Jan 252017
 
Maximilian Franz (1756–1801)

Ma­xi­mi­li­an Franz (1756–1801)

Ma­xi­mi­li­an Franz Xa­ver Jo­seph Jo­hann An­ton de Pau­la Wen­zel von Ös­ter­reich (* 8. De­zem­ber 1756 in Wien; † 26. Juli 1801 auf Schloss Het­zen­dorf bei Wien), als ös­ter­rei­chi­scher Erz­her­zog Ma­xi­mi­li­an II. Franz, war seit 1780 Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens und von 1784 bis 1801 Kur­fürst und Erz­bi­schof von Köln so­wie Fürst­bi­schof von Müns­ter. Er war von der Auf­klä­rung be­ein­flusst und such­te in ver­schie­de­nen Po­li­tik­fel­dern Re­for­men durch­zu­set­zen. Im Zuge des ers­ten Ko­ali­ti­ons­krie­ges wur­den die links­rhei­ni­schen Ge­bie­te be­setzt und spä­ter Frank­reich ein­ver­leibt. Die Durch­füh­rung der Sä­ku­la­ri­sa­ti­on und da­mit das Ende des Kur­staa­tes hat Ma­xi­mi­li­an Franz nicht mehr er­lebt.

Leben

Frühe Jahre

Max Franz, wie ihn sei­ne Mut­ter nann­te, war der jüngs­te Sohn des Hei­li­gen Rö­mi­schen Kai­sers Franz I. Ste­phan und des­sen Ehe­frau Ma­ria The­re­sia von Habs­burg und wur­de am 48. Ge­burts­tag sei­nes Va­ters ge­bo­ren. Er hat­te fünf­zehn Ge­schwis­ter, zwei sei­ner äl­te­ren Brü­der wa­ren die Kai­ser Jo­seph II. und Leo­pold II.

Maximilian Franz, als Hochmeister des Deutschen Ordens, Château de Versailles

Ma­xi­mi­li­an Franz, als Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens, Châ­teau de Ver­sailles

Be­reits im Al­ter von neun Jah­ren starb der Va­ter, so dass sei­ne Er­zie­hung ganz in den Hän­den von Ma­ria The­re­sia lag. Ur­sprüng­lich soll­te er die un­ga­ri­sche Statt­hal­ter­schaft über­neh­men. Da­für er­hielt er schon 1767 das Groß­kreuz des St. Ste­phan­or­dens. Auch hat er das Land mehr­fach be­sucht. Im Jahr 1777 ver­fass­te er eine Denk­schrift mit ver­schie­de­nen Re­form­vor­schlä­gen. Auch soll­te er Karl Alex­an­der von Loth­rin­gen als Hoch- und Deutsch­meis­ter des Deut­schen Or­dens nach­fol­gen. Im Al­ter von 13 Jah­ren, am 9. Juli 1770, wur­de er von Karl Alex­an­der von Loth­rin­gen in der Wie­ner Au­gus­ti­ner­kir­che zum Deut­schen Or­dens­rit­ter ge­schla­gen, nach­dem er be­reits am 3. Ok­to­ber 1769 zum Ko­ad­ju­tor des Hoch­meis­ters ge­wählt wor­den war.

1774 un­ter­nahm er als Ka­va­liers­tour sei­ne ers­te gro­ße Rei­se durch Deutsch­land, die Nie­der­lan­de, Ita­li­en und Frank­reich, wo­bei er auch den Or­den und sei­ne Mit­glie­der ken­nen­lern­te. In Fol­ge sei­nes Auf­ent­hal­tes am Hof von Ver­sailles ent­wi­ckel­te er eine dau­er­haf­te Ab­nei­gung ge­gen die Men­ta­li­tät des fran­zö­si­schen Adels. An­läss­lich sei­nes Auf­ent­halts in Salz­burg schuf Mo­zart ihm zu Eh­ren die Oper Il re pas­to­re. Da sei­ne Mut­ter ihn zum Ge­ne­ral­statt­hal­ter von Un­garn ma­chen woll­te, er­hielt er Un­ter­richt im Kriegs­fach und un­ter­zog sich in Un­garn ei­ner har­ten mi­li­tä­ri­schen Aus­bil­dung. Wäh­rend des kur­zen Feld­zugs im Baye­ri­schen Erb­fol­ge­krieg be­glei­te­te er sei­nen Bru­der Jo­seph II., der sei­ne Fä­hig­kei­ten lob­te. Al­ler­dings er­krank­te er so schwer, dass je­der Ge­dan­ke an ei­nen mi­li­tä­ri­schen Be­ruf wie­der auf­ge­ge­ben wer­den muss­te. Ge­schwuls­te an bei­den Bei­nen muss­ten ope­ra­tiv ent­fernt wer­den. Die Tat­sa­che, dass er mi­li­tä­ri­schen Auf­ga­ben nicht ge­wach­sen war, be­deu­te­te auch das Ende der Statt­hal­ter­plä­ne.

Koadjutorwahl in Köln und Münster

Maximilian Franz von Österreich (links), seine Schwester Marie Antoinette und deren Ehemann König Ludwig XVI. von Frankreich

Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich (links), sei­ne Schwes­ter Ma­rie An­toi­net­te und de­ren Ehe­mann Kö­nig Lud­wig XVI. von Frank­reich

Ma­ria The­re­sia hat­te An­fangs noch kei­ne Plä­ne ge­habt, Ma­xi­mi­li­an Franz die Köl­ner Erz­bi­schofs­wür­de zu ver­schaf­fen. Wen­zel An­ton von Kau­nitz-Riet­berg ar­gu­men­tier­te mit Er­folg, dass eine habs­bur­gi­sche Se­kun­do­ge­ni­tur in Kur­köln ein ge­wis­ses Ge­gen­ge­wicht ge­gen den preu­ßi­schen Ein­fluss in Nord­west­deutsch­land bil­den könn­te. Dar­auf­hin be­stimm­te Ma­ria The­re­sia ge­gen den Wil­len von Ma­xi­mi­li­an Franz, dass die­ser in den geist­li­chen Stand ein­tre­ten soll­te. Sie woll­te sich um den Erz­bi­schofs­sitz in Köln und den Bi­schofs­sitz in Müns­ter be­mü­hen. Nur wi­der­wil­lig stimm­te der dem zu. Die Plä­ne stie­ßen auf Ent­ge­gen­kom­men beim kur­köl­ni­sche Pre­mier­mi­nis­ter und Or­dens­rit­ter Cas­par An­ton von Bel­der­busch. Ge­gen die Kan­di­da­tur ei­nes Habs­bur­gers in Nord­west­deutsch­land wa­ren so­wohl Preu­ßen wie auch die Nie­der­lan­de. Auch der müns­ter­sche Staats­mi­nis­ter Franz von Fürs­ten­berg, der selbst das Amt des Bi­schofs von Müns­ter an­streb­te, war ge­gen eine Kan­di­da­tur von Ma­xi­mi­li­an Franz.

Ma­ria The­re­sia ge­lang es schließ­lich auch, den Köl­ner Erz­bi­schof Ma­xi­mi­li­an Fried­rich da­von zu über­zeu­gen, ih­ren Sohn als Ko­ad­ju­tor an­zu­neh­men. Dazu er­hielt die­ser eine be­trächt­li­che le­bens­lan­ge Geld­ren­te und auch Bel­der­busch be­kam gro­ße Geld­sum­men. Des­sen Nef­fen wur­de zu­dem der Gra­fen­ti­tel ver­lie­hen. Auch die Dom­her­ren wur­den mit den üb­li­chen „Ge­schen­ken“ be­dacht.

Von Be­deu­tung war, dass sich Lud­wig XVI. für sei­nen Schwa­ger Max Franz, den Bru­der sei­ner Frau Ma­rie An­toi­net­te, aus­sprach. Dies mach­te Ein­druck auf die eu­ro­päi­schen Mäch­te und ließ ein dro­hen­des Schrei­ben Preu­ßens wir­kungs­los wer­den. Der Brief trieb die noch un­ent­schlos­se­nen Köl­ner Dom­her­ren auf die Sei­te von Ma­xi­mi­li­an Franz. Am 7. Au­gust 1780 wur­de er ein­stim­mig zum Ko­ad­ju­tor in Köln und am 16. Au­gust 1780 zum Ko­ad­ju­tor in Müns­ter ge­wählt – die Nach­richt über die­se Wahl über­brach­te sei­ner Mut­ter der Ge­ne­ral und Deutsch-Or­dens­rit­ter Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff.

Am 9. Juli 1780 er­teil­te ihm der Wie­ner Nun­ti­us Giu­sep­pe Ga­ram­pi in der Wie­ner Hof­ka­pel­le die Ton­sur und am 1. Au­gust 1780 auch die nie­de­ren Wei­hen. Vom Emp­fang der hö­he­ren Wei­hen hat­te ihn der Papst für die fol­gen­den fünf Jah­re zu­nächst dis­pen­siert. Hat­te Max Franz an­fäng­lich auch eine Ab­nei­gung ge­gen den geist­li­chen Stand, so wich die­se doch zu­neh­mend, zu­mal er sich nun mit theo­lo­gi­schen Stu­di­en be­fass­te.

Mit dem Tode sei­nes On­kels wur­de Max Franz in Bad Mer­gen­theim am 25. Ok­to­ber 1780 zum Hoch­meis­ter des Or­dens in­thro­ni­siert. Die Lei­tung des Or­dens und die Re­gie­rung des klei­nen und zer­split­ter­ten Or­dens­ge­bie­tes mach­ten ihn mit der prak­ti­schen Re­gie­rungs­ar­beit ver­traut. Er er­wies sich als pflicht­be­wuss­ter Ad­mi­nis­tra­tor, der Re­for­men etwa in der Jus­tiz, im Schul­we­sen und im kirch­li­chen Be­reich ver­an­lass­te.

Kurfürst von Köln und Fürstbischof von Münster

Nach­dem er im Früh­jahr 1783 Papst Pius VI. in Rom be­sucht hat­te, wur­de er durch den Tod des re­gie­ren­den Bi­schofs am 21. April 1784 neu­er Erz­bi­schof-Kur­fürst von Köln und Fürst­bi­schof von Müns­ter. Am 27. April 1784 traf er in sei­ner neu­en Re­si­denz­stadt Bonn ein und über­nahm die Re­gie­rungs­ge­schäf­te sei­ner Bis­tü­mer. Nach­dem er sich im No­vem­ber für drei Wo­chen in das Köl­ner Pries­ter­se­mi­nar zu­rück­ge­zo­gen hat­te, emp­fing er am 8. De­zem­ber 1784 durch den Köl­ner Nun­ti­us Giu­sep­pe Bel­l­iso­mi die Wei­he zum Sub­dia­kon, am 16. De­zem­ber die Wei­he zum Dia­kon und am 21. De­zem­ber die Pries­ter­wei­he. Nach­dem er in der Weih­nacht 1784 sei­ne Pri­miz­mes­se ge­fei­ert hat­te, wur­de er am 8. Mai 1785 im Bon­ner Müns­ter durch den Erz­bi­schof von Trier, Cle­mens Wen­zes­laus von Sach­sen, zum Bi­schof ge­weiht.

Max Franz sah sich ent­spre­chend sei­nen auf­ge­klär­ten Über­zeu­gun­gen als ers­ten Die­ner sei­nes Staa­tes. Das fand sei­nen Aus­druck dar­in, dass er sei­ne Fürs­ten­tü­mer tat­säch­lich selbst re­gier­te.

Ob­wohl Ma­xi­mi­li­an Franz die geist­li­che Lauf­bahn nicht aus Be­ru­fung ein­ge­schla­gen hat­te, nahm der per­sön­lich gläu­bi­ge Bi­schof sei­ne Amts­pflich­ten im Ge­gen­satz zu ei­ni­gen sei­ner Vor­gän­ger ernst. Er ze­le­brier­te mehr­mals in der Wo­che die Mes­se, mach­te von sei­nem Wei­he­recht re­gen Ge­brauch und be­tei­lig­te sich an kirch­li­chen Fest­lich­kei­ten wie der Fron­leich­nams­pro­zes­si­on. Er reis­te durch sein Bis­tum und nahm Kirch­wei­hen und Fir­mun­gen vor. Sei­ne Vor­gän­ger hat­ten die­se Auf­ga­ben meist den Weih­bi­schö­fen über­las­sen und die­se wa­ren gar nicht in der Lage ge­we­sen, in alle Tei­le des Bis­tums zu rei­sen. Erz­bi­schöf­li­che Fir­mun­gen ent­wi­ckel­ten sich un­ter Ma­xi­mi­li­an Franz zu Mas­sen­ver­an­stal­tun­gen. An­läss­lich sei­nes Be­su­ches auf dem Land­tag des Her­zog­tums West­fa­len spen­de­te er in Arns­berg und da­nach in Bri­lon, dem Klos­ter Graf­schaft und Olpe in­ner­halb we­ni­ger Tage über 27.000 Per­so­nen die Fir­mung. Ähn­li­ches ge­schah in der Fol­ge 1787 und 1788 mit ähn­lich ho­hen Zah­len im rhei­ni­schen Teil der Diö­ze­se und er­neut 1793 im Her­zog­tum West­fa­len.

Auch in sei­nem Auf­tre­ten un­ter­schied er sich von sei­nen Vor­gän­gern. So trat er stets be­schei­den und schlicht ge­klei­det auf. Er wirk­te auf sei­ne Um­ge­bung wie ein Dorf­vi­kar. In Bonn wun­der­te man sich, dass der Kur­fürst sich in ei­nem schlich­ten grau­en Über­rock al­lein auf den Stra­ßen se­hen ließ und Au­di­en­zen in ei­nem alt­schwar­zen Rö­ckel­chen gab. Er be­weg­te sich auch un­ter ein­fa­chen Leu­ten und sprach mit je­der­mann. Die­ses Ver­hal­ten äh­nelt dem sei­nes Bru­ders Jo­seph, der die Aus­ga­ben des Wie­ner Ho­fes ver­rin­ger­te und zur all­ge­mei­nen Spar­sam­keit auf­for­der­te. Statt im wie­der­auf­ge­bau­ten Bon­ner Stadt­schloss leb­te er im ver­gleichs­wei­se be­schei­de­nen Vor­gän­ger­bau des spä­te­ren Ober­berg­amt Bonn. In Müns­ter, wo er sich oh­ne­hin nur sel­ten auf­hielt, be­wohn­te er eben­falls nicht das Schloss, son­dern ein klei­nes Haus auf dem Dom­hof. Im Bis­tum Müns­ter war er we­gen sei­ner Leut­se­lig­keit und Hilfs­be­reit­schaft in der Be­völ­ke­rung be­liebt und galt als Freund des Vol­kes. Da­ge­gen war sein An­se­hen beim über­wie­gend kon­ser­va­ti­ven Adel be­grenzt.

Max Franz ver­stand es durch­aus zu re­prä­sen­tie­ren. So ent­stand wäh­rend sei­ner Re­gie­rungs­zeit die Re­dou­te in Bonn als Ver­gnü­gungs­ge­bäu­de. Gro­ßen re­prä­sen­ta­ti­ven Auf­wand ließ er bei den drei­tä­gi­gen Ein­wei­hungs­fei­ern der Bon­ner Uni­ver­si­tät wal­ten. Aber ein auf­wen­di­ges Hof­le­ben mit zahl­rei­chen Fest­lich­kei­ten wie etwa noch un­ter Cle­mens Au­gust von Bay­ern gab es nicht mehr. Die ihm von Zeit­ge­nos­sen und im Rück­blick zu­ge­schrie­be­nen Be­zie­hun­gen zu Frau­en hat es nicht ge­ge­ben. Er ent­spann­te sich bei Spa­zier­gän­gen oder bei mu­si­ka­li­schen Un­ter­hal­tun­gen. Da­bei hat er ge­le­gent­lich auch selbst mu­si­ziert. Zu sei­nen eher ne­ga­ti­ven Ei­gen­schaf­ten ge­hör­te das tie­fe Miss­trau­en ge­gen­über je­der­mann, was auch zu Un­ge­rech­tig­kei­ten sei­nem je­wei­li­gen Ge­gen­über etwa in Form von ab­fäl­li­gen oder spöt­ti­schen Be­mer­kun­gen führ­te.

Reformpolitik

Franz-Wilhelm von Spiegel

Franz-Wil­helm von Spie­gel

Ma­xi­mi­li­an Franz war sehr stark von den Ide­en der Auf­klä­rung ge­prägt und be­müh­te sich dar­um, sei­ne geist­li­chen Fürs­ten­tü­mer nach auf­ge­klär­ten Vor­stel­lun­gen zu re­for­mie­ren.

Der neue Kur­fürst hat den Kurs der Re­gie­rung weit­ge­hend selbst be­stimmt. Die ei­gent­li­chen Ent­schei­dun­gen fie­len im Ka­bi­nett, wäh­rend die gro­ße Staats­kon­fe­renz an Be­deu­tung ver­lor. Im Sin­ne ei­ner auf­ge­klär­ten Re­form­po­li­tik wirk­te als Staats­mi­nis­ter Jo­hann Chris­ti­an von Wal­den­fels. Die­ser konn­te aber nicht den Ein­fluss aus­üben, wie dies Bel­der­busch un­ter dem al­ten Kur­fürs­ten ge­tan hat­te. Er muss­te die­sen mit dem bis­he­ri­ge Landd­rost im Her­zog­tum West­fa­len Franz Wil­helm von Spie­gel tei­len, der Hof­kam­mer­prä­si­dent. Ober­bau­di­rek­tor und Prä­si­dent der Bon­ner Aka­de­mie wur­de. Die­ser mach­te sich ver­dient um die Sa­nie­rung der Staats­fi­nan­zen und be­trieb eine Re­form der Bil­dungs­po­li­tik. Des­sen Vor­ge­hen ging dem Erz­bi­schof aber teil­wei­se zu weit. Die Kri­tik an Spie­gel macht auch die ei­ge­ne Po­si­ti­on von Ma­xi­mi­li­an Franz deut­lich: „Wir wä­ren im ka­tho­li­schen Deutsch­land der Auf­klä­rung vie­le nä­her ge­kom­men, wenn man mit Vor­sicht und Men­schen­kennt­nis stu­fen­weis zu Wer­ke ge­gan­gen und nicht al­les auf ein­mal hät­te er­stür­men wol­len. Tief ein­ge­wur­zel­te Vor­ur­tei­le müs­sen zu­erst un­ter­gra­ben und so­dann ge­ho­ben, nicht aber mit ein­mal aus­ge­ris­sen wer­den, sonst läuft man Ge­fahr, eine ge­fähr­li­che Wun­de zu schla­gen.“

In die in­ne­ren An­ge­le­gen­hei­ten des Hoch­stifts Müns­ter misch­te er sich kaum ein. Er ver­trau­te dar­auf, dass die Re­for­men von Franz von Fürs­ten­berg und an­de­ren Funk­ti­ons­trä­gern fort­ge­setzt wür­den.

Bildungspolitik

Ein Schwer­punkt der Re­for­men war das Bil­dungs­we­sen. Die Ba­sis soll­te die Ein­rich­tung oder Ver­bes­se­rung der Volks­schu­len sein. Zur Aus­bil­dung der Leh­rer wur­den Nor­mal­schu­len ge­grün­det. Vor­bil­der gab es seit 1783 be­reits in Müns­ter und seit 1784 in Mer­gen­theim. Die Leh­rer hat­ten sich vor der Ein­stel­lung ei­ner Prü­fung zu un­ter­zie­hen. Im kur­köl­ni­schen Her­zog­tum West­fa­len war Fried­rich Adolf Sau­er da­bei die trei­ben­de Kraft. In die­sen Zu­sam­men­hang ge­hört auch die Grün­dung von In­dus­trie­schu­len, in de­nen den Zög­lin­gen ne­ben Le­sen und Schrei­ben auch prak­ti­sche Fä­hig­kei­ten ver­mit­telt wur­den. Auch ver­such­te der Kur­fürst die Schul­pflicht durch­zu­set­zen. Zur ma­te­ri­el­len Bes­ser­stel­lung der Schu­len wur­den für den rhei­ni­schen und west­fä­li­schen Teil des Kur­staa­tes Schul­fonds ein­ge­rich­tet. Aus­ge­hend vom Ele­men­tar­schul­we­sen war auch die Re­form der Uni­ver­si­tä­ten und Gym­na­si­en vor­ge­se­hen. Da­bei wur­de das Schul­we­sen der staat­li­chen Ver­wal­tung (Schul­kom­mis­si­on) un­ter­stellt. Ihr Lei­ter war Franz Obert­hür. Eine für alle Schu­len ver­bind­li­che Schul­ord­nung von 1799 konn­te kriegs­be­dingt nur im Vest Reck­ling­hau­sen und im Her­zog­tum West­fa­len in Kraft tre­ten. Bis­her von Or­den ge­tra­ge­ne Gym­na­si­en wie etwa das Gym­na­si­um Lau­ren­tia­num in Arns­berg wur­de staat­lich. Eben­so soll­ten die Hoch­schu­len staat­li­che An­stal­ten wer­den. Sie soll­ten so­wohl For­schung be­trei­ben, wie auch An­ge­hö­ri­ge der hö­he­ren öf­fent­li­chen Be­ru­fe aus­bil­den.

Von be­son­de­rer Be­deu­tung war Max Franz‘ Aus­ein­an­der­set­zung mit der Uni­ver­si­tät zu Köln. Die­se war nur we­nig von der Auf­klä­rung be­ein­flusst wor­den und ver­trat da­her oft an­ti­auf­klä­re­ri­sche Ide­en. Da aber die Be­am­ten des Kur­fürs­ten­tums Köln und die Pries­ter des Erz­bis­tums Köln bis­her dort stu­diert hat­ten, för­der­te er die neue Uni­ver­si­tät in Bonn, de­ren Grün­dung das letz­te Werk sei­nes Vor­gän­gers Max Fried­rich ge­we­sen war und die nun stark von den neu­en Ide­en ge­prägt wer­den soll­te.

Kirchenpolitik

Ori­en­tiert am ab­so­lu­tis­ti­schen Staats­ge­dan­ken ver­such­te Ma­xi­mi­li­an Franz im kirch­li­chen Be­reich die erz­bi­schöf­li­che Au­to­ri­tät und Ju­ris­dik­ti­on zu stär­ken. Ge­gen­kräf­te wa­ren au­ßer­halb des Kur­staa­tes die Re­gie­run­gen der welt­li­chen Ter­ri­to­ri­en, aber auch die tra­di­tio­nel­len Ex­em­tio­nen und die ver­schie­de­nen kirch­li­chen Zwi­schen­ge­wal­ten. Ge­gen­über den be­nach­bar­ten Lan­des­her­ren blieb sein Vor­ge­hen ge­mä­ßigt. An­ders sah es hin­sicht­lich der päpst­li­chen Nun­tia­tur in Köln aus.

Die päpst­li­chen Nun­ti­en von Köln misch­ten sich schon lan­ge Zeit in die Be­lan­ge des Erz­bis­tums ein und wur­den so zu ei­ner Kon­kur­renz für den Kur­fürs­ten. Den Kon­flikt ver­schärf­te die Grün­dung ei­ner Nun­tia­tur in Mün­chen, zu­stän­dig für alle wit­tels­ba­chi­schen Ge­bie­te und da­mit auch für das Ge­biet Kle­ve-Jü­lich-Berg, das zum Erz­bis­tum Köln ge­hör­te. Dem setz­te Ma­xi­mi­li­an Franz Wi­der­stand ent­ge­gen und ziel­te dar­auf ab, die Rech­te al­ler Nun­tia­tu­ren zu be­sei­ti­gen. Er er­reich­ten den Er­lass ei­nes ge­gen die Nun­ti­en ge­rich­te­ten Schrei­bens des Kai­sers. Max Franz ver­bot dem Nun­ti­us von Köln die Aus­übung sei­ner Voll­mach­ten und schloss sich der Op­po­si­ti­on der deut­schen Erz­bi­schö­fe ge­gen den Papst und sei­ne Nun­ti­en (Em­ser Kon­gress) an. Wei­ter­ge­hen­den Vor­stel­lun­gen etwa des Main­zer Erz­bi­schof ver­wei­ger­te sich Ma­xi­mi­li­an Franz je­doch. Es kam bis zu sei­nem Tod zu kei­ner Lö­sung des Streits, in den sich die Köl­ner Uni­ver­si­tät auf der Sei­te des Nun­ti­us ein­misch­te.

Da er die Bet­tel­or­den als un­zeit­ge­mäß und pa­ra­si­tär an­sah, ver­häng­te er ein Ver­bot der Neu­auf­nah­me von Mit­glie­dern über sie. Ein Ziel war es, den ei­nen ge­bil­de­ten und auf sei­ne Pflich­ten be­dach­ten Seel­sor­ge­k­le­rus zu schaf­fen, um so das Volk re­li­gi­ös und sitt­lich zu he­ben. Dazu dien­ten die För­de­rung des sys­te­ma­ti­schen theo­lo­gi­schen Stu­di­ums, die Sor­ge und Pre­digt und Ka­te­che­se, ein volks­na­her Got­tes­dienst und die Be­rei­ni­gung des Volks­glau­bens um Aber­glau­ben und Miss­bräu­chen.

Trotz der Re­form­be­reit­schaft auch im kirch­li­chen Be­reich blieb er dem Sys­tem der Reichs­kir­che ver­pflich­tet. Bei ei­ner denk­ba­ren Sä­ku­la­ri­sa­ti­on des Kur­staa­tes im Zu­sam­men­hang mit den Ko­ali­ti­ons­krie­gen war er nicht be­reit, als welt­li­cher Herr­scher im Amt zu blei­ben. Eben­so war er nicht be­reit, sein Bi­schofs­amt un­ter ei­nem an­de­ren Lan­des­her­ren fort­zu­füh­ren.

Rechts-, Wirtschafts- und Sozialpolitik

Ma­xi­mi­li­an Franz be­müh­te sich dar­um, das Jus­tiz­we­sen (das bis da­hin durch ei­nen un­kla­ren In­stan­zen­zug ge­prägt war) zu ver­ein­fa­chen und Ge­richts­ver­hand­lun­gen zu be­schleu­ni­gen. So wur­de 1786 in Bonn ein Oberap­pel­la­ti­ons­ge­richt ge­grün­det. Ap­pel­la­tio­nen an aus­wär­ti­ge Ge­rich­te und ins­be­son­de­re an die Nun­tia­tur wur­den da­mit weit­ge­hend über­flüs­sig. Auch gab es Be­mü­hun­gen, die Dau­er der ein­zel­nen Fäl­le zu be­schleu­ni­gen. Au­ßer­dem wur­de die Fol­ter fast gänz­lich ab­ge­schafft. Die Re­gie­rung des Ne­ben­lan­des Her­zog­tum West­fa­len wur­de 1787 der Hof­kam­mer in Bonn un­ter­stellt. Ver­sucht wur­de auch, olig­ar­chi­schen Aus­wüch­sen in den Städ­ten ent­ge­gen­zu­wir­ken. Ins­ge­samt aber re­spek­tier­te der Kur­fürst die Rech­te von Land­stän­den und Dom­ka­pi­tel. Ob­wohl von Spie­gel als Hof­kam­mer­prä­si­dent eine be­trächt­li­che Er­hö­hung der Staats­ein­nah­men ge­lang, schei­ter­ten tief­grei­fen­de Fi­nanz­re­for­men am Wi­der­stand der Land­stän­de.

Im Ge­gen­satz zu den Maß­nah­men in der Kul­tur- und Rechts­po­li­tik blie­ben Ver­än­de­run­gen in der Wirt­schafts-, Agrar- und Wohl­fahrts­po­li­tik be­grenzt oder in den An­fän­gen ste­cken. Den­noch gab es durch­aus ei­ni­ge be­mer­kens­wer­te An­sät­ze. So wur­de 1784 das Feu­er­wehr­we­sen durch eine Feu­er- und Lö­sch­ord­nung ge­re­gelt. Ge­gen den Raub­bau an den Wäl­dern wur­den ver­schie­de­ne Wald­schutz­ver­ord­nun­gen er­las­sen. Eine letz­te wur­de 1789 er­las­sen. Im Jahr 1791 wur­den alle Fa­bri­ken und Ma­nu­fak­tu­ren (zu­min­dest im Her­zog­tum West­fa­len) vom Zunft­zwang be­freit.

Die Aus­wir­kun­gen der Fran­zö­si­schen Re­vo­lu­ti­on zeig­ten sich an Be­stim­mun­gen zur Auf­nah­me von Emi­gran­ten. Im Jahr 1794 wur­den Vor­be­rei­tun­gen zur Aus­he­bung von Re­kru­ten ge­trof­fen. Ge­gen Auf­wieg­ler und Ru­he­stö­rer soll­te en­er­gisch vor­ge­gan­gen wer­den.

Auch als er schon vor den her­an­rü­cken­den Fran­zo­sen flie­hen muss­te, er­ließ Ma­xi­mi­li­an Franz für den Rest sei­ner Ge­bie­te Be­stim­mun­gen un­ter an­de­rem zum Ele­men­tar­schul­we­sen.

Grenzen der Reformen

Bei al­len sei­nen Re­for­men war er im Ge­gen­satz zu sei­nem Bru­der Jo­seph II. dar­um be­müht, ra­di­ka­le Maß­nah­men zu ver­mei­den. Da­durch woll­te er es nicht (wie im Herr­schafts­be­reich Jo­sephs) zu ei­nem Auf­stand des Volks ge­gen die auf­ge­klär­te Re­form­po­li­tik kom­men las­sen. Vie­le sei­ner Re­for­men wur­den nicht voll­endet, weil er da­vor zu­rück­schreck­te, alt­her­ge­brach­te Rech­te von Klös­tern, Stif­ten und Stän­den auf­zu­he­ben. So konn­te das Bon­ner Stift sei­ne Ju­ris­dik­ti­ons­rech­te im Sü­den des Kur­fürs­ten­tums Köln ver­tei­di­gen. Das ver­hin­der­te den Auf­bau ei­ner ein­heit­li­chen Ge­richts­bar­keit mit kla­rem In­stan­zen­zug.

Außenpolitik

Ma­xi­mi­li­an Franz folg­te in der Au­ßen­po­li­tik den In­ter­es­sen sei­ner Ter­ri­to­ri­en und de­nen des Rei­ches. Im Ge­gen­satz zu den Wit­tels­ba­chern vor ihm spiel­te die Stär­kung des ei­ge­nen Hau­ses kei­ne nen­nens­wer­te Rol­le. Den­noch hat etwa die Loya­li­tät ge­gen­über sei­nem Bru­der Jo­seph II. sei­nen au­ßen­po­li­ti­schen Hand­lungs­spiel­raum ein­ge­engt. Ma­xi­mi­li­an Franz lehn­te 1784 etwa die vom Kai­ser be­trie­be­nen Plä­ne, die ös­ter­rei­chi­schen Nie­der­lan­de ge­gen Bay­ern zu tau­schen, ab. Eben­so kri­tisch stand er der Diö­ze­san­po­li­tik in den ös­ter­rei­chi­schen Erb­lan­den ge­gen­über, weil die­se das Epis­ko­pat ge­gen den Kai­ser auf­brach­te. Als Jo­seph II. sei­ne Po­si­ti­on im Nun­tia­tur­streit nicht wei­ter un­ter­stütz­te, dach­te Ma­xi­mi­li­an Franz dar­an, sich an Preu­ßen zu wen­den und droh­te mit der Hin­wen­dung zum Fürs­ten­bund. Nach dem Tod Jo­sephs II. war sein po­li­ti­scher Spiel­raum grö­ßer. Ihm ge­lang es, in die kai­ser­li­chen Wahl­ka­pi­tu­la­tio­nen von 1790 und 1792 die Ab­leh­nung der Nun­tia­tu­ren ein­brin­gen zu las­sen. Im Zu­sam­men­hang mit der Lüt­ti­cher Re­vo­lu­ti­on ge­lang es ihm, das preu­ßi­sche Agie­ren als Un­ter­stüt­zung der Re­vo­lu­tio­nä­re er­schei­nen zu las­sen. Da­mit hat er die Ber­li­ner Re­pu­ta­ti­on im Reich stark ge­schwächt. Zu­sam­men mit dem Kö­nig­reich Han­no­ver und Kur­mainz war er be­strebt, ein „Drit­tes Deutsch­land“ zwi­schen Ös­ter­reich und Preu­ßen zu schaf­fen. Dazu kam es je­doch nicht mehr.

Französische Revolution

Ob­wohl er das Schick­sal sei­ner Schwes­ter Ma­rie An­toi­net­te be­dau­er­te, lehn­te er ei­nen Reichs­krieg ge­gen das re­vo­lu­tio­nä­re Frank­reich ab, weil er dies als Ein­mi­schung in die in­ne­ren An­ge­le­gen­hei­ten an­sah. Auf der an­de­ren Sei­te war er als Erz­bi­schof und als Hoch­meis­ter des Deut­schen Or­dens von der fran­zö­si­schen re­vo­lu­tio­nä­ren Po­li­tik im El­sass di­rekt be­trof­fen und lehn­te zum Miss­fal­len von Leo­pold II. Kom­pro­mis­se dort ab. Ge­gen­über den Emi­gran­ten aus Frank­reich war er zu­rück­hal­tend und ver­bot im Ge­gen­satz zu an­de­ren deut­schen Ter­ri­to­ri­en die Bil­dung von Trup­pen der Exi­lan­ten. Trotz sei­ner Skep­sis hin­sicht­lich ei­nes Reichs­krie­ges hat er, als die­ser 1793 aus­brach, sei­ne Ver­pflich­tun­gen ge­mäß der Reichs­kriegs­ord­nung bis 1799/1800 er­füllt.

Im Zuge des Ers­ten Ko­ali­ti­ons­krie­ges muss­te Ma­xi­mi­li­an Franz vor der Be­dro­hung durch den Vor­marsch der Fran­zo­sen im De­zem­ber 1792 zeit­wei­se Bonn ver­las­sen. Er re­si­dier­te in die­ser Zeit in Müns­ter. Im April 1794 konn­te er nach Bonn zu­rück­keh­ren. An­fang Ok­to­ber 1794 rück­ten fran­zö­si­sche Trup­pen in die links­rhei­ni­schen Ge­bie­te des Kur­fürs­ten­tums Köln ein. Der Kur­fürst muss­te dar­auf­hin über den Rhein flie­hen. Da die Fran­zo­sen et­was spä­ter eben­falls über den Rhein setz­ten, war Max Franz ge­zwun­gen, im­mer wei­ter in das Reich hin­ein zu flie­hen. An­fangs re­si­dier­te er in Dors­ten, um ei­ni­ge Zeit spä­ter in die Deutsch­or­dens­re­si­denz nach Mer­gen­theim zu zie­hen. Dort war er zeit­wei­se auch nicht si­cher und wich nach Leip­zig aus.

In der Fol­ge­zeit an­nek­tier­te Frank­reich das lin­ke Rhein­ufer. Die da­durch ge­schä­dig­ten deut­schen Fürs­ten soll­ten rechts­rhei­nisch auf Kos­ten der geist­li­chen Fürs­ten ent­schä­digt wer­den. Da sehr bald klar wur­de, dass die geist­li­chen Ter­ri­to­ri­en in ih­rem Fort­be­stand be­droht wa­ren, kämpf­te Max Franz um den Er­halt sei­ner Fürs­ten­tü­mer. Er ver­such­te ins­be­son­de­re die Trans­fe­rie­rung sei­ner Erz­bi­schofs- und Kur­fürs­ten­wür­de von dem nun fran­zö­si­schen Köln nach Müns­ter zu er­rei­chen. Alle die­se Be­mü­hun­gen blie­ben letzt­end­lich aber er­folg­los. Mit dem Frie­de von Ba­sel 1795 wur­de das Hoch­stift Müns­ter un­ter die von Preu­ßen ge­führ­te nord­deut­sche Neu­tra­li­tät ge­stellt. Im Frie­den von Cam­po For­mio er­kann­te Franz II. zum Miss­fal­len von Ma­xi­mi­li­an Franz die fran­zö­si­schen links­rhei­ni­schen Ge­biets­ge­win­nen fak­tisch an. Sei­nen Un­mut brach­te er durch sei­ne Stimm­ent­hal­tung bei der Kai­ser­wahl zum Aus­druck. Er ver­such­te Kon­takt mit der Be­völ­ke­rung im Links­rhei­ni­schen zu hal­ten. Von dort gab es in er­heb­li­chen Maß Loya­li­täts­be­kun­dun­gen. Zwar wur­de auf dem Kon­gress von Ras­tatt 1798 be­schlos­sen, dass die links­rhei­ni­schen Fürs­ten durch die Sä­ku­la­ri­sie­rung der geist­li­chen Ter­ri­to­ri­en ent­schä­digt wer­den soll­ten, aber die drei geist­li­chen Kur­fürs­ten­tü­mer soll­ten nach dem Wil­len des Kai­sers, wenn auch ver­än­dert, er­hal­ten blei­ben. Zu ei­ner Ei­ni­gung mit Preu­ßen kam es in die­ser Sa­che nicht.

Zeit­wei­se brach­ten die an­fäng­li­chen Er­fol­ge der Al­li­ier­ten im zwei­ten Ko­ali­ti­ons­krieg noch ein­mal Hoff­nun­gen. Ihre Nie­der­la­ge mach­te dem ein Ende. Im Frie­den von Lu­n­é­vil­le muss­te das Reich den Ver­lust der links­rhei­ni­schen Ge­bie­te an­er­ken­nen und sich ver­pflich­ten, die dor­ti­gen ehe­ma­li­gen Lan­des­her­ren rechts­rhei­nisch zu ent­schä­di­gen. Die dar­aus fol­gen­de Sä­ku­la­ri­sie­rung er­leb­te Ma­xi­mi­li­an Franz nicht mehr.

Mäzen Beethovens

Ma­xi­mi­li­an Franz war wie vie­le Habs­bur­ger mu­si­ka­lisch be­gabt und in­ter­es­siert. Seit 1780 un­ter­hielt er noch in Wien eine ei­ge­ne Ka­pel­le. Max Franz von Köln war der ers­te be­deu­ten­de Mä­zen von Lud­wig van Beet­ho­ven, auch wenn er kei­ne en­ge­re per­sön­li­che Be­zie­hung zu ihm hat­te. Er för­der­te den jun­gen Kom­po­nis­ten in Bonn, in­dem er ihn als Hof­or­ga­nis­ten an­stell­te, und schick­te ihn erst­mals 1787 nach Wien, wo er sich von Ja­nu­ar bis März auf­hielt und die Be­kannt­schaft Mo­zarts ge­macht ha­ben soll. Wei­ter­hin ver­mit­tel­te er die Be­kannt­schaft mit Jo­seph Haydn, der im No­vem­ber 1792 Beet­ho­vens Aus­bil­dung über­nahm, die vom Kur­fürs­ten fi­nan­ziert wur­de. Als Dank woll­te ihm Beet­ho­ven sei­ne 1. Sin­fo­nie wid­men. Das do­ku­men­tiert Beet­ho­vens Brief an den Ver­le­ger Franz An­ton Hoff­meis­ter in Leip­zig vom 22. oder 23. Juni 1801. Der über­ra­schen­de Tod von Max Franz am 27. Juli 1801 mach­te die­se Wid­mung je­doch hin­fäl­lig.

Tod

Ge­gen Ende sei­nes Le­bens war Max Franz bett­lä­ge­rig. Er litt un­ter Fett­lei­big­keit, Schlaf­sucht, De­pres­sio­nen und Was­ser­sucht. Er ver­starb nach lan­ger Krank­heit ver­bit­tert auf Schloss Het­zen­dorf bei Wien.

Er wur­de in der Erb­grab­le­ge der Habs­bur­ger, der Kryp­ta der Ka­pu­zi­ner­kir­che, in Wien bei­gesetzt. Bei sei­nem Tod im Juli 1801 be­gann der Leich­nam Max Franz‘ in­fol­ge der gro­ßen Som­mer­hit­ze trotz Kon­ser­vie­rungs­maß­nah­men so rasch zu ver­fal­len, dass man bei der Bei­set­zung nicht die Lie­fe­rung des künst­le­risch ge­stal­te­ten Me­tall­sar­ko­phags ab­war­ten konn­te, son­dern den Holz­sarg we­gen der fort­ge­schrit­te­nen Ver­we­sung zu­nächst für Jah­re in ei­ner Mau­er­ni­sche der Gruft ein­mau­ern muss­te. Sein Sarg be­fin­det sich heu­te in der so­ge­nann­ten Neu­en Gruft. Sein Herz wur­de ge­trennt be­stat­tet und be­fin­det sich in der Herz­gruft der Habs­bur­ger in der Lo­re­to­ka­pel­le der Wie­ner Au­gus­ti­ner­kir­che.

Weitere Entwicklung

Nach sei­nem Tod kam es trotz der Wahl sei­nes Nef­fen An­ton Vik­tor von Ös­ter­reich zum Fürst­bi­schof durch das Müns­te­ra­ner Dom­ka­pi­tel und vom nach Arns­berg ge­flüch­te­ten Köl­ner Dom­ka­pi­tel zu ei­ner 19-jäh­ri­gen geist­li­chen Se­dis­va­kanz. Das nun­mehr fran­zö­si­sche Köln war Un­ter­prä­fek­tur des neu­en Roer-De­par­te­ments. Der Dom war ein­fa­che Pfarr­kir­che ge­wor­den und der für die Stadt zu­stän­di­ge (fran­zö­si­sche) Bi­schof saß wie der Prä­fekt in Aa­chen.

Max Franz war der letz­te aus­üben­de Kur­fürst un­ter den Köl­ner Erz­bi­schö­fen und der letz­te aus­üben­de Fürst­bi­schof von Müns­ter. Ein 1803 auf Emp­feh­lung (Haupt­schluß) ei­nes Son­der­aus­schus­ses des Reichs­ta­ges (ei­ner au­ßer­or­dent­li­chen Reichs­de­pu­ta­ti­on) ver­ab­schie­de­tes Ge­setz des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches lös­te alle Fürst­bis­tü­mer so­wie die bei­den nach (den in­zwi­schen völ­ker­recht­lich fran­zö­sisch ge­wor­de­nen) Köln und Trier be­nann­ten geist­li­chen Kur­fürs­ten­tü­mer auf und ver­leg­te gleich­zei­tig die nun­mehr ein­zig ver­blei­ben­de geist­li­che Kur­wür­de von Mainz nach Re­gens­burg, al­ler­dings un­ter geist­li­cher Ab­stu­fung auf bi­schöf­li­che Ebe­ne.

Vorfahren

Ah­nen­ta­fel Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich
Ur­ur­groß­el­tern
Vä­ter­lich
Ni­ko­laus Franz von Vau­dé­mont (1609–1670)
∞ 1634
Clau­dia von Loth­rin­gen (1612–1648)
Kai­ser
Fer­di­nand III. (1608–1657)
∞ 1651
Eleo­no­ra von Man­tua (1630–1686)
Kö­nig
Lud­wig XIII. (1601–1643)
∞ 1615
Anna von Ös­ter­reich (1601–1666)
Kur­fürst
Karl I. Lud­wig (1617–1680)
∞ 1650
Char­lot­te von Hes­sen-Kas­sel (1627–1686)
Ah­nen­ta­fel Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich
Ur­ur­groß­el­tern
Müt­ter­lich
Kai­ser
Fer­di­nand III. (1608–1657)
∞ 1631
Ma­ria Anna von Spa­ni­en (1606–1646)
Kur­fürst
Phil­ipp Wil­helm (1615–1690)
∞ 1653
Eli­sa­beth Ama­lia von Hes­sen-Darm­stadt (1635–1709)
Fürst
An­ton Ul­rich von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel (1633–1714)
∞ 1656
Eli­sa­beth Ju­lia­ne von Hol­stein-Nor­burg (1634–1704)
Al­brecht Ernst I. zu Oet­tin­gen (1642–1683)
∞1665
Chris­ti­ne Frie­de­ri­ke von Würt­tem­berg (1644–1674)
Ah­nen­ta­fel Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich
Ur­groß­el­tern Her­zog Karl V. Leo­pold (1643–1690)
∞ 1678
Eleo­no­re von Ös­ter­reich (1653–1697)
Phil­ipp I. von Bour­bon (1640–1701)
∞ 1671
Eli­sa­beth von der Pfalz (1652–1722)
Kai­ser Leo­pold I. (1640–1705)
∞ 1676
Eleo­no­re Mag­da­le­ne von der Pfalz (1655–1720)
Her­zog Lud­wig Ru­dolf von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel (1671–1735)
∞ 1690
Chris­ti­ne Lui­se von Oet­tin­gen (1671–1747)
Groß­el­tern Her­zog Leo­pold Jo­seph von Loth­rin­gen (1679–1729)
∞ 1698
Éli­sa­beth Char­lot­te de Bour­bon-Or­léans (1676–1744)
Kai­ser Karl VI. (1685–1740)
∞ 1708
Eli­sa­beth Chris­ti­ne von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel (1691–1750)
El­tern Kai­ser Franz I. Ste­phan (1708–1765)
∞ 1736
Ma­ria The­re­sia (1717–1780)

Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich

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