Weichs (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Weichs zur Wenne

Wap­pen de­rer von Weichs zur Wen­ne

Weichs ist der Name ei­nes al­ten baye­ri­schen Adels­ge­schlechts. Die Her­ren von und zu Weichs stam­men aus dem baye­ri­schen Ur­adel. Ihr Stamm­sitz Weichs an der Glonn ist heu­te eine Ge­mein­de im Land­kreis Dach­au bei Mün­chen. Seit dem 17. Jahr­hun­dert sind Zwei­ge der Fa­mi­lie auch im köl­ni­schen Rhein­land so­wie im kur­köl­ni­schen West­fa­len an­säs­sig.

Geschichte

Erst­mals ur­kund­lich er­wähnt wird das Ge­schlecht mit Con­ra­d­us de Weichs im Jah­re 1221. Er war in Weichs bei Dach­au an­säs­sig, doch in der Fol­ge­zeit er­war­ben An­ge­hö­ri­ge des Ge­schlechts wei­te­re be­deu­ten­de Gü­ter.

Die Her­ren von Weichs be­sa­ßen jahr­hun­der­te­lang das Erb­käm­me­rer­amt im Bis­tum Frei­sing. 1410 wur­de De­gen­hart von Weichs zum Bi­schof von Frei­sing er­nannt.

Ab dem 15. Jahr­hun­dert bil­de­ten sie zwei gro­ße Li­ni­en, eine äl­te­re baye­risch-ös­ter­rei­chi­sche und eine jün­ge­re baye­risch-kur­köl­ni­sche. Die äl­te­re Li­nie hat­te vier Äste: zu Stein­griff, Fal­ken­fels, Ober­gries­bach und Da­sing, die aber alle, bis auf den spä­ter ös­ter­rei­chi­schen Ast Ober­gries­bach, wie­der er­lo­schen.

  • Burg Da­sing, baye­risch Schwa­ben (bis 1632 im Fa­mi­li­en­be­sitz)

 

Die jün­ge­re Li­nie kam An­fang des 17. Jahr­hun­derts nach Kur­köln und bil­de­te drei Äste. Ein äl­te­rer zu Kört­ling­hau­sen im Sauer­land, der aber schon 1819 wie­der er­losch, ein mitt­le­rer zu Rös­berg im Rhein­land und ein jüngs­ter zu Wen­ne in West­fa­len. Ihr Stadt­sitz war der Weichs’sche Hof in Arns­berg.

Cle­mens Frei­herr von und zu Weichs (* 1736; † 1815), Herr zu Wen­ne, war Landd­rost im Her­zog­tum West­fa­len und Di­rek­tor der west­fä­li­schen Rit­ter­schaft. Von sei­nen Söh­nen wur­de Franz Phil­ip Frei­herr von Weichs Dom­herr zu Pa­der­born und ge­hei­mer Rat im Fürst­bis­tum Pa­der­born. Wil­helm An­ton Frei­herr von Weichs war Dom­herr zu Müns­ter und Ma­xi­mi­li­an Fried­rich Frei­herr von Weichs, Herr zu Rös­berg und Weichs, ge­hei­mer Rat und Dom­herr zu Bam­berg wur­de Di­rek­tor der Re­gie­rung des Groß­her­zog­tums Hes­sen.

Da der Se­ni­o­rats­be­sitz am Stamm­gut Weichs im Ge­schlecht bis 1852 fort­dau­er­te, wur­de so­wohl in der äl­te­ren, seit 1623 frei­herr­li­chen Li­nie, als auch im Rös­ber­ger Ast, der seit 1636 eben­falls frei­herr­li­chen jün­ge­ren Li­nie, die Be­zeich­nung Frei­her­ren von und zu Weichs an der Glon ge­bräuch­lich.

Die An­ge­hö­ri­gen des Hau­ses Wen­ne nen­nen sich Frei­her­ren von Weichs zur Wen­ne. 1806 hei­ra­te­te Kas­par Karl Fer­di­nand An­ton Franz Frei­herr von Weichs zur Wen­ne (* 6. April 1777; † 25. Ok­to­ber 1850 in Schloss Ge­ijs­te­ren), Sohn des Cle­mens von Weichs, Ma­ria Anna Reichs­grä­fin von und zu Hoens­bro­ech. Durch die Ver­mäh­lung kam das nie­der­län­di­sche Gut Ge­ijs­te­ren bei Wans­sum in die Fa­mi­lie. Die nie­der­län­di­schen An­ge­hö­ri­gen der Fa­mi­lie wur­den 1816 in die Lim­bur­gi­sche Rit­ter­schaft auf­ge­nom­men und tra­gen den Na­men Ba­ron de Weichs de Wen­ne. Das Kas­tell Ge­ijs­te­ren wur­de 1944 durch ei­nen Bom­ben­an­griff zer­stört.

  • Haus Wen­ne, Sauer­land (seit 1678 im Fa­mi­li­en­be­sitz)
  • Schloss Bla­den­horst, Cas­trop-Rau­xel (1881–1926 im Fa­mi­li­en­be­sitz)

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Sil­ber eine auf­stei­gen­de schwar­ze Spit­ze. Auf dem Helm sind zwei von Sil­ber und Schwarz ge­gen­ge­schräg­te Flü­gel, zwi­schen de­nen auf ei­nem ro­ten Kis­sen ein na­tür­li­cher Affe hockt, der sich in ei­nem Spie­gel be­schaut. Die Helm­de­cken sind schwarz-sil­ber. Das Wap­pen der baye­risch-kur­köl­ni­schen Li­nie trägt zwei Hel­me mit der glei­chen Helm­zier und sich ge­gen­über sit­zen­den Af­fen.

Historische Wappenbilder

Ortswappen

Die Spit­ze aus dem Wap­pen der Fa­mi­lie er­scheint noch heu­te in ei­ni­gen ober­baye­ri­schen bzw. sauer­län­di­schen Orts­wap­pen.

 

Namensträger

Clemens August Freiherr von Weichs in der Uniform eines kurfürstlichen Oberjägermeisters

Cle­mens Au­gust Frei­herr von Weichs in der Uni­form ei­nes kur­fürst­li­chen Ober­jä­ger­meis­ters

  • Cle­mens Au­gust von Weichs (* 1736; † 1815), letz­ter Landd­rost im Her­zog­tum West­fa­len und ers­ter Prä­si­dent des hes­sen-darm­städ­ti­schen Re­gie­rungs­kol­le­gi­ums in Arns­berg
  • Fried­rich von Weichs-Glon (* 1832; † 1873), ös­ter­rei­chi­scher Groß­grund­be­sit­zer und li­be­ra­ler Po­li­ti­ker
  • Jo­seph Ma­ria von Weichs (Reichs­frei­herr von Weichs auf Stein­griff; 1756–1819), deut­scher Ver­wal­tungs­ju­rist
  • Ma­xi­mi­li­an von Weichs (* 1881; † 1954), deut­scher Ge­ne­ral­feld­mar­schall
  • Wil­helm von Weichs-Rös­berg (* 1825; † 1894), Guts­be­sit­zer und Mit­glied des preu­ßi­schen Her­ren­haus

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Weichs (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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