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Schloss Ermelinghof

Haus Ermelinghof

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Haus Ermelinghof in Hamm Schloss Ermelinghof ist ein ehemaliges Rittergut im Hammer Stadtbezirk Bockum-Hövel. Urkundlich erwähnt wurde es erstmals im Jahre 1350.

Lage

Schloss Ermelinghof liegt an der nach ihm benannten Ermelinghofstraße in Hövel, Teil des Stadtbezirks Bockum-Hövel im Nordwesten der Stadt Hamm. Es befindet sich in der Nähe des Bahnhofs Bockum-Hövel, der ursprünglich nur angelegt wurde, um das Schloss verkehrstechnisch zu erschließen, und deshalb zunächst auch Bahnhof Ermelinghof genannt wurde. Haus Ermelinghof liegt in ländlicher Idylle und ist von altem Baumbestand umgeben. Seit 1895 steht es unter Denkmalschutz.

Gebäudeensemble

Haus Ermelinghof ist eine Wasseranlage. Heute liegen alle Gebäude auf einer Insel. Das Anwesen ist von einer Gräfte umgeben, die von der Geinegge gespeist wird.

Nähert man sich dem Schloss, erkennt man zuerst das Torhaus. Dieses stammt aus dem Jahre 1831. Im Vergleich zu dem ursprünglich hier befindlichen Bau ist es verkürzt und klassizistisch verändert worden.

Vor der Brückenüberfahrt zum Hof und zum Hauptgebäude sieht man eine Statue, die den “Brückenheiligen” Johann von Nepomuk darstellt. Die Brücke selbst wird von Torpfosten gerahmt.

Hinter der Einfahrt befand sich rechts noch im Jahre 1985 ein klassizistisches Säulenportal von 1831. Es handelte sich um ein langgestrecktes Torhaus mit Staffelgiebel und dorischem Portalvorbau.

Dahinter schließt sich ein niedriges Wirtschaftsgebäude mit Walmdach an. Das zweiflüglige Fachwerkwirtschaftsgebäude ist um 1800 entstanden.

Das auf der Nordseite des Hofes gelegene, stattliche zweigeschossige Backstein- bzw. Ziegelbrauhaus mit Dreistaffelgiebel und schmalem, übergiebelten Vorbau befindet sich neben dem Haupthaus und existiert seit dem Brand von 1627 nahezu unverändert.

Sehenswert ist auch die im Jahre 1654 eingeweihte, kleine, verputzte, dreijochige St.-Bartholomäus-Schlosskapelle mit pfannengedecktem Satteldach und Dachreiter mit Haube, in der sich ein Glockenturm befindet.

Das heutige neugotische Haupthaus wurde 1875 errichtet, nachdem das alte Wohnhaus abgebrannt war. Es handelt sich um einen vier- mal neun- bzw. zehnachsigen Putzbau mit hohen Rechteckfenstern. Das Bauwerk weist Schmalseiten mit Staffelgiebeln, eine innere Front mit viergeschossigem Turm von zwei Achsen Breite und ein Spitzbogenfries unter seinem Walmdach auf. Es besitzt zudem ein pfannengedecktes Satteldach, einen zweigeschossigen Anbau und einen dreigeschossigen Turmbau zur Außenfront. Dabei sind beträchtliche Reste der älteren Bausubstanz erhalten.

Im Garten sind nochmals zwei kleine Torpfosten mit Schalenaufsätzen zu sehen.

Die Denkmaleigenschaft bezieht sich auf das Äußere des Anwesens, das ohne moderne Zutaten auskommt (nach 1945), sowie auf das Innere, das in seiner historischen Form erhalten ist, und auf das konstruktive Gefüge.

Geschichte

Frühere Bockum-Höveler Heimatforscher wollen wissen, dass Haus Ermelinghof in alter Zeit von dem Geschlechte des Alamarich bewohnt wurde. Dieses sei dann abgelöst worden vom Rittergeschlechte der Summeren. Diese Angaben können mit heute zur Verfügung stehenden Urkunden weder bewiesen noch widerlegt werden.

Richtig ist, dass bereits im 12. Jahrhundert eine Familie von Ermel dort gewohnt hat. Aus diesem Grunde hieß Ermelinghof in früherer Zeit Imberlinckhem oder auch Emelrikenhoff. Eine Erbtochter von Ermel heiratete dann etwa 1230 den Knappen von Schredigen (Scheidingen). Um 1278 kommt bei dem Grafen Engelbert von der Mark ein Burgmann Hermann von Scheidingen vor. Ungefähr um diese Zeit wird erstmals die Hauskapelle als Eigenkirche erwähnt.

Haus Ermelinghof in Hamm Im Jahre 1350 wird Schloss Ermelinghof in einer Urkunde genannt. Das Landgut und die zugehörige Kapelle waren noch immer im Besitz der Familie Scheidingen. Im Jahre 1355 wird der Knappe Henrich von Schedingen als Bürge genannt. Etwa im Jahre 1410, als die Familie im Mannesstamm ausgestorben war, heiratete Ermgard von Scheidingen den Heinrich von Galen. Die Erbtochter derer von Scheidingen erhielt 1410 das Schloss als Brautschatz zu ihrer Vermählung mit dem Grafen von Galen, der wahrscheinlich aus dem benachbarten Haus Venne stammte. Die von Galen waren Burgmannen der Grafen von der Mark. Seine Familie führte als Wappen im goldenen Schilde drei rote Wolfsangeln. Von Ermelinghof wirkte sich der Grundsatz Cuius regio, eius religio auf den Ort aus: 1534 trat der Besitzer von Ermelinghof, Gert von Galen, mit seiner Frau Mechthild von Korf zum Protestantismus über. Er war von seinem Bruder, einem Domherrn und Kirchherrn, dazu bewogen worden. Dietrich von Galen trat später, im Jahre 1550, zum lutherischen Glauben über. Wahrscheinlich glaubte die Großfamilie an eine bessere Unterstützung durch den lutherischen Glauben. In der Regel hatten alle adeligen Familien in einer Pfarrkirche einen Familiensitz. Dies galt jedoch nicht für die von Galen. Die Sankt Pankratiuskirche zu Hövel stand ihnen nicht zu diesem Zwecke zur Verfügung. Wahrscheinlich haben die von Galen ihren Familiensitz in der Sankt Pankratiuskirche erst erhalten, als ein naher Verwandter, und zwar Gerd von Galen, dessen Vater Philipp von Galen um 1591 Bürgermeister in Hamm war, minderjähriger Pastor in Hövel wurde. Daraufhin konvertierte Alexander von Galen 1652 mit seiner Familie – beeinflusst durch den Rekatholisator des Münsterlands, den Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen (1650-1678) – zur katholischen Kirche. Die Hauskapelle in Ermelinghof war da bereits seit hundert Jahren nicht mehr benutzt worden und dementsprechend baufällig. Deshalb schenkte der Fürstbischof von Galen dem Alexander von Galen einen Betrag von 1.200 Taler zum Aufbau einer neuen Hauskapelle. Diese konnte im Jahre 1654 durch Pater Bernhardus Hackfort aus Münster eingeweiht werden. Fürstbischof von Galen verlangte aber, dass der alte Kapellenplatz für ewige Zeiten einzuzäunen sei. 1657 wurde der Betrag von 1.200 Taler auf 1.425 Taler erhöht. Um 1662 ist eine Hausvicarie mit Namen “ad Stum Bartholomaeum” gebildet worden. Alexander von Galen wurde nach dem Tode des Fürstbischofs von Galen zum Testamentsvollstrecker ernannt. Für diese Tätigkeit schenkte ihm der Fürstbischof noch zu Lebzeiten ein Altarkreuz für die Hauskapelle. Das Altarkreuz stammt aller Wahrscheinlichkeit noch aus der Zeit, als Dietrich von Isenberg um 1218 Fürstbischof von Münster wurde, denn darauf befindet sich ein Wappen der Altenaer Grafen. Das Altarkreuz des Dietrich von Altena wurde somit in seine einstige Heimat zurückgeführt – Dietrich von Altena war zeitweise auf der Burg Nienbrügge in Hövel beheimatet gewesen. Es wurde dann 1714 von Christian Hövel, der in Hamm wohnte, vollständig umgestaltet.

Nach wirtschaftlichem Niedergang und aufgrund des ausschweifenden Lebens derer von Galen wurde 1781 das ganze Besitztum zwangsversteigert. Am 26. Mai 1787 ersteigerte der Freiherr Anton von Wintgen das Haus Ermelinghof. Dieser führte als Wappen im silbernen Schilde einen blauen Querbalken mit einem roten Löwen. Er starb 1798 und wurde in der Kirche zu Hövel begraben. Sein Sohn hatte keine männlichen Nachkommen; die Erbtochter heiratete im Jahre 1840 den Freiherrn Josef von Twickel von Havixbeck. Seine Familie führt als Wappen auf silbernem Grunde einen schwarzen Kesselhaken. Das Haus befindet sich seitdem im Besitz der Familie von Twickel.

Um 1800 wurde das Torhaus im griechischen Stil errichtet. Nach einer alten Zeichnung soll zu dieser Zeit der Brückenheilige Sankt Nepomuk noch nicht dort gestanden haben. Während dieser Zeit wurde auch der Schlosspark nebst dem Eingang dorthin neu gestaltet.
Im Jahre 1875 brannte das Herrenhaus bis auf die Grundmauern ab. Schuld daran war die Unaufmerksamkeit einer Bediensteten. Das Haus wurde im gotischen Stil wiederaufgebaut.

Freiherr Fritz von Twickel war langjähriger Ehrenamtmann vom Amte Drensteinfurt, wozu Bockum und Hövel bis 1908 auch gehörten. Im Jahre 1908 wurde Bockum-Hövel aus dem Amtsverband Drensteinfurt herausgelöst und damit selbstständig. Das erste Amtsgebäude Bockum und Hövel war im Torhaus des Hauses Ermelinghof untergebracht. Nach kurzer Zeit siedelte es ins Gartenhaus des Hauses Ermelinghof über.

Im Jahre 1913 verstarb Freiherr Fritz von Twickel infolge eines Jagdunfalls im Walde des Wiehenholt, kurz vor der Einweihung des neu erbauten Amtshauses in Hövel. Er verstarb kinderlos.

Das Erbe trat Ignaz von Twickel an, der aus Recklinghausen kam. Die Enkelin Walburga von Aretin war danach Besitzerin des Hauses Ermelinghof.

Zu dem Rittergut gehörte früher ein bedeutender Grundbesitz. Etwa ein Dutzend Bauernhöfe und Kotten in den Bauernschaften Hölter und Geinegge waren ihm eigenhörig und daher abgabepflichtig.

Hausgeistliche auf Ermelinghof

Hausgeistliche auf Haus Ermelinghof für die Kapelle ad Stum Bartholomaeum waren:

  • um 1500: Evard Holtmann
  • 1511 – 1541: Wilhelm Sweringe
  • 1544: Diricus Schene
  • 1550 – 1652: Die Familie von Galen war zum lutherischen Glauben übergetreten.
  • 1662: Theodor Klutmann
  • 1709: Johannes Cramer
  • 1750: Adolf Johannes Cordes
  • 1800: Goswin Rieve
  • 1867: Friedrich Nienberg
  • 1925: Dr.theol. Theodor Klauser

Schlossmühle auf Ermelinghof

Das Gefälle der Geinegge beim Ausfluss aus den Gräften wurde schon 1400 zum Betrieb einer Mühle ausgenutzt. Die Schlossmühle wird erstmals um 1430 urkundlich erwähnt. 1732 wurde auf der linken Seite der Geinegge, an der Stelle des alten Bauwerks, eine neue Mühle erstellt. Hier wurde, wenn das Flüsschen genügend Wasser führte, Öl geschlagen, bis schließlich 1894 die Kornmühle auf der rechten Seite errichtet worden ist. 1906 wurde das Wasserrad von einer Wasserdruckturbine abgelöst. Bei niedrigem Wasserstand wurde mit elektrischer Kraft Korn gemahlen, und zwar bis etwa 1955. Seit dieser Zeit sind Mühle und Müllerhaus nur noch Ruinen.



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Haus Uentrop

Haus Uentrop

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Haus Uentrop Haus Uentrop ist ein Wasserschloss im Stadtteil Uentrop von Hamm. Das 1720 errichtete Schloss befindet sich heute in Privatbesitz und ist restaurierungsbedürftig. Seit dem 6. Februar 1986 steht es unter Denkmalschutz. Es ist von einem Park umgeben.

Lage

Haus Uentrop liegt an der Zollstraße 2 im Hammer Stadtbezirk Uentrop. An diesem Standort befindet sich der Lippeübergang nach Dolberg. So wie Haus Stockum der Sicherung des unterhalb von Hamm gelegenen märkischen Territoriums diente, war Haus Uentrop dem Schutz des Lippeübergangs zwischen Uentrop und Dolberg, also der oberhalb der Stadt Hamm gelegenen Besitzungen, gewidmet.

Bauliche Beschaffenheit

Haus Uentrop ist ein zweigeschossiges, schlichtes Backsteingebäude mit schmalem Mittelrisalit und Walmdach. Über dem Hauptportal findet man ein Doppelwappen jener von Reck-Baer aus dem Jahre 1720. Die Raumdisposition erfolgt nach dem Schema des Appartement double. In der Eingangshalle befindet sich eine aufwendige hölzerne Treppe mit Zwischenposten und Dockengeländer.

Das Anwesen hat außerdem drei zweigeschossige Wohn- und Wirtschaftsgebäude aus Feldbrandstein: Das Gesindehaus aus dem Jahre 1849 mit Mittelrisalit; eine Scheune aus dem Jahre 1860 mit Staffelgiebel und Pferdeställe mit originaler Ausstattung in ihrem Inneren. Dazu gehört ein geschreinerter Pfeiler der Boxen, Fliesen an den Wänden und eine kassettierte Decke.

Wappen der von der Recke

Wappen der von der Recke

Der Denkmalschutz resultiert aus der Bedeutung des Anwesens für die Geschichte der Menschen der Region und aus wissenschaftlichen Gründen im Sinne des § 2 Denkmalschutzgesetz. Die Denkmaleigenschaft erfasst das Gelände zwischen Lippe und Gräfte (inklusive), das Haupthaus, den ihn umgebenden Park, das Gesindhaus, die Scheune und die Pferdeställe. Nicht denkmalgeschützt ist das Innere des Gesindehauses, der Scheune (Kuhstall) und des Pferdestalles, allerdings mit Ausnahme des Raumes hinter dem Mittelrisalit. In diesem befinden sich die Pferdeboxen.

Eine Außenbesichtigung des Anwesens von der Straße aus ist möglich, nicht hingegen eine Innenhof- oder sogar Innenbesichtigung. Das Gebäude ist zwar unbewohnt, das Betreten ist aber trotzdem verboten. Die Wirtschaftsgebäude werden zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzt.

Geschichte

Schon im Jahre 1198 diente Haus Uentrop zusammen mit Burg Heidmühle den Grafen von Berg-Altena zur Sicherung ihrer Territorialgrenzen gegen das Hochstift Münster.

1226 gründete dann Graf Adolf I. von der Mark die Stadt Hamm. Zu seiner Burgmannschaft auf Burg Mark gehörten unter anderem die Herren von Recke, die eine Burg auf dem Stadtgebiet von Hamm bewohnten und später in Besitz des Anwesens Uentrop gelangten.

Angehörige eines Rittergeschlechts von Uentrop sind für die Jahre 1325 und 1380 urkundlich verbrieft. Ein unmittelbarer Zusammenhang zum Haus Uentrop ist nicht nachweisbar. Nach von Steinen stand das Haus im Jahre 1328 im Besitz eines gewissen Dietrich von Grimberg.

Gemäß einer Urkunde aus dem Jahre 1393 gab Graf Dietrich II. von der Mark den Besitz im gleichen Jahr einem Hermann von der Recke aus dem Geschlecht derer von Reck mit 10 Mark Geldes als Erbburglehen zu Kamen.

Im 15. Jahrhundert teilten die Herren von Recke mit den Herren von der Mark den Besitz an dem Anwesen.

Hermanns Sohn Alef von der Recke verband 1427 seinen Anteil an Haus Uentrop mit einem Anteil am benachbarten Haus Haaren. Er vererbte beide über seinen Sohn Goddert an dessen Neffen, Alefs Enkel Johann von der Recke. Dieser heiratete 1478 Rorich von der Mark. Gegen die Zahlung von 1.000 Gulden, im Übrigen als Mitgift überschrieb ihm sein Schwiegervater Everd von der Mark die in seinem Besitz befindliche größere Hälfte von Haus Uentrop. Der Schwager, der jüngere Everd von der Mark, verzichtete 1494 auf den Rückkauf. Seit Johann im Jahre 1504 den Alleinbesitz erwarb, steht Haus Uentrop fest im Besitz der Familie.

Johann hatte mehrere Söhne; Erbe von Haus Uentrop war Evert, Droste zu Hamm. Im Jahre 1541 verlieh ihm Kaiser Karl V. für dem Kaiser und Reich geleistete Dienste ein Mühlenprivileg. Evert hatte einen Sohn gleichen Namens, der 1560 verstarb. Das Gut war da bereits so hoch verschuldet, dass seine Witwe Gertrud von Münchhausen es Mitte der sechziger Jahre (alternative Angabe: 1579) verkaufen musste. Käufer war der klevische Marschall Dietrich XV. von der Recke, namens und in Vertretung seines Bruders Mathias, Komtur zu Doblen und Herr zu Neuenburg im Kurland. Dessen zweiter Sohn Dietrich begründete die jüngere Linie der Familie auf Haus Uentrop:

  • Konrad von der Recke zu Haaren und Uentrop (1630 – 1630), Rittmeister, ∞ Gerberga von Wylich
  • Dietrich von der Recke zu Haaren und Uentrop (1632 – 1656) ∞ Elisabeth von der Recke
  • Dietrich von der Recke zu Haaren und Uentrop (1664 – 1693)

Dietrich, Enkel des Begründers der Linie, wurde 1677 (alternative Angabe: 1688) zusammen mit seinem Bruder Johann in den Reichsfreiherrnstand erhoben. Seine Witwe Anna Magdalena von Bar ließ zwischen 1713 und 1720 das jetzige Herrenhaus erbauen; die alte Burg und die Wirtschaftsgebäude waren 1679 abgebrannt. Bei dem neuen Anwesen handelt es sich um einen zweigeschossigen, schlichten Backsteinbau mit Mittelrisalit und Walmbach. Baumeister war Lubbert Hagen aus Bentheim/Gildehaus.

Die aus Feldbrandsteinen errichtete Wohn- und Wirtschaftsgebäude wurden im Laufe des 18. Jahrhunderts hinzugefügt.

Im Jahre 1763 starb das Geschlecht der Recke zu Haaren im Mannesstammes aus. Anna Magdalenas Schwiegertochter, Engel Luise von der Recke zu Haaren, erbte nach dem Tode ihres einzigen Bruders das elterliche Haus Haaren, die gleichnamige, 1716 geschaffene Jurisdiktion über das Kirchspiel Uentrop, Mundloh und die im Märkischen gelegenen drei Dinkerschen Bauerschaften. Durch Heirat in die Reihen des Uentroper Zweiges der Familie von Recke gelangten die Besitzungen in die Hände der von Recke zu Uentrop. 1764 wurde Johann Matthias Dietrich von Recke vom König mit den Gütern belehnt.

Die dem Haus Haaren 1716 verliehene Patrimonialgerichtsbarkeit über das Kirchspiel Uentrop und die Bauerschaft Norddinker wurde auf Haus Uentrop übertragen.

Die von Recke und ihre Nachkommen sind auf Haus Uentrop inzwischen seit über 600 Jahren nachweisbar. Haus Uentrop ist damit der einzige Rittersitz des alten märkischen Amtes Hamm, der noch heute von dem aufsitzenden Adelsgeschlecht bewirtschaftet wird. Noch im Jahre 1976 wohnten Mitglieder der Familie auf dem Anwesen, das heute allerdings unbewohnt ist. Eigentümer ist Friedrich-Wilhelm Freiherr von der Recke.



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Haus Reck (Hamm)

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Haus Reck Haus Reck ist ein alter Adelssitz in der vormaligen Kamener Kirchspielgemeinde Lerche, heute Stadtteil Lerche im Stadtbezirk Pelkum der Großstadt Hamm. Es liegt unmittelbar östlich der Autobahn A1 an der Stadtgrenze zu Bergkamen. Seinen Namen hat das Anwesen erst Mitte des 16. Jahrhunderts angenommen. Wegen seiner Lage in der „Pelkumer Heide“ wurde es vorher Haus zur Heyde bzw. Haus zur Heide genannt. Es ist der Stammsitz eines Zweiges der Familie von der Recke. 1465 wurde das „Haus Reck“ erwähnt, als es zur festen Burg ausgebaut worden ist.

Baubeschreibung und Nutzung

Der Kern des Herrenhauses datiert auf das 15. Jahrhundert, die Scheune aus Backstein ist von 1715 und der Schafstall aus Fachwerk von 1775.

Bauhaus, Wehrmauer und Wehrturm aus verputztem Mauerwerk aus Grünsandstein stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Das Bauhaus, ein dreischiffiges niederdeutsches Hallenhaus, diente der Bewirtschaftung der zur Burg zählenden Ländereien.

Seit April 2007 ist es möglich, im alten Turm direkt am alten Wehrgang von Haus Reck standesamtlich zu heiraten (Außenstandesamt der Stadt Hamm). Dabei gibt es auch die Möglichkeit von “Mondschein-Hochzeiten” und Ähnlichem. Der Raum über dem Standesamt wird für den Sektempfang genutzt.

Haus Reck sollte nicht mit dem gleichnamigen Restaurant in Mülheim an der Ruhr verwechselt werden.

Geschichte

Die Burgmannshöfe von Kamen

Die Entwicklung Kamens ist auf das Engste mit der Geschichte der dortigen Burgmannshöfe verbunden. Es gab mindestens zehn solcher Anwesen. Sie waren von Wällen und Gräben umgeben und dienten dem Schutz des Ortes. Kamen war in der Grafschaft Mark damit der Ort mit den meistens Burgmannshöfen, nicht einmal die damals bedeutende Stadt Quakenbrück (östlich von Osnabrück, die sich heute offiziell Burgmannstadt Quakenbrück nennt, obwohl sie nur vier Burgmannshöfe ihr eigen nannte.

Wappen der von der Recke

Wappen der von der Recke

Nach dem Besitztumsverzeichnis (Urbar C) in der Abtei Werden bei Essen gibt es eine Ansiedlung mit Namen Kamen seit etwa 1050, doch muss die Pfarrei Kamen mit ihren sechs Bauernschaften bereits länger existiert haben. Am Standort der heutigen Pauluskirche, deren Turm aus grünem Sandstein besteht, scheint vorher eine Holzkirche gestanden zu haben.

Anfang des 12. Jahrhunderts ließen die Grafen von Altena, die damaligen Landesherren, westlich der heutigen Pauluskirche eine Grafenburg als befestigten Residenzsitz errichten, ähnlich wie später Burg Mark im Dorf Mark bei Nienbrügge bzw. Hamm. Größe und Beschaffenheit der Grafenburg sind heute nicht mehr bekannt. Seit 1225 wurden die Grafen von der Mark Landesherren der von Adolf I. von der Mark gegründeten Grafschaft Mark. Da die Kölner Erzbischöfe Anspruch auf die Landesherrschaft erhoben, bekamen derartige Stützpunkte besondere machtpolitische Bedeutung. Kamen lag an einem passierbaren Sesekeübergang und wurde somit zu einer Grenzfeste gegen das Kölnische Machtstreben.

Entsprechend dieser militärischen Bedeutung, aber auch zur Organisation ihrer Landesherrschaft siedelten die Grafen ihr Gefolge im unmittelbaren Bereich ihrer Residenzburgen an. Vermutlich stammen die Burgmannen aus der jeweils näheren Umgebung. Für die Kamener Burg stammten neben Haus Reck auch von Haus Böing, Westick, Heeren und anderen. Die Burgmannen siedelten im Laufe der Zeit in einem inneren und einem äußeren Ring um den aus Grafenburg und Kirche bestehenden Siedlungskern. Ihre Höfe waren große, feste Häuser. Sie waren meist mit viel Umland versehen und wurden durch Erdwällen, Holzpalisaden und Gräben geschützt.

Die Burgmannen zählten zu den Ministerialen der Grafen von Altena und Mark. Ihnen unterstanden Hofhaltung und Verwaltung, sie wurden aber auch zu Verteidigungs- und Kriegsdiensten herangezogen. Gelegentlich waren sie auch für die Abhaltung der Gerichtstage in der Stadt verantwortlich. Der niedere Adel rekrutierte sich im Laufe der Zeit teilweise aus den Reihen der Ministerialen. Diese erhielten für ihre Leistungen und Dienste ein Lehen oder Dienstgut. In späterer Zeit konnten sie über diese Güter frei verfügen und sie vererben. Die Burgmannshöfe behielten bis ins 19. Jahrhundert hinein ihre adelige Freiheit von allen Städtischen Lasten, selbst wenn sei schon zum Besitz bürgerlicher Familien gehörten.

Entsprechend den Wachstumsphasen des mittelalterlichen Stadtgebietes lassen sich zwei Bauperioden der Burgmannshöfe unterschieden. Um den Siedlungskern der Grafenburg und der Severinskirche (heutige Pauluskirche) errichtete man westlich den Westerholtschen und den Cappenberger Hof. Im Norden im Gebiet des heutigen Willy-Brandt-Platzes wurde der Akenschokenhof gebaut, im Osten die Trippenburg an der heutigen Burgstraße, deren genaue Lage unbekannt ist und nur noch grob geschätzt werden kann. Im Süden schloss sich der Hanenhof an der Seseke an. Diese Höfe wurden im 12. und 13. Jahrhundert gebaut. Sie lagen am Rande der damaligen Ortsgrenze und wurden deshalb mit Wällen, Gräben und Palisaden befestigt.

Im Zuge weiterer Entwicklungsphasen wuchs die Siedlung in Richtung Westen, Norden und Osten. Kamen wurde mit Stadtrechten versehen und mit einer Mauer und einem doppelten Grabensystem befestigt. Im Süden blieb die Seseke die Begrenzung. Man führte sie näher an die Siedlung heran und begradigte sie. Die alten Straßennamen Westen-, Osten- und Nordenmauer bezeugen den damaligen Mauerverlauf. Ein Rest der Ostenmauer ist noch heute vorhanden.

Im Rahmen dieser Ortserweiterung entstanden nördlich und südlich der Weststraße der Galenhof und der Edelkirchenhof (späterer Haringshof). Nördlich schloss sich der Reckhof oder Pallandscher Hof an, östlich davon eine Bohlenburg, deren genauer Standort heute nicht mehr bekannt ist. Den Abschluss bildete der Reck-zu-Reck-Hof (auch Vogelhof, heute Gelände des Karstadt). Diese fünf Burgmannshöfe waren ebenfalls großflächig angelegt und hatten Wassergräben, Erdwälle und Palisaden. Auffallend ist, dass alle Höfe in der Nähe früherer oder späterer Stadttore angelegt wurden. Die Namen der Höfe wechselten zumeist, wenn sie andere Besitzer erhielten. Der Galenhof schient der größte und bestbefestigte der Höfe gewesen zu sein. Seine Gräben und Wälle wurden erst 1898 eingeebnet. Er ist der einzige heute noch erhaltene Burgmannshof in Kamen.

Haus Reck

Das Haus zur Heide stand ab etwa der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Besitz der Kamener Burgmanns Diedrich (III.) von der Recke zu Heeren. 1392 kam es zwischen seinen Söhnen zu einer Erbteilung, in der das Anwesen zusammen mit dem Kamener Burgmannshof dem jüngsten Bruder Johann von der Recke zufiel. Johanns Sohn Diedrich nannte sich 1421 erstmals Herr zur Heide. Nach ihm folgten sieben weitere Generationen an Besitzern des Gutes mit dem Leitnamen Diedrich.

Diedrich XIII. “der Reiche” wurde 1511 bzw. 1512 Drost zu Unna. Das Amt, mit dem die Drostenstelle Kamen verbunden war, blieb bis 1753 bei der Familie; in diesem Jahr wurde das Amt aufgelöst. 1623 wurde Reichshofratspräsident Johann von der Recke in den Reichsfreiherrnstand erhoben. Sein Bruder Diedrich XXVI. erlangte 1636 die Gerichtsherrschaft und das Patronat zu Frömern.

1649 stiftete Diedrich XXXI. die im 19. Jahrhundert abgebrochene Kapelle auf der Vorburg. Seinem Sohn Diedrich XXXVII. verlieh der preußische König Friedrich I. am 26. April 1709 die Zivil- und Kriminaljurisdiktion über die Häuser Reck, Raffenberg und Töddinghausen sowie die Dörfer/Bauernschaften Lerche, Rottum, Derne, Bergkamen und Overberge. Die damit geschaffene Herrlichkeit Reck schied als selbständiger Verwaltungs- und Gerichtsbezirk aus dem Verband des Amtes Kamen aus. Ein weiterer bekannter Besitzer des Hauses Reck aus dieser Zeit ist Dietrich von der Recke (1673 – 1690) gt. Oer zu Reck (1695), Erbe des Burkhart von Oer zu Kakesbeck.

Bei der Einführung des Landratsamtes in der Grafschaft Mark wurden die alten Drostenstellen hinfällig. Diedrich XLI. von der Recke erhielt 1753 die Landratsstelle im neugeschaffenen Kreis Hamm und vererbte sie später an seine Söhne. Der ältere Sohn, Diedrich Adolf, geriet im Gefolge des Siebenjährigen Krieges in Schulden, die zum Konkurs seiner Besitzungen führte. 1774 wurden 49 Höfe und Kotten in der Herrlichkeit Reck und die Reckischen Güter und Gerechtsame in Stadt und Amt Kamen in der Herrlichkeit Reck und die Reck’schen Güter und Gerechtsame in Stadt und Amt Kamen für 27.789 Taler öffentlich versteigert. Haus Reck selbst und sein Zubehör wurden 1787 vom Freiherr Senfft von Pilsach für 26.370 Taler gekauft. Er erhielt es dadurch seiner Frau Friedrike, der einzigen Tochter von Diedrich Adolfs jüngerem Bruder Gisbert Heinrich Diedrich von der Recke, mit dem 1794 diese Linie im Mannesstamm erlosch.

Die französische Herrschaft, gegen Anfang des 18. Jahrhunderts zerstörte den festen Zusammenhang des damaligen Kreises Hamm. Die Ämter Unna und Kamen wurden nun dem “Arrondissement” Dortmund zugeschlagen und waren in vier Mairien aufgeteilt. Diese Einteilung endete in der neu geschaffenen preußischen Provinz Westfalen unter dem Oberpräsidenten Freiherrn von Vincke mit der Einführung einer neuen Verwaltungsordnung.

Im Jahre 1821 kaufte Freiherr von Syberg zu Busch das 308 Morgen große Gut für 33.000 Taler. 1827 vererbte er es seinen Enkeln, den Kindern erster Ehe des Oberpräsidenten Ludwig Freiherrn von Vincke. Seit dieser Zeit wurden durchgreifende Erneuerungen von Herrenhaus und Wehrturm vorgenommen. Nur noch das Bauhaus aus dem 16. Jahrhundert und die Wirtschaftsgebäude aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts geben Auskunft über den ursprünglichen Bauzustand.



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Schloss Oberwerries

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Schloss Oberwerries

Das Schloss Oberwerries ist ein zweiflügeliges Wasserschloss in den Lippeauen des Hammerer Stadtbezirks Heessen. Es umfasst mehrere Gebäude, die innerhalb verschiedener Jahrhunderte zur heutigen Schlossanlage zusammengewachsen sind.

Die Gebäude

Die Anlage aus Backsteinmauerwerk besteht aus einem zweiflügeligen Herrenhaus, dem östlich ein Marstall vorgelagert ist. Nördlich des Herrenhauses befindet sich ein Torhaus, dem sich im Norden ein kleiner barocker Garten anschließt.

Herrenhaus

Das Herrenhaus besteht aus einem Hauptbau mit zwei Geschossen und einem sich daran südlich anschließenden, ebenfalls zweistöckigen Flügel, der jedoch schmaler und etwas niedriger als der Hauptbau ist. Dem Südflügel östlich vorgesetzt ist ein quadratischer Pavillonturm. Die drei Baukörper des Herrenhauses besitzen Gurtgesimse und Fenstereinfassungen aus Baumberger Sandstein als gemeinsames architektonisches Element. Ihre Dachformen sind jedoch zum Teil verschieden. Während das Haupthaus und der Pavillonturm ein Mansarddach besitzen, ist der Südflügel von einem abgeknickten Steildach abgeschlossen.. Sowohl das Haupthaus als auch der südliche Flügel des Herrenhauses besitzen einen separaten Eingang, die jedoch beide über eine gemeinsame Freitreppenanlage erreichbar sind.

Torhaus

Das Torhaus ist der älteste Teil der Anlage, wovon seine eisernen Maueranker mit der Jahreszahl 1667 zeugen. Im Gebäudeinneren befindet sich ein Kamin aus dem Jahr 1672. Aufgrund eines zugemauerten, jedoch immer noch sichtbaren, gotischen Spitzbogenfensters, das Bestandteil der ehemaligen Schlosskapelle war, gehen Bauhistoriker jedoch davon aus, dass der Torbau älter ist und 1667 lediglich erneuert und umgebaut wurde.

Marstall

Östlich des Herrenhauses steht der so genannte Marstall, der das jüngste Gebäude des Schlosses ist. Es handelt sich dabei um einen langgestreckten, rechteckigen Baukörper mit Fensterrahmungen aus Baumberger Sandstein, an dessen Ostseite ein ehemaliger Hundestall angrenzt.

Gschichte

Schloss Oberwerries

Schloss Oberwerries

Die Lehnsherrschaft über die curtis in Werries, auf die sich die Häuser Unter- (bzw. Nieder-) und Oberwerries beiderseits der Lippe zurückführen lassen, lag bei dem limburgischen Zweig des Hauses Berg-Altena. Bereits 1284 wird eine Burg als Vorgängerbau des heutigen Schlosses im Lehnsregister der Grafen von Limburg-Styrum erwähnt. Dietrich von Limburg belehnte in diesem Jahr Engelbert von Herbern mit den von den Söhnen des Wessel gen. Kolve aufgelassenen Lehnsgütern zu Werries. Die wehrhafte Anlage diente zur Grenzsicherung des Münsterlandes.

Für die Zeit um 1400 findet sich ein Conrad von Herbern als Inhaber des Lehens. Nach dem Tode von Hermann, letzter männlicher Namensträger derer von Herbern, verkaufte dessen Mutter das nördlich der Lippe gelegene Oberwerries 1464 an Gerd von Beverförde aus der niederländischen Provinz Oberijssel. Südlich der Lippe befand sich zu dieser Zeit bereits ein zweites Anwesen, das flussabwärts gelegen war und deshalb Unter- bzw. Niederwerries genannt wurde. Die seit dem 15. Jahrhundert auf Niederwerries nachzuweisende Familie ist bereits hundert Jahre zuvor in diesem Raum bezeugt: 1322 verträgt sich Johann von Neheim mit Engelbert von Herbern wegen der Mühle in Werries. Die Neheims blieben bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts Herren des Gutes, dann jedoch kam es aufgrund gravierender Vermögensschwierigkeiten zum Konkurs ihrer Besitzungen.

Nachdem bereits 1616 das Neheimsche Haus zu Hamm über einen bürgerlichen Mittelsmann an die von Beverförde auf Oberwerries übergegangen war, erwerben diese 1677 auch den Burgsitz Unter- bzw. Niederwerries und vereinigten damit beide Häuser wieder in einer Hand. Der damalige Gutsherr auf Oberwerries hatte 1667 mit dem Neubau der Schlossanlage begonnen, den seine Witwe Ida von Plettenberg, eine Schwester des münsterschen Fürstbischofs Friedrich Christian von Plettenberg, 1684/92 vollenden ließ. Als Baumeister des neuen Herrenhauses, das auf den Fundamenten der alten Burg errichtet wurde, wird aufgrund von typischen Architekturelementen der Kapuzinermönch Ambrosius von Oelde vermutet, nach dessen Vorlagen auch Schloss Ahaus und das Kapuzinerkloster Werne erbaut wurden.

Die Fertigstellung des Gebäudeensembles fand 1692 unter Freifrau Ida von Beverförde-Werries, geborene von Plettenberg, statt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Bauarbeiten erst 1714 ihren Abschluss fanden, denn diese Jahreszahl findet sich an dem Gittergeländer der Freitreppen am Herrenhaus.

Idas Enkel, der preußische Kammerherr Friedrich Christian von Beverförde, genannt der tolle Werries, ließ in den Jahren 1730 bis 1735 auf dem Gelände der Vorburg das heutige Marstallsgebäude nach Plänen von Johann Conrad Schlaun errichten. Dabei lieferten die Reste des abgebrochenen Niederwerries das Baumaterial. Mit dem tollen Werries starb 1768 das letzte Mitglied der Familie von Beverförde. Schloss Oberwerries kam durch Erbgang an die Adelsfamilie Elverfeldt – Friedrich Christian hatte mit Friedrich Clemens August von Elberfeldt den Sohn eines Vetters adoptiert und zum Erben gemacht –, die jedoch 1781 ebenfalls im Mannesstamm erlosch. Friedrich Clemens Augusts Nachkommen, die von Beverförde-Werries auf Loburg bei Ostbevern, blieben Eigentümer des für die nächsten 160 Jahre unbewohnten und damit dem Verfall preisgegebenen Schlosses.

1942 veräußerten es seine Besitzer an die Zeche Sachsen in Heessen, die es noch im gleichen Jahr an die Stadt Hamm weiterverkaufte. Diese ließ ab 1952 eine Bausicherung vornehmen und die Gebäude bis 1975 etappenweise restaurieren. Das Herrenhaus wurde zu einem Berufslandschulheim umgestaltet, während im Marstall seit 1956 das heutige Sport- und Qualifizierungszentrum des Westfälischen Turnerbundes beheimatet ist. Die letzten Umbau- und Sanierungsmaßnahmen im Jahre 1975 dienten in erster Linie zum Einbau eines neuen Treppenhauses und der Wiederherstellung des Schlosskellers.

Heute dient Schloss Oberwerries als Bildungs- und Begegnungsstätte und als Veranstaltungsort repräsentativer Empfänge der Stadt Hamm. So fand dort vom 5. bis 7. September 1952 die Tagung statt, die zur Gründung des Verbandes deutscher Musikschulen führte. Im Pavillonturm gibt es zudem die Möglichkeit, sich standesamtlich trauen zu lassen.

Seit alters Herr zum Kirchspiel Heessen zählend, war Oberwerries 1936 nach Dolberg eingepfarrt worden; erst die Gebietsreform von 1975 hat es wieder in den alten, inzwischen in Hamm aufgegangenen Gemeindeverband zurückgeführt.



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