Schloss Strünkede

 
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p1040609.jpg Das Schloss Strünkede ist ein Wasserschloss im Herner Stadtteil Baukau inmitten eines ausgedehnten Schlossparks an der Bundesstraße 51. Die Adresse lautet: Karl-Brandt-Weg 5. Sein Name geht auf das mittelhochdeutsche Wort „strunk“ für „gerodeter Baum“ zurück.

Bis zum Ende des 18. Jahrhundert war das Schloss Sitz der Familie der Freiherren „von Strünkede“ und beheimatet seit 1938 die kultur- und stadtgeschichtlichen Sammlungen des Emschertal-Museums. Seit einigen Jahren werden standesamtliche Trauungen im Schloss angeboten.

Im zugehörigen Schlosspark wurde 1932 das Stadion am Schloss Strünkede errichtet, das unter anderem Schauplatz von Spielen der Fußball-Bundesliga war.

Bewohner & Besitzer

Die Herren von Strünkede fanden im Jahre 1142 erstmals urkundlich Erwähnung, als ein Wessel von Strünkede, Lehnsmann der Grafen von Kleve, in einem Streit mit dem Stift Essen als Zeuge auftrat. Bernd von Strünkede hatte 1209 ein wichtiges höfisches Amt als klevischer Truchsess in.

Die erste urkundliche Nennung der damaligen Burg Strünkede datiert auf das Jahr 1263, als der Ritter Gerlach von Strünkede nach einer Fehde gegen seinen Lehnsherrn Graf Dietrich VI. von Kleve mit diesem Frieden schloss und ihm seine Vorburg als Offenhaus überließ.

Im Jahre 1316 wurden dann Bovo und Bernd von Strünkede mit der Burggrafschaft Strünkede belehnt. Aus dieser entwickelte sich in späteren Jahren die Herrschaft Strünkede mit den Bauernschaften Herne und Baukau.

Durch die Lehensbindung ihrer Besitzer an Kleve und die Nachbarschaft zu dessen Widersacher, dem Erzbistum Köln, war die Burg Strünkede im 14. bis 16. Jahrhundert in zahlreiche Fehden verwickelt und wurde häufig von Kölner Gefolgsmännern belagert. So zum Beispiel im Jahre 1317, als Graf Engelbert II. von der Mark seiner Lehen verlustig gegangen war und Kaiser Ludwig IV. diese im Anschluss an die Klever Grafen vergeben hatte. Dem Märker gelang es, die Burg einzunehmen und sie zu zerstören. Zwar wurde die Anlage anschließend von den Strünkedern wieder aufgebaut, jedoch wurde sie von Engelbert II. von der Mark nur drei Jahre später ein weiteres Mal belagert und erobert.

Einer nächsten Belagerung durch Walram von Jülich im Jahr 1336 konnte die Burg Strünkede jedoch standhalten, ebenso wie einer Belagerung 1352 durch Mannen des Klever Grafen Johann von Kleve, der seinem nach Unabhängigkeit trachtenden Lehnsmann Heinrich von Strünkede zu Leibe rückte.

p1040628.jpg 1397 verlor Bernd von Strünkede seine Burganlage, die er Herzog Wilhelm I. von Berg in einer Fehde mit Kleve zur Verfügung gestellt hatte, da die Berger in der entscheidenden Schlacht am Kleverhamm unterlagen. Erst 1399 erhielt er sie als Lehen von Adolf II. von Kleve zurück.

Im 15. Jahrhundert machten die beiden aufsässigen Brüder Goddert und Johann von Strünkede von sich reden. Aufgrund eines Streits mit dem Kloster in Cappenberg und dem König, verhängte Kaiser Sigismund sogar die Reichsacht über Goddert, weswegen die Burg 1418 von Herzog Adolf IV. von Kleve belagert und eingenommen wurde.

Strünkede blieb dann vorerst unter klevischer Verwaltung, bis im Jahre 1426 alle volljährigen Vertreter der von Strünkede Kleve die Treue schworen und die Anlage hiernach wieder als Lehen an das Edelgeschlecht kam.

1487 ließ der Klever Herzog Johann II. von Kleve dann die Anlage in Strünkede wieder belagern. Diesmal ging es gegen Reinhard von Strünkede, der 1482 eine Hälfte der Herrschaft zu Lehen erhalten, sich dann aber gewaltsam auch die andere Hälfte angeeignet hatte. Nachdem der Herzog mit seiner Belagerung Erfolg hatte, verurteilte er Reinhard aufgrund von Geistesgestörtheit „zu ewig Gefängnis“ auf Strünkede. Dessen Ehefrau, Sofia, geborene Gräfin von Limburg-Styrum, hatte sich bereits vorher von ihrem Gatten getrennt. Ihre Söhne Jobst und Reinhard folgten ihrem Vater als Burgbesitzer nach.

Jener Jobst ging in die Geschichte als „der Tolle“ ein, obwohl ihm Historiker bestätigen, dass sich seine Taten nicht von denen anderer Zeitgenossen unterschieden. Sein gleichnamiger Enkel erhielt hingegen den Beinamen „der Gelehrte“. Das Grabmal für Jobst den Gelehrten und seiner Frau Henrika von Hatzfeld aus der alten Herner Dyonisius-Kirche steht heute im Schloss.

Jobsts ältester Sohn Conrad wurde 1636 in den Reichsfreiherrenstand erhoben. Dessen dritter Sohn Gottfried (Goddert)aus der Ehe mit Janna von Lützenrod folgte seinem Vater als Besitzer von Schloss Strünkede nach.

Als Johann Conrad Freiherr von Strünkede 1742 ohne männliche Erben starb, erbte sein Vetter Ludwig aus dem Hause Dorneburg den Besitz. Als auch die männl. Linie von Strünkede-Dorneburg 1777 ausstarb, erbten die Kinder des Sigismund, Freiherr von Strünkede-Krudenburg bei Hünxe die Reste des Gutsbesitzes. Die älteste Tochter Caroline heiratete den Freiherrn Adolf von Pallandt-Osterveen aus Ommen, in Oberijssel (NL) und somit ging das Haus Strünkede an die von Palant.

Der letzte Freiherr von Strünkede verstarb verarmt 1812 in Haldern bei Rees am Niederrhein. Zu jener Zeit war Strünkede völlig verschuldet, weswegen 1789 der Konkurs folgte. Es gelang jedoch, das Schloss im Familienbesitz zu halten. Die Erbtochter Adolfine Caroline von Palant brachte die Anlage durch Heirat an den vom Niederrhein stammenden Friedrich von Forell. Dessen Nachkommen verkauften Schloss Strünkede 1900 an die Harpener Bergbau AG, von der es 1948 die Stadt Herne erwarb.

Zuvor hatten die Gebäude binnen kurzer Zeit noch zahlreichen Herren dienen müssen. Während des Ersten Weltkriegs dienten sie als Lazarett, und in den 1920er Jahren war dort die Schutzpolizei beheimatet. Nach 1933 fand dort die Hitlerjugend eine Unterkunft, ehe das Schloss ab 1945 zu einem Kindererholungsheim umfunktioniert wurde.
Baugeschichte
p1040621.jpg Das heutige Hauptschloss besteht aus Resten einer kastellartig geschlossenen Anlage, die einst in der Mitte eines ovalen Schlossteichs stand und von einem doppelten Wall- und Grabensystem geschützt wurde. Eine Vorburganlage lag auf einer eigenen, zweiten Insel. Ausgrabungen in den 1950er Jahren bewiesen jedoch die Existenz zweier Vorgängerbauten westlich und südwestlich des heutigen Standorts. Dabei handelte es sich um eine Erdwallburg aus dem 10. Jahrhundert und eine Turmhügelburg aus dem 11./12. Jahrhundert.

Die Ursprünge des heutigen Schlossbaus liegen in einem erhaltenen quadratischen Pavillonturm aus der Zeit um 1500 (andere Quellen nennen das 14. Jahrhundert). Seine drei Geschosse erheben sich über einer 13,5 mal 13,5 Meter messenden Grundfläche. Schießscharten in seinem Gewölbekeller aus Backstein bezeugen seine damalige Wehrhaftigkeit.

Mitte des 16. Jahrhunderts wurde dem Turm nördlich ein 28 mal 10 Meter messender Ostflügel im Stil der Renaissance angefügt. Diesem schloss sich rechtwinkelig ein heute nicht mehr erhaltener, unterkellerter Nordflügel an.

Den jüngsten Teil des heutigen Schlosses bildet der in zwei Bauphasen errichtete Südflügel mit einer frühbarocken Tordurchfahrt aus dem 17. Jahrhundert. Das Rundbogenportal wird vom Wappen der Familie von Strünkede gekrönt und kündet in einer Inschrift vom Ende der Um- und Ausbauarbeiten unter Gottfried von Strünkede im Jahr 1664.

Abgeschlossen wurde die gesamte Anlage vermutlich von einem Wehrgang im Westen.

Sämtliche Flügelneubauten wurden auf Eichenpfahlrosten und aus natürlichem Bruchstein erbaut. Letzteres ist nur noch am Sockel der Gebäude zu erkennen, da die Außenmauern verputzt wurden. Im Zuge der Bauarbeiten im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Schlossteich auf eine Größe von 200 x 220 Meter vergrößert, und der Bauherr gab den Auftrag, westlich des Herrenhauses einen französischen Barockgarten anzulegen. Dieser ist heutzutage jedoch völlig verschwunden.

Östlich des Schlosses stand seit 1316 zwischen innerer und äußerer Gräfte eine Schlossmühle, die 1850 ihren Betrieb einstellen musste. Abbaufelder einer nahe gelegenen Zeche entzogen den Gräften und dem Schlossteich Wasser; der sie speisende Strünkeder Bach war nicht mehr nutzbar.

Nachdem die Harpener Bergbau AG das Schlossareal 1900 erworben hatte, ließ sie es zu einer Gaststätte umbauen. Diese Maßnahmen sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass im Inneren heutzutage kaum noch originale Bausubstanz vorhanden ist. Ausnahme bildet ein teilweise erhaltener Kamin aus dem 17. Jahrhundert. Auch ein ehemaliger, viereckiger Treppenturm in der Südost-Ecke des Innenhofs ist nicht mehr existent.

In der Zeit von 1975 bis 1980 wurden aufwändige Restaurierungsarbeiten an der Anlage durchgeführt. Unter anderem erhielten die Außenmauern einen neuen Putz und – in Anlehnung an eine Farblithografie von 1860/70 und eine Analyse alter Putzreste – einen gelben Anstrich.

Blickfang der das Schloss umgebenden Parkanlage (Westlich des Schlosses) und später des Schlosshofes war ein schmiedeeisernes Jugendstil-Tor, das von Carl Weinold entworfen und von Heinrich Flottmann für sein Werksgelände gekauft wurde. 1967 stifteten die Flottmann-Werke das Tor der Stadt Herne, die es hierher versetzen ließ. Dieses Tor befindet sich zur Zeit (2008) restauriert in einem Zwischenlager. Als neuer Standort ist das ehemalige Werksgelände, den Flottmann-Hallen im Herner Süden, bestimmt. 2009 soll das Tor dort wieder aufgestellt werden.

2008 wird der gesamte Schlosspark gärtnerisch neu gestaltet. So wurde das Wohn- und Garagenhaus gegenüber der Villa Forell aus den 1920er Jahren abgerissen und die alte Sichtachse – von der Landstraße von Bochum nach Recklinghausen (Bahnhofstraße) – wiederhergestellt. Das gleiche wird auf der anderen Seite (Westlich) des Schlosse geschehen wo z.Zt. noch ein privat genutztes Wohnhaus und die Schlossverwaltung auf dem ursprünglichen Barocken Garten stehen.



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Bernhard

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