Jan 172017
 
Wappen der von Niehausen

Wap­pen der von Nie­hau­sen

Nie­hau­sen ((frü­her auch „Ny­hu­sen” und „Ny­hau­sen”) ist der Name ei­nes west­fä­li­schen Adels­ge­schlech­tes (Rit­ter­stand). Sein Stamm­sitz ist das Dorf Nie­sen, heu­te ein Orts­teil von Wil­le­ba­dessen.

Geschichte

1262 wur­de erst­mals ein Jo­hann von Nie­hau­sen als Zeu­ge in Gehr­den er­wähnt. Eine wei­te­re Er­wäh­nung er­folg­te um 1300. Nie­hau­sen war zu der Zeit eine Was­ser­burg mit Wehr­turm.

  • Luzi von Nie­hau­sen wur­de 1325 zu­sam­men mit Kurt Spie­gel vom De­sen­berg, Gott­schalk Go­ckeln und Kon­rad Rach­mann er­wähnt.
  • Her­mann van Ny­hu­sen ver­wal­te­te 1330 das Amt Nie­sen als Lehns­her­ren des Klos­ters Neu­en­heer­se. Er hat­te drei Söh­ne: En­ge­l­e­rus, Thi­de­ri­cus und Her­mann (II).
  • Lu­dolf van Ny­hu­sen, Knap­pe, über­ließ 1374 mit Zu­stim­mung der Äb­tis­sin So­phia des Stifts Heer­se der Wit­we sei­nes Vet­ters Jo­hann van Ny­hu­sen eine Leib­ren­te.
  • En­gel­bert van Ny­hu­sen, wur­de 1377 in ei­ner Zeu­gen­lis­te des Pa­der­bor­ner Bi­schofs Hein­rich von Spie­gel zum De­sen­berg ge­nannt. Er starb vor 1402.
  • Lu­dolff van Ny­hu­sen, Knap­pe, ver­kauf­te 1404 Escher­de bei Bra­kel.
  • Di­ede­rich van Ny­hau­sen, Knap­pe, stif­te­te 1422 mit Ge­neh­mi­gung des Köl­ner Bi­schofs Diet­rich von Mo­ers dem Klos­ter Gehr­den ein Le­hen zum See­len­heil sei­ner El­tern.

1438 tausch­ten Diet­rich und sei­ne Söh­ne En­gel­hard, Bernd und Jo­hann ihre Be­sit­zun­gen in Hel­mern, 4 Höfe mit 18 Hu­fen Land, 9 Köt­ter­stel­len, Holz, Was­ser und Fi­sche­rei, mit Gerd von Spie­gel ge­gen das Dorf Föl­sen, Pfarr­hof und 7 Hu­fen Land, Holz in Föl­sen, 19 Mor­gen Wie­se, 16 Köt­ter­stel­len mit 8 Hu­fen. 1456 kauf­te die Fa­mi­lie die Gü­ter Men­ger­sen, Frohn­hau­sen und Ro­ther­sen vom Stift Heer­se. 1464 kauf­te Diet­rich von Nie­hau­sen eine wei­te­re Flä­che vom Stift Heer­se hin­zu. Ihm folg­ten:

  • En­gel­hard von Nie­hau­sen, er­wähnt 1470
  • Diet­rich von Nie­hau­sen, er­wähnt 1496
  • Fre­de­rik von Nie­hau­sen, er­wähnt 1510
  • Kon­rad von Nie­hau­sen, er­wähnt 1525
  • En­gel­hard und Diet­rich von Nie­hau­sen, er­wähnt 1539

1555–1558 wur­de die alte Was­ser­burg neu er­baut, nach­dem seit 1515 die zum Amt Nie­sen ge­hö­ren­den Orte Lutha­dessen, Men­ger­sen, Rot­ter­sen, Swer­des­sen und Wip­pel­fört durch krie­ge­ri­sche Er­eig­nis­se zer­stört wor­den wa­ren. Um die Was­ser­burg her­um bil­de­te sich das Dorf Nie­sen.

  • 1580 war Anna von Nie­hau­sen mit Hein­rich von Spie­gel ver­hei­ra­tet. Sie be­wohn­ten die Hälf­te der Burg. Es kam hier­aus zu Erb­strei­tig­kei­ten zwi­schen den Fa­mi­li­en, der erst 1611 durch Zah­lung von 13.100 Reichstha­ler an die Fa­mi­lie von Spie­gel bei­gelegt wur­de.
  • Jo­hann von Nie­hau­sen wur­de 1582 und 1583 als Zeu­ge ge­nannt.
  • Hen­rich Diet­he­rich von Nie­hau­sen wur­de 1588 er­wähnt. Er wirk­te 1609 als Zeu­ge bei ei­nem Ge­schäft des Ar­noldt Spie­gel von Peckels­heim, Dom­herr zu Hal­ber­stadt als Zeu­ge mit. 1628 kam das Haus Stern in War­burg in Be­sitz der Fa­mi­lie.
  • Gott­schalk, Fried­rich und En­gel­hard von Nie­hau­sen wur­den 1643 er­wähnt. Im glei­chen Jahr wur­de Haus Vör­den an die Fa­mi­lie ver­pfän­det. 1664 lie­ßen Fried­rich und En­gel­hard die Schloss­ka­pel­le er­neu­ern. Sie wur­de 1674 dem Hl. Go­de­hard ge­weiht.
  • Gott­schalk von Nie­hau­sen war 1670 Rat und Drost zu Drin­gen­berg. 1683 wur­de Haus Vör­den er­neut an die Fa­mi­lie ver­pfän­det.
  • Jo­hann Gott­fried von Nie­hau­sen ließ 1704 das Nie­se­ner Her­ren­haus als re­prä­sen­ta­ti­ve ba­ro­cke An­la­ge neu er­rich­ten. Er hat­te zwei Söh­ne und drei Töch­ter. Ein Sohn fiel bei der In­gol­stadt 1702, der 2. Sohn wur­de 1706 bei ei­nem Du­ell in Ve­ne­dig von ei­nem Gra­fen Nostitz er­sto­chen. 1708 wur­de das War­bur­ger Haus Stern an die Bür­ger­fa­mi­lie Böttrich ver­kauft.
  • Ge­org von Nie­hau­sen, Jo­hanns Bru­der, war Dom­herr zu Pa­der­born, sei­ne Schwes­ter Aga­the war Äb­tis­sin war 1693–1715 Äb­tis­sin des frei­welt­li­chen Da­men­stifts Neu­en­heer­se.

Nach Jo­hanns Tod mel­de­te sich Frei­herr Spie­gel zu Peckels­heim als Erbe. Die­ses trat je­doch der Bru­der Ge­org an und hei­ra­te­te mit päpst­li­chen Dis­pens Ma­ria The­re­sia Frei­in von Plet­ten­berg. Die Ehe blieb je­doch ohne Kin­der. Am 4. April 1719 ver­mach­te Ge­org tes­ta­men­ta­risch eine Me­mo­rie von 400 Reichstha­ler zu­guns­ten des Dom­ka­pi­tels zu Pa­der­born und 100 Reichstha­ler zu­guns­ten des Ka­pu­zi­ner­klos­ters Bra­kel, des Do­mi­ni­ka­ner­klos­ters War­burg und des Mi­no­ri­ten­klos­ters Her­stel­le. Als Uni­ver­sal­er­ben setzt er Dom­ka­pi­tu­lar En­gel­hardt von Bo­choltz aus Stör­me­de, Sohn sei­ner Schwes­ter Mar­ga­re­te, ein. Sei­ne Frau Ma­ria soll die Leib­ren­te an al­len von ihm hin­ter­las­se­nen Gü­tern ge­nie­ßen, so lan­ge sie im Wit­wen­stand bleibt. Soll­te sie er­neut hei­ra­ten und zwar ins­be­son­de­re sei­nen Uni­ver­sal­er­ben En­gel­hardt von Bucholtz, sol­len bei­de das Haus Nie­sen samt al­len Gü­tern ge­mein­schaft­lich zu Ei­gen­tum ha­ben. Ge­org von Nie­hau­sen starb am 8. April 1719.

Mit Ge­orgs Tod er­losch das Ge­schlecht der von Nie­hau­sen im Man­nes­stamm. Frei­herr von Spie­gel mel­de­te er­neut An­sprü­che auf den Rit­ter­sitz Nie­sen an. Es er­folg­te ein wei­te­rer lan­ger Erb­streit zwi­schen den Fa­mi­li­en von Bo­choltz und von Spie­gel, den die von Spie­gel aber ver­lo­ren. Die Res­te der mit­tel­al­ter­li­chen Burg wur­den im 19. Jahr­hun­dert ab­ge­ris­sen. Das ba­ro­cke Her­ren­haus brann­te 1951 nie­der und wur­de ver­klei­nert wie­der­auf­ge­baut.

Wappen

Das Wap­pen zeigt in Sil­ber ei­nen schwar­zen Am­boss. Auf dem Helm mit schwarz-sil­ber­nen De­cken und Wulst der Am­boss zwi­schen zwei schwarz-sil­bern über­eck ge­teil­ten Hör­nern.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Nie­hau­sen aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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