Niederstift Münster

Das Nie­der­stift Müns­ter war der nörd­li­che Teil des Hoch­stifts Müns­ter, das zu­sam­men mit dem Ober­stift Müns­ter das Hoch­stift mit Bi­schofs­sitz in Müns­ter bil­de­te. Es wur­de frü­her ge­le­gent­lich auch als „Nie­der­müns­ter“ be­zeich­net. Ober­stift und Nie­der­stift hat­ten un­ter­schied­li­che Ver­fas­sun­gen.

Geographie

Das Nie­der­stift um­fass­te die Land­schaf­ten Ems­land, Hümm­ling so­wie die Land­schaft, die heu­te Ol­den­bur­ger Müns­ter­land ge­nannt wird.

Das Nie­der­stift grenz­te im Wes­ten an die Graf­schaft Bent­heim und die Ver­ei­nig­ten Nie­der­lan­de, an glei­cher Stel­le be­fin­det sich heu­te die Gren­ze zwi­schen Deutsch­land und den Nie­der­lan­den. Im Nor­den grenz­te es an Ost­fries­land und Ol­den­burg, im Os­ten an die Graf­schaf­ten Hoya und Diep­holz. Im Sü­den grenz­te es an das Hoch­stift Os­na­brück, die Nie­der­graf­schaft Lin­gen und an das Ober­stift.

Geschichte

Nach­dem Graf Otto von Ra­vens­berg 1244 ohne männ­li­chen Er­ben ge­stor­ben war, ver­kauf­te sei­ne Toch­ter und Er­bin Jut­ta ihre Gü­ter im Ems­land und um Vech­ta 1252 an den Bi­schof von Müns­ter, Otto II. von Lip­pe. Die­ses so­ge­nann­te „Os­na­brü­cker Nord­land“ wur­de zum Grund­stock des spä­te­ren Nie­der­stif­tes. Im Jah­re 1400 be­sieg­te Bi­schof Otto von Müns­ter, im Bun­de mit Bi­schof Diet­rich von Os­na­brück, den Teck­len­bur­ger Gra­fen Ni­ko­laus und er­ober­te des­sen Fes­tun­gen Clop­pen­burg und Frie­soy­the. Da­mit er­hielt das Nie­der­stift im We­sent­li­chen die Aus­deh­nung, bei der es bis zum Ende des Al­ten Rei­ches ver­blieb. Da die Graf­schaft Teck­len­burg auch Stadt und Amt Be­ver­gern an Müns­ter ab­tre­ten muss­te, ge­wann das Bis­tum Müns­ter zu­gleich eine schma­le Land­brü­cke bei Rhei­ne, zwi­schen der Graf­schaft Bent­heim im Wes­ten und der Nie­der­graf­schaft der Graf­schaft Lin­gen im Os­ten. Die­ser Kor­ri­dor ver­band die bei­den Bis­tums­hälf­ten mit­ein­an­der: das Ober­stift im Sü­den und das Nie­der­stift im Nor­den.

Schon im 13. Jahr­hun­dert wa­ren, und zwar – in­fol­ge der grö­ße­ren Ent­fer­nung zum Bi­schofs­sitz – be­reits frü­her als im Ober­stift, zur bes­se­ren Ver­wal­tung Dros­ten ein­ge­setzt und so die Grund­la­gen ei­ner Amts­ver­fas­sung ge­legt wor­den. Nach dem Zu­ge­winn von 1400 wur­de das Nie­der­stift dau­er­haft in drei Äm­ter ge­glie­dert: Mep­pen, Clop­pen­burg und Vech­ta. Eine Be­son­der­heit des Nie­der­stifts war, dass es zwar po­li­tisch zum Hoch­stift Müns­ter ge­hör­te, kirch­lich aber bis 1668 zum Bis­tum Os­na­brück.

Zur Zeit der Re­for­ma­ti­on wa­ren un­ter Bi­schof Franz von Wal­deck die Äm­ter Clop­pen­burg und Vech­ta rund 70 Jah­re von 1543 bis 1613 lu­the­risch ge­prägt. In je­ner Zeit wirk­te in die­ser Re­gi­on der evan­ge­li­sche Re­for­ma­tor Her­mann Bon­nus. Im Zuge der Ge­gen­re­for­ma­ti­on un­ter Bi­schof Fer­di­nand von Bay­ern wur­de die Re­gi­on re­ka­tho­li­siert.

Bis zum Ende sei­nes Be­stehens blieb das Nie­der­stift nur dünn be­sie­delt. 1795 wur­den le­dig­lich 67.041 Ein­woh­ner ge­zählt; bei ei­ner Flä­che von rund 4200 km² wa­ren es also nur 16 Ein­woh­ner pro km².

Durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss am 25. Fe­bru­ar 1803 in Re­gens­burg wur­den die geist­li­chen Fürs­ten­tü­mer auf­ge­löst. De­ren Ter­ri­to­ri­en wur­den an die deut­schen Fürs­ten, die ihre links­rhei­ni­schen Be­sit­zun­gen auf­grund des Frie­dens­ver­trag von Lu­n­é­vil­le an das fran­zö­si­sche Kai­ser­reich ver­lo­ren hat­ten, ent­schä­digt. Das Nie­der­stift Müns­ter fiel da­bei über­wie­gend an den Her­zog von Haus Aren­berg (Amt Mep­pen als Teil des Her­zog­tums Aren­berg-Mep­pen) und an das Her­zog­tum Ol­den­burg (Äm­ter Clop­pen­burg und Vech­ta).

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Nie­der­stift Müns­ter aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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