Salm-Horstmar

Salm-Horstmar um 1803 (grün eingefärbt)

Salm-Horst­mar um 1803 (grün ein­ge­färbt)

Die Herr­schaft Horst­mar war ein mit­tel­al­ter­li­ches Ter­ri­to­ri­um im Müns­ter­land und fiel 1269 an das Hoch­stift Müns­ter. Dar­aus ent­stand das Amt Horst­mar, das bis zum Ende des al­ten Rei­ches Be­stand hat­te. Es fiel im Zuge des Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schlus­ses 1802/3 an eine Li­nie des Hau­ses Salm. Als Graf­schaft Salm-Horst­mar war das Ge­biet bis zur Ein­glie­de­rung in das Groß­her­zog­tum Berg 1806 ein ei­gen­stän­di­ges Ter­ri­to­ri­um. Nach dem Wie­ner Kon­gress (1815) wur­de das Ge­biet als Stan­des­herr­schaft Teil Preu­ßens.

Frühe Geschichte

Die Herr­schaft Horst­mar war ein mit­tel­al­ter­li­ches Ter­ri­to­ri­um und war Sitz der Her­ren von Horst­mar. Die edel­frei­en Be­sit­zer der Burg Horst­mar nann­ten sich ab 1092 von Horst­mar. Die­se wa­ren wahr­schein­lich Va­sal­len der Gra­fen von Cap­pen­berg.

Die Bi­schö­fe von Müns­ter hat­ten in der Ge­gend von Coes­feld und Bil­ler­beck teil­wei­se schon seit der Zeit Li­ud­gers zahl­rei­che Be­sit­zun­gen und Rech­te. Auch das Dom­ka­pi­tel hat­te dort Be­sitz. Die Gra­fen von Cap­pen­berg stat­te­ten mit ih­rem Be­sitz in der Ge­gend 1123 das Klos­ter Varlar aus. Ge­gen die Bi­schö­fe konn­te sich das Klos­ter nicht durch­set­zen und Coes­feld war be­reits 1197 eine bi­schöf­li­che Stadt. Die Bi­schö­fe ver­ga­ben das Frei­ge­richt Ha­s­te­hau­sen als Le­hen an die Her­ren von Horst­mar.

Nach dem Ende der männ­li­chen Li­nie kam Horst­mar durch eine Erb­toch­ter an die Gra­fen von Riet­berg. Die­se muss­ten je­doch die Lehns­ho­heit der Bi­schö­fe von Müns­ter an­er­ken­nen. Durch Kauf fiel die Herr­schaft 1269 di­rekt an das Hoch­stift Müns­ter.

Aus den müns­ter­schen Be­sit­zun­gen ging das Amt Horst­mar her­vor. Nicht dazu ge­hör­te die Herr­schaft Stein­furt. Ein be­trächt­li­cher Teil des Am­tes Horst­mar kam als Le­hen an die Gra­fen von Ra­vens­berg und über die­se als After­le­hen im 14. Jahr­hun­dert an die Her­ren von Mer­veldt.

Salm-Horstmar

Wappen des Fürsten zu Salm-Horstmar, 1850

Wap­pen des Fürs­ten zu Salm-Horst­mar, 1850

Der Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss be­schloss un­ter an­de­rem im west­li­chen Teil des sä­ku­la­ri­sier­ten Hoch­stifts Müns­ter Herr­schafts­ge­bie­te zur Ent­schä­di­gung links­rhei­ni­scher Reichs­stän­de, de­ren Ge­bie­te an Frank­reich ge­fal­len wa­ren, zu ver­wen­den. Ein Groß­teil des müns­ter­schen Am­tes Horst­mar fiel so an die Wild- und Rhein­gra­fen zu Salm-Grum­bach, de­ren ur­sprüng­li­cher Sitz die Burg Grum­bach war. Ein klei­ne­rer Teil kam an Preu­ßen.

Die Gra­fen nah­men Ende 1802 Be­sitz von der Herr­schaft. Die end­gül­ti­ge Zu­tei­lung des Be­sit­zes er­folg­te im März 1803. Zu den Tei­len des ehe­ma­li­gen Am­tes ka­men auch die Be­sit­zun­gen der auf­ge­ho­be­nen Klös­ter oder Stif­te As­beck, Me­te­len, Lan­gen­horst, Borg­horst und Varlar. Zen­trum der Graf­schaft war Coes­feld. Re­si­denz war das zum Schloss um­ge­bau­te Klos­ter Varlar.

Die Gra­fen nann­ten sich nach dem neu­en Be­sitz fort­an Salm-Horst­mar. Die Re­gent­schaft hat­te Wil­hel­mi­ne Frie­de­ri­ke von Salm-Grum­bach für den min­der­jäh­ri­gen Fried­rich Karl Au­gust inne.

Mit der fran­zö­si­schen Be­set­zung und Ein­glie­de­rung in das neue Groß­her­zog­tum Berg (1806) die reichs­un­mit­tel­ba­re Herr­schaft. Das Ge­biet ge­hör­te von 1806 bis 1808 zum Ar­ron­dis­se­ment Stein­furt und von 1808 bis 1811 zum Ar­ron­dis­se­ment Coes­feld. Da­nach kam das Ge­biet zu dem di­rekt un­ter fran­zö­si­scher Herr­schaft ste­hen­den Dé­par­te­ment Lip­pe.

Schloss Varlar

Schloss Varlar

Das Ter­ri­to­ri­um um­fass­te 1803 das Amt Coes­feld, das Amt Me­te­len, das Stadt­ge­richt Coes­feld, das Stadt­ge­richt Horst­mar, das Stadt­ge­richt Me­te­len, das Ge­richt Bil­ler­beck, das Ge­richt Gro­nau, das Go­ge­richt Rü­schau, das Ge­richt Nien­borg, das Ge­richt Ro­rup und das Ge­richt Lim­ber­gen. Das Ge­biet war etwa 42,5 Qua­drat­mei­len groß und hat­te etwa 50.000 Ein­woh­ner.

Familienmitglieder

  • Fried­rich (Salm-Horst­mar) (* 1799; † 1865), seit 1816 Fürst zu Salm-Horst­mar
  • Edu­ard zu Salm-Horst­mar (* 1841; † 1923), Müns­ter­län­der Groß­grund­be­sit­zer

Standesherrschaft

Im Jahr 1816 wur­de das Ge­biet in eine Stan­des­herr­schaft in­ner­halb Preu­ßens um­ge­wan­delt. Die Gra­fen wur­den 1817 in den preu­ßi­schen Fürs­ten­stand er­ho­ben. Im Jahr 1820 über­nahm Fried­rich Karl Au­gust den Be­sitz und be­müh­te sich ins­be­son­de­re um die För­de­rung der Land- und Forst­wirt­schaft. Die Nach­fol­ge trat 1865 der Sohn Otto Fried­rich Karl an. Ihm folg­te 1892 Otto Adal­bert Au­gust. Die Fürs­ten wa­ren erb­li­che Mit­glie­der des preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses. Die letz­ten ver­blie­be­nen Vor­rech­te als Stan­des­her­ren wur­den 1920 durch den Frei­staat Preu­ßen auf­ge­ho­ben.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Salm-Horst­mar aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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