Schloss Bodelschwingh

Das Haus Bodelschwingh ist ein Wasserschloss und wurde im 13. Jahrhundert von der Familie von Bodelschwingh errichtet und befindet sich bis heute im ursprünglichen Familienbesitz.
Das Schloss Bodelschwingh ist neben dem Wasserschloss Haus Dellwig und dem Wasserschloss Haus Rodenberg die größte und bedeutendste Wasserburg in Dortmund. Das Schloss wurde auf Eichenholzpfählen erbaut, auf denen die gesamte Anlage ruht.
Um das Jahr 1300 erbaute Ritter Giselbert I., genannt Speke, ein Zweikammerhaus auf Eichenpfählen. Große Teile des heutigen Wasserschlosses ruhen bis heute auf diesen Pfählen, die durch das umgebende Wasser konserviert werden. Der freistehende markante “Vogtsturm” stammt aus mittelalterlicher Zeit und diente wohl den Speke gen. Bodelschwingh als Wohnturm, bis sie in das Zweikammerhaus einzogen.
1302 übertrug Ritter Giselbert I. das Haus “Bodelsvenge” an den Grafen von der Mark und erhielt es im Gegenzug zum Lehen zurück. Diese erste urkundliche Erwähnung des Hauses Bodelschwingh enthält bereits das Symbol, welches bis heute das Wappen der Familie von Bodelschwingh ziert: Eine rautenförmige, an den Ecken verzierte Schnalle.
1322 wurde die von Giselbert I. gestiftete Kapelle, die heutige Schlosskirche, im Dorf “Bodelschwinghe” eingeweiht. 300 Jahre später (um 1600) führte sein Nachkomme Gisbert III. das reformierte Bekenntnis in Bodelschwingh ein.
Der Erbe des Ritter Giselbert, Ernst I., nannte sich bereits “de Bodelswinge” und erwarb 1336 die örtliche Gerichtsbarkeit. Dieses Privileg wurde in den folgenden Jahrhunderten erweitert und sorgte für Ansehen und Wohlstand der Herren von Bodelschwingh.
Einträgliche und berühmte Prozesse fanden unter dem “Hagedorn” vor dem Schloss Bodelschwingh statt. Kleinere Übeltäter wurden am Pranger im Dorf Bodelschwingh bestraft, der Galgen stand in der Gemeinde Nette.
Obwohl die Freistühle ab dem16. Jhdt. an Bedeutung verloren, wurde bis ins 18. Jhdt. hier im Schlosspark auch über Leben und Tod gerichtet. Der Baum unter dem jahrhundertelang prozessiert wurde, ein morscher Weißdorn, fiel 1901 einem Sturm zum Opfer.
Erst 1808 wurde die Eigengerichtsbarkeit von Haus Bodelschwingh durch die Franzosen endgültig aufgehoben. Damit ging eine Ära zuende, denn mit der fast 500 Jahre währenden Gerichtsherrschaft waren wichtige Einnahmen verbunden: Steuer, Wegzoll, Weidegeld sowie diverse Abgaben und Dienste der Einwohner an die jeweiligen Herren des Gerichtsbezirkes.
Über Jahrhunderte wurde durch geschickte Vermählung, Erbteilung und Grunderwerb der Wohlstand der Familie erweitert und gesichert. Dadurch blühte auch das bäuerliche Dorf und die angrenzende “Freiheit” Bodelschwingh weiter auf und wurde durch die Herren von Bodelschwingh geschützt. Im 15. Jahrhundert gab es bereits 3 Mühlen und ein größere Ansammlung von Bauern, Handwerkern und Krämern.
Die Familie von Bodelschwingh erwarb und erbte stattliche Güter in Westfalen und im Rheinischen. Reichtum, Ansehen und ehrenvolle Ämter machten die Familie zu einem einflussreichen und führenden westfälischen Adelsgeschlecht.
In der Nähe der Burg entwickelte sich schon früh eine Ansiedlung, die Burgfreiheit Bodelschwingh, die bis 1928 ihre Selbstständigkeit bewahrte. Heute gehört der Stadtteil Bodelschwingh zum Stadtbezirk Mengede.
Ein Teil der weit verzweigten Familie von Bodelschwingh wohnte später in Bergkamen-Velmede und auf Haus Heyde bei Unna, das im 19. Jahrhundert der eigentliche Mittelpunkt der Familie war.
Das Schloss dient heute als Wohnsitz der Familie zu Inn- und Knyphausen. Es ist als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Dortmund eingetragen.
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