Jan 142017
 

Otto II. von Lip­pe († 21. Juni 1259) war von 1247 bis zu sei­nem Tod der 28. Bi­schof von Müns­ter. Die be­deu­tends­te Leis­tung wäh­rend sei­ner Amts­zeit war der Ge­winn von Clop­pen­burg und Vech­ta und da­mit die Be­grün­dung des Nie­der­stifts Müns­ter.

Leben

Er war der Sohn von Her­mann II. von Lip­pe und Oda von Teck­len­burg. Da­mit war er un­ter an­de­rem Bru­der von Erz­bi­schof von Bre­men Ger­hard II. zur Lip­pe und Bi­schof Otto II. von Ut­recht. Ein wei­te­rer Bru­der war Bern­hard III. zur Lip­pe.

Otto war Dom­herr am Bre­mer Dom. Die­se Stel­lung ver­dank­te er sei­nem On­kel Erz­bi­schof Ger­hard. Mög­li­cher­wei­se hat­te er um 1231 die Di­gni­tät ei­nes Dom­kan­tors inne. Zu­letzt war er Dom­propst. Als sol­cher tritt er 1241 erst­mals in den Quel­len auf.

Er wur­de 1247 zum Bi­schof von Müns­ter ge­wählt. An der Wahl be­tei­ligt war aus­schließ­lich das Dom­ka­pi­tel. Die päpst­li­che Be­stä­ti­gung er­hielt er ein Jahr spä­ter.

Wäh­rend sei­ner Amts­zeit för­der­te er be­son­ders den Bau des Cho­res des St. Pau­lus Doms. Um die Dom­props­tei ma­te­ri­ell bes­ser aus­zu­stat­ten. über­trug er ihr die Pfar­rei Telg­te. Er för­der­te durch Schen­kun­gen das Klos­ter- und Stifts­we­sen in sei­ner Diö­ze­se.

Zu sei­ner Zeit tra­ten die Städ­te und die spä­te­ren Land­stän­de deut­lich her­vor als un­ter sei­nen Vor­gän­gern. Vor dem Hin­ter­grund der Feh­de zwi­schen dem Erz­bi­schof von Köln und dem Bi­schof von Pa­der­born schlos­sen die Städ­te Müns­ter, Dort­mund, Soest und Lipp­stadt 1253 ei­nen Frie­dens­bund. Im Jahr 1257 kam es zum Bünd­nis von Dom­ka­pi­tel und Stadt Müns­ter. Dem Bi­schof al­lein trau­te man of­fen­bar die Wah­rung des Frie­dens nicht mehr zu.

Von er­heb­li­cher Be­deu­tung für die Ge­schich­te des Hoch­stifts Müns­ter wa­ren sei­ne ter­ri­to­ria­len Er­wer­bun­gen. Er er­warb das Go­ge­richt Strom­berg. Auch die Graf­schaft Bo­cholt kam als Pfand­be­sitz an den Bi­schof. Von be­son­ders gro­ßer Be­deu­tung war der Kauf der Herr­schaft Vech­ta. Es han­del­te sich da­bei um alte Be­sit­zun­gen der Gra­fen von Cal­ve­la­ge-Ra­vens­berg. Da­mit ver­bun­den wa­ren Gra­fen­rech­te an der mitt­le­ren Ems zwi­schen Mep­pen und Leer. Von wirt­schaft­li­cher Be­deu­tung war da­bei der Han­dels­ort Mep­pen. Im Kern­ge­biet um Vech­ta konn­te der Bi­schof sei­ne Herr­schaft weit­ge­hend durch­set­zen. Dies war nicht der Fall im Ems­gau. Dort kon­kur­rier­te er mit den Gra­fen von Teck­len­burg, Es ge­lang ihm al­ler­dings die meis­ten Frei­ge­rich­te im Ge­biet zwi­schen Ems und Hun­te zu ge­win­nen. Durch Pfand er­warb er 1252 vom Bis­tum Os­na­brück das Go­ge­richt Dam­me. Kö­nig Wil­helm von Hol­land be­lehn­te den Bi­schof 1253 mit Vech­ta und al­len Gü­tern in und au­ßer­halb von Fries­land, die Otto von Ra­vens­berg zu Le­hen ge­habt hat­te. Die­ser Er­werb stand am Be­ginn der Ent­wick­lung des Nie­der­stifts Müns­ter .

Zwi­schen Bi­schof und Ku­rie be­stan­den nur ge­rin­ge Ver­bin­dun­gen. Da­ge­gen stand er klar auf der Sei­te Kö­nig Wil­helms. Er war bei des­sen Wahl 1247 an­we­send. Er be­tei­lig­te sich 1254 nicht an dem vom Erz­bi­schof von Köln Kon­rad von Hoch­sta­den in­iti­ier­ten Rhei­ni­schen Bund ge­gen den Kö­nig. Nach dem Tod Wil­helms un­ter­stütz­te er Ri­chard von Corn­wall und be­fand sich 1257 in des­sen Be­glei­tung in Aa­chen.

Das Ver­hält­nis zu Erz­bi­schof Kon­rad von Hoch­sta­den war An­fangs gut. Bei­de schlos­sen 1252 ei­nen Ver­gleich über den Be­sitz der Stadt Vre­den. Di­stan­zier­ter wur­de die Be­zie­hung durch die un­ter­schied­li­che Hal­tung ge­gen­über Kö­nig Wil­helm und die durch Ot­tos Bru­der Si­mon von Pa­der­born ge­gen Köln ge­führ­ten Feh­de. Dies än­der­te al­ler­dings nichts grund­sätz­li­ches an ih­rem Ver­hält­nis. Otto be­sie­gel­te den Es­se­ner (Vor-)Frieden zwi­schen Köln und Pa­der­born von 1256 und spä­ter den end­gül­ti­gen Frie­den mit.

Nach sei­nem Tod wur­de Otto im St. Pau­lus­dom bei­gesetzt. Un­ter Otto stand der welt­li­che Aus­bau der Herr­schaft im Vor­der­grund. Al­ler­dings hat er in der Re­gel ver­sucht sei­ne Zie­le auf fried­li­chem Weg durch­zu­set­zen.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Otto II. von Lip­pe aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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