Dez 292016
 
Sel. Ma­ria vom Gött­li­chen Her­zen
Sr. Maria vom Göttlichen Herzen, Gräfin Droste zu
Sr. Ma­ria vom Gött­li­chen Her­zen bei ih­rem letz­ten Be­such in Müns­ter 1896
Ge­bo­ren 8. Sep­tem­ber 1863 (Müns­ter, West­fa­len)
Ver­stor­ben 8. Juni 1899 (Por­to, Por­tu­gal)
Se­lig­spre­chung 1. No­vem­ber 1975 durch Papst Paul VI.
Fest­tag 8. Juni
Schutz­pa­tron an Kin­der­läh­mung lei­den­de, Wai­sen, Ver­eh­rer des Her­zens Jesu
At­tri­bu­te Herz Jesu

Ma­ria Grä­fin Dros­te zu Vi­sche­ring (voll­stän­di­ger Name: Ma­ria Anna Jo­han­na Fran­zis­ka The­re­sia An­to­nia Hu­ber­ta Dros­te zu Vi­sche­ring, Or­dens­na­me Ma­ria vom Gött­li­chen Her­zen; * 8. Sep­tem­ber 1863 in Müns­ter (West­fa­len); † 8. Juni 1899 in Por­to, Por­tu­gal) war eine deut­sche Or­dens­schwes­ter in der Kon­gre­ga­ti­on der Schwes­tern vom Gu­ten Hir­ten. Sie wird in der ka­tho­li­schen Kir­che als Se­li­ge ver­ehrt.

Leben

Darstellung des Inhaltes einer Vision der Sr. Maria vom Göttlichen Herzen: Die Liebe des Herzens Jesu erhellt die ganze Welt

Dar­stel­lung des In­hal­tes ei­ner Vi­si­on der Sr. Ma­ria vom Gött­li­chen Her­zen: Die Lie­be des Her­zens Jesu er­hellt die gan­ze Welt

Ge­bo­ren wur­den Ma­ria Dros­te zu Vi­sche­ring und ihr Zwil­lings­bru­der Ma­xi­mi­li­an am Fest Ma­riä Ge­burt, dem am 8. Sep­tem­ber 1863, in Müns­ter im Erb­d­ros­ten­hof. Ihre vä­ter­li­che Fa­mi­lie ge­hör­te zum west­fä­li­schen Ur­adels­ge­schlecht der Reichs­frei­her­ren Dros­te zu Vi­sche­ring, die Erb­d­ros­te des Fürst­bis­tums Müns­ter wa­ren. Ihr Va­ter war Cle­mens Hei­den­reich Dros­te zu Vi­sche­ring (1832–1923) und ihre Mut­ter, des­sen Ehe­frau He­le­ne von Ga­len (1837–1917), war auch aus dem ka­tho­li­schen Ur­adel, aus der Gra­fen­fa­mi­lie Ga­len aus dem Ol­den­bur­ger Müns­ter­land. Aus ih­rer Fa­mi­lie ent­stam­men zahl­rei­che hohe ka­tho­li­sche Wür­den­trä­ger; u. a. Cle­mens Au­gust Dros­te zu Vi­sche­ring (1773–1845), von 1835 bis 1845 Erz­bi­schof von Köln; Kas­par Ma­xi­mi­li­an Dros­te zu Vi­sche­ring (1770–1846), von 1826 bis 1846 Bi­schof von Müns­ter und ihr Cou­sin Cle­mens Au­gust Kar­di­nal Graf von Ga­len (1878–1946), der in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus von 1933 bis 1946 Bi­schof von Müns­ter war und 2005 se­lig­ge­spro­chen wur­de. Am 9. Sep­tem­ber 1863 wur­den die Zwil­lin­ge, die Kin­der wa­ren von schwäch­li­cher Kon­sti­tu­ti­on, in ei­ner Not­tau­fe durch den Bru­der der Mut­ter, Ma­xi­mi­li­an Ge­re­on von Ga­len, der da­mals Prä­fekt am Pries­ter­se­mi­nar in Mainz war und spä­ter Weih­bi­schof in Müns­ter, ge­tauft.

Ma­ria Dros­te wuchs un­be­schwert auf dem Fa­mi­li­en­sitz, dem Was­ser­schloss Dar­feld (im heu­ti­gen Kreis Coes­feld) in­ner­halb ei­ner täg­lich prak­ti­zier­ten Ma­ri­en­fröm­mig­keit auf, mit Ro­sen­kranz­ge­bet und Ma­ri­en­an­dacht. Mit 15 Jah­ren be­such­te sie die Schu­le des Klos­ters Sa­cré Co­eur Rie­den­burg, das von den Schwes­tern des Hei­li­gen Her­zens von Rie­den­burg am Bo­den­see in der Stadt Bre­genz im Vor­arl­berg ge­lei­tet wur­de. Die Rie­den­burg war 1853 in den Be­sitz der Mag­da­le­na So­phie Barat ge­gan­gen, die den Sa­cré-Cœur-Or­den ge­grün­det hat­te. 1888 trat Ma­ria Dros­te in Müns­ter ins Klos­ter der Schwes­tern vom Gu­ten Hir­ten ein. In Zei­ten, in de­nen die In­dus­tria­li­sie­rung im neu ge­grün­de­ten Deut­schen Reich ra­sant vor­an­schritt, wur­den vor al­lem ver­armt und ob­dach­lo­se Frau­en so­wie hil­fe­su­chen­de Pro­sti­tu­ier­te in den Häu­sern der Kon­gre­ga­ti­on auf­ge­nom­men. 1891 be­en­de­te Ma­ria Dros­te ihr No­vi­zi­at und leg­te die Or­dens­ge­lüb­de ab. In der Fol­ge be­treu­te sie dann eine ei­ge­ne Mäd­chen­wohn­grup­pe.

Im Ja­nu­ar 1894 wur­de sie nach Lis­sa­bon ge­sandt als As­sis­ten­tin der Pro­vinz­obe­rin in Por­tu­gal, Anna von Schor­le­mer, eben­falls eine west­fä­li­sche Ad­li­ge. Im Mai 1894 wur­de sie zur 3. Obe­rin des erst 1881 ge­grün­de­ten Klos­ters vom Gu­ten Hir­ten in dem Ar­bei­ter­vor­ort Pa­r­an­hos der Stadt Por­to er­nannt. Auch dort küm­mer­te sie sich um das Ar­men­we­sen und lern­te die Schat­ten­sei­ten der ra­san­ten In­dus­tria­li­sie­rung ken­nen und küm­mer­te sich um die in Ar­mut und Pro­sti­tu­ti­on ge­dräng­ten Mäd­chen und Frau­en. Ihre ad­li­ge Her­kunft war ihr nütz­lich bei ih­rem An­lie­gen, die nö­ti­gen fi­nan­zi­el­len Mit­tel von rei­chen Ad­li­gen und Fa­brik­be­sit­zern zu be­kom­men.

Krankheit und die Weltweihe ans Heilige Herz Jesu

Die schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se des Klos­ters der Schwes­tern vom Gu­ten Hir­ten wur­den ge­klärt – ihr Va­ter kauf­te das Ge­bäu­de und tilg­te die Schul­den des Klos­ters – das Haus wur­de re­no­viert. Ma­ria Dros­te rich­te­te eine Klau­sur ein, et­was was ei­gent­lich in Por­tu­gal nicht mehr er­laubt war.

Um 1898 hat­te Ma­ria Dros­te den Plan den Bau ei­ner Kir­che bei dem Klos­ter zu ver­an­las­sen. Es soll­te eine Kir­che wer­den, die dem Hei­ligs­tes Herz Jesu ge­weiht sei.

Wäh­rend ih­rer por­tu­gie­si­schen Jah­re ver­tief­ten sich die mys­ti­schen Er­fah­run­gen von Ma­ria Dros­te. Am 25. Mai 1899 ver­öf­fent­lich­te Papst Leo XIII. die En­zy­kli­ka „An­num sa­crum“, in der er den 11. Juni als Tag der Welt­wei­he fest­leg­te – auf ihre mys­ti­schen Vi­sio­nen und An­re­gun­gen geht die Wei­he der gan­zen Welt an das Herz Jesu zu­rück. We­ni­ge Tage zu­vor, am 18. Mai, hat­te Papst Leo XIII. ihre El­tern in Pri­vat­au­di­enz emp­fan­gen. Der Papst sag­te den El­tern: „Sagt Eu­rer Toch­ter, dass die ge­for­der­te Welt­wei­he ans Hei­li­ge Herz in al­len Ka­the­dra­len und Kir­chen der Welt voll­zo­gen wer­de; und sagt Ihr, dass dies die Kon­se­quenz ist, von dem, was sie mir mit­teil­te und, dass ich die größ­ten Gna­den für die ganz Welt er­war­te.“ Ma­ria Dros­te er­fuhr zwar noch von der Welt­wei­he, er­leb­te den Herz-Jesu-Tag aber nicht mehr. Denn sie ver­starb am 8. Juni 1899 wäh­rend der Ves­per zum ers­ten Herz-Jesu-Hoch­fest im Al­ter von 35 Jah­ren an Kno­chen­tu­ber­ku­lo­se.

Seligsprechung

Sr. Ma­ria vom Gött­li­chen Her­zen ist vor al­lem als Mys­ti­ke­rin be­kannt. Papst Leo XIII. reg­te selbst be­reits im Ok­to­ber 1899 an, die ers­ten Do­ku­men­te für ei­nen Se­lig­spre­chungs­pro­zess zu sam­meln. 45 Jah­re nach ih­rem Tod wur­de der Leich­nam Sr. Ma­ri­as un­ver­west auf­ge­fun­den. Er be­fin­det sich seit­her in ei­nem Re­li­qui­en­schrein in der neu­en Herz-Jesu-Kir­che in Er­mesin­de.

Am 1. No­vem­ber 1975 wur­de Sr. Ma­ria vom Gött­li­chen Her­zen von Papst Paul VI. in Rom se­lig­ge­spro­chen, ihr Ge­denk­tag ist der 8. Juni. Ihre Kon­gre­ga­ti­on lei­te­te, un­ter­stützt von der por­tu­gie­si­schen Bi­schofs­kon­fe­renz, die kir­chen­recht­li­chen Schrit­te für eine Hei­lig­spre­chung in die Wege. Seit Juni 2013 ist die zu­stän­di­ge va­ti­ka­ni­sche Kon­gre­ga­ti­on für die Se­lig- und Hei­lig­spre­chungs­pro­zes­se mit der Prü­fung be­fasst.

In­ner­halb der Deut­sche Ar­beits­ge­mein­schaft für Ma­rio­lo­gie (DAM) gilt Sr. Ma­ria als „Weg­be­rei­te­rin der Bot­schaft von Fá­ti­ma“.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Ma­ria Dros­te zu Vi­sche­ring aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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