Schade (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Schade

Wap­pen de­rer von Scha­de

Scha­de ist der Name ei­nes west­fä­li­schen Ur­adels­ge­schlechts, das vor al­lem im Sauer­land be­gü­tert war.

Es ist nicht zu ver­wech­seln mit an­de­ren gleich­na­mi­gen Ge­schlech­tern.

Geschichte

Es han­delt sich um ein al­tes rit­ter­bür­ti­ges und stifts­fä­hi­ges Ge­schlecht aus dem Her­zog­tum West­fa­len. Ein Ver­tre­ter der Fa­mi­lie wird im 12. Jahr­hun­dert ge­nannt. Die­ser hat­te Be­sitz bei Rüt­hen. Ur­kund­lich er­scheint das Ge­schlecht erst­mals 1238 mit dem Rit­ter An­to­ni­us Sca­the.

Die Fa­mi­lie spal­te­te sich in meh­re­re Li­ni­en auf. Es bil­de­ten sich die Li­ni­en Scha­de-Bles­senohl-Ant­feld, Scha­de-Sal­wey, Scha­de-Gre­ven­stein-Ahau­sen und Scha­de-En­gar, letz­te­re im Hoch­stift Pa­der­born an­säs­sig. Im Jahr 1845 er­hielt das Ge­schlecht die An­er­ken­nung des preu­ßi­schen Frei­her­ren­stan­des. Am Ende des 19. Jahr­hun­derts exis­tier­te nur noch die Li­nie in Ahau­sen.

Besitzungen

Von 1427 bis zum Ver­kauf 1817 ge­hör­te Haus Bles­senohl der Fa­mi­lie. Rein­hard Cas­par von Scha­de zu Bles­senohl kauf­te 1686 und 1691 die bei­den hälf­ti­gen An­tei­le am Gut Ant­feld. Von 1705 bis 1735 ließ Bern­hard Chris­tof von Scha­de an der Stel­le ei­nes äl­te­ren Vor­gän­ger­baus das heu­ti­ge Schloss, eine ba­ro­cke Drei­flü­gel­an­la­ge, er­rich­ten. Um 1800 starb die­se Li­nie aus und Ant­feld kam im Erb­gang an die Fa­mi­lie von Pa­pen-Lohe, die es bis heu­te be­sitzt.

Die Li­nie Sal­wey be­saß ihr Stamm­gut seit 1500. Um 1540 er­bau­te sie das Schloss Ober­sal­wey und ließ es nach ei­nem Brand 1834 wie­der­auf­bau­en. Sie be­saß es bis 1908. Das Gut Bockum kam durch die Ehe Jo­hann Diet­richs von Scha­de zur Sal­vey (1639–1701) mit der Erb­toch­ter Chris­ti­na Mar­ga­re­tha von Wes­se­ler-Pa­pen († 1735) an de­ren Stief­sohn Fried­rich Wil­helm von Scha­de, der 1747 Eli­sa­beth So­phie von Gre­ven­stein ehe­lich­te, die Erb­toch­ter auf Gut En­gar. Das Rit­ter­gut Bockum fiel durch Hei­rat 1841 an die von De­vi­ve­re, die es 1877 ver­kauf­ten, Haus En­gar wur­de 1845 an den Her­zog von Croÿ ver­äu­ßert.

Gre­ven­stein ge­hör­te zur Graf­schaft Arns­berg und kam 1368 an das Erz­stift Köln. Die Scha­de dien­ten dort als Burg­man­nen und er­rich­te­ten sich im 16. Jahr­hun­dert ei­nen neu­en, bis heu­te exis­tie­ren­den Burg­manns­hof. Die Gre­ven­stei­ner Li­nie kam 1642 in den Be­sitz von Haus Ahau­sen, als Jo­hann Mo­ritz von Scha­de zu Gre­ven­stein es er­warb. 1676 wur­den Her­ren­haus und Vor­ge­bäu­de neu er­rich­tet, 1723 die Schloss­ka­pel­le. 1863 über­trug der Land­rat Frei­herr Ma­xi­mi­li­an von Scha­de-Ahau­sen das Gut Ahau­sen an sei­nen Groß­nef­fen Max Franz von Rump.

Im 16. Jahr­hun­dert ge­hör­te auch das Rit­ter­gut Wild­s­hau­sen den Scha­de. Drost Hein­rich Scha­de zu Wil­des­hau­sen er­warb 1600 das Gut Hunt­lo­sen (bis 1650 im Be­sitz). Sei­ne Ver­wand­te, Anna von Scha­de (1584–1644), Toch­ter des Adam von Scha­de zu Ihorst, war nach dem Tod ih­res Man­nes Dodo zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen Her­rin des Ems­lan­des.

Wil­helm Di­ed­rich von Scha­de er­rich­te­te 1695 das Haus Lan­deg­ge, das bis 1756 im Fa­mi­li­en­be­sitz blieb.

Personen

Ein Röt­ger von Scha­de war Abt des Klos­ters Graf­schaft. Seit 1600 ka­men die Dros­ten des Am­tes Me­de­bach fast aus­schließ­lich aus der Fa­mi­lie von Scha­de. Der ers­te war der kur­fürst­li­che Rat Hein­rich Scha­de zu Gre­ven­stein (1548–1620). Er war auch Drost von Evers­berg. Auch sein Sohn Jo­hann Mo­ritz Scha­de zu Gre­ven­stein und Ahau­sen hat­te die­se Po­si­tio­nen inne. Durch sei­ne Hei­rat mit Anna Mar­ga­re­te von Plet­ten­berg kam 1642 Haus Ahau­sen in den Be­sitz der Fa­mi­lie. Auch der Sohn Hen­ning Chris­ti­an von Scha­de zu Gre­ven­stein war Drost in Me­de­bach. Nach­dem vor­über­ge­hend Cas­par Chris­ti­an Vogt von Els­pe das Dros­ten­amt in Me­de­bach in­ne­hat­te, wur­de Jobst Ge­org von Scha­de zu Gre­ven­stein 1692 dort Drost. Hein­rich Chris­toph Frei­herr von Scha­de-Ahau­sen war kur­köl­ni­scher Käm­me­rer und Drost der Äm­ter Me­de­bach und Evers­berg. Seit 1779 war er ge­hei­mer Kur­köl­ner Rat. Auch Ma­xi­mi­li­an Fried­rich von Scha­de (1766–1802) war Drost der Äm­ter Me­de­bach und Evers­berg. Den­sel­ben Pos­ten hat­te Theo­dor von Scha­de-Ahau­sen inne.

Ver­schie­de­ne An­ge­hö­ri­ge fin­den sich in den nord­west­deut­schen Dom­stif­ten. Zahl­rei­che weib­li­che An­ge­hö­ri­ge des Ge­schlechts ge­hör­ten Da­men­stif­ten oder Klös­tern an. So fin­den sich Da­men in den Stif­ten As­beck, Fre­cken­horst, Ge­se­ke, Frön­den­berg oder im Klos­ter Oeling­hau­sen. Eli­sa­beth von Scha­de wird kurz­zei­tig 1628/29 als Äb­tis­sin in Frön­den­berg ge­nannt. Eine Ma­ria-Anna von Scha­de-Sal­wey war Pröps­tin in Ge­se­ke.

Her­mann Frei­herr von Scha­de (1888–1966) war na­tio­nal­so­zia­lis­ti­scher Funk­tio­när und SS-Füh­rer. Er kan­di­dier­te mehr­fach er­folg­los für den Deut­schen Reichs­tag.

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Gold ein ro­tes Mühlei­sen in Form von zwei ro­ten, mit dem Rü­cken zu­sam­men­lie­gen­de Drei­en. Auf dem Helm mit rot-gol­de­nen De­cken ein gold ge­krön­ter rot ge­klei­de­ter, mit dem Mühlei­sen be­leg­ter Frau­en­rumpf vor zwei gol­de­nen Strau­ßen­fe­dern.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Scha­de (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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