Schloss Westhusen

Schloss Westhusen | Foto: HaPe39

Schloss West­hu­sen | Foto: HaPe39

Das Schloss West­hu­sen, auch Haus West­hu­sen ge­nannt, ist ein Was­ser­schloss im Dort­mun­der Stadt­teil Wes­ter­fil­de.

Es wur­de in der ers­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts von Ger­lach Spe­cke (auch Spe­ke ge­schrie­ben), ei­nem Mit­glied der Fa­mi­lie von Bo­del­schwingh er­rich­tet, kam dann durch Hei­rat erst an die Fa­mi­lie von Vit­ting­hoff und schließ­lich an die von Sy­dow, die dem Her­ren­haus des Schlos­ses durch ei­nen Um­bau im 19. Jahr­hun­dert sein heu­ti­ges Aus­se­hen ga­ben. Seit den 1980er Jah­ren dient die An­la­ge als Se­nio­ren­re­si­denz und ist nur ein­ge­schränkt zu be­sich­ti­gen.

Geschichte

Bei ei­ner Erb­tei­lung un­ter den bei­den Brü­dern Ernst und Gy­sel­bert Spe­cke von Bo­del­schwingh im Jahr 1311 fiel der Grund­be­sitz des spä­te­ren Hau­ses West­hu­sen Gy­sel­bert zu. Des­sen Sohn Ger­lach er­rich­te­te dort 1332 das Haus West­hu­sen und nann­te sich nach­fol­gend nach sei­nem neu­en Be­sitz „Spe­cke zu West­hu­sen“. Er stif­te­te 1361 eine zum Haus ge­hö­ri­ge Ka­pel­le, die je­doch au­ßer­halb des da­ma­li­gen Burg­ge­län­des stand. Ger­lachs Sohn Hein­rich er­scheint in Ur­kun­den nur noch als „von West­hu­sen“. Er muss­te mit­er­le­ben, wie die An­la­ge wäh­rend der Gro­ßen Dort­mun­der Feh­de 1388 zer­stört wur­de, doch die Be­sit­zer lie­ßen das Haus West­hu­sen wie­der auf­bau­en.

1469 ge­lang­te der Be­sitz durch Hei­rat der Erb­toch­ter Cat­tin von West­hu­sen an de­ren Ehe­mann Wil­helm von Vit­ting­hoff, ge­nannt Nortker(c)ke, des­sen Fa­mi­lie bis in das 17. Jahr­hun­dert Be­sit­ze­rin blieb. Nach Zer­stö­rung im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg kam das Schloss 1620 per Erb­gang an den Ehe­mann der Ar­nol­de von Thu­len (auch Ar­nol­da von Thü­len), die im Jahr 1600 Lu­dolph Lut­ter von Hoe­te zu Bög­ge ge­hei­ra­tet hat­te. Sie war durch Fa­mi­li­en­ver­trag von ih­rem On­kel, dem letz­ten männ­li­chen Fa­mi­li­en­mit­glied der auf West­hu­sen le­ben­den Vit­ting­hoffs, nach sei­ner kin­der­lo­sen Ehe als Er­bin ein­ge­setzt wor­den. Das Paar ließ den Be­sitz noch im glei­chen Jahr re­prä­sen­ta­tiv er­neu­ern.

Die Fa­mi­lie von Hoe­te be­saß West­hu­sen bis 1743. Als sie im Man­nes­stamm aus­starb, brach­te die Ad­op­tiv­toch­ter Jo­hann Lud­wigs von Hoe­te, So­phie von Ge­u­der, ge­nannt Ra­ben­stei­ner, das Gut bei ih­rer Hei­rat an den aus ei­nem bran­den­bur­gi­schen Ge­schlecht stam­men­den Fried­rich Wil­helm von Sy­dow. Er ließ das Her­ren­haus 1750 grund­le­gend um­bau­en. Sei­ne Fa­mi­lie er­rich­te­te in der Zeit von 1853 bis 1856 die Wirt­schafts­ge­bäu­de des An­we­sens und ließ das Her­ren­haus ge­mäß dem Zeit­ge­schmack im Stil der Neu­go­tik von 1886 bis 1888 um­ge­stal­ten. Schon 1809 war die Burg­ka­pel­le ab­ge­ris­sen wor­den. Eine Urf­lur­kar­te zeigt sie als ei­nen recht­ecki­gen Bau von etwa fünf bis sechs Me­ter Brei­te und acht bis zehn Me­ter Län­ge.

Con­rad von Sy­dow ver­kauf­te das Gut 1913 an die Gel­sen­kir­che­ner Berg­werks-AG (GBAG) und ver­leg­te sei­nen Wohn­sitz nach Zem­lin im pom­mer­schen Kreis Cammin. Die GBAG ließ die vom Net­te­bach ge­speis­te Gräf­te des Schlos­ses tro­cken­le­gen.

Zwi­schen 1974 und 1979 er­folg­te eine Re­stau­rie­rung der Schloss­ge­bäu­de. In den 80er Jah­ren be­fand sich auf dem Ge­län­de eine Be­hin­der­ten­werk­statt. Ende der 1980er wur­de die An­la­ge ein letz­tes Mal um­ge­baut und wird seit Som­mer 1992 als Se­nio­ren­re­si­denz ge­nutzt. Im Zuge der Ar­bei­ten wur­de der süd­li­che Teil der Vor­burg­ge­bäu­de nie­der­ge­legt und durch ei­nen Neu­bau er­setzt.

Beschreibung

Schloss West­hu­sen be­steht aus ei­nem schlich­ten Her­ren­haus und zwei öst­lich da­von ge­le­ge­nen, lang­ge­streck­ten Bau­ten, die ehe­mals zu Wirt­schafts­zwe­cken dien­ten. Sie ste­hen par­al­lel zu­ein­an­der und be­sit­zen kei­ne Ver­bin­dung zum Haupt­haus. In ih­nen sind heu­te Se­nio­ren­woh­nun­gen un­ter­ge­bracht.

Das zwei­ge­schos­si­ge Her­ren­haus aus Bruch­stei­nen ruht auf ei­nem Pfahl­rost aus 350 Ei­chen­holz­pfäh­len. Sei­ne zwei Ge­schos­se be­sit­zen ei­nen gel­ben An­strich und sind von ei­nem Sat­tel­dach ab­ge­schlos­sen. Sei­ne hel­len Eck­qua­de­run­gen und Fens­ter­ge­wän­de he­ben sich eben­so deut­lich vom An­strich der Au­ßen­mau­ern ab wie die grü­nen Fens­ter­lä­den. Nord- und Süd­sei­te des Hau­ses be­sit­zen Stu­fen­gie­bel mit klei­nen Gie­bel­fens­tern und (blin­den) Och­sen­au­gen.

Aus der Mit­te der öst­li­chen Fas­sa­de ragt ein po­ly­go­na­ler Turm mit ab­ge­knick­tem Helm her­vor, der um ein Mez­za­nin­ge­schoss hö­her ist als das rest­li­che Ge­bäu­de. Er stammt aus der Zeit der 1880er Jah­re. Eine Brü­cke führt zum Por­tal in sei­nem Erd­ge­schoss, über dem sich die Wap­pen der Fa­mi­li­en von Sy­dow und von Plet­ten­berg fin­den. Die Süd­ost-Ecke des Her­ren­hau­ses ist von ei­ner klei­nen Ter­ras­se be­stimmt, die von ei­ner nied­ri­gen Mau­er mit Dach­zin­nen um­schlos­sen ist und an der süd­öst­li­chen Ecke ein klei­nes po­ly­go­na­les Schar­wacht­türm­chen be­sitzt.

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Lage des Schloss Westhusen

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