ter des Fürst­bi­schofs von Müns­ter in Fries­land. Erb­te Haus En­t­in­ge. Sei­ne Frau Agnes von Schu­len­burg und Hack­fort (En­ke­lin des Go­sen von Raes­feldt zu Hack­fort und Emp­te) wird Er­bin von Hack­fort (bis 1981 im Be­sitz der nie­der­län­di­schen Ba­ro­ne van Wes­ter­holt) und sie er­wer­ben zu­sam­men Emp­te (letz­te­res blieb von 1633 bis Mit­te des 18. Jahr­hun­derts im Be­sitz der Fa­mi­lie, dann im Erb­gang an v. Mer­veldt)
Sohn:
  • Bor­chard von Wes­ter­holt (ca. 1566–1631), erb­te Hack­fort und En­t­in­ge, und Ge­ne­ral-Statt­hal­ter.
Söh­ne:
  • 1. Hen­rich von Wes­ter­holt zu Hack­fort (ca. 1591–1658), er­hält den Hack­fort­schen Be­sitz und grün­de­te die Wes­ter­holt-Hack­fort-Li­nie, wel­che bis 1981 fort be­stand und da­mit zu der Li­nie wur­de, in der sich die männ­li­che Ab­stam­mung „von Wes­ter­holt“ am längs­ten hielt. Die Fa­mi­lie ver­lor 1917, durch den Er­werb von rus­si­schen Ei­sen­bahn­ak­ti­en, ihr Ver­mö­gen, was die Haupt­ur­sa­che für das ge­woll­te Aus­ster­ben des Fa­mi­li­en­zwei­ges dar­stell­te.
  • 2. Bern­hard von Wes­ter­holt zu Hack­fort (ca. 1595–18. No­vem­ber 1638 bei der Be­la­ge­rung von Vech­ta), Kai­ser­li­cher Ge­ne­ral­feld­wacht­meis­ter, erb­te Haus und Gut En­t­in­ge in der Pro­vinz Dren­the, er­warb 1630 die Burg und die Herr­lich­keit Lem­beck von Ni­ko­laus von Wes­ter­holt († 1662) (s.d.), Mai 1633 Er­he­bung zum erb­li­chen Reichs­graf durch Kai­ser Fer­di­nand II., hei­ra­te­te die Cou­si­ne 2. Gra­des So­phia von Wes­ter­holt (s.d.), wel­che die Gü­ter Haus Alst und Ha­se­lün­ne in die Ehe mit ein­brach­te. (Haus Alst war von 1569 bis 1832 und ist er­neut seit 1935 im Be­sitz der Fa­mi­lie.)
Söh­ne:
  • 1. Ja­kob Lud­wig von Wes­ter­holt (1627–1669), Je­su­it
  • 2. Burck­hardt Wil­helm von Wes­ter­holt (1621–1682), Herr auf Lem­beck, zu Alst, Ha­se­lün­ne und Lake. Kur­köl­ni­scher Kam­mer­herr, fürst­lich müns­te­r­i­scher Ge­hei­mer Hof­rat und Ab­ge­sand­ter auf dem Reichs­tag zu Re­gens­burg i. Jahr 1667
Sohn:
  • Diet­rich Con­rad von Wes­ter­holt (1658–1702), wur­de zum Gra­fen er­ho­ben. Er hat­te kei­ne männ­li­chen Nach­kom­men, bau­te Schloss Lem­beck um und der Be­sitz ging über sei­ne äl­tes­te Toch­ter an die Fa­mi­lie Mer­veldt zu Wes­ter­win­kel.
  • 3. Her­mann Otto von Wes­ter­holt (1626–1708) ∞ Anna Eli­sa­beth Frei­in von Wes­ter­holt, Toch­ter des un­ten ge­nann­ten Ni­ko­laus († 1662). Er ge­lang­te durch die Hei­rat zur Herr­schaft Wes­ter­holt. Rei­te­roberst in Diens­ten des Fürst­bis­tums Müns­ter.
Sohn:
  • Hen­rich Bern­hard Burck­hardt Reichs­frei­herr von Wes­ter­holt (1657 zu Alst–1707 zu Wes­ter­holt) ∞ sei­ne Stief­schwes­ter Hen­ri­ka Jo­han­na von Asche­broick zu Schö­ne­beck, Herr auf Wes­ter­holt, Alst und Ha­se­lün­ne, fürst­li­che Müns­ter­scher Ge­hei­mer Rat
Söh­ne:
  • 1. Jo­han­nes Ma­thi­as En­gel­bert Fried­rich Bur­chard Frei­herr von Wes­ter­holt (1685–1729), Dom­herr zu Hil­des­heim, Müns­ter und Hal­ber­stadt, Kur­köl­ni­scher Ge­hei­mer Rat, Drost zu Bil­der­la­he, 1707 als Kur­pfäl­zi­scher Ge­sand­ter bei der Amts­über­nah­me des Bi­schofs zu Müns­ter. Stif­te­te für den Dom zu Müns­ter ein gro­ßes Sand­stein­mo­nu­ment mit der Fi­gur des hei­li­gen Ne­po­muk.
  • 2. Fer­di­nand Otto Frei­herr von und zu Wes­ter­holt (1683–1741) ∞ Ma­ria Agnes Frei­in von Ket­te­ler zu Sy­then (eine Bluts­ver­wand­te 3. Gra­des, denn ihre Groß­mutter war Anna So­phia Eli­sa­beth von Wes­ter­holt zu Lem­beck eine Schwes­ter von Her­mann Otto († 1708)), Herr auf Wes­ter­holt, Alst, Ha­se­lün­ne und Schö­ne­beck. Er wur­de durch Cle­mens Au­gust I. von Bay­ern zum Kur­köl­ni­scher Käm­me­rer und Ge­hei­mer Rat er­nannt, 1726 Grün­der des Wes­ter­holt-Gy­sen­berg­schen Fi­dei­kom­mis­ses, wel­ches zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Jo­han­nes aus­ge­ar­bei­tet wur­de und wo­bei be­stimmt wur­de, dass im Fal­le ei­ner Wei­ter­ga­be der Gü­ter in weib­li­cher Li­nie der Mann den Na­men Wes­ter­holt an­neh­men müs­se. Die Ah­nen­rei­he wird bei Wes­ter­holt-Gy­sen­berg mit dem Sohn Jo­seph Cle­mens Au­gust Ma­ria Frei­herr von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg († 1767) fort­ge­setzt.
Wei­te­rer Sohn von Bor­chard († 1540):
  • 4. Bur­chard von Wes­ter­holt (ca. 1516-ca. 1600), durch Hei­rat Herr auf Haus Alst, Drost der Graf­schaft Bent­heim
Sohn:
  • En­gel­bert Ge­org (ca. 1570–1606), Herr zu Alst und Lake; sei­ne Toch­ter So­phia von Wes­ter­holt wird Erb­toch­ter, sie hei­ra­tet den Vet­ter 2. Gra­des Bern­hard von Wes­ter­holt (s.o.) auf Hack­fort († 1638) und erbt Alst und Ha­se­lün­ne.

Wei­te­rer Sohn von Her­mann († 1508):

  • 2. Bernt (Bern­hard) von Wes­ter­holt (1480–1554), Erbe der Wes­ter­hol­ti­schen Gü­ter, sei­ne Frau Ber­ta von Lem­beck brach­te die Lem­beck­schen Gü­ter in die Fa­mi­lie mit ein.

Söh­ne:

  • 1. Bern­hard von Wes­ter­holt (ca. 1520–1596), Herr zu Lem­beck
Söh­ne:
  • 1. Ma­thi­as von Wes­ter­holt (1556–1618), erb­te Lem­beck, sein Sohn Bern­hard (ca. 1590–1646) ver­kauf­te das ver­schul­de­te Gut an den nach­ge­nann­ten Jo­hann von Wes­ter­holt.
  • 2. Jo­hann von Wes­ter­holt (ca. 1563–1628), Dom­herr und Kanz­ler des Bi­schofs von Müns­ter, hei­ra­te­te die Wit­we von Berndt von Wes­ter­holt († 1592) und wur­de da­mit zum Vor­mund von Her­mann Hek­tor von Wes­ter­holt († 1627) (s.d.). Er­warb die Herr­schaft Lem­beck von sei­nem ver­schul­de­ten Nef­fen.
Söh­ne:
  • 1. Ni­ko­laus von Wes­ter­holt (ca. 1601–1662), ver­kauf­te 1630 Herr­schaft Lem­beck an Bern­hard von Wes­ter­holt zu Hack­fort († 1638) (s. d.) und er­warb 1643 die Herr­schaft Wes­ter­holt von Ni­ko­laus Vin­zenz von Wes­ter­holt († 1667) (s.d.), sei­ne ein­zi­ge Toch­ter Anna Eli­sa­beth hei­ra­te­te den Vet­ter 4. Gra­des Oberst Her­mann Otto von Wes­ter­holt († 1708) (s.d.)
  • 2. Her­mann von Wes­ter­holt (ca. 1602– nach 1650), Kai­ser­li­cher Ritt­meis­ter, Drost von Bo­cholt
Sohn:
  • Franz Wil­helm von Wes­ter­holt (1650–1674), Of­fi­zier in nie­der­län­di­schen Diens­ten
  • 2. Her­mann von Wes­ter­holt (ca. 1516–1567), Oberst, be­lehnt mit der Burg Wes­ter­holt und den an­de­ren Stamm­le­hen.
Söh­ne:
  • 1. Berndt von Wes­ter­holt (ca. 1554–1592 im Rhein er­trun­ken), 1575–1581 Dom­herr zu Müns­ter, dann Herr auf Wes­ter­holt
Sohn:
  • Her­mann Hek­tor von Wes­ter­holt (ca. 1586–1627), Herr zu Wes­ter­holt, blieb we­gen sei­ner Ju­gend und spä­ter we­gen Lei­bes- und Geis­tes­schwach­heit lan­ge un­ter Vor­mund­schaft, u. a. vom Stief­va­ter Jo­hann von Wes­ter­holt († 1628) (s.d.). Sei­ne Ehe blieb kin­der­los.
  • 2. Jo­hann von Wes­ter­holt auf Uh­len­brock (ca. 1555–1610), 1581–1595 Dom­herr zu Müns­ter, wur­de 1588 in eine blu­ti­ge Aus­ein­an­der­set­zung ver­wi­ckelt, wes­halb er 1595 auf sei­ne Pfrün­de ver­zich­ten muss­te, dar­auf­hin re­si­dier­te er im Haus Uh­len­brock bei Buer, wel­ches dann 1613, um die Wes­ter­hol­ti­schen Schul­den zu drü­cken, ein­ge­löst wur­de.
Sohn:
  • Bern­hard von Wes­ter­holt (ca. 1600–1639), durch Hei­rat Herr zu Wil­bring, erb­te den Wes­ter­hol­ter Be­sitz nach dem Tod von Vet­ter Her­mann Hek­tor
Sohn:
  • Ni­ko­laus Vin­zenz von Wes­ter­holt (ca. 1625–1667), sei­ne Vor­mün­der ver­kauf­ten das über­schul­de­te Gut Wes­ter­holt an Ni­ko­laus von Wes­ter­holt († 1662) (s.d.). Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die er, als er mün­dig wur­de führ­te, ver­lor er.
Sohn:
  • Franz Lud­wig von Wes­ter­holt (1661–1708), ver­zich­te­te end­gül­tig auf sei­ne An­sprü­che
Sohn:
  • Jo­hann Karl Al­bert von Wes­ter­holt (1695–1739), durch sei­ne Mut­ter Be­sit­zer des Gu­tes Vilck­rath im Her­zog­tum Berg, durch Hei­rat Post­meis­ter in Ko­blenz.
Sohn:
  • Jo­hann Ja­kob von Wes­ter­holt (1727 Koblenz–1814), Erb­te die Post­meis­ter­stel­le, ab 1755 im Diens­te von Thurn und Ta­xis in Re­gens­burg, wo er zum Ober­hof­mar­schall auf­stieg und schließ­lich zum Hof­öko­no­mie­prä­si­den­ten er­nannt wird. Au­ßer­dem war er kur­trie­ri­scher und kur­köl­ni­scher Käm­me­rer.
Sohn:
  • Alex­an­der Fer­di­nand von Wes­ter­holt (1763–1827 Re­gens­burg) ∞ Win­frie­de Grä­fin von Jen­i­son-Wal­worth (1767–1825), Staats­mann und Ge­lehr­ter, di­ri­gie­ren­der ge­hei­mer Rath im Diens­te von Thurn und Ta­xis. Litt trotz über­durch­schnitt­li­chen Ge­hal­tes im­mer an Geld­man­gel. Aus­führ­lich be­schrie­ben in dem un­ten ge­nann­ten Buch: „Wir sind nur un­nüt­ze Knech­te“.
Sohn:
  • Karl Theo­dor von Wes­ter­holt (1795–1863), Karl Schlund wur­de sein Haus­leh­rer. Hof­ka­va­lier bei Thurn und Ta­xis und bay­ri­scher Kam­mer­herr. Er konn­te aber an die Leis­tun­gen sei­nes Va­ters nicht her­an­rei­chen. Zog sich, nach ei­ner ein­träg­li­chen zwei­ten Hei­rat mit ei­ner un­ga­ri­schen Frau, nach Gie­bel­bach bei Lin­dau am Bo­den­see zu­rück. Im Lau­fe der Vor­komm­nis­se um 1848 ver­schul­de­te er sich aber­mals.
Sohn:
  • Hein­rich Fried­rich von Wes­ter­holt (1820 Calais–1859 Güns in Un­garn), Of­fi­zier in der ös­ter­rei­chi­schen Ar­mee.

Westerholt-Gysenberg (des Stammes v. Boenen zu Berge)

  • Jo­seph Cle­mens Au­gust Ma­ria Frei­herr von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg, (1720–1767) ∞ Wil­hel­mi­ne Fran­zis­ka von der Reck zur Horst, Kur­köl­ni­scher Ge­hei­mer Rat, seit 1744 ers­ter Trä­ger des ver­ei­nig­ten Wap­pen Wes­ter­holt-Gy­sen­berg. Gy­sen­berg und Hen­ri­chen­burg wur­den in das Fi­dei­kom­miß auf­ge­nom­men, da sein Groß­on­kel müt­ter­li­cher­seits, der Dom­herr von Hil­des­heim, Adolph Ar­nold Ro­bert Frei­herr von Gy­sen­berg, kei­ne ei­ge­nen Nach­kom­men hat­te.

Toch­ter (ein­zi­ges Kind):

  • Wil­hel­mi­ne Fri­de­ri­ke Fran­zis­ka Anna Frei­in von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (1757–1820) ∞ 1769 Lu­dolf Fried­rich Adolf von Boe­nen zu Ber­ge (der alte Bö­nen), (1747 in Buer –1828 in Müns­ter), Herr auf Schloss Ber­ge und Schloss Ober­hau­sen, kur­fürst­li­cher Köl­ni­scher und Fürst­bi­schöf­lich Müns­te­r­i­scher Etats-Rat. Er nahm nach der Hei­rat mit der Wes­ter­hol­ter Er­bin, den Adels­na­men sei­ner Ehe­frau an. Er wur­de am 6. Au­gust 1790 vom ge­schäfts­füh­ren­den Reichs­vi­kar Kur­fürst Carl Theo­dor von Pfalz-Bay­ern in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben.
Töch­ter:
Wil­hel­mi­ne von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg (1774–1852) war die Ge­lieb­te Beet­ho­vens; ∞ 24. April 1792 Ba­ron Fried­rich Cle­mens von El­ver­feldt ge­nannt Be­ver­för­de-Wer­ries
Ma­ria Anna von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg (1802–1852) ∞ 1822 Graf Karl Theo­dor Po­ly­karp Au­gust von Lei­nin­gen-Dags­burg (1794–1869)
Söh­ne:
  • 1. Ma­xi­mi­li­an Fried­rich Graf von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg (1772–1854) ∞ Frie­de­ri­ke von Bret­zen­heim (1771–1816, il­le­gi­ti­me Toch­ter des Kur­fürs­ten Carl Theo­dor), Erb­fol­ger der um­strit­te­nen Bönen’schen Gü­ter, Ober­stall­meis­ter in Diens­ten des Groß­her­zogs von Kle­ve und Berg, Joa­chim Mu­rat (Haupt­per­son des un­ten ge­nann­ten Bu­ches Max Fried­rich Graf Wes­ter­holt – Sei­ne Fa­mi­lie und sei­ne Zeit)
Kin­der:
  • 1. Karl Theo­dor Graf von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg (1799–1850), war als Erb­fol­ger vor­ge­se­hen, ver­starb aber vor sei­nem Va­ter, kurz nach­dem er ei­nen Rechts­streit ge­gen ihn ver­lo­ren hat­te.
  • 2. Eine un­ehe­li­che Toch­ter mit der Haus­an­ge­stell­ten Dina Be­cker: Bern­har­di­ne Eli­sa­beth (Ber­tha) (1821–vor 1890), die seit 1847 of­fi­zi­ell den Na­men Wes­ter­holt (ohne von) trug aber nicht öf­fent­lich nutz­te ∞ Wit­wer Haupt­mann Gie­bel († 1898), Te­le­gra­phen-In­spek­tor, die ge­mein­sa­me Toch­ter Sel­ma Gie­bel (1850–1892) hei­ra­te­te in ei­ner un­glück­li­chen Ehe den Schau­spie­ler Sieg­wart Fried­mann
  • 3. Fried­rich Lu­dolf Gus­tav Graf von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg (1804–1869) ∞ Jo­han­na Cor­ne­lia Char­lé (Jen­ny) (1804 Amsterdam–1874 Aren­fels), Be­grün­der der Li­nie Wes­ter­holt-Aren­fels durch Kauf (1848) und Um­bau von Schloss Aren­fels, wozu er durch das Ver­mö­gen sei­ner hol­län­di­schen Frau in die Lage ver­setzt wur­de.
Sohn:
  • Karl Theo­dor Eu­gen von Wes­ter­holt-Aren­fels (1841 Amsterdam–1898) ∞ Fer­di­nan­da Frei­in von Fürs­ten­berg (1858–1941), Or­don­nanz-Of­fi­zier beim Ge­ne­ral von Go­eben
Sohn:
  • Fritz Graf von Wes­ter­holt-Aren­fels (1877 Ah­ren­fels –1951) – Au­tor des un­ten ge­nann­ten 1939 er­schie­ne­nen Bu­ches über Max Fried­rich Graf Wes­ter­holt-Gy­sen­berg († 1854). Das Aren­fel­ser Schloss ging, nach Ab­fin­dung zahl­rei­cher an­de­rer Er­ben, in den Be­sitz sei­ner äl­tes­ten Toch­ter Wil­hel­mi­ne (1920–1987) über, wel­che mit Theo­dor Cuno Frei­herr Geyr von Schwep­pen­burg (* 1918) ver­hei­ra­tet war. Der heu­ti­ge Be­sit­zer ist, ob­wohl sein Va­ter noch lebt, des­sen Sohn An­to­ni­us von Geyr zu Schwep­pen­burg (* 1948).
  • 2. Wil­helm Lud­wig Jo­sef Graf von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (1782–1852) ∞ Char­lot­te Frei­in von Fürs­ten­berg (1788–1825), Erbe der Westerholt’schen Gü­ter, 1811–1820 Bür­ger­meis­ter von Buer, Land­rät­li­cher Kom­mis­sar im preu­ßi­schen Land­kreis Reck­ling­hau­sen von 1816–1829
Sohn:
  • Fried­rich Otto Reichs­graf von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (1814–1904) ∞ So­fie Frei­in von Fürs­ten­berg-Her­drin­gen (1823–1894), Fie­dei­kom­mis­sar auf Wes­ter­holt, Herr zu Sy­then
Sohn:
  • Franz Egon Reichs­graf von und zu Wes­ter­holt-Gy­sen­berg (1844–1923), kö­nig­lich Preu­ßi­scher Ritt­meis­ter, kö­nig­li­cher Kam­mer­herr, Mit­glied des Preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses in Ber­lin, Mit­glied des Pro­vin­zi­al­aus­schus­ses und des Pro­vin­zi­al-Land­ge­richts der Pro­vinz West­fa­len in Müns­ter, Mit­glied des Kreis­aus­schus­ses und des Kreis­ta­ges in Reck­ling­hau­sen.
Sohn:
  • Egon von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (1880–1914), im Ers­ten Welt­krieg ge­fal­len.
Sohn:
  • Egon Reichs­graf von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (1910–2002), erb­te von sei­nem Groß­va­ter die Wes­ter­hol­ti­schen Gü­ter, ver­kauf­te 1965 Schloss Sy­then, ließ das Schloss Wes­ter­holt zu ei­nem Ho­tel um­ge­stal­ten, schrieb zwei Bü­cher über sein Le­ben s. u.
Kin­der:
  • 1. Fried­rich Otto von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (1938–2010)
  • 2. Char­lot­te von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (* 1940) ∞ Otto Sand­voss
Sohn:
  • Carl Otto (Car­lo) Graf von und zu Wes­ter­holt und Gy­sen­berg (* 1974); wur­de von sei­nem Groß­va­ter Egon ad­op­tiert und Erbe der Wes­ter­hol­ti­schen Gü­ter.

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