Schloss Höllinghofen

Das Schloss Höl­ling­ho­fen ist ein Was­ser­schloss im Arns­ber­ger Stadt­teil Voß­win­kel.

Historische Entwicklung

Schloss Höllinghofen | Foto: HaPe39

Schloss Höl­ling­ho­fen | Foto: HaPe39

His­to­risch um­strit­ten ist die Erst­erwäh­nung in ei­ner Ur­kun­de von Kai­ser Kon­rad II. aus dem Jahr 1036, in der von Hul­li­king­houon die Rede ist. Si­che­re Nach­rich­ten über das zur Lehns­herr­schaft der Pröps­te des Soes­ter Pa­tro­kli-Stif­tes ge­hö­ren­den Wald­gu­tes lie­gen seit dem 14. Jahr­hun­dert vor. 1371 ge­lang­te es in den Be­sitz der Frei­her­ren von Fürs­ten­berg. Be­reits 1382 war die An­la­ge im Be­sitz des Rit­ters Ho­n­ann Fre­se­ken aus Neheim, der sich von nun an „von Höl­ling­ho­fen“ nen­nen ließ. Durch Erb­schaft ge­lang­te es 1414 zu­rück in den Be­sitz des Hau­ses Fürs­ten­berg. Eine Höl­ling­hau­ser Li­nie des Adels­hau­ses be­saß das Gut, das nun­mehr auch als Schloss be­zeich­net wur­de, bis zum Ende des 16. Jahr­hun­derts.

In den fol­gen­den Jahr­hun­der­ten war es dann im Be­sitz ver­schie­de­ner land­frem­der Adels­fa­mi­li­en. Un­ter ih­nen war auch Wil­helm von Bay­ern, der sich seit 1615 auch „Reichs­frei­herr von Höl­ling­ho­fen“ nann­te. Er war ein il­le­gi­ti­mer Nach­kom­me von Kur­fürst Ernst von Bay­ern aus dem Hau­se Wit­tels­bach und sei­ner Mä­tres­se Ger­trud von Plet­ten­berg. Wil­helm von Bay­ern trat spä­ter in den geist­li­chen Stand über und starb schließ­lich als Fürst­abt von Sta­blo und Mal­me­dy im Jahr 1657. Wei­te­re Be­sit­zer wa­ren un­ter an­de­rem die in Schle­si­en an­säs­si­gen Frei­her­ren von Ka­nitz. Die­se ver­kauf­ten den Be­sitz 1749 für 78.500 Ta­ler an den Nach­barn Fried­rich Wil­helm von Dros­te-Füch­ten. Des­sen Er­ben sa­hen sich 1753 ge­zwun­gen, das Schloss wie­der für den­sel­ben Preis zu ver­kau­fen. Im Jahr 1754 ging Höl­ling­ho­fen so an die Frei­her­ren von Boe­sela­ger über. In den Kauf ein­ge­schlos­sen wa­ren ne­ben dem ade­li­gen Wohn­ge­bäu­de, das Gut, Müh­len, Län­de­rei­en und alle feu­da­len Rech­te. Seit dem Kauf wur­de Höl­ling­ho­fen zum jagd­li­chen Wohn­sitz der Fa­mi­lie, die im üb­ri­gen in Hamm-Hees­sen (Schloss Hees­sen) ih­ren Stamm­sitz hat­te und ur­sprüng­lich ein erz­stif­tisch-mag­de­bur­ge­ri­sches Ge­schlecht war. Im Jahr 1920 wur­de Schloss Höl­ling­ho­fen mit sei­nem 7 ha gro­ßen his­to­ri­schen Park zum Haupt­sitz der Fa­mi­lie von Boe­sela­ger. Heu­te be­fin­det sich der Be­sitz im Ei­gen­tum der Fa­mi­lie Frei­herr und Frei­frau von Ket­te­lerBoe­sela­ger, die auch Mit­in­ha­ber des na­he­ge­le­ge­nen Wild­wald Voß­win­kel sind.

Architektonische Entwicklung

St. Benediktus-Kapelle auf Höllinghofen

St. Be­ne­dik­tus-Ka­pel­le auf Höl­ling­ho­fen

Über die Bau­lich­kei­ten der An­la­ge ist für den größ­ten Teil der Ent­wick­lung kaum et­was be­kannt. Ein Plan aus der zwei­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts zeigt das Her­ren­haus als recht­wink­li­ges Ge­bäu­de ohne Flü­gel. Im Jahr 1765 wur­de es durch ei­nen Brand völ­lig ver­nich­tet, wur­de aber auf den al­ten Grund­mau­ern – die bis ins 16. Jahr­hun­dert zu­rück­rei­chen – wie­der auf­ge­baut. Mög­li­cher­wei­se er­folg­te in die­sem Zu­sam­men­hang auch der Neu­bau von zwei Sei­ten­flü­geln. Ein gro­ßer Um­bau er­folg­te im Jahr 1865 im his­to­ris­tisch-ro­ma­ni­schen Stil. Wei­te­re An- und Um­bau­ten er­folg­ten im Jahr 1924. Das Haupt­ge­bäu­de ist heu­te teil­wei­se mit Efeu be­wach­sen.

Ne­ben dem Haupt­haus sind heu­te auch ei­ni­ge an­de­re Ge­bäu­de denk­mal­ge­schützt. Dazu ge­hört etwa die Grab­ka­pel­le St. Be­ne­dik­tus, im weit­läu­fi­gen Rho­do­dend­ren­park des Schlos­ses ge­le­gen, die im Ok­to­ber des Jah­res 1923 fer­tig­ge­stellt wur­de und als Fa­mi­li­en­gruft dient. Hier ruht auch die 1994 ver­stor­be­ne Cs­il­la Frei­frau von Boe­sela­ger, Grün­de­rin des Un­ga­ri­schen Mal­te­ser­diens­tes. Hin­zu kommt das so­ge­nann­te „Neue Haus“ aus dem 18. Jahr­hun­dert und die Wirt­schafts­ge­bäu­de, dar­un­ter die Ren­tei, ein Fach­werk­haus im klas­si­zis­ti­schen Stil von 1833.

Das Ge­bäu­de be­steht aus drei un­gleich gro­ßen Flü­geln. Zum An­we­sen zählt ein Schloss­park im eng­li­schen Stil. Auf­bau­end auf äl­te­re Ele­men­te geht die heu­ti­ge Ge­stalt auf die 1920er und 1930er Jah­re zu­rück.

In den 1960er Jah­ren dien­ten Schloss und Park – wie auch das nahe Schloss Her­drin­gen – als Ku­lis­se für Ed­gar-Wal­lace-Fil­me.

Fotostrecke Schloss Höllinghofen

Lage des Schloss Höllinghofen

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