Romberg (Adelsgeschlecht)

Wap­pen de­rer von Ro­m­berg

Ro­m­berg ist der Name ei­nes al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts, das sei­nen ur­sprüng­li­chen Sitz auf der Na­men ge­ben­den Burg Ro­den­berg (oder Ro­den­burg) bei Men­den hat­te.

Geschichte

Ursprung

Das Ge­schlecht er­schien erst­mals im Jahr 1249 ur­kund­lich un­ter die­sem Na­men mit Gozvi­nus mi­les (lat. Sol­dat, Krie­ger) de Rod­hen­burg, der 1243 auch als Go­zwi­nus de Me­ne­din und 1246 als Gozvi­nus vil­li­cus de Me­ned­hen nach­weis­bar ist und zu den seit 1170 ur­kund­lich fest­ge­stell­ten rit­ter­bür­ti­gen Schult­hei­ßen von Men­den ge­hör­te, ver­mut­lich ei­nem Sei­ten­zweig der Edel­her­ren von Vol­mar­stein.

Gozvi­nus (Gos­win) dem I von Vol­mar­stein war Sohn von Hein­rich von Vol­mar­stein, der ur­kund­lich 1214 erst­mals er­wähnt, auf ei­nem Kreuz­zug 1228/29 durch eine Epi­de­mie um­ge­kom­men war. Sei­ne Wit­we Eli­sa­beth, Mut­ter von Gos­win, hat so­wohl das Gut Al­fem wei­ter­ge­führt und auch das Amt des Schult­hei­ßen von Men­den. Als der Sohn Gos­win sei­ne Braut Ri­chen­za von Arns­berg ge­hei­ra­tet hat, ist Eli­sa­beth von Vol­mar­stein ins Klos­ter Frön­den­berg ge­gan­gen und dort Äb­tis­sin ge­wor­den. Bis­her ge­fun­de­ne erst­ma­li­ge Er­wäh­nung der Fa­mi­lie Vol­mar­stein ist der Groß­va­ter von Hein­rich, dem Kreuz­züg­ler, eben­falls Hein­rich von Vol­mar­stein 1134. Sein Sohn, Ger­hard Snar von Vol­mar­stein, Va­ter des Kreuz­zu­grit­ters Hein­rich, hat die letz­te Ur­kun­de 1214 un­ter­schrie­ben.

Aufstieg und Verbreitung

Auf­grund ei­nes (u.U. auch fin­gier­ten) Rechts­strei­tes zwi­schen dem Erz­bi­schof zu Köln und den Söh­nen von Gos­win I von Vol­mar­stein und sei­nen zwei Söh­nen Hein­rich und Bern­hard um Land (von Gos­win I. ge­kauft 1272 vom Gra­fen Gott­fried von Arns­berg), ver­lor die Fa­mi­lie ih­ren gan­zen Land­be­sitz, auch Alf­hem und Burg Ro­den­burg (wur­de 1309 ge­schleift).

Schon 1483 fiel Schloss Brün­ning­hau­sen im heu­ti­gen Dort­mund an die Ro­m­bergs, die die­ses vor dem Ers­ten Welt­krieg an die Stadt Dort­mund ver­äu­ßer­ten. Die Be­zah­lung war in meh­re­ren Ra­ten ab­ge­spro­chen. Nach dem Ers­ten Welt­krieg hat sich die Stadt Dort­mund ge­wei­gert, die fäl­li­gen Ra­ten zu zah­len. Es kam zum Pro­zess, der sich vom An­fang der 20er Jah­re bis 1955 hin­zog. 1955 gab es end­lich ei­nen Ver­gleich. Als Aus­gleich wur­de der Fa­mi­lie von Ro­m­berg die alte Dorf­kir­che mit dem Em­po­ren­mau­so­le­um in Bul­dern zu­ge­spro­chen. Ende des 19. Jahr­hun­derts wur­de der Sitz der Fa­mi­lie von Schloss Brün­ning­hau­sen in Dort­mund nach Schloss Bul­dern in Dül­men im süd­li­chen Müns­ter­land ver­legt.

Ne­ben dem ei­gent­li­chen Schloss in Brün­ning­hau­sen ge­hör­ten zahl­rei­che Kot­ten und Höfe in Barop, Hach­e­ney, Wel­ling­ho­fen, Klein­holt­hau­sen und Lück­lem­berg zum Be­sitz der Fa­mi­lie. Auch um­fang­rei­cher Wald­be­sitz an den Nord­hän­gen des Ar­dey­ge­bir­ges ge­hör­te zu Schloss Brün­ning­hau­sen. Die ge­nann­ten Ge­bie­te ge­hör­ten da­mals al­ler­dings nicht zu Dort­mund, son­dern zu Hör­de. Die Ro­m­bergs wa­ren die Holz­rich­ter in der Eich­ling­ho­fer Mark, Hach­e­ney­er Mark und der Bit­ter­mark. Eine wich­ti­ge wirt­schaft­li­che Ein­nah­me­quel­le der Ro­m­bergs wa­ren die Müh­len an der Em­scher.

Hauptgebäude Rittergut Romberg 1894 Südostansicht

Haupt­ge­bäu­de Rit­ter­gut Ro­m­berg 1894 Süd­ost­an­sicht

Schon früh wur­den die ober­flä­chen­na­hen Koh­le­flö­ze des Ar­deys ab­ge­baut. Die Ro­m­bergs ent­wi­ckel­ten sich in der ers­ten Hälf­te des 19. Jahr­hun­derts zu ei­nem der größ­ten Berg­werks­be­sit­zer im Ruhr­ge­biet. Sie be­trie­ben zu­nächst Stol­len­berg­bau und gin­gen dann mit fort­schrei­ten­der In­dus­tria­li­sie­rung zu Tief­bau über. Die mit dem Berg­bau ver­bun­de­ne Um­welt­ver­schmut­zung und die auf­tre­ten­den Berg­schä­den ließ die Fa­mi­lie spä­ter von För­de­rern des Berg­baus zu Kri­ti­kern wer­den. Hier liegt auch der Grund für den Um­zug der Fa­mi­lie nach Schloss Bul­dern.

Auch ge­schick­te Hei­rats­po­li­tik zeich­ne­te die Fa­mi­lie aus. Durch die Ver­bin­dung von Cas­par von Ro­m­berg mit Anna Theo­do­ra von Vier­mund ge­lang­te de­ren ge­mein­sa­mer Sohn Con­rad Phil­ipp in den Be­sitz des Schlos­ses Bla­den­horst im Amt Cas­trop. Eben­so er­warb Con­rad Phil­ipp die Adels­sit­ze Haus Col­ven­burg bei Bil­ler­beck, Haus Dön­hoff bei Wen­gern und Haus Wie­sche in Bo­chum.

Die Ro­m­bergs wa­ren Pa­tro­nats­her­ren der Kir­che in Wel­ling­ho­fen.

Mit­glie­der der Fa­mi­lie ta­ten auch in der Ver­wal­tung und Po­li­tik ih­ren Dienst. Gis­bert von Ro­m­berg I. war wäh­rend der fran­zö­si­schen Herr­schaft Prä­fekt des Ruhr­de­par­te­ments.

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Sil­ber drei im Schä­cher­kreuz ste­hen­de, durch ei­nen gol­de­nen Ring ver­bun­de­ne rote Büf­fel­oh­ren. Auf dem Helm mit rot-sil­ber­nen Helm­de­cken ein mit dem Schild­bild be­leg­tes Schild­chen zwi­schen ei­nem ro­ten und ei­nem sil­ber­nen Büf­fel­horn, die au­ßen mit je vier Ku­geln ver­wech­sel­ter Far­be be­stückt sind.

Namensträger

Rittergut Romberg 1894

Rit­ter­gut Ro­m­berg 1894

  • Bernd von Ro­m­berg I. († 1506 in Dort­mund), Drost des Am­tes Hör­de
  • Con­rad von Ro­m­berg I. (* 1555 in Dort­mund, † 1605 eben­da)
  • Cas­par von Ro­m­berg (1575–1641)
  • Con­rad Phil­ipp von Ro­m­berg (1620–1703)
  • Cas­par Adolf von Ro­m­berg (1721–1795), Un­ter­neh­mer im Stein­koh­len­berg­bau
  • Jo­hann Fried­rich Wil­helm Mo­ritz von Ro­m­berg (1724–1792), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­ma­jor
  • Fried­rich Gis­bert Wil­helm von Ro­m­berg (1729–1809), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Fried­rich von Ro­m­berg (1726–1819), Kauf­mann und Ree­der, un­ehe­li­cher Sohn von Frei­herr Fried­rich-Wien­hold von Ro­m­berg.
  • Gis­bert von Ro­m­berg I. (1773–1859), Prä­fekt des Ruhr­de­par­te­ments
  • Cle­mens Con­rad Franz von Ro­m­berg (1803–1869), Kö­nig­li­cher Kam­mer­herr
  • Con­rad von Ro­m­berg II. (1816–1881)
  • Max von Ro­m­berg (1824–1904), Reichs­tags­ab­ge­ord­ne­ter
  • Gis­bert von Ro­m­berg II. (1839–1897), der tol­le Bom­berg,
  • Wil­helm von Ro­m­berg (1839–1917), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Cle­mens von Ro­m­berg (1863–1923)
  • Kon­rad Gis­bert Wil­helm von Ro­m­berg (1866–1939)
  • Gis­bert von Ro­m­berg III. (1888–1952)

Tor­haus Rit­ter­gut Ro­m­berg 1894

In Brün­ning­hau­sen be­fin­det sich heu­te noch süd­lich des Tor­hau­ses der bo­ta­ni­sche Gar­ten Ro­m­berg­park, in Hach­e­ney das städ­ti­sche „Gis­bert-von-Ro­m­berg-Kol­leg“ mit den Fach­be­rei­chen So­zia­les, Er­näh­rung und Haus­wirt­schaft so­wie Nah­rung und Gast­ge­wer­be.

Besitztümer der Familie Romberg

Zu den ge­nann­ten Adels­sit­zen und Häu­sern ge­hör­ten je­weils um­lie­gen­de Län­de­rei­en und an­ge­schlos­se­ne Wirt­schafts­be­trie­be.

Märkischer Besitz

  • Schloss Brün­ning­hau­sen
  • Schloss Bul­dern
  • Haus Col­ven­burg
  • Schloss Bla­den­horst
  • Haus Dön­hoff
  • Haus Er­me­ling­hof
  • Haus Rü­ding­hau­sen
  • Haus Wie­sche
  • Haus Mas­sen
  • Haus Fried­richs­burg
  • Haus West­hem­mer­de
  • Haus Werl
  • Gut Bi­no­len
  • Haus Sto­ckum

Nordelbischer Besitz

Familienwappen derer von Romberg an der Kapelle Wischlingen

Fa­mi­li­en­wap­pen de­rer von Ro­m­berg an der Ka­pel­le Wisch­lin­gen

  • Gut Wert­he­mi­ne
  • Gut Gam­mel­gaard
  • Gut Ru­mohrs­hof
  • Gut Pries­hold
  • Gut Ku­plin

Limburger Besitz

  • Haus Nor­den­beck (ging im 16. Jahr­hun­dert für die Fa­mi­lie ver­lo­ren)

Livländischer Besitz

  • Haus Heyen
  • Haus Dries­berg
  • Schloss Cas­pers­broich
  • Gut Much­hau­sen

Stadthöfe

  • Heere’manscher Hof (Müns­ter)
  • Bla­den­hors­ter Hof, auch Klei­ner Romberg’scher Hof (Müns­ter)
  • Ro­m­ber­ger Hof (Bonn)

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Ro­m­berg (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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