Schloss Hohenlimburg

 
Torhaus Schloss Hohenlimburg

Tor­haus Schloss Ho­hen­lim­burg
© Foto: Hape39

Das Schloss Ho­hen­lim­burg ist die ein­zi­ge weit­ge­hend im mit­tel­al­ter­li­chen Ori­gi­nal­zu­stand er­hal­te­ne Hö­hen­burg in West­fa­len. Ge­le­gen auf dem Schloss­berg von Ho­hen­lim­burg, wird das En­sem­ble von Stadt und Schloss we­gen sei­ner pit­to­res­ken Lage auch das „West­fä­li­sche Hei­del­berg“ ge­nannt. 1975 wur­de die Stadt Ho­hen­lim­burg der neu­en Ge­biets­kör­per­schaft Stadt Ha­gen in Nord­rhein-West­fa­len zu­ge­schla­gen.

Die An­la­ge reicht auf das 13. Jahr­hun­dert zu­rück. Bis 1807/08 bil­de­te das Schloss den po­li­ti­schen Mit­tel­punkt und Ver­wal­tungs­sitz der bis da­hin be­stehen­den Graf­schaft Lim­burg. We­sent­li­che Um­bau­maß­nah­men er­folg­ten ge­gen Mit­te des 16. Jahr­hun­derts so­wie in der ers­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts, als das Schloss ein Sitz der Gra­fen von Bent­heim-Teck­len­burg war. Nach 1816/17 bis ge­gen 1830 dien­te das Schloss den Fürs­ten als Haupt­re­si­denz; sie wur­de an­schlie­ßend wie­der nach Schloss Rhe­da ver­legt, wel­ches bis heu­te Wohn­sitz des Fürs­ten zu Bent­heim-Teck­len­burg-Rhe­da ist; Schloss Ho­hen­lim­burg be­fin­det sich eben­falls in sei­nem Be­sitz und be­her­bergt das Deut­sche Kalt­walz­mu­se­um.

Das Schloss Ho­hen­lim­burg ist eine der we­ni­gen noch weit­ge­hend in der ur­sprüng­li­chen Bau­ge­stalt er­hal­te­nen Hö­hen­bur­gen in West­fa­len. Es be­fin­det sich am Ein­gang zum Len­ne­tal, das auf sei­nem Weg in das Sauer­land wei­te­re Bur­gen und Adels­sit­ze auf­weist. Das Schloss ge­hört zum Land­schafts­schutz­ge­biet Stop­pel­berg.

Geschichte

Graf Diet­rich I. von Al­te­na-Isen­berg ließ die auf ei­nem Berg­sporn ober­halb des Len­ne­ta­les lie­gen­de Burg um oder kurz nach 1240 er­rich­ten. Sie ent­wi­ckel­te sich im Ver­lauf des 13. Jahr­hun­derts zur Re­si­denz der Stamm­li­nie die­ses Gra­fen­hau­ses. Sie war auch die Keim­zel­le der Graf­schaft Lim­burg, mit der sich der Erbe des hin­ge­rich­te­ten Fried­rich von Isen­berg in ei­nem Frie­dens­ver­trag mit den Gra­fen von der Mark am 1. Mai 1243 ab­fin­den muss­te. Die Burg wur­de im Jah­re 1242 erst­mals ur­kund­lich er­wähnt.

Ei­ni­ge Hei­mat­for­scher ver­mu­ten, dass Diet­rich I. von Isen­berg-Lim­burg zu­vor eine pa­li­sa­den­um­wehr­te Wall­burg er­rich­ten ließ, de­ren Res­te sich heu­te etwa 400 m wei­ter süd­lich be­fin­den, die Sie­ben Grä­ben auf dem Schlei­pen­berg. Ar­chäo­lo­gi­sche und schrift­li­che Quel­len für die­se Mut­ma­ßun­gen gibt es al­ler­dings nicht. Auch der Bau­typ die­ser Burg spricht eher für eine äl­te­re Da­tie­rung. Zu­dem war es im Bur­gen­bau des Mit­tel­al­ters üb­lich, den vor­ge­se­he­nen und am bes­ten ge­eig­ne­ten Bau­platz für eine Burg zu be­fes­ti­gen, um kei­ne Ge­gen­grün­dung an die­ser Stel­le durch z. B. geg­ne­ri­sche Trup­pen zu er­mög­li­chen. Des­halb ist es wahr­schein­lich, dass der Stand­ort des heu­ti­gen Schlos­ses Ho­hen­lim­burg eben­falls der Grün­dungs­platz der mit­tel­al­ter­li­chen Lim­burg war.

Im Jah­re 1288 er­ober­te Graf Eber­hard I. von der Mark die Lim­burg. Im Jahr 1300 nahm der Rit­ter Sob­bo de Svir­te die Burg ein, doch gab er sie spä­ter an die Gra­fen von der Mark zu­rück. Erst 1304 er­folgt die Rück­ga­be der Lim­burg an Graf Diet­rich III. von Lim­burg. In ei­ner Feh­de zwi­schen den Gra­fen von Lim­burg-Broich und den Gra­fen von Neuenahr, die den Be­sitz durch Hei­rat von dem letz­ten Ver­tre­ter der da­mals aus­ge­stor­be­nen äl­te­ren Stamm­li­nie des Gra­fen­hau­se Lim­burg ge­erbt hat­ten, kam es 1459 zu ei­ner Be­la­ge­rung und Ein­nah­me der Lim­burg durch Trup­pen der Gra­fen von Lim­burg aus dem Hau­se Broich und ih­rer Ver­bün­de­ten.

Seit 1460 teil­ten sich die Gra­fen­häu­ser Lim­burg-Broich und Neuenahr den Be­sitz, der im Fall Lim­burg-Broich zwi­schen 1509 und 1542 an den Gra­fen Wirich V. von Daun-Fal­ken­stein fiel. Von 1542 bis 1589 wa­ren die Gra­fen von Neuenahr al­lei­ni­ge Re­gen­ten, ab 1592 bis 1807/08 ge­hör­ten Schloss und Graf­schaft zum Be­sitz der Gra­fen von Bent­heim-Teck­len­burg. Im Jah­re 1584 wur­de die Ho­hen­lim­burg und das Ter­ri­to­ri­um von Kur­köl­ni­schen Trup­pen er­obert und blieb bis 1610 be­setzt.

Im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de die Ho­hen­lim­burg 1633 von kai­ser­li­chen Trup­pen un­ter dem Ge­ne­ral­wacht­meis­ter Lo­thar Diet­rich von Bön­ning­hau­sen be­la­gert und dien­te bis 1636 als Quar­tier. Die Vor­burg und die dort be­find­li­chen Ge­bäu­de, ein­schließ­lich des mit­tel­al­ter­li­chen Halb­turms, wur­den bei dem Ab­zug der Trup­pen durch ei­nen Brand zer­stört.

Im 17. Jahr­hun­dert voll­zog sich der Wan­del von ei­ner Burg­an­la­ge hin zu ei­nem vor­wie­gend auf Re­prä­sen­ta­ti­on aus­ge­rich­te­ten Schloss. Den­noch zähl­te Schloss Ho­hen­lim­burg noch im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg zu den Fes­tun­gen im preu­ßi­schen Ein­fluss­ge­biet. 1762 kam es zu ei­ner Ka­no­na­de durch Trup­pen des Her­zogs von Braun­schweig-Han­no­ver. Da­mals war das Schloss von fran­zö­si­schen Ein­hei­ten be­setzt.

Der Wehr­gang des Schlos­ses war im Au­gust 2005 Denk­mal des Mo­nats in West­fa­len-Lip­pe.

Das Schloss ist noch heu­te im Be­sitz der Fürs­ten zu Bent­heim-Teck­len­burg. Seit An­fang des Jah­res 2005 fir­miert es als ge­mein­nüt­zi­ge GmbH.

Museen

Schloss Hohenlimburg

Schloss Ho­hen­lim­burg
© Foto: Hape39

Museum Hohenlimburg und Hagener Vorgeschichtsmuseum

Seit 1927 Mu­se­um Ho­hen­lim­burg was sich mit der Ge­schich­te von Ho­hen­lim­burg be­schäf­tig­te. 1974, Nach der Ein­ge­mein­dung Ho­hen­lim­burgs nach Ha­gen wur­de zu­sätz­lich un­ter an­de­rem aus Be­stän­den des Mu­se­um Ho­hen­lim­burg das Ha­ge­ner Vor­ge­schichts­mu­se­um ge­grün­det, wel­ches drei Räu­me des Schlos­ses be­leg­te. Durch die Neu­ord­nung der Ha­ge­ner Mu­se­en wur­den bei­de Mu­se­en 2002 auf­ge­ge­ben und Ex­po­na­te an das His­to­ri­sche Cen­trum Ha­gen über­ge­ben. Ihre Ex­po­na­te sind im Stadt­mu­se­um Ha­gen und dem Mu­se­ums für Ur- und Früh­ge­schich­te zu­se­hen.

Schlossmuseum höfische Wohnkultur

Das Schloss fir­miert seit An­fang des Jah­res 2005 als ge­mein­nüt­zi­ge GmbH, das auch im Schloss­mu­se­um vor al­lem “hö­fi­sche Wohn­kul­tur” so­wie die Ge­schich­te der Gra­fen und Fürs­ten von Bent­heim-Teck­len­burg prä­sen­tiert.

Deutsches Kaltwalzmuseum

Nach jah­re­lan­gem Streit des Schloss­her­ren mit dem För­der­ver­ein Deut­sches Kalt­walz­mu­se­um und we­ni­ger als 1000 Be­su­chern im ers­ten Halb­jahr 2017 ver­ließ das pri­vat be­trie­be­ne Deut­sche Kalt­walz­mu­se­um das Schloss. Das Mu­se­um, dass seit 1988 im frü­he­ren Wirt­schafts­ge­bäu­de und im mit­tel­al­ter­li­chen Pa­las un­ter­ge­bracht war, hat sei­ne Ex­po­na­te ein­ge­la­gert. Eine zu­künf­ti­ge Aus­stel­lungs­flä­che könn­te es im LWL-Frei­licht­mu­se­um Ha­gen fin­den.

Fotostrecke Schloss Hohenlimburg

Lage des Schloss Hohenlimburg

Lizenz

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Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Schloss Ho­hen­lim­burg aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.
 Veröffentlicht von am 14:50 über 20. Dezember 2016

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