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Salm (Adelsgeschlecht)
Salm ist der Name eines moselländischen Grafengeschlechtes, einer Nebenlinie der Wigeriche, benannt nach der Burg Vielsalm in den Ardennen (heute Belgien) und der Burg Salm in den Vogesen im Elsass (heute Frankreich). Es zählt zum Hohen Adel.
Geschichte
Herkunft
Stammvater war Wigerich, Pfalzgraf von Lothringen († vor 919). Sein vermutlicher Sohn Siegfried († 998) steht an der Spitze der Stammliste der Grafen von Luxemburg. Dessen Enkel Giselbert († 1056/59) trug 1036 den Titel eines Grafen von Salm und 1047 den eines Grafen von Luxemburg. Er teilte den Besitz auf seine Söhne Konrad I. von Luxemburg und Hermann von Salm († 1088) auf, wobei letzterer nicht nur der Stammvater des Hauses Salm, sondern auch der Gegenkönig Heinrich IV. war.
Teilung in Ober- und Niedersalm
Hermanns Enkel Heinrich I. wiederum teilte die Grafschaft 1163 erneut: sein Sohn Heinrich II. bekam die Gebiete in den Vogesen (die sog. Grafschaft Obersalm), die Tochter Elisabeth bzw. der Schwiegersohn Graf Friedrich II. von Vianden die Gebiete in den Ardennen (von da an Niedersalm). Ab diesem Zeitpunkt gab es im Reich zwei Grafschaften Salm mit unterschiedlichen Entwicklungslinien.
Linie Niedersalm (1163–1794)
Die Linie Niedersalm wurde 1416 testamentarisch den Herren von Reifferscheidt und Dyck, wohl den nächsten Blutsverwandten, vermacht: Graf Heinrich VII. begünstigte Johann V. von Reifferscheid († 1418), nachdem seine Kinder alle ohne Nachkommen und vor ihrem Vater gestorben waren. Da Heinrichs Schwiegersohn Raugraf Otto zu Altenbaumberg Ansprüche erhob, dauerte es bis 1456, bis der Rat des Herzogtums Luxemburg das Testament anerkannte. Ab 1460 nannte sich Johann VI. von Reifferscheid Graf zu Salm. Er ist der Stammvater der späteren Fürsten von Salm-Reifferscheidt-Krautheim, -Dyck und -Raitz:
Salm-Reifferscheidt-Raitz (1790 Reichsfürsten, Stammsitz bis zur Enteignung 1945 Raitz/Mähren, heute Schloss Steyregg)
Salm-Reifferscheidt-Krautheim (1804 Reichsfürsten, ab 1888 Salm-Reifferscheidt-Krautheim und Dyck, 1958 erloschen)
Salm-Reifferscheidt-Dyck (1815 aufgegangen in Preußen/Provinz Großherzogtum Niederrhein, 1816 preußische Fürsten, 1888 erloschen, Stammsitz: Schloss Dyck bei Jüchen)
Linie Obersalm (1163–1794)
Die Herrschaft Obersalm lag in den Vogesen um die Burg Salm bei Schirmeck, etwa 45 km südwestlich von Straßburg. Die großen Nachbarn waren das Hochstift Straßburg im Norden und Herzogtum Lothringen im Süden. Die Linie Obersalm starb nach einer weiteren Teilung im 15. bzw. 17. Jahrhundert aus. Die eine Hälfte des Nachlasses ging 1600 an den Herzog von Lothringen, die andere 1475 an die Wild- und Rheingrafen zu Dhaun und Kyrburg. Deren Nachkommen wiederum waren die Grafen zu Salm, die ab 1623 mehrfach in den Fürstenstand erhoben wurden:
Salm (1623 Reichsfürsten, 1738 erloschen)
Salm-Salm (Stammsitz Badonviller und ab 1751 Senones in den Vogesen, 1647 Erbe der Grafschaft Anholt mit Burg Anholt, 1739 Reichsfürsten, ab 1766 (Übergang Lothringens an Frankreich) Exklave in Frankreich, 1793 Annexion durch Frankreich.
Salm-Kyrburg (1742 Reichsfürsten, residiert im 18. Jahrhundert hauptsächlich in Paris, 1794 Annexion durch Frankreich. 1905 erloschen.
Salm-Horstmar (1816 preußische Fürsten)
Den Fürsten zu Salm-Salm und Salm-Kyrburg wurden 1803 im Zuge des Reichsdeputationshauptschlusses die südwestlichen Teile des vormaligen Hochstifts Münster als Entschädigung zugeteilt. Diese regierten sie gemeinsam als Kondominium. Residenz war die Burg Anholt.
1860 kauften die Brüder Alfred und Emil zu Salm-Salm das Schloss Rhede. Ihre Familie wählte es als Wohnsitz, nachdem ihr Stammsitz, die Burg Anholt in Isselburg während des Zweiten Weltkriegs durch Bombentreffer schwer beschädigt und unbewohnbar geworden war. Die Fürstenfamilie nutzt das Haus noch heute als Wohnsitz.
Bekannte Namensträger
- Agnes Prinzessin zu Salm-Salm, geborene Leclerq Joy
- Alfred Ferdinand zu Salm-Salm, 7. Fürst zu Salm-Salm
- Alfred zu Salm-Reifferscheidt-Dyck, Standesherr, Mitglied des Reichstags und des preußischen Herrenhauses
- Alfred Konstantin zu Salm-Salm, 5. Fürst zu Salm-Salm
- Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg
- Carl Philipp zu Salm-Salm
- Christiane zu Salm
- Constance zu Salm-Reifferscheidt-Dyck
- Felix zu Salm-Salm
- Florentin zu Salm-Salm
- Friedrich III. zu Salm-Kyrburg
- Friedrich IV. zu Salm-Kyrburg
- Hermann von Salm
- Hugo Franz Altgraf zu Salm-Reifferscheidt, österreichischer Industrieller und Naturforscher
- Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck
- Konstantin Alexander Joseph zu Salm-Salm
- Loretta von Salm
- Michael Prinz zu Salm-Salm
- Moritz zu Salm-Kyrburg
- Niklas Graf Salm
- Nikolaus Leopold zu Salm-Salm, 6. Fürst zu Salm-Salm
- Otto I. von Salm
- Otto Fürst zu Salm-Horstmar
- Otto Ludwig Graf von Salm-Kyrburg
- Rosemarie Prinzessin zu Salm-Salm
Bischöfe und Prälaten:
- Eberhard von Salm, 976–986 Abt von Prüm
- Anna Salome von Salm-Reifferscheidt, 1646–1688 Fürstäbtissin von Essen
- Anna Katharina von Salm-Reifferscheidt, 1646–1647 Äbtissin von Thorn
- Franz Ernst von Salm-Reifferscheid, 1731–1770 Bischof von Tournai
- Wolfgang Graf von Salm, 1751–1755 Bischof von Passau
- Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt-Krautheim, 1783–1822 Bischof von Gurk
- Wilhelm Florentin von Salm-Salm, 1776–1793 Bischof von Tournai, 1793–1810 Erzbischof von Prag
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Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Salm (Adelsgeschelcht aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
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