Otto III. von Rietberg

Otto III. von Riet­berg († 16. Ok­to­ber 1308 in Poi­tiers) aus der Fa­mi­lie der Gra­fen von Riet­berg war von 1301 bis 1306 Bi­schof von Müns­ter. Er führ­te zahl­rei­che Feh­den und wur­de schließ­lich in ei­nem vom Dom­ka­pi­tel Müns­ter an­ge­streng­ten Pro­zess vom Köl­ner Erz­bi­schof ab­ge­setzt.

Herkunft und frühe Jahre

Otto war der zwei­te Sohn des Gra­fen Fried­rich I. von Riet­berg und sei­ner Frau Bea­trix von Horst­mar. Er war Schü­ler der Pa­der­bor­ner Dom­schu­le.

In Pa­der­born war er zur Zeit als sein gleich­na­mi­ger On­kel Otto von Riet­berg dort Bi­schof war Dom­herr. Spä­ter war er Dom­käm­me­rer und seit spä­tes­tens 1296 Dom­propst. Auch im Dom­ka­pi­tel Müns­ter hat­te er eine Prä­ben­de inne.

Bischofswahl

Nach­dem der Bi­schof von Müns­ter Ever­hard von Diest ge­stor­ben war, ver­such­te Ever­hard von der Mark den bis­he­ri­gen Abt von Wer­den Hein­rich von Wil­den­burg als Nach­fol­ger durch­zu­set­zen. Da­ge­gen hat­te der Köl­ner Erz­bi­schof Wig­bold von Hol­te den Papst ge­be­ten, sich die Be­set­zung des Pos­tens zu re­ser­vie­ren. Als Kan­di­dat schlug der Erz­bi­schof Otto von Riet­berg vor. Noch am Wahl­tag schloss Otto mit der Köl­ner Kir­che ein Bünd­nis ins­be­son­de­re ge­gen die Gra­fen von der Mark und ihre Ver­bün­de­ten ab. Da­mit stärk­te der Erz­bi­schof auch sei­ne Stel­lung im Kampf der Erz­bi­schö­fe von Köln, Trier und Mainz ge­gen Kö­nig Al­brecht I. Otto III. hat die ihm vom Dom­ka­pi­tel vor­ge­leg­te Wahl­ka­pi­tu­la­ti­on be­ei­det. Da­nach be­stä­tig­te er un­ter an­de­rem die Sta­tu­ten des Dom­ka­pi­tels zu be­ach­ten und hohe Geist­li­che nur mit Zu­stim­mung des Ka­pi­tels ein­zu­set­zen. Der Papst hat Otto be­stä­tigt. An Os­tern 1302 wur­de er von Erz­bi­schof Wik­bold in Neuss zum Bi­schof ge­weiht.

Fehden

In der Fol­ge be­herrsch­te das Bünd­nis mit Köln zu­nächst das Han­deln Ot­tos. Spä­ter wand­te er sich ge­gen den Erz­bi­schof. Die Be­fes­ti­gung von Wer­ne hing etwa da­mit zu­sam­men, dass sich die Gra­fen von der Mark Kö­nig Al­brecht an­schlos­sen. Graf Ever­hard von der Mark be­sieg­te Otto in ei­nem Ge­fecht süd­lich von Müns­ter. Der Bi­schof muss­te sich zur Zah­lung von 1000 Mark ver­pflich­ten. Da er die­se Sum­me nicht hat­te, ver­pfän­de­te er das Amt Lin­ne an den Gra­fen. Spä­ter wur­de Lin­ne ge­gen das Amt Rhy­nern ge­tauscht. Auch wei­te­re Be­sit­zun­gen muss­ten we­gen der Kriegs­kos­ten ver­pfän­det wer­den. Zu­min­dest in ei­nem Fall wei­ger­te sich das Dom­ka­pi­tel ei­nen Ver­trag mit zu be­sie­geln.

Otto ge­riet mit dem eben­falls mit Köln ver­bün­de­ten Edel­her­ren Her­mann II. von Lohn in Streit. Da­bei ver­bün­de­te der Bi­schof sich mit den Gra­fen von der Mark. Bei­de er­ober­ten 1303 die Burg Bre­de­vo­ort und Lohn. Schließ­lich ge­riet der Edel­herr in bi­schöf­li­che Ge­fan­gen­schaft. Der Erz­bi­schof mach­te sich auf, den Edel­her­ren, der mit ihm ver­wandt war, zu be­frei­en. Zu ei­nem Kampf kam es nicht, da zu­vor ein Waf­fen­still­stand ver­ein­bart wur­de.

Le­dig­lich Lu­dolf von Stein­furt kämpf­te wei­ter ge­gen den Bi­schof. Dem Stein­fur­ter schlos­sen sich der müns­ter­sche Dom­the­saur­ar Wik­bold von Lohn und der Dom­herr Otto von Bent­heim an. Bei­de wur­den vom Bi­schof ex­kom­mu­ni­ziert und ih­rer Äm­ter ent­ho­ben.

Der Waf­fen­still­stand mit Köln dau­er­te nicht lang. Im jahr 1304 warf der Erz­bi­schof ver­schie­de­nen Fürs­ten un­ter ih­nen auch Otto von Müns­ter vor, die köl­ni­sche Burg Ho­ve­stadt an der Lip­pe zer­stört zu ha­ben. Auch sei­en sie in köl­ni­sches Ge­biet ein­ge­fal­len. Die Bi­schö­fe von Müns­ter und Pa­der­born wur­den vom Erz­bi­schof sus­pen­diert und die welt­li­chen Gro­ßen ex­kom­mu­ni­ziert. Der Kon­flikt en­de­te nach­dem der Erz­bi­schof ge­stor­ben war.

Fi­nan­zi­ell hat­te der Kon­flikt das Bis­tum stark be­las­tet. Der Bi­schof muss­te eine Rei­he von Be­sit­zun­gen ver­kau­fen. Bis zum Ende des Kon­flikts ha­ben Ge­folgs­leu­te des Herrn von Stein­furt das Land aus­ge­plün­dert.

Der Kon­flikt um den ge­mein­sa­men Be­sitz von Lohn und Bre­de­vo­ort ließ das Bünd­nis mit den Gra­fen von der Mark zer­bre­chen. Die Müns­ter­schen ver­trie­ben die Mär­ker aus den bei­den Bur­gen. Graf Ever­hard nahm sei­ner­seits die Burg Dül­men ein. Otto be­gann dar­auf­hin mit dem Bau der Burg Ri­kes­mo­len an der Lip­pe. Die­se wur­de so­gleich von den Mär­kern be­la­gert. Im Jahr 1306 er­folg­te der Frie­dens­schluss. Der Bi­schof be­kam Dül­men zu­rück, muss­te aber auf Bre­de­vo­ort ver­zich­ten.

Die Kö­ni­ge wa­ren zu schwach um den Land­frie­den auf­recht­zu­er­hal­ten und die Feh­den zu un­ter­bin­den. Der köl­ni­sche Mar­schall von West­fa­len Jo­hann I. von Plet­ten­berg schloss mit den Bi­schö­fen von Müns­ter und Pa­der­born ei­nen re­gio­na­len Land­frie­dens­bund, dem sich meh­re­re Städ­te an­schlos­sen.

Absetzung

Ins­be­son­de­re im müns­ter­schen Dom­ka­pi­tel nahm die Un­zu­frie­den­heit mit der Herr­schaft des Bi­schofs im­mer mehr zu. Der Dom­de­chant Lut­bert von Lan­gen, der Dom­küs­ter Wik­bold von Lohn, der Vi­ze­do­mi­nus Eg­bert von Bent­heim und an­de­re ver­bün­de­ten sich ge­gen Otto. Der Bi­schof ant­wor­te­te un­ter an­de­rem mit der Ex­kom­mu­ni­ka­ti­on und ent­zog dem Dom­de­chan­ten des­sen Ar­chi­dia­ko­na­te. Der Kon­flikt es­ka­lier­te wei­ter als der Bi­schof ei­nen neu­en Of­fi­zi­al nicht aus den Rei­hen des Dom­ka­pi­tels er­nann­te. Die­ses er­nann­te sei­ner­seits ei­nen Ge­gen­of­fi­zi­al.

Die For­de­rung des Bi­schofs, dass die Dom­her­ren so­fort die Pries­ter­wei­he zu neh­men hät­ten, führ­te un­ter den jun­gen Ka­no­ni­kern zur Em­pö­rung und zum An­schluss an die an­ti­bi­schöf­li­chen Kräf­te. Der Bi­schof war bei al­ler Feh­de­be­reit­schaft be­reit, die geist­li­che Zucht ge­ra­de auch im Dom­ka­pi­tel zu ver­bes­sern, was zur Ver­stär­kung der Op­po­si­ti­on führ­te.

Ver­schie­de­ne Ade­li­ge und die Stadt Müns­ter schlos­sen 1206 ein Bünd­nis zur Wah­rung ih­rer Rech­te im Hoch­stift. Die Op­po­si­ti­on im Dom­ka­pi­tel wur­de durch meh­re­re Ade­li­ge un­ter­stützt. Schließ­lich wur­de ein Ab­set­zungs­ver­fah­ren ge­gen den Bi­schof beim Köl­ner Erz­bi­schof in die Weg ge­lei­tet. Im Stift selbst schlos­sen sich wei­te­re Rit­ter der Op­po­si­ti­on an.

Der Pro­zess en­de­te da­mit, dass der Erz­bi­schof Otto von Riet­berg al­len sei­nen Äm­tern ent­klei­de­te, die Un­ter­ta­nen vom Treu­eid ent­ban­den und das Dom­ka­pi­tel auf­for­der­te ei­nen Nach­fol­ger zu wäh­len. Dem Bi­schof blieb nichts an­de­res üb­rig als sich di­rekt an den Papst zu wen­den und reis­te nach Poi­tiers zu Cle­mens V. Der Papst sprach ihn frei, auch weil der Erz­bi­schof nicht un­vor­ein­ge­nom­men ge­ur­teilt habe. Die Wahl des neu­ge­wähl­ten Bi­schofs Kon­rad wur­de an­nul­liert und das Wahl­recht des Dom­ka­pi­tels sus­pen­diert. Be­vor Otto je­doch ver­su­chen konn­te, sein Amt er­neut an­zu­tre­ten ist er in Poi­tiers ver­stor­ben. Nach sei­nem Tod ka­men Ge­rüch­te von ei­nem Gift­mord auf, aber die­se lässt sich nicht ve­ri­fi­zie­ren.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Otto III. von Riet­berg aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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