Spanisch Fricco Variante 1

Spa­nisch Fric­co Va­ri­an­te 1
Spa­nisch Fric­co hört sich zwar fremd­län­disch an, ist aber ein Ein­topf­ge­richt aus West­fa­len, das schon Hen­ri­et­te Da­vi­dis, die be­kann­tes­te west­fä­li­sche Kö­chin und Koch­buch­au­to­ri­en (1801-1876) in ih­rem Buch Prak­ti­sches Koch­buch von 1845 als "be­liebt und kräf­tig" be­schreibt. Sie schreibt: "Im All­ge­mei­nen lie­ben die Her­ren bei die­ser kräf­ti­gen Spei­se eine star­ke Wür­ze, in­des tut man wohl, sich mög­lichst nach dem Ge­schmack sei­ner Gäs­te zu rich­ten, da sie sonst leicht zu scharf aus­fal­len könn­te."

Die Her­kunft des Na­mens ist un­ge­klärt, des­halb gibt es, wie üb­lich, ei­ni­ge Deu­tun­gen. Eine be­sagt, dass es vom kü­chen­fran­zö­si­schen fri­cot = "Ra­gout" kommt. Dem­ge­mäß be­deu­tet fri­coter "ein Ra­gout zu­be­rei­ten". Das Fran­zö­sisch-Le­xi­kon zeigt aber auch, dass fri­coter "aus­he­cken" be­deu­tet im Sin­ne von "krum­me Ge­schäf­te ma­chen" oder gar "Bü­cher fäl­schen". Ge­nug der Ethy­mo­lo­gie, kom­men wir zum Re­zept.

Die­ses Spa­nisch Fric­co-Re­zept ist ei­nes von zwei­en im Koch-Wiki und stammt von der west­fä­li­schen Mut­ter des Ver­fas­sers. Das Ge­richt ha­ben sie als Kin­der heiß ge­liebt, wor­an sich nichts ge­än­dert hat. Spa­nisch Fric­co gab es häu­fig, wenn Kar­tof­feln (oder Bra­ten­res­te) üb­rig ge­blie­ben wa­ren. Die alte Pud­ding­form mit Span­gen­de­ckel aus der Schul­zeit der Mut­ter wur­de ver­erbt. Das ist ide­al, aber ein Topf mit fest schlie­ßen­dem De­ckel geht auch. Mut­ter hat in die­sem Fall den De­ckel im­mer mit Kü­chen­zwirn fest zu­ge­bun­den. Dazu ge­hört un­be­dingt ein grü­ner Sa­lat und Ap­fel­mus!
Au­tor:
Kü­che: West­fa­len
Re­zept­typ: Ein­töp­fe
Men­ge des End­pro­duk­tes: reicht für 2 Per­so­nen
Vor­be­rei­tungs­zeit: 
Gar­zeit: 
Ge­samt­zeit: 
Zu­ta­ten
  • 500 g fest ko­chen­de Kar­tof­feln
  • 500 g ge­misch­tes Hack­fleisch
  • 1-2 Zwie­beln
  • 4–6 Es­sig­gur­ken
  • 2 EL But­ter (in Flöck­chen)
  • Salz
  • frisch ge­mah­le­ner Pfef­fer
  • Fett (für die Form)
Koch­ge­schirr
  • 1 Pud­ding­form mit fest schlie­ßen­dem De­ckel
  • al­ter­na­tiv ein ofen­fes­ter Topf mit gut schlie­ßen­dem De­ckel
  • 1 Koch­topf
  • 1 Schnei­de­brett
  • 1 Spar­schä­ler
  • 1 Kü­chen­mes­ser
An­lei­tung
  1. Am Vor­tag Kar­tof­feln schä­len, wa­schen, knapp gar ko­chen, ab­dämp­fen und aus­küh­len las­sen.
  2. Am Tage der Zu­be­rei­tung die Kar­tof­feln in Schei­ben schnei­den.
  3. Ofen auf 200 °C vor­hei­zen; Um­luft 175 °C.
  4. Hack­fleisch an­bra­ten, kräf­tig mit Salz und Pfef­fer wür­zen.
  5. Die Zwie­bel und Gur­ken wür­feln.
  6. Die Pud­ding­form (oder den Topf) ´fet­ten.
  7. Kar­tof­feln, Hack, Zwie­beln und Gur­ken schicht­wei­se in die Pud­ding­form schich­ten.
  8. Jede Lage kräf­tig wür­zen.
  9. But­ter­flöck­chen auf dem Ge­richt ver­tei­len.
  10. Pud­ding­form dicht ver­schlie­ßen; bei Ver­wen­dung ei­nes Top­fes De­ckel mit Kü­chen­garn gut zu­bin­den.
  11. In die Fett­pfan­ne des Ofens Was­ser ein­fül­len und das Ge­richt 45 Mi­nu­ten im Was­ser­bad ga­ren.
Bei­la­gen
  1. Kopf­sa­lat
  2. Ap­fel­mus

 

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