Dez 312016
 
Wappen derer von Velen

Wap­pen de­rer von Ve­len

Die Fa­mi­lie von Ve­len war ein west­fä­li­sches Adels­ge­schlecht. Es hat­te dy­nas­ti­sche Ur­sprün­ge, wur­de aber im Kon­flikt mit dem Hoch­stift Müns­ter Teil des Rit­tera­dels. Un­ter an­de­rem stand ihm die Wür­de ei­nes Erb­mar­schalls von Flan­dern zu. Durch Pfand­be­sitz, Kauf und Hei­rat kam es in der frü­hen Neu­zeit zu be­trächt­li­chem Be­sitz, ehe es im 18. Jahr­hun­dert aus­starb.

Geschichte

Älteres Haus

Die Vor­fah­ren der Fa­mi­lie von Ve­len ge­hör­ten zu den edel­frei­en Dy­nas­ten. Sie wa­ren mög­li­cher­wei­se eine Ab­spal­tung der Edel­her­ren von Lohn. Die Her­ren von Ve­len wur­den in Per­son von Her­mann von Ve­len 1221 erst­mals er­wähnt. Die Burg Ve­len der Edel­her­ren wur­de 1245 erst­mals er­wähnt. Her­mann II. hei­ra­te­te 1265 Ku­ni­gun­de von Ge­men. Die Fa­mi­lie starb Ende des 13. Jahr­hun­derts aus.

Jüngeres Haus

Die Er­ben aus der Fa­mi­lie von Ber­ments­fel­de nann­ten sich ab 1313 von Ve­len. Der Be­grün­der die­ser jün­ge­ren Li­nie war Si­mon von Ber­ment­fel­de. Die Fa­mi­lie war in zahl­rei­che Feh­den ver­wi­ckelt. Sie wa­ren zu­nächst noch nur dem Kai­ser ver­pflich­tet und grün­de­ten die Pfar­rei und die Frei­heit Ve­len.

Die Stel­lung als Dy­nas­ten ver­lo­ren sie nach ei­ner Feh­de. Bi­schof Flo­renz von We­ve­ling­ho­fen er­ober­te die Burg. Her­mann IV. von Ve­len muss­te sie zum of­fe­nen Haus er­klä­ren und den Be­sitz 1371/1379 vom Hoch­stift Müns­ter zum Le­hen neh­men.

In der Fol­ge be­müh­ten sich die Bi­schö­fe um die In­te­gra­ti­on der Fa­mi­lie in den müns­ter­schen Herr­schafts­be­reich. Mit­glie­der der Fa­mi­lie er­hiel­ten Burg­manns­stel­len in Dül­men und spä­ter in Mep­pen.

Sportschloss Velen

Sport­schloss Ve­len

Die Fa­mi­lie war in der Lage, dem Lan­des­herrn in der Zeit nach 1541 Kre­di­te zu ge­wäh­ren. Da­für muss­te das Hoch­stift un­ter an­de­rem Ein­künf­te oder Äm­ter an die von Ve­len ver­pfän­den. Her­mann von Ve­len er­hielt 1542 etwa als Pfand das Amt ei­nes Dros­ten im Ems­land. Das Pfand wur­de bis zum Ende des al­ten Rei­ches nicht aus­ge­löst, so dass das Dros­ten­amt qua­si erb­lich in der Fa­mi­lie ver­blieb. Im Jahr 1555 kam das Amt Rhei­ne-Be­ver­gern hin­zu. Die­ses ging spä­ter wie­der ver­lo­ren. Her­mann von Ve­len stieg in fürst­bi­schöf­li­chen Diens­ten bis 1574 bis zum Statt­hal­ter auf. Zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Alex­an­der von Ve­len zu Raes­feld ver­füg­te die Fa­mi­lie über fünf Dros­ten­äm­ter. Au­ßer­dem en­ga­gier­te sie sich in der Salz­her­stel­lung.

Zur Zeit von Diet­rich Wil­helm von Ve­len wur­de 1630 die ver­fal­le­ne Pa­pen­burg er­wor­ben und die Moor­re­gi­on nach nie­der­län­di­schem Vor­bild er­schlos­sen und be­sie­delt. Da­ne­ben be­trieb die Fa­mi­lie ne­ben der Land­wirt­schaft um 1626 eine Kup­fer­müh­le und be­saß drei Sa­li­nen. Der wirt­schaft­li­che Auf­schwung wur­de durch den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zeit­wei­se un­ter­bro­chen. Durch die Re­ka­tho­li­sie­rungs­be­mü­hun­gen im Ems­land ge­wann Diet­rich Wil­helm die Gunst von Fürst­bi­schof Chris­toph Bern­hard von Ga­len. Die­ser er­klär­te Pa­pen­burg 1657 zur Ge­richts- und Herr­lich­keit. Die wäh­rend des Krie­ges auf­ge­lau­fe­nen Schul­den konn­ten erst in der fol­gen­den Ge­nera­ti­on ab­ge­tra­gen wer­den.

Im wei­te­ren Ver­lauf des 17. und 18. Jahr­hun­derts konn­te durch Kauf und teil­wei­se durch Hei­rat der Be­sitz be­trächt­lich ver­mehrt wer­den. Dazu ge­hör­ten Ah­len (1676), En­gel­ra­ding (1698), Gut Al­ten­kamp, Röh­ling­hof (1729), Botz­lar (1739), Barns­feld und Dücking (1748).

Im Jahr 1661 er­folg­te die Er­he­bung in den Reichs­frei­her­ren­stand. Alex­an­der von Ve­len wur­de 1641 zum Reichs­gra­fen er­ho­ben. Da An­ton Bern­hard von Ve­len kei­ne männ­li­che Nach­kom­men hat­te, fiel der Be­sitz an die Erb­toch­ter Anna The­re­sia. Mit ih­rer Hei­rat mit Cle­mens Au­gust von Lands­berg zu Er­wit­te 1756 fiel der Be­sitz an die Fa­mi­lie von Lands­berg, die sich da­nach Lands­berg-Ve­len nann­te und das Wap­pen der Ve­len in ihr ge­mehr­tes Wap­pen auf­nahm. Schloss Ve­len be­fin­det sich bis heu­te im Be­sitz der Gra­fen von Lands­berg.

Wappen

Das Wap­pen zeigt in Gold drei bal­ken­wei­se ge­stell­te, rechts­ge­wand­te rote Vö­gel ohne Füße (Mer­let­te). Auf dem Helm mit rot-gol­de­nen De­cken ein rechts gol­de­ner und links ro­ter Ad­ler­flug, da­zwi­schen klein der Schild.

Personen

  • Alex­an­der II. von Ve­len (1599–1675), Frei­herr zu Raes­feld und Bret­zen­heim, Kai­ser­li­cher Feld­mar­schall der ka­tho­li­schen Liga
  • Kon­rad von Ve­len, 1380 Dom­propst im Dom­ka­pi­tel Müns­ter
  • Diet­rich von Ve­len (1591–1657), Drost des Ems­lan­des und Grün­der von Pa­pen­burg
  • Diet­rich An­ton von Ve­len (1647–1700), Dom­propst in Müns­ter
  • Mar­ga­re­tha Theo­do­ra Agnes von Ve­len (1668–1750), Äb­tis­sin des Stifts Not­tuln

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Ve­len (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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