Oeynhausen (Adelsgeschlecht)

Stammwappen der von Oeynhausen

Stamm­wap­pen der von Oeyn­hau­sen

Oeyn­hau­sen ist der Name ei­nes al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts. Die Her­ren von Oy­en­hau­sen ge­hör­ten zum Ur­adel im Pa­der­bor­ner Land. Die Schreib­wei­se des Na­mens va­ri­iert von Oy­en­hau­sen, Oyn­hau­sen, Oin­hau­sen, Öyn­hau­sen, Oen­hau­sen bis Oeyn­hau­sen. Zwei­ge der Fa­mi­lie be­stehen bis heu­te.

Geschichte

Herkunft

In al­ten An­na­len wird der Name Oeyn­hau­sen als Ein­haus ge­deu­tet. Erst­mals er­wähnt wird das Ge­schlecht mit Bern­hardus vil­li­cus de Oi­en­hu­sen in ei­ner am 1. Mai 1237 aus­ge­stell­ten Ur­kun­de. Oeyn­hau­sen, der Na­men ge­ben­de Stamm­sitz, ist heu­te eine Ort­schaft bei der Stadt Nie­heim im Kreis Höx­ter. Die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he be­ginnt um 1300 mit Jo­hann von Oyn­hau­sen.

Linien und Besitzungen

Von Mit­te des 14. Jahr­hun­derts bis 1632 war Schloss Merls­heim im Be­sitz der Fa­mi­lie. Auf dem Le­hen­ta­ge des Fürst­bis­tums Pa­der­born im Jah­re 1500 er­schie­nen Jo­hann, Kon­rad und die Brü­der Bur­chard und Fried­rich von Oeyn­hau­sen. Seit die­ser Zeit ver­brei­te­te sich das Ge­schlecht in die um­lie­gen­den Lan­de. Be­reits 1430 ge­lang­ten die Gü­ter Lich­ten­au und Sud­heim in den Be­sitz bzw. Teil­be­sitz der Fa­mi­lie. 1536 konn­te Gut Gre­ven­burg bei Nie­heim er­wor­ben wer­den, das bis heu­te den Frei­her­ren von Oeyn­hau­sen ge­hört.

1592 er­warb die Fa­mi­lie die Ol­den­burg bei Ma­ri­en­müns­ter. Adam Arnd von Oeyn­hau­sen kauf­te im Jah­re 1600 von sei­nem Schwa­ger As­mus von Baum­bach wei­te­re Le­hen, er starb 1635 als Burg­mann zu Gie­ßen. Sein Sohn Hein­rich Her­mann († 1671) wur­de 1641 Kam­mer­jun­ker in Darm­stadt und braun­schwei­gi­scher Landd­rost und Berg­haupt­mann. Ge­org von Oeyn­hau­sen war um 1630 kai­ser­li­cher Oberst und zeich­ne­te sich eben­so wie Mel­chi­or Her­mann von Oeyn­hau­sen, her­zog­lich-hol­stei­ni­scher Oberst, wäh­rend des drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges aus. Arnd von Oeyn­hau­sen, Herr auf Gut Gre­ven­burg, war 1650 Haupt­mann und Kom­man­dant zu Gie­ßen. Ra­ban Ar­nold von Oeyn­hau­sen er­warb 1665 von den Schencken zu Schweins­berg die Wüs­tung Nord­ling als Lehn der Ab­tei Ful­da. Fried­rich von Oeyn­hau­sen zähl­te 1702 zu den Dom­her­ren von Pa­der­born. Spä­ter wur­den ein­zel­ne Zwei­ge des Ge­schlechts un­ter an­de­ren zu Lan­g­re­der im Ca­len­ber­ger Land und in neue­rer Zeit zu Brahls­torf bei Wit­ten­burg in Meck­len­burg-Schwe­rin be­sitz­lich.

Schon früh ge­hör­ten die Her­ren von Oeyn­hau­sen zum rit­ter­schaft­li­chen Adel im Ca­len­ber­ger Land. Wäh­rend des 18. Jahr­hun­derts wa­ren sie auch Mit­glied der Reichs­rit­ter­schaft im rhei­ni­schen Rit­ter­kreis.

Der Mag­de­bur­ger Dom­herr Graf Lud­wig Fer­di­nand von Oeyn­hau­sen, En­kel des ers­ten Gra­fen von Oeyn­hau­sen Ra­ban Chris­toph und des­sen Frau So­phia Ju­lia­na von der Schu­len­burg, wur­de 1725 von ei­nem On­kel müt­ter­li­cher­seits ad­op­tiert und nann­te sich dar­auf hin Graf von der Schu­len­burg-Oeyn­hau­sen. Er wur­de spä­ter kai­ser­li­cher Oberst und 1735 zum Ge­ne­ral­ma­jor be­för­dert. Der gräf­li­che Stamm be­grün­de­te zwei Li­ni­en und die ers­te Li­nie wie­der­um drei Zwei­ge.

Stamm­va­ter des ers­ten Zwei­ges der ers­ten Li­nie war der kur­han­no­ver­sche Ober­jä­ger und Forst­meis­ter Fried­rich Ul­rich Graf von Oeyn­hau­sen, Herr auf Gre­ven­burg, Re­el­sen und Dö­ren.

Den zwei­ten Zweig be­grün­de­te Graf Ju­li­us von Oeyn­hau­sen, Sohn des kur­han­no­ver­schen Ma­jors Graf Lud­wig von Oeyn­hau­sen.

Der drit­te Zweig der ers­ten Li­nie ist als por­tu­gie­sisch-bra­si­lia­ni­scher Zweig ins­be­son­de­re cha­rak­te­ri­siert durch Jo­hann Carl Au­gust von Oeyn­hau­sen-Gre­ven­burg (* 1777 oder 1778 wahr­schein­lich in Lis­sa­bon), letz­ter Ge­ne­ral­ka­pi­tän von São Pau­lo (1819–1821), mehr­fa­cher Mi­nis­ter (1827–1831, Aus­wär­ti­ges und Ma­ri­ne) un­ter dem bra­si­lia­ni­schen Kai­ser Dom Pe­dro I. und zu­letzt por­tu­gie­si­scher Gou­ver­neur von Mo­sam­bik (1837–1838). Spä­ter wur­de er zum Mar­quez de Ara­ca­ty er­nannt. Er war der Sohn des Gra­fen Carl Au­gust von Oeyn­hau­sen (* 5. No­vem­ber 1738; † 3. März 1793). Sei­ne Mut­ter ist un­be­kannt, er wur­de von sei­ner Stief­mut­ter, Leo­nor de Al­mei­da Por­tu­gal Lo­re­na y Lan­cast­re, der 4. Mar­que­za de Alor­na (1750–1839, mit sei­nem Va­ter ver­hei­ra­tet seit 1779) er­zo­gen. Sein Stief­bru­der Jo­hann Carl Ul­rich (* 1779) erb­te den Gra­fen­ti­tel von sei­nem Va­ter. Jo­hann Carl Au­gust von Oeyn­hau­sen-Gre­ven­burg starb am 28. März 1838, ohne Nach­kom­men zu hin­ter­las­sen.

Die zwei­te gräf­li­che Li­nie ist er­lo­schen. Letz­ter An­ge­hö­ri­ger war Graf Fer­di­nand Lud­wig (II.) von Oeyn­hau­sen, fürst­lich-lip­pi­scher Kam­mer­herr († 1860).

In Re­el­sen, wo zu­vor nur ein Ver­wal­ter­haus stand, wur­de 1871 ein neu­es Her­ren­haus au­ßer­halb der Ort­schaft er­rich­tet. Ein jün­ge­rer Sohn aus Re­el­sen, Graf Cuno von Oeyn­hau­sen (1860–1922), hei­ra­te­te 1894 die Er­bin des Fi­dei­kom­mis­ses Dri­burg, Hed­wig Frei­in von Cramm-Sier­stor­pff (1874–1907) und führ­te ab 1909 mit kai­ser­li­cher Ge­neh­mi­gung den Na­men Graf von Oeyn­hau­sen-Sier­stor­pff. Durch die Ein­hei­rat in die Fa­mi­lie Cramm über­nahm die­ser Fa­mi­li­en­zweig das 1784 von Kas­par Hein­rich von Sier­stor­pff ge­grün­de­te Kur­bad Dri­burg. Die Nach­kom­men be­trei­ben bis heu­te die Kur­kli­ni­ken Gräf­li­cher Park Bad Dri­burg.

Standeserhebungen

Der kö­nig­lich-bri­ti­sche Kam­mer­herr und Ober­jä­ger­meis­ter im Kur­fürs­ten­tum Han­no­ver Ra­ben Chris­toph von Oeyn­hau­sen wur­de von Kai­ser Karl VI. am 17. April 1722 zu Wien in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben. Die Er­he­bung wur­de am 14. Au­gust 1725 in Han­no­ver an­er­kannt und be­kannt ge­ge­ben. Die­se Er­he­bung ver­dank­ten er und sei­ne Frau Mar­ga­re­the, geb. Frei­in von der Schu­len­burg, ih­ren treu­en Diens­ten ge­gen­über dem Lan­des­herrn Kur­fürst Ge­org I. Lud­wig, denn sie hat­ten die aus der Li­ai­son ih­rer Schwes­ter bzw. Schwä­ge­rin Me­lu­si­ne von der Schu­len­burg mit dem spä­te­ren bri­ti­schen Kö­nig her­vor­ge­gan­ge­nen Töch­ter of­fi­zi­ell als ei­ge­ne Kin­der er­zo­gen.

Um stan­des­ge­mäß ver­hei­ra­tet wer­den zu kön­nen, er­hielt da­her die Pfle­ge­toch­ter Mar­ga­re­te Ger­trud von Oeyn­hau­sen, be­reits am 10. Ok­to­ber 1721 den Gra­fen­stand mit der An­re­de Hoch- und Wohl­ge­bo­ren und ei­ner Wap­pen­ver­meh­rung mit dem von der Schu­len­burg. Sie hei­ra­te­te im glei­chen Jahr, am 30. Sep­tem­ber, den Erb­gra­fen Al­brecht Wolf­gang zu Schaum­burg-Lip­pe, den Ge­sand­ten Han­no­vers und Groß­bri­tan­ni­ens am kur­pfäl­zi­schen Hof in Mann­heim.

Wei­te­re Zweig­li­ni­en des Ge­schlechts tru­gen den Frei­her­ren­ti­tel ge­wohn­heits­recht­lich. Eine preu­ßi­sche An­er­ken­nung des Frei­herrn­stan­des er­folg­te am 28. April 1874 durch Al­ler­höchs­te Ka­bi­netts­or­der.

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Blau eine auf­recht ge­stell­te sil­ber­ne Lei­ter mit vier Spros­sen. Auf dem be­krön­ten Helm zwei nach au­ßen schräg ge­stell­te sil­ber­ne Lei­ter­bäu­me mit je vier nach au­ßen ge­kehr­ten Spros­sen (hal­be Lei­tern). Die Helm­de­cken sind blau-sil­bern.

In spä­te­ren Ab­bil­dun­gen er­scheint als Helm­zier ein blau­er Flug, wo­bei je­der Flü­gel mit ei­nem der Lei­ter­bäu­me be­legt ist.

Die Lei­ter aus dem Wap­pen der Fa­mi­lie Oeyn­hau­sen er­scheint noch heu­te im Stadt­wap­pen von Bad Oeyn­hau­sen, dort wird sil­bern in der Tin­gie­rung weiß dar­ge­stellt.

Namensträger

  • Adolf von Oeyn­hau­sen (* 1877; † 1953), deut­scher Re­gie­rungs­be­am­ter und SS-Füh­rer
  • Fried­rich von Oeyn­hau­sen (* 1801; † 1875), han­no­ver­scher Ma­jor, meck­len­bur­gi­scher Guts­be­sit­zer und Po­li­ti­ker
  • Ge­org Lud­wig von Oeyn­hau­sen (* 1734; † 1811), han­no­ver­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Karl von Oeyn­hau­sen (* 1795; † 1865), preu­ßi­scher Berg­haupt­mann, Na­mens­ge­ber von Bad Oeyn­hau­sen
  • Grä­fin Oeyn­hau­sen-Schu­len­burg, Na­mens­ge­be­rin von Oeyn­hau­sen in Nie­der­ös­ter­reich (gegr. um 1770)

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Oeyn­hau­sen (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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