Reibeplätzchen (4 Personen)

 

Rei­be­plätz­chen (4 Per­so­nen)
Je nach Re­gi­on wer­den Kar­tof­fel­puf­fer mit wei­te­ren sü­ßen oder sal­zi­gen Zu­ta­ten ge­mein­sam ge­ges­sen. Weit ver­brei­tet ist es, die Puf­fer mit Ap­fel­mus oder Zu­cker zu es­sen. Im Ber­gi­schen Land, Müns­ter­land und im Rhein­land wer­den sie auf ge­but­ter­tes Schwarz­brot ge­legt und mit Rü­ben oder Ap­fel­kraut ge­ges­sen. In Bay­ern nimmt man auch Sauer­kraut als Bei­la­ge, in Tei­len des Saar­lan­des eine Sup­pe aus grü­nen Boh­nen.

Kar­tof­fel­puf­fer, auch Rei­be­ku­chen, Rei­be­plätz­chen, Kar­tof­fel­pfann­ku­chen, Erd­äp­fel­ku­chen, Riev­koo­che, Schep­per­lin­ge, Kröb­bel­che, Hat­scheln, Bag­gers, Klit­scher, Frat­zen, Bam­bis, Rei­ber­dat­schi, Pi­ckat, Dät­scher, Dotsch, Quad­del­prat­schen, Pratsch, Krum­beer Schnitt­chen, Krum­beer Kü­chel­scher, Rit­sche, Prat­schen oder Prt­schlüpfls ge­nannt, sind ein tra­di­tio­nel­les Ge­richt der deut­schen, böh­mi­schen und ös­ter­rei­chi­schen Kü­che. Auch in ei­ni­gen ost­eu­ro­päi­schen Län­dern ist das Ge­richt ver­brei­tet. Dem Kar­tof­fel­puf­fer ähn­lich sind die Schwei­zer Rös­ti, die al­ler­dings ohne Mehl und Ei zu­be­rei­tet wer­den.
Au­tor:
Kü­che: West­fa­len
Re­zept­typ: Kar­tof­fel­ge­rich­te
Men­ge des End­pro­duk­tes: reicht für 4 Per­so­nen
Vor­be­rei­tungs­zeit: 
Gar­zeit: 
Ge­samt­zeit: 
Zu­ta­ten
  • 1 kg ge­schäl­te Kar­tof­feln
  • 1 Zwie­bel
  • 2–3 Eier je nach Grö­ße der Eier
  • 1 El Kar­tof­fel­stär­ke op­tio­nal
  • Erd­nuss­öl Son­nen­blu­men­öl, But­ter­schmalz, Schwei­ne­schmalz oder Mar­ga­ri­ne
  • 1 Pri­se frisch ge­rie­be­ne Mus­kat­nuss
  • frisch ge­mah­le­ner op­tio­nal, wei­ßer oder schwar­zer Pfef­fer
  • 1 Pri­se Salz
Koch­ge­schirr
  • 1 be­schich­te­te Pfan­ne oder eine gut ein­ge­brann­te Guss­ei­sen­pfan­ne
  • 1 Spar­schä­ler
  • 1 Kü­chen­rei­be
  • 1 Schüs­sel
  • 1 Ge­schirr- oder Baum­woll­tuch
  • Kü­chen­pa­pier
An­lei­tung
  1. Kar­tof­feln wa­schen, schä­len, rei­ben und in eine Schüs­sel ge­ben. Es soll­te mit ei­ner mög­lichst fei­nen Rei­be ge­ar­bei­tet wer­den, so dass die Mas­se eine brei­ar­ti­ge Kon­sis­tenz an­nimmt.
  2. Man kann die ge­rie­be­nen Kar­tof­feln in ein Kü­chen­hand­tuch ge­ben und gut aus­wrin­gen. Dann er­hält man tro­cke­ne, aber re­la­tiv ge­schmack­lo­se Kar­tof­fel­puf­fer. Be­lässt man die na­tür­li­che Flüs­sig­keit der Kar­tof­fel in der ge­rie­be­nen Mas­se, er­hält man aro­ma­ti­sche­re Puf­fer. Wich­tig ist auf je­den Fall ra­sches Ar­bei­ten, da­mit die Mas­se in die Pfan­ne kommt, be­vor sie sich bräun­lich ver­färbt, was eben­falls dem Ge­schmack ab­träg­lich ist.
  3. Ge­rie­be­ne Zwie­bel und Eier zu­ge­ben und wür­zen.
  4. Die Puf­fer auf mitt­le­rer Tem­pe­ra­tur in ei­ner Pfan­ne aus­ba­cken.
  5. Auf Kü­chen­pa­pier ab­trop­fen las­sen, um die Fett­men­ge zu re­du­zie­ren. Kann nicht so­fort ser­viert wer­den, emp­fiehlt sich das Warm­hal­ten im Back­ofen.
  6. Auf kei­nen Fall zu­ge­deckt la­gern, weil sie durch den Dampf weich wer­den und dann nicht mehr kross sind.
  7. An­mer­kun­gen
  8. Je fei­ner die Rei­be, des­to mehr Was­ser zieht die Kar­tof­fel, so­dass bei sehr fein ge­rie­be­nen Kar­tof­feln Was­ser teil­wei­se ab­ge­gos­sen wer­den muss.
  9. Soll­te bei die­ser Ope­ra­ti­on Kar­tof­fel­stär­ke ver­lo­ren ge­hen, die­sen Ver­lust durch ein Fer­tig­pro­dukt aus dem Han­del aus­glei­chen.
  10. Tipp: Soll­te der Kar­tof­fel­teig zu viel Was­ser ge­zo­gen ha­ben, kann man dem Teig Ha­fer­flo­cken hin­zu­fü­gen. Die­se bin­den die Flüs­sig­keit ohne den Ge­schmack zu ver­fäl­schen.
  11. Ob Mehl oder Ha­fer­flo­cken ver­wen­det wer­den sol­len, ist letzt­lich (re­gio­na­le) An­sichts­sa­che.
Bei­la­gen
  1. Je nach Art der Bei­la­gen kön­nen Kar­tof­fel­puf­fer “ver­edelt” wer­den. Das Spek­trum reicht von ei­nem ein­fa­chen der­ben Es­sen bis zu ei­nem raf­fi­nier­ten Mahl.
  2. Ap­fel­mus oder Zu­cker­rü­ben­si­rup
  3. En­di­vi­en­sa­lat, Feld­sa­lat oder ge­misch­ter Sa­lat
  4. Kräu­ter­quark
  5. Zimt und Zu­cker
  6. ge­räu­cher­te Fo­rel­le oder Lachs mit Ap­fel­k­ren oder Meer­ret­tich­sah­ne
  7. Ketch­up oder Re­mou­la­den­sauce oder ein Fer­tig­pro­dukt aus dem Han­del (Ach­tung: Ka­lo­ri­en­bom­be)
  8. Sauer­kraut mit Speck
  9. Mit Kür­bis­kern­mus, Frisch­kä­se und Bir­nen­stift­chen gar­nie­ren
  10. Mit ge­räu­cher­tem Lachs be­le­gen. Dar­auf ein Sa­lat­blatt, ei­ni­ge bun­te Pa­pri­ka­strei­fen, Tomatenscheibe(n) und Zwie­bel­rin­ge. Mit ei­nem wei­te­ren Kar­tof­fel­puf­fer ab­de­cken. Dazu reich­lich Frank­fur­ter grü­ne Sau­ce. Wird auch “Frie­si­scher Dop­pel­de­cker” ge­nannt.
  11. Auf ge­but­ter­tem Schwarz­brot oder Pum­per­ni­ckel mit Ap­fel
  12. oder Rü­ben­kraut ser­vie­ren: Das ist die rhei­nisch-west­fä­li­sche Va­ri­an­te.
Va­ri­an­ten
  1. Mit Chi­li­pfef­fer oder fein ge­wieg­ter Chi­li­scho­te die Mas­se auf­pep­pen.
  2. Mit Ka­vi­ar (Typ Stör, Fo­rel­le, Saib­ling oder Lachs).
  3. Mit ein we­nig ge­rie­be­nem Knob­lauch be­streu­en (aus Tsche­chi­en, schmeckt sehr gut).
  4. Mit Schmand oder Sauer­rahm und Pfef­fer so­wie Salz.
  5. Nie­der­rhei­ni­sche Art um­fasst zu­sätz­lich Zwie­bel und Ei, wird mit Zu­cker­rü­ben­si­rup (Rü­ben­kraut) be­stri­chen.
  6. Ita­lie­ni­sche Va­ri­an­te“: je zur Hälf­te Kar­tof­feln und Möh­ren grob ras­peln, zu­sätz­lich ei­ni­ge Kar­tof­feln fein rei­ben we­gen der Kar­tof­fel­stär­ke als Bin­de­mit­tel, ein Ei, Salz, et­was gro­ben Pfef­fer und ein bis zwei Knob­lauch­ze­hen hin­zu­fü­gen (da­für Zwie­bel und Mus­kat­nuss weg­las­sen, kein Mehl als Bin­de­mit­tel ver­wen­den!); in reich­lich Oli­ven­öl ba­cken.
  7. Zu dem Kar­tof­fel­teig eine Pell­kar­tof­fel hin­zu­rei­ben, das ver­stärkt die Bin­dung.
  8. Fri­sche Pe­ter­si­lie in der Kar­tof­fel­mas­se ver­leiht auch eine aus­ge­zeich­ne­te Ge­schmacks­no­te.
  9. Ei­nen Teil der Kar­tof­feln kann man durch Möh­ren er­set­zen. Ein­fach mit den Kar­tof­feln zu­sam­men rei­ben.
  10. ge­häuf­te EL Mehl pro kg Kar­tof­feln (evtl. ein Ei zu­sätz­lich) sor­gen für gleich­mä­ßi­ge­re Rei­be­ku­chen. Noch ein we­nig Back­pul­ver macht die Rei­be­ku­chen luf­ti­ger.
Mit fri­schen Blau­bee­ren
  1. Im Vogt­land isst man “Bam­bes” auch sehr gern zu al­len rus­ti­ka­len Fleisch­ge­rich­ten, egal ob Wild, Rind, Schwein – ganz be­son­ders auch zu Ham­mel
  2. bzw. Lamm­bra­ten. Als Ge­mü­se schmeckt dazu be­son­ders gut ein Ap­fel­rot­kraut oder aber Speck­boh­nen. Und hat man fri­sche Wald­pil­ze, ist das Glück voll­kom­men! In der vogt­län­di­schen Va­ri­an­te ¼ l But­ter­milch. Sie er­setzt das Kar­tof­fel­was­ser nach dem Aus­drü­cken und sorgt für ei­nen kräf­ti­gen Ge­schmack.
  3. Die Va­ri­an­ten aus dem West­erz­ge­bir­ge sind un­ter den Na­men Get­zen, Frat­zen, Klit­scher, But­ter­milch­get­zen, Kließ­ku­ung und Rau­che­maad be­kannt.
No­ti­zen
Viel Spaß beim Nach­ma­chen.
Nähr­wert­an­ga­ben
Por­ti­ons­grö­ße: 100 g Ka­lo­ri­en: 268 Fett­ge­halt: 15 g ge­sät­tig­tes Fett: 2,5 g un­ge­sät­tig­tes Fett: 3,7 g trans­fett: 8 g Koh­len­hy­dra­te: 28 g Zu­cker: 1,8 g Na­tri­um: 764 mg Fa­ser­stof­fe: 3,3 g Cho­le­ste­ri­en: 95 mg

 
 Veröffentlicht von am 9:55 über 7. Januar 2017
Scroll Up