Schloss Neuenhof

Das Schloss Neu­en­hof ge­hört zu den kunst­his­to­risch und stadt­ge­schicht­lich her­aus­ra­gen­den Bau­denk­mä­lern Lü­den­scheids. Das Was­ser­schloss liegt im Sü­den der Stadt im Els­pe­tal. Von der B 229 geht eine be­schil­der­te Stra­ße ab. Da die An­la­ge vom Ei­gen­tü­mer Al­hard Graf von dem Bus­sche-Kes­sell be­wohnt wird, kann das In­ne­re nicht be­sich­tigt wer­den.

Geschichte

Schloss Neuenhof | Foto: HaPe39

Schloss Neu­en­hof | Foto: HaPe39

Ur­kund­lich wird auf das Schloss im Jahr 1326 erst­mals hin­ge­wie­sen. An­de­re Do­ku­men­te und Neu­en­hofs Lage an ei­nem Fern­weg las­sen ver­mu­ten, dass es sich ur­sprüng­lich um eine be­fes­tig­te Burg­an­la­ge han­del­te. Ar­chäo­lo­gi­sche Fun­de von 1981 be­le­gen, dass be­reits eine mit­tel­al­ter­li­che Burg den Platz des heu­ti­gen Was­ser­schlos­ses in­ne­hat­te. Un­mit­tel­bar an den Fun­da­men­ten wur­den im heu­ti­gen Was­ser­gra­ben Scher­ben von Ge­brauchs­ge­schirr aus dem 14. Jahr­hun­dert ge­fun­den. 1643 war das Haupt­haus des Schlos­ses neu er­rich­tet wor­den. Dies er­folg­te teil­wei­se auf den Grund­mau­ern des mit­tel­al­ter­li­chen Vor­gän­ger­baus. 1693 wur­de das Haupt­haus durch Brand schwer be­schä­digt. Der Wie­der­auf­bau ein­schließ­lich ver­schie­de­ner Er­wei­te­run­gen er­folg­te bis 1695. Die Au­ßen­mau­ern des Ge­bäu­des von 1643 wur­den als In­nen­wän­de wie­der­ver­wen­det, und die Eck­pa­vil­lons oder Tür­me an der Ost­sei­te ent­stan­den.. Im 18. Jahr­hun­dert ge­scha­hen zahl­rei­che wei­te­re bau­li­che Ver­än­de­run­gen 1746 ent­stand der mar­kan­te Mit­tel­ri­sa­lit zwi­schen den Tür­men. Letz­te be­deu­ten­de Etap­pe der Bau­ge­schich­te war 1808 der Neu­bau der nörd­li­chen Vor­burg.

Das Schloss ist der Stamm­sitz des Adels­ge­schlechts de­rer von Neu­hoff. Die letz­te Na­mens­trä­ge­rin vor Ort, Eli­sa­beth Jo­si­na von Neu­hoff, ehe­lich­te 1714 den Frei­herrn Fried­rich Wil­helm Leo­pold Chris­ti­an von Bott­len­berg, An­ge­hö­ri­ger ei­nes ber­gi­schen Adels­ge­schlechts. Der Groß­va­ter Jo­si­nes, Stef­fen von Neu­hoff (1608–1671), hat­te den ers­ten nach­mit­tel­al­ter­li­chen Bau 1643 er­rich­ten las­sen. Der letz­te dau­ernd auf Neu­en­hof wohn­haf­te von Bott­len­berg ver­starb 1820 le­dig. Sein Erbe war Ju­li­us Clamor Frei­herr von dem Bus­sche-Ip­pen­burg, 1840 vom preu­ßi­schen Kö­nig zum Graf von dem Bus­sche-Ip­pen­burg ge­nannt von Kes­sell er­ho­ben. Sei­ne Nach­fah­ren re­si­dier­ten bis in die 1970er Jah­re nicht mehr in Neu­en­hof, son­dern auf Schloss Ip­pen­burg.

Kriegs­ge­fan­ge­ne und Zwangs­ar­bei­ter wur­den 1943 und 1944 in dem Forst­be­trieb des Schlos­ses Neu­en­hof un­ter­ge­bracht und nach spä­te­ren Zeu­gen­aus­sa­gen un­mensch­lich be­han­delt. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­den gro­ße Tei­le des Her­ren­sit­zes vie­le Jah­re von der bel­gi­schen Mi­li­tär­kom­man­dan­tur be­schlag­nahmt. An­sons­ten be­schränk­te sich die zi­vi­le Nut­zung auf die Forst­ver­wal­tung so­wie die Land­wirt­schaft. Im süd­li­chen Wirt­schafts­flü­gel be­fan­den sich Kuh­stäl­le, in wel­chen lan­ge Vor­zugs­milch pro­du­ziert wur­de. Erst 1974 be­zog Al­hard Graf von dem Bus­sche-Kes­sell das Schloss wie­der dau­er­haft.

Beschreibung

Der Haupt­bau ist ein recht­ecki­ger zwei­ge­schos­si­ger Ku­bus, des­sen Hof­sei­te von zwei Tür­men mit ge­schweif­ten Hau­ben flan­kiert wird. Mit­tig zwi­schen den Tür­men stellt ein Gie­bel mit gro­ßem ge­schnitz­tem Wap­pen das her­aus­ra­gen­de Schmuck­ele­ment dar. Es ist die Hoch­zeits­ta­fel der er­wähn­ten Eli­sa­beth Jo­si­ne von Neu­hof und Wil­helm Chris­ti­an von Bott­len­bergs aus dem Jahr 1714. (Das Ori­gi­nal hängt seit 1949 in der Burg Al­te­na.) Dem all­seits von Was­ser­grä­ben um­ge­be­nen Haupt­bau ist ein Eh­ren­hof mit flan­kie­ren­den Wirt­schafts­bau­ten aus dem 18. und 19. Jahr­hun­dert vor­ge­la­gert. Am öst­li­chen Hof­ab­schluss be­mer­kens­wert ist eine reich ge­schmück­te schmie­de­ei­ser­ne Tor­an­la­ge. Ver­gleich­bar re­prä­sen­ta­ti­ve An­la­gen sind im süd­li­chen West­fa­len eher sel­ten.

Osemundhammer

In jüngs­ter Zeit wur­de die öf­fent­li­che Auf­merk­sam­keit im Zu­sam­men­hang mit in­dus­trie­ar­chäo­lo­gi­schen Fun­den auf Schloss Neu­en­hof ge­lenkt. Die Fun­de ver­wei­sen auf eine wohl von den dor­ti­gen Grund­her­ren be­trie­be­ne Ei­sen­er­zeu­gung.

Di­rekt un­ter­halb der Schloss­an­la­ge sind heu­te noch die Res­te ei­nes Ose­mund­ham­mers zu er­ken­nen, u.a. in Form von ehe­ma­li­gen Stau­tei­chen. Die An­la­ge, von der sie zeu­gen, zählt ver­mut­lich zu den äl­tes­ten be­kann­ten im Raum Lü­den­scheid. His­to­ri­sche Über­lie­fe­run­gen zum Ham­mer rei­chen bis in die Zeit nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg, also in die Mit­te des 17. Jahr­hun­derts, zu­rück. Die neu­en Fun­de zei­gen je­doch, dass die Ge­schich­te der Ei­sen­ver­hüt­tung und Ver­ar­bei­tung hier min­des­tens bis in das 14. Jahr­hun­dert zu­rück­reicht.

Fotostrecke Schloss Neuenhof

Lage des Schloss Neuenhof

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