Neuhoff (Adelsgeschlecht)

Neu­hoff ist der Name ei­nes al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts aus der Graf­schaft Mark, das sich bis ins 14. Jahr­hun­dert zu­rück­ver­fol­gen lässt.

Aus der Fa­mi­lie gin­gen zahl­rei­che Sei­ten­li­ni­en her­vor. Stamm­sitz ist Schloss Neu­en­hof (bei Lü­den­scheid). Wei­te­re Be­sit­ze wa­ren Pun­gel­scheid (bei Wer­dohl), Haus Ley (bei Rün­de­roth), Burg Ei­bach (bei Lind­lar, heu­te Rui­ne) und Burg Ko­ver­stein (bei Mein­erz­ha­gen, heu­te Rui­nen­res­te). Die Fa­mi­lie stell­te über Ge­nera­tio­nen die Dros­ten in ei­ni­gen Äm­tern der Re­gi­on und be­setz­te wei­te­re ein­fluss­rei­che Po­si­tio­nen. Aus ihr gin­gen der ein­zi­ge Kö­nig von Kor­si­ka, ein Bi­schof und meh­re­re Äbte her­vor. Zwei­ge der Fa­mi­lie be­stehen bis heu­te.

Geschichte

Stammlinie

Wappen derer von Neuhoff

Wap­pen de­rer von Neu­hoff

Röt­ger (Rüt­ger) vam Nien­have (Nig­gen­ho­ve) ist der äl­tes­te be­kann­te Ver­tre­ter der Fa­mi­lie und wur­de 1326 erst­mals in ei­nem Brief zu Soest ge­nannt. 1331 wur­de „Rüt­ger van dem Nig­gen­ho­ve, ein wohl­ge­bor­ner Knape“ vom Graf Hein­rich von Nas­sau-Sie­gen mit ei­ner Geld­sum­me be­lehnt. Bei dem Nig­gen­ho­ve han­del­te es sich wohl um eine Was­ser­burg. Röt­ger hat­te zwei Söh­ne, En­gel­bert und Röt­ger.

En­gel­bert „dey Kel­ner“ van dem Nig­gen­ho­ve wur­de 1338 und 1352 als Be­sit­zer des Hau­ses Neu­en­hoff ge­nannt. Er war ver­hei­ra­tet mit Ju­dit (Gu­de­ke) von Dü­den­scheid, Ihre Kin­der hie­ßen Röt­ger, Eber­hard (Evert) und En­gel­bert.

En­gel­bert (II.) van dem Nig­gen­ho­ve „dey Schnacke“ ge­hör­te noch das hal­be Haus Neu­en­hoff. Er hei­ra­te­te 1361 Agnes (Ney­se) von Dei­sin­ghau­sen und hat­te mit ihr zwei Söh­ne, En­gel­bert und Jo­hann.

Rüt­ger von Neu­hoff auf Kal­ten­bach bei Rün­de­roth er­scheint 1370.

En­gel­bert (III.) vam Ny­en­ho­fe hei­ra­te­te Eli­sa­beth von Fre­mers­dorff und hat­te mit ihr 6 Kin­der.

Jo­hann von dem Ney­en­ho­fe tritt 1395 ur­kund­lich auf und sie­gelt.

Rött­ger (II.) von Neu­hoff „dey Duve“ (der Tau­be) (* 1378, † 1447), Sohn von En­gel­bert, ver­tei­dig­te 1404 im Diens­te des Gra­fen Adolf von Kle­ve die Burg Berg­neu­stadt, er­ober­te die Wolffs­burg in Hes­sen, die Stadt Len­nep im Ber­gi­schen und zog bis vor Mül­heim am Rhein. Auf­grund sei­ner Ver­diens­te wur­de er Amt­mann zu Lü­den­scheid, Berg­neu­stadt, Bre­cker­feld und Plet­ten­berg. 1408 er­warb er die An­tei­le sei­ner Brü­der und Vet­tern am Schloss Neu­en­hoff und wur­de so al­lei­ni­ger Be­sit­zer. 1419 hei­ra­te­te er Eli­sa­beth von Plet­ten­berg und be­kam mit ihr zwei Söh­ne, Jo­hann und Her­mann, so­wie eine Toch­ter. 1435 war er Bür­ger­meis­ter von Lü­den­scheid.

Adolf von Neu­hoff ge­nannt von der Ley be­ginnt 1420 die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he.

Jo­hann von Neu­hoff „dey Duve“, erb­te Schloss Neu­en­hoff und die Dros­ten­äm­ter zu Lü­den­scheid und Bre­cker­feld. Er hei­ra­te­te Mar­gret von und zu Cob­ben­ro­de.

Ge­org von Neu­hoff († 1538), ein­zi­ger Sohn von Jo­hann, erb­te das Dros­ten­amt zu Lü­den­scheid und Bre­cker­feld. Er hei­ra­te­te Bi­lie (Wi­gi­le) Steck zur Stein­ku­len und hat­te mit ihr vier Kin­der.

Ja­cob von Neu­hoff († 1578), Sohn von Ge­org, war Drost zur Berg­neu­stadt und seit 1529 mit Els­ke Quad von Wick­rad zu Stadt­eck ver­hei­ra­tet, mit der er fünf Kin­der hat­te.

Stef­fen von Neu­hoff († 1609), Sohn von Ja­cob, wur­de Truch­sess des Her­zog Wil­helm zu Jü­lich-Kle­ve-Berg und erb­te das Dros­ten­amt in Berg­neu­stadt. 1572 hei­ra­te­te er Mar­gret von und zu Can­stein und kam so an ihr Erbe zu Horst­mar und Neu­en­burg. Das Paar hat­te 10 Kin­der, der Äl­tes­te war Leo­pold.

Leo­pold von Neu­hoff (* 1574, † 1634) wur­de in­fol­ge des Jü­lich-Kle­vi­schen Erb­fol­ge­strei­tes um 1614 kur­bran­den­bur­gi­scher Rat. 1632 wur­de er Drost zu Hör­de und Lü­nen und gab da­für das Amt in Berg­neu­stadt ab. Er war ver­hei­ra­tet mit Eli­sa­beth Schenck­inck zu Be­vern, Ha­se­lü­nen und Horst­mar.

Stef­fen von Neu­en­hoff (* 1608, † 1671), sein Sohn, und wur­de eben­falls kur­bran­den­bur­gi­scher Rat so­wie Dros­te zu Al­te­na und Iser­lohn. 1643 ließ er das Schloss Neu­en­hoff nach Kriegs­be­schä­di­gun­gen zu ei­nem zwei­ge­schos­si­gen Wohn­haus aus­bau­en. Er hei­ra­te­te 1638 Adol­pha von Asche­berg und hat­te mit ihr 9 Kin­der.

Jo­hann Leo­pold von Neu­hoff (* 1641, † 1701), äl­tes­ter Sohn Stef­fens, war Herr zu Neu­en­hoff und Laer. Er durch­wan­der­te Frank­reich und Ita­li­en und wur­de 1666 kur­bran­den­bur­gi­scher Haupt­mann. Fer­ner war er Cle­ver und Mär­ki­scher Jus­tiz- und Hof­ge­richts­rat und Dros­te zu Al­te­na und Iser­lohn. Das Schloss ließ er an der Ost­sei­te durch zwei flan­kie­ren­de Tür­me er­wei­tern. 1695 wur­den die Ar­bei­ten durch Auf­set­zen ei­ner Wet­ter­fah­ne mit Jah­res­zahl ab­ge­schlos­sen.

Eli­sa­beth Jo­si­na Neu­hoff, sei­ne Toch­ter aus zwei­ter Ehe mit Ida von und zu Laar, wur­de man­gels männ­li­chem Nach­wuchs Al­lein­er­bin. 1714 hei­ra­te­te sie den Frei­herrn Fried­rich Wil­helm Leo­pold Chris­ti­an von Bot­t­len­beck ge­nannt Kes­sell zu Hack­hau­sen.

Neuhoff zu Pungelscheid

Her­mann (I.) von Neu­hoff, der zwei­te Sohn Rött­gers (II.) und Eli­sa­beth von Plet­ten­berg (s.o.) war 1465 Herr zu Pun­gel­scheid, Pfand­herr des Hau­ses Rade auf der Vol­me und Dros­te zu Nien­ra­de.

Her­mann (II.) von Neu­hoff, Sohn Her­manns, hat­te Be­sitz zu Neu­en­ra­de und war ver­hei­ra­tet mit Ca­tha­ri­na von Bon­zel. Ihre Söh­ne Vol­mer, Cas­par und Bernd wur­den 1524 in ei­nem Brief des Stifts Her­de­cke als Brü­der und Zeu­gen ge­nannt.

Vol­mer von Neu­hoff († vor 1544) erb­te das Dros­ten­amt und den Be­sitz zu Neu­en­ra­de und wur­de 1509–1543 er­wähnt. Um 1520 hei­ra­te­te er Anna von Voss zu Ro­den­berg und hat­te mit ihr drei Söh­ne, Her­mann, Wil­helm und Vol­mer. Die Burg Pun­gel­scheid fiel je­doch an sei­nen Bru­der Cas­par. Von ihm erb­te sie des­sen Schwie­ger­sohn Jas­par Rump von Va­ren­bert.

Vol­mer (II.), Sohn Vol­mers (I.) von Neu­hoff, leb­te noch 1560. Er war ver­hei­ra­tet mit So­phia Knip­ping zum Grim­berg und Gre­vel und hat­te mit ihr acht Kin­der, dar­un­ter Gert und Her­mann.

Gert von Neu­hoff erb­te das Dros­ten­amt Nien­ra­de und war Herr zu Rha­de, Ge­lin­de und Gre­vel. 1573 be­glei­te­te er Her­zog Wil­helm von Jü­lich-Kle­ve-Berg nach Preu­ßen und nahm 1585 auf ei­nem Tur­nier in Düs­sel­dorf teil. 1598 wur­de er Drost zu Berg­neu­stadt. 1607 wur­de er zu­dem mit Lü­ne­burg be­lehnt und nann­te sich nun Drost zu Lü­nen, Herr zu Gre­vel. Er war zu­nächst mit Ce­ci­lia von In­gen­ha­ven ver­hei­ra­tet und hat­te mit ihr ei­nen Sohn, Wil­helm. Da­nach war er noch drei­mal ver­hei­ra­tet und hat­te vie­le wei­te­re Kin­der.

Wil­helm von Neu­hoff, Herr zu Rha­de und Ge­lin­de, war auch Drost zu Lü­nen und Nien­ra­de. Im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de er 1627 kur­bran­den­bur­gi­scher Kriegs-Kom­mis­sar. 1636 hei­ra­te­te er sei­ne 14-jäh­ri­ge Cou­si­ne Anna Hen­ri­ca von Neu­hoff gen. Ley, Er­bin zu Pun­gel­scheid und brach­te so Pun­gel­scheid wie­der in Fa­mi­li­en­be­sitz. Aus der Ehe gin­gen vier Kin­der her­vor.

Di­ed­rich Stef­fen von Neu­hoff († 1694), der äl­tes­te Sohn Wil­helms, wur­de Herr zu Pun­gel­scheid, Ge­lin­de, kur­bran­den­bur­gi­scher Drost zu Nien­ra­de und Cle­ve und Mär­ki­scher Jus­tiz­rat. 1622 hei­ra­te­te er eben­falls eine Cou­si­ne, Anna Eli­sa­beth von und zu Neu­hoff. Mit ihr hat­te er 10 Kin­der, dar­un­ter Frantz Bern­hard Jo­han und Leo­pold Wil­helm, den Va­ter des kurz­zei­ti­gen Kö­nigs von Kor­si­ka, Theo­dor von Neu­hoff.

Frantz Bern­hard Jo­han von Neu­hoff (* 1664, † 1747) wur­de Herr zu Pun­gel­scheid, Rade, Ebach, Ge­lin­de, Muck­hau­sen und Sas­sen­ra­de. Zu­dem wur­de er kö­nig­lich-preu­ßi­scher ge­hei­mer Re­gie­rungs­rat und Drost zu Nien­ra­de, Al­te­na und Iser­lohn. Mit sei­ner zwei­ten Frau Ama­lia Wil­hel­mi­na Eli­sa­beth von der Mark zu Vil­ges­te hat­te er drei Söh­ne und vier Töch­ter. Das Ge­schlecht der von Neu­hoff be­steht bis heu­te

Neuhoff zu Ahausen

Theodor von Neuhoff (zeitgenössischer Kupferstich)

Theo­dor von Neu­hoff (zeit­ge­nös­si­scher Kup­fer­stich)

Her­mann (III.) von Neu­hoff (* um 1530, † 1581), Sohn des Vol­mar II. von Neu­hoff zu Pun­gel­scheid, hei­ra­te­te vor 1559 Eli­sa­beth von Schnel­len­berg, Er­bin zu Ahau­sen und kam durch sie in Be­sitz von Gut Ahau­sen. Ihre Kin­der hie­ßen Wil­helm, Jo­hann und Anna.

Wil­helm von Neu­hoff zu Ahau­sen erb­te Ahau­sen. Sein Bru­der Jo­hann von Neu­hoff wur­de 1586 als Herr zu För­de, Nie­der­mar­pe und Weu­spert er­wähnt. Jo­hanns Toch­ter Theo­do­ra Gui­da erb­te 1633 Nie­der­mar­pe und hei­ra­te­te spä­ter Ernst Jobst von Schle­dorn. Sei­ne Schwes­ter Anna von Neu­hoff, hei­ra­te­te im Jah­re 1592 den kur­köl­ni­schen Rat und Dros­ten der Äm­ter Evers­berg und Me­de­bach Hein­rich von Scha­de, der ein Burg­manns­gut zu Gre­ven­stein be­saß.

Jo­hann Adri­an von Neu­hoff, Sohn Wil­helms, erb­te das Schloss Ahau­sen.

Sein Sohn, der als fürst­lich ful­dai­scher Amt­mann in Bie­ber­stein leb­te, ver­kauf­te 1642 das Gut Ahau­sen an sei­nen Vet­ter Jo­hann Mo­ritz von Scha­de zu Gre­ven­stein.

Wappen

Das Wap­pen zeigt eine her­ab­hän­gen­de Ket­te von meist drei Glie­dern. Auf dem Helm ei­nen Tur­nier­hut mit mehr oder we­ni­ger Schwung­fe­dern. Die Tinc­tu­ren sind ver­schie­den. Die Neu­hof ohne Bei­na­men ha­ben in Schwarz eine sil­ber­ne Ket­te, die Neu­hof ge­nannt von der Ley ha­ben die sil­ber­ne Ket­te in Blau und jene die Schwung­fe­dern eine um die an­de­re Schwarz und Sil­ber, die­se Blau und Sil­ber. An­fangs schei­nen die Neu­hof ge­nannt Ley nur zwei hal­be Rin­ge im Wap­pen ge­führt zu ha­ben.

Bekannte Familienmitglieder

  • Theo­dor von Neu­hoff zu Pun­gel­scheid (1694–1756), Aben­teu­rer, 1736 zum Kö­nig von Kor­si­ka ge­wählt, Un­ter­stüt­zer der dor­ti­gen Frei­heits­be­we­gung.
  • Her­mann Ge­org von Neu­hoff-Ley, Fürst­abt von Ful­da 1635–1644
  • Rut­ger Ste­fan von Neu­hoff-Ley, Abt der Reichs­ab­tei Kor­neli­müns­ter 1699–1713

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Neu­hoff (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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