Rüdenberg (Adelsgeschlecht)

Wappen der Rüdenberger

Wap­pen der Rü­den­ber­ger

Die Edel­her­ren von Rü­den­berg wa­ren ein mit­tel­al­ter­li­ches Adels­ge­schlecht in West­fa­len.

Geschichte

Die Edel­her­ren von Rü­den­berg ge­hör­ten zu den vor­nehms­ten und zeit­wei­se reichs­ten Ge­schlech­tern in West­fa­len. In den Ur­kun­den wur­den sie auch als Ru­den­berg, Ru­then­berg, Röd­den­berg und Ro­den­berg nach der Rü­den­burg in Arns­berg be­zeich­net. Die Na­mens­ähn­lich­keit macht die Ab­gren­zung zur Mi­nis­tra­len­fa­mi­lie von Ro­den­burg aus Men­den schwie­rig.

Die Fa­mi­lie gilt teil­wei­se aber nur als eine Sei­ten­li­nie der Gra­fen von Arns­berg. Ihr Be­grün­der soll da­nach der 1092 im Kampf ge­fal­le­ne Her­mann von Werl-Arns­berg ge­we­sen sein. Al­ler­dings kennt Jo­hann Sui­bert Sei­bertz kei­nen Nach­kom­men Her­manns und be­han­delt sie als ei­gen­stän­di­ges Dy­nas­ten­ge­schlecht.

Der äl­tes­te Be­sitz, ihr Al­lod, soll das Dorf und Ober­hof Mark bei Hamm ge­we­sen sein. Spä­ter wur­de die­ser Be­sitz un­ter an­de­ren Be­sit­zern zur Grund­la­ge der Graf­schaft Mark. Als zwei­te wich­ti­ge Kraft ne­ben den Gra­fen von Arns­berg ver­füg­ten die Erz­bi­schö­fe von Köln zu die­ser Zeit eben­falls nur über ver­streu­ten Be­sitz. Um ihre Po­si­ti­on zu stär­ken, ver­ga­ben die Bi­schö­fe Le­hen und er­hiel­ten im Ge­gen­zug Un­ter­stüt­zung für ihre Zie­le. Zu die­sen Lehns­neh­mern ge­hör­ten auch die Edel­her­ren von Rü­den­berg. Die von Köln zu Le­hen ge­nom­me­ne Be­sit­zun­gen der Rü­den­ber­ger bil­de­ten kein zu­sam­men­hän­gen­des Ge­biet, son­dern wa­ren weit ver­streut. Al­ler­dings wur­den die Be­sit­zun­gen bald wich­ti­ger als das Dorf Mark, so dass sie sich spä­ter auch da­nach be­nann­ten.

Angehörige des Geschlechts

Der ers­te na­ment­lich be­kann­te Na­mens­trä­ger war Her­mann I. von Rü­den­berg. Der nächs­te be­kann­te Ver­tre­ter ist Rat­hard, mög­li­cher­wei­se ein Sohn Her­manns. Als nächs­te sind be­kannt Ra­bo­do, auch von der Mark ge­nannt, und Kon­rad I. Die­ser hei­ra­te­te Gi­se­la von Strom­berg und er­warb die Burg­graf­schaft Strom­berg. Ei­ner der wich­tigs­ten Köl­ner Lehns­män­ner aus dem Ge­schlecht der Rü­den­ber­ger, der aber auch gleich­zei­tig gute Be­zie­hun­gen zu den Gra­fen von Arns­berg hat­te, war Her­mann II. Des­sen Toch­ter Agnes hei­ra­te­te Graf Gott­fried II. von Arns­berg. Der Bru­der Her­manns II. war Hein­rich I., der die Burg­graf­schaft Strom­berg er­hielt.

Aus dem Ge­schlecht stamm­te der Bi­schof von Min­den Kon­rad I. von Rü­den­berg († 1236). Kon­rad II. von Rü­den­berg hei­ra­te­te Adel­heid von Arns­berg, eine Toch­ter Gott­frieds II. Un­ter Kon­rad II. er­reich­te das Ge­schlecht den Hö­he­punkt sei­ner Be­deu­tung. Da­nach kam es zur Auf­spal­tung in ver­schie­de­ne Li­ni­en und zu ei­nem all­mäh­li­chen Nie­der­gang. Es be­stan­den zu­nächst, ne­ben der Stamm­li­nie auf der Rü­den­burg, die Li­nie in Strom­berg und die in Rüt­hen. Die Strom­ber­ger Li­nie be­ginnt mit Hein­rich II. zu Strom­berg. Die Rüt­he­ner Li­nie be­grün­de­te Kon­rad III. zu Rü­den. Die Arns­ber­ger Li­nie be­gann mit Gott­fried I.

Niedergang

Der Be­sitz der Rü­den­ber­ger war zwar be­deu­tend, aber zu ge­ring und zu ver­streut, um als Ba­sis ei­ner Ter­ri­to­ri­al­herr­schaft zu die­nen. Ge­schwächt wur­de die Fa­mi­lie zu­dem durch zahl­rei­che Erb­tei­lun­gen. Vor al­lem aber be­gan­nen die Erz­bi­schö­fe von Köln nach der Zer­schla­gung des al­ten Her­zog­tums Sach­sen Hein­richs des Lö­wen seit Erz­bi­schof Phil­ipp von Heins­berg, ihre nun er­lang­te Her­zogs­ge­walt über West­fa­len in di­rek­te po­li­ti­sche Macht um­zu­wan­deln. Da­mit ver­lo­ren die Rü­den­ber­ger für Köln an Be­deu­tung. Sie selbst wech­sel­ten in den fol­gen­den Aus­ein­an­der­set­zun­gen zwi­schen den Gra­fen von Arns­berg und den Erz­bi­schö­fen zwar mehr­fach die Fron­ten, stan­den aber meist auf Sei­ten der Köl­ner, ver­lo­ren da­bei aber auch ihre star­ke Po­si­ti­on und wur­den zu ei­nem Ge­schlecht des nie­de­ren Adels. Vie­le tra­ten in frem­de Mi­li­tär­diens­te oder in den Deut­schen Or­den ein. Gott­fried von Ro­den­berg brach­te es bis zum Land­mar­schall in Liv­land.

Gott­fried I. von Rü­den­berg aus der Stamm­li­nie wur­de noch als no­bi­lis be­zeich­net. Des­sen Söh­ne ver­kauf­ten den Groß­teil des Be­sit­zes im 14. Jahr­hun­dert vor al­lem an die Gra­fen von Arns­berg. Her­mann IV. von Rü­den­berg ver­kauf­te sei­ne Rech­te an Ober­ei­mer und im Walp­ketal 1359 an das Klos­ter We­ding­hau­sen. Zu die­ser Zeit dürf­te die Rü­den­burg be­reits un­be­wohnt ge­we­sen sein.

Hein­rich VIII. von Rü­den­berg (zu Rü­den), urk. 1515, Burg­mann zu Me­de­bach, Sohn von Gos­win von Rü­den­berg und So­phia von Ne­heim, ver­hei­ra­tet mit Else von Ame­lun­xen, war der letz­te sei­nes Stam­mes. Er wur­de zwi­schen Küst­el­berg und Me­de­bach von Ker­sti­en Kü­ling, Bür­ger zu Me­de­bach, tot­ge­schos­sen.

Wappen

Das Wap­pen (West­fä­li­sches Wap­pen­buch) zeigt in Gold ei­nen zum Streit auf­ge­rich­te­ten schwar­zen Hund (Rü­den) mit ge­stutz­ten Oh­ren und auf­recht ste­hen­der Rute. Der Helm mit schwarz-gol­de­nen De­cken und un­be­kann­ter Helm­zier.

Die Tin­gie­rung mit­tel­al­ter­li­cher Wap­pen ist nur sel­ten über­lie­fert. Es be­steht die be­grün­de­te Ver­mu­tung, dass die Rü­den­ber­ger, wie an­de­re Dy­nas­ten­ge­schlech­ter, Ele­men­te des Wap­pens der Stamm­fa­mi­lie über­nah­men. Das Wap­pen der Arns­ber­ger Gra­fen zeigt ei­nen sil­ber­nen Ad­ler mit gol­de­nen Fän­gen und Schna­bel auf ro­tem Grund. Im Wap­pen­buch des gel­dri­schen He­rolds (Co­dex Gel­re) fin­det sich auf Blatt 110v als Nr. 1651 das Wap­pen ei­nes Her­man von Ru­den­burg. Die­ses zeigt ei­nen stei­gen­den ro­ten Rü­den auf wei­ßen d.h. sil­ber­nen Grund.

Besitzungen

Haupthof Rüden

Der wich­tigs­te Be­sitz war der Haupt­hof Rü­den (heu­te Al­ten­rüt­hen), zu dem eine alte Mut­ter­kir­che ge­hör­te, die bei der Grün­dung des Klos­ters Graf­schaft zu des­sen Aus­stat­tung 1072 wur­de. Der Be­sitz von Hof Rü­den war nicht nur we­gen der Frucht­bar­keit, son­dern auch we­gen der in der Nähe ver­lau­fen­den Kö­nigs­stra­ße wert­voll. Zum Schutz lie­ßen die neu­en Her­ren eine Burg bau­en und be­nann­ten sich seit­her als Rü­den­ber­ger. Die­ser Be­sitz ver­lor spä­ter an Be­deu­tung zu Guns­ten der erz­bi­schöf­li­chen Stadt und Burg Rüt­hen.

Haupthof Wicheln

Der zwei­te von Köln zu Le­hen ge­nom­me­ne Be­sitz war ein Teil des Lüer­wal­des mit dem Haupt­hof Wi­cheln. Die­ser Be­sitz war als Tausch durch die Wit­we des Gra­fen Hein­rich des Di­cken von Nort­heim ge­gen Wal­ken­ried an die Erz­bi­schö­fe von Köln ge­kom­men, die die Her­ren von Rü­den­berg da­mit be­lehn­ten. Ne­ben Ge­bie­ten um Arns­berg ge­hör­ten dazu die Frei­graf­schaft Sto­ckum und die Frei­graf­schaft an der Val­me. Von Be­deu­tung war der Be­sitz bei Arns­berg nicht zu­letzt we­gen der dort vor­bei­füh­ren­den Ruhr­stra­ße. Dies war der Grund, wes­halb die Her­ren von Rü­den­berg dort eine Burg bau­en lie­ßen, die auch heu­te noch Rü­den­burg heißt. Die Rü­den­burg ver­lor spä­ter durch die Über­sied­lung der Gra­fen von Werl und den Bau der Burg Arns­berg auf den an­de­ren Sei­te des Ta­les an Be­deu­tung.

Freigrafschaft Rüdenberg

Das drit­te Haupt­lehns­stück, die Frei­graf­schaft zwi­schen Soest und Werl, be­stand vor al­lem aus den Kirch­spie­len Os­tön­nen, Bor­geln und Din­ker. Die­ses Ge­biet wur­de eben­so wie die Frei­graf­schaft bei Vel­me­de als Rü­den­ber­ger Frei­graf­schaft be­zeich­net. In den Frei­graf­schaf­ten hat­ten die Her­ren kein Zen­trum, son­dern ver­füg­ten nur über Streu­be­sitz und hat­ten als Stuhl­her­ren Ein­fluss und Ein­künf­te. Die Frei­graf­schaft zwi­schen Soest und Werl kam mit Zu­stim­mung des Köl­ner Erz­bi­schofs Hein­rich von Vir­ne­burg un­ter Edel­herr Gott­fried von Rü­den­berg be­reits 1328 an Soest. Der Groß­teil die­ses Ge­bie­tes ge­hört heu­te zur Ge­mein­de Wel­ver.

Freigrafschaft Hundem

1381. VII. 5. Du­sent drey­hun­dert in den ey­nen unde ach­ten­tychs­ten jare, des vry­da­ges na sen­te Ol­ry­kes dage.

Wil­ke von Ohl (Ole, Oele), Sohn Everts von Ohl, ver­kauft mit Ein­wil­li­gung sei­ner Ehe­frau, Toch­ter des Hei­den­reich v. Iher­sche, die hal­be Frei­graf­schaft Hun­dem (Hun­de­me), die durch Erb­schaft von sei­nem verst. Oheim Wil­ke von Brü­ning­hau­sen (Brünyn­chu­sen) an sei­ne Mut­ter und de­ren Er­ben ge­fal­len ist, an die Brü­der Wil­helm und Hein­rich Vög­te von Els­pe, über­nimmt die Be­leh­nung der Käu­fer beim Lehns­herrn zu er­wir­ken, und ver­pflich­tet sich bei Nicht­ein­hal­tung des Ver­tra­ges zum Ein­la­ger zum Loen (?).

1384. XII. 9. MCCCLXXX qua­tro, oras­ti­no co­no­ep­tio­nis b. Ma­rie virg.

Die Brü­der Kon­rad und Hein­rich von dem Ro­den­ber­ge (Rü­den­berg) ver­kau­fen für eine Sum­me Gel­des an Wil­helm Vogt (Vo­ge­de) von Els­pe und Jo­hann v. Plet­ten­berg gen. Hede­mo­len die gan­ze von ih­nen zu Le­hen ge­hen­de Frei­graf­schaft Hun­dem (Hun­de­me) und las­sen durch Jo­hann v. Drol­s­ha­gen (Dro­els­ha­gen) die Pepers­ecke und die sonst mit der Frei­graf­schaft Be­lehn­ten an die Käu­fer wei­sen. Zeu­gen: Rit­ter Kond­rad der Vre­de, Knap­pe Go­dert v. Hanx­le­den.

Lizenz

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