Schloss Vornholz

Schloss (Haus) Vornholz, Ansicht von 1857

Schloss (Haus) Vorn­holz,
An­sicht von 1857

Das Haus Vorn­holz ist ein denk­mal­ge­schütz­tes Pro­fan­ge­bäu­de in Os­ten­fel­de, ei­nem Orts­teil von En­niger­loh im Kreis Wa­ren­dorf (Nord­rhein-West­fa­len).

Geschichte und Architektur

Die aus­ge­dehn­te An­la­ge auf zwei In­seln, mit zum Teil wehr­haf­tem Ge­prä­ge, ist von dop­pel­ten Grä­ben und ei­nem Wall um­ge­ben. Auf der Rück­sei­te be­fin­det sich ein Park­ge­län­de. Die An­la­ge wur­de 1172 erst­mals ur­kund­lich er­wähnt.

Um 1330 ver­leg­te der Rit­ter Hi­ri­cus dic­tus Vin­ke de Os­ten­fel­de sei­nen Wohn­sitz vom Ost­hov auf die 500 Me­ter nord­öst­lich ge­le­ge­ne und vom ihm er­bau­te Burg Va­ren­hol­te. Aus Va­ren­hol­te, was so­viel hieß wie “vor dem Hol­ze, bzw. vor dem Wal­de”, wur­de ir­gend­wann “Vorn­holz”. Bis 1481 blieb die Burg im Be­sitz de­rer von Vincke. Ende des 15. Jahr­hun­derts kam Vorn­holz an die von Pla­dies zu Hun­te­müh­len und 1535 wech­sel­te es über Anna von Pla­dies an Hein­rich Vogt von Els­pe. 1602 ver­kauf­te Bern­hard Vogt von Els­pe das Gut an Bern­hard von Wett­berg.

1655 brann­te die Burg aus und wohl aus Geld­man­gel ver­kauf­te der Ritt­meis­ter Al­bert von Schulz die Burg an Diet­rich Her­mann von Na­gel, Ober­kom­man­die­ren­den der Mün­s­te­r­i­schen Trup­pen, und sei­ne Gat­tin Mar­ga­re­tha Mag­da­le­na von Schil­der. Die­se lie­ßen die aus­ge­brann­te Burg ab­bre­chen und an glei­cher Stel­le das heu­ti­ge Schloss er­bau­en, nach Plä­nen des Ar­chi­tek­ten Pe­ter Pic­to­ri­us, im Stil des vä­ter­li­chen Haus It­lin­gen. Her­mann Adolph von Na­gel (1689–1744) hei­ra­te­te Jo­han­na Eli­sa­beth Frei­in van Do­or­nick, die Er­bin von Haus Woh­nung. Die Fa­mi­lie von Na­gel-Do­or­nick be­sitzt Haus Vorn­holz bis heu­te.

Nach ei­nem Brand wur­de das Haupt­haus 1666 für Diet­rich Her­mann von Na­gel durch Pe­ter Pic­to­ri­us neu er­rich­tet und da­nach mehr­fach ver­än­dert. Mo­der­ni­sie­run­gen wur­den 1841 durch­ge­führt. Die Sei­ten­flü­gel sind, un­ter Ver­wen­dung äl­te­rer Tei­le, wohl et­was jün­ger. Der nörd­li­che Ka­pel­len­flü­gel wur­de 1841 ver­än­dert. Der Nord­trakt ist am west­li­chen Ende in­nen mit 1799 be­zeich­net.

Die ehe­ma­li­ge Kern­burg ist eine Drei­flü­gel­an­la­ge aus ver­putz­tem Bruch­stein. In der Mit­te steht das schlich­te, zwei­ge­schos­si­ge Haupt­haus mit acht Ach­sen und ei­nem hoch auf­ra­gen­den Walm­dach. Das Por­tal mit dem Al­li­anz­wap­pen der Fa­mi­li­en von Ga­len und von Na­gel ist von ei­ner zwei­sei­ti­gen Trep­pe er­schlos­sen. Im In­ne­ren do­mi­niert eben­falls eine zwei­sei­ti­ge Trep­pe, sie wur­de im 19. Jahr­hun­dert ein­ge­baut. Im Spei­se­saal ist eine bau­zeit­li­che Bal­ken­de­cke ein­ge­zo­gen. Der Par­kett­bo­den ist mit 1841 be­zeich­net. An der Nord­sei­te steht die Ka­pel­le, sie ent­hält ein qua­li­täts­voll ge­schnitz­tes Kru­zi­fix von der ers­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts. Die Fas­sung ist ver­lo­ren. Die Apos­tel­fi­gu­ren vom Ende des 17. Jahr­hun­derts sind ge­fasst. Vor­burg und Haupt­in­sel sind auf der Nord­sei­te durch ei­nen Was­ser­bär aus Back­stein ver­bun­den. Er dient zum Auf­stau­en der Gräf­te. In der Mit­te be­fin­det sich ein zy­lin­dri­sches Hin­der­nis, die so­ge­nann­te Dame. Au­ßer­halb der Gräf­ten­an­la­ge ste­hen lang­ge­streck­te Stal­lun­gen, die wohl se­kun­där mit 1780 be­zeich­net wur­den, sie wur­den im 19. Jahr­hun­dert mehr­fach nach Os­ten er­wei­tert. Die Ren­tei ist ein ein­ge­schos­si­ger, ver­putz­ter Back­stein­bau un­ter ei­nem Walm­dach. Sie steht auf ei­nem Kel­ler­so­ckel und wur­de Ende des 18. Jahr­hun­derts ge­baut.

Fotostrecke Schloss Vornholz

Lage des Schloss Vornholz

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