Vogt von Elspe

Wappen der Vogt von Elspe

Wap­pen der Vogt von Els­pe

Vogt von Els­pe, auch Voigt von Els­pe, ist der Name ei­nes al­ten, mitt­ler­wei­le er­lo­sche­nen Adels­ge­schlechts des Her­zog­tums West­fa­len.

Geschichte

Die Le­gen­de sah den Ur­sprung der Vög­te in ei­nem Kö­nigs­hof in Els­pe. Aus den Ver­wal­tern des Ho­fes soll die Fa­mi­lie der Vög­te von Els­pe her­vor­ge­gan­gen sein. Die ers­ten Er­wäh­nun­gen ei­nes „von Els­pe“ fin­den wir:

Im Jahr 1000, Jo­hann ab El­s­pa, Mi­les (Sol­dat, Krie­ger), war nebst Geb­hard von Me­sche­da (Me­sche­de) Scheids­mann (Schieds­mann) in Sa­chen der Pa­der­bor­ner wi­der die von Bü­ren. Im Jahr 1100, Hen­ri­cus ab Els­pe und Jo­hann von Me­sche­da wa­ren in eben der Sa­che Scheids­män­ner. So be­rich­tet Jo­hann Diet­rich von Stei­nen in „His­to­rie des Amts Iser­lohn„, das VII. Stück, Ab­schnitt Cas­par Chris­ti­an Frei­herr Vogt von Els­pe wie folgt: Der Ur­sprung der Fa­mi­lie lag tat­säch­lich in Els­pe.

5. Un­ter an­de­ren Voig­tey­en ist von dem gro­ßen Kai­ser Carl, die Voig­tey Els­pe, ei­ner da­mals ohn Zwei­fel bey dem Kay­ser sehr an­sehn­li­chen Fa­mi­lie ge­ge­ben wor­den. Die dann auch

6. von der Zeit sol­cher Schen­kung, be­sag­te Voig­tey mit al­len Ge­rech­tig­kei­ten be­ses­sen, alle ihr an­kle­ben­de Ho­hei­ten aus­ge­übet, und da­von den Na­men Voigt von Els­pe, be­kom­men ha­ben. Wor­aus dann

7. fol­get, dass der Fa­mi­lie Voigt von Els­pe auch die­je­ni­ge Wür­de zu­zu­eig­nen sey, so de­nen zu­gleich mit ih­nen an­ge­stell­ten Voig­ten zu­ge­legt wor­den ist. In­dem nun

8. an­de­re Voig­te den Ti­tul Ba­ro­nes ge­tra­gen ha­ben. […]

13. Dar­aus, weil Carl der Gro­ße zu Stuhl­her­ren und frey­en Stuhl­her­ren bey dem West­fä­li­schen Ge­richt mit ver­ord­net, und sie ihre Frey­graf­schaf­ten und Frey­stüh­le zu Els­pe, Ba­be­no­el und Hun­dem ge­habt ha­ben, wel­cher dero Zeit was gro­ßes ge­we­sen ist.“

Noch im 16. Jahr­hun­dert gab es eine Li­nie der Fa­mi­lie, die auf der „Burg“ im Wes­ten des Dor­fes saß. Auch wei­te­re Sei­ten­li­ni­en wie die Els­pe zu Borg­hau­sen und Bamenohl hat­ten in Els­pe noch Be­sitz.

Von Els­pe aus ver­brei­te­te sich die Fa­mi­lie mit Burg­le­hen und Al­lo­den auf Burg Schnel­len­berg, Haus Bamenohl, Burg Borg­hau­sen, der Wal­den­burg, För­de mit der Pe­per­burg, Bil­stein und in wei­te­ren Or­ten. Ihr Schwer­punkt war das Ge­biet der mitt­le­ren Len­ne um At­ten­dorn und Bamenohl. Tei­le der Fa­mi­lie wa­ren im Re­for­ma­ti­ons­zeit­al­ter zu­min­dest zeit­wei­se pro­tes­tan­tisch.

Seit etwa 1540 war ein Wohn­sitz der Vög­te von Els­pe der Hof Borg­hau­sen, auf­ge­wer­tet zum Rit­ter­gut Borg­hau­sen im Ge­biet von Hel­den. Die­se Li­nie starb 1721 mit Kon­rad Wil­helm Vogt von Els­pe zu West­hem­mer­de und Borg­hau­sen aus. Beim Aus­ster­ben der Li­nie der Her­ren von Plet­ten­berg (sog. „Un­te­res Haus„), kam die­ses Haus an die Vög­te von Els­pe. Laut Tes­ta­ment des Her­man von Plet­ten­berg zu Bamenohl von 1580, wird sein Schwa­ger Bern­hard Vogt von Els­pe (der Jün­ge­re) zu Borg­hau­sen als Erbe ein­ge­setzt.

Titelkupfer zu Caspar Christian Voigt von Elspe „Agnitio veritatis religionis“ (Köln, 1682). In der Kutsche sitzt Voigt von Elspe

Ti­tel­kup­fer zu Cas­par Chris­ti­an Voigt von Els­pe „Agni­tio ve­ri­ta­tis re­li­gio­nis“ (Köln, 1682). In der Kut­sche sitzt Voigt von Els­pe

Als kur­köl­ni­sches Le­hen war ein Teil der Burg Schnel­len­berg im Be­sitz der Vög­te von Els­pe. Die­se Rech­te hat­te Bern­hard Vogt von Els­pe (1552–1638) zu­sam­men mit dem Mit­be­rech­tig­ten Hen­ne­ke Schün­gel zu Ber­ning­hau­sen an den Landd­ros­ten Kas­par von Fürs­ten­berg im Jahr 1594 ver­kauft. Bern­hard Chris­toph Vogt von Els­pe ge­lang­te über sei­ne Frau Wal­burg Lu­cie von Fürs­ten­berg nach 1645 in den Be­sitz von Haus Stir­pe am Hell­weg im Amt Er­wit­te. De­ren nach­ge­bo­re­ner Sohn Cas­par Chris­ti­an Vogt von Els­pe war Ge­schichts­schrei­ber und kur­fürst­li­cher Drost. Durch Hei­rat 1657 mit Mat­hil­de Ma­ria Eli­sa­beth von Gau­gre­ben kam die­ser in den Be­sitz von Haus Sied­ling­hau­sen.

Noch 1746 hat es meh­re­re Li­ni­en des Ge­schlechts ge­ge­ben. Der letz­te Vogt von Els­pe war Gis­bert Mo­ritz Kon­rad, Oberst­hof­meis­ter im Haag. Er starb kin­der­los in der Nacht von 11. auf 12. März 1800 im Al­ter von 80 Jah­ren. Uni­ver­sal­er­bin war sei­ne Nich­te Anna Lui­se Gis­ber­ti­ne von Bo­del­schwingh. Sie war die Toch­ter der Schwes­ter des Erb­las­sers, Ca­t­ri­na So­phia Lo­wi­sa Theo­do­ra, ver­hei­ra­tet mit Gis­bert von und zu Bo­del­schwingh zu West­hem­mer­de, und hei­ra­te­te 1788 Karl Wil­helm Ge­org von Plet­ten­berg. Da­durch ge­lang­ten die Gü­ter Bamenohl, Borg­hau­sen, Oeving­hau­sen, Schwer­te, Werl und West­hem­mer­de in den Be­sitz der Fa­mi­lie von Plet­ten­berg.

Die um 1500 in Liv­land er­schei­nen­den Stryk sind mit den Vogt von Els­pe stam­mes­ver­wandt. Die Stryk blü­hen im Ge­gen­satz zur Stamm­fa­mi­lie ge­gen­wär­tig.

Wappen

Das Wap­pen ist ge­spal­ten, he­ral­disch rechts sil­ber, links blau, auf dem Helm of­fe­ner Flug, he­ral­disch rechts blau, links sil­ber. Es be­steht eine Ähn­lich­keit mit dem Wap­pen des Adels­ge­schlechts „von Plet­ten­berg„, zu dem auch enge ver­wandt­schaft­li­che Be­zie­hun­gen exis­tier­ten.

Personen

  • Hein­rich Vogt von Els­pe war von 1497 bis 1505 Dom­küs­ter in Müns­ter
  • Cas­par Chris­ti­an Vogt von Els­pe 1632–1703 Drost im Her­zog­tum West­fa­len und His­to­ri­ker
  • Anna Vogt von Els­pe war von 1588 bis 1591 Äb­tis­sin im Prä­mons­tra­ten­se­rin­nen­klos­ter Cap­pel und führ­te dort die Re­for­ma­ti­on ein
  • Gis­bert Mo­ritz Kon­rad, letz­ter Vogt von Els­pe, stirbt kin­der­los als Oberst­hof­meis­ter des Nie­der­län­di­schen Ho­fes in der Nacht vom 11./12. März 1800.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Vogt von Els­pe aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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