Lüdinghausen genannt Wolff

Stammwappen der von Lüdinghausen genannt Wolff

Stamm­wap­pen de­rer von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff

Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff ist ein aus West­fa­len stam­men­des ur­ade­li­ges Ge­schlecht, das sich spä­ter auch im Bal­ti­kum an­sie­del­te. Na­mens­tra­gen­de Nach­kom­men ei­ner im Jahr 1858 in den Frei­her­ren­stand er­ho­be­nen Li­nie le­ben noch heu­te

Herkunft und Geschichte

Das Ge­schlecht er­scheint ur­kund­lich zu­erst 1174 mit Con­ra­d­us de Lu­denk­hu­sen un­ter den Mi­nis­te­ria­len der Fürst­bi­schö­fe von Müns­ter auf de­ren Burg Lü­ding­hau­sen. Die Stamm­rei­he der Fa­mi­lie be­ginnt 1185 mit Her­mann. He­ri­man­nus, mi­les de Lu­dyng­hu­sen, sie­gelt 1260.

Im Jah­re 1271 ur­kun­de­te Ber­nardus, dic­tus Lu­pus de Lu­din­chu­sen, erst­mals mit dem Bei­na­men Wolf (Lu­pus). Je­ner Bern­hard Wolf von Lü­ding­hau­sen (auch Bern­hard Wolf zu Wolfs­berg) († 1312) war der Er­bau­er der Burg Wolfs­berg in Lü­ding­hau­sen. Da Bern­hard und sein Bru­der Her­mann I. von Lü­ding­hau­sen sich die­sen Sitz, et­was süd­lich der Burg Lü­ding­hau­sen, wohl ohne Ein­ver­ständ­nis des Bi­schofs er­rich­tet hat­ten, ließ Bi­schof Ger­hard von der Mark 1271 die Burg Vi­sche­ring als Zwing­burg auf ei­ner etwa 80 Me­ter lan­gen Sand­in­sel in ei­nem Ste­ver­arm er­bau­en, um sei­ne lan­des­herr­li­chen Rech­te ge­gen­über den auf­rüh­re­ri­schen Brü­dern zu si­chern. Er be­lehn­te da­mit sei­nen Mi­nis­te­ria­len Al­bert III. von Wulfheim (1268–1315), der sich dar­auf­hin Dros­te zu Vi­sche­ring nann­te; sei­ne Nach­kom­men be­sit­zen die Burg Vi­sche­ring bis heu­te.

Be­sag­ter Bern­hard Wolf von Lü­ding­hau­sen ehe­lich­te Re­gelin­dis, die Erb­toch­ter der al­ten Schult­hei­ßen von Soest. Zu sei­nen Ur­en­keln ge­hör­te der Fürst­bi­schof von Müns­ter, Hei­den­reich Wolf von Lü­ding­hau­sen († 1392). Es nann­te sich in der Fol­ge der Soes­ter Erb­ver­bin­dung auch ein Sohn des Bern­hard nach Amt und Sitz Schult­heiß (var. Schul­te, lat. Scul­te­tus) von Soest: Rit­ter Hen­rich Wulff (ur­kund­lich schon 1276; † 1305) ur­kun­de­te mit dem Lö­wen­wap­pen als Scul­te­tus über Soest. Ne­ben sei­nem müt­ter­li­chen Groß­va­ter, dem Schult­hei­ßen Hein­rich von Soest, ur­kun­de­te auch er be­reits 1289 in der Ho­ve­stadter Burg­mann­schaft. Im 14. Jahr­hun­dert sind die Wöl­fe von Lü­ding­hau­sen eben­falls als Er­ben des Letz­ten der vor­neh­men Schult­hei­ßen von Soest auch in der Ne­hei­mer Burg­mann­schaft ver­tre­ten ge­we­sen: Hein­rich Wolf, der das Haupt­gut zu Voß­win­kel be­saß, wur­de 1369 Turm-Burg­mann zu Ne­heim.

Georg von Lüdinghausen Wolff (1751–1807), Kanzler, dann Landhofmeister des kurländischen Oberhofgerichts in Mitau

Ge­org von Lü­ding­hau­sen Wolff (1751–1807), Kanz­ler, dann Land­hof­meis­ter des kur­län­di­schen Ober­hof­ge­richts in Mitau

Seit der Mit­te des 14. Jahr­hun­derts er­schei­nen die Wulffe von Lü­ding­hau­sen als Burg­män­ner von Ne­heim im Be­sitz des Haupt­ho­fes zu Voß­win­kel. So er­hielt Hein­rich Wulf von Lü­ding­hau­sen 1364 den Haupt­hof zum Le­hen. Ein Nach­kom­me Hein­rich Wulfs wur­de 1415 vom Erz­bi­schof be­lehnt mit dem Burg­le­hen in Ne­heim und dem Hof- und Holz­ge­richt zu Voß­win­kel. Die Wul­fe wohn­ten spä­ter auf Haus Füch­ten, das sie durch Ver­hei­ra­tung mit de­nen von Uf­feln bei Werl er­hal­ten hat­ten. Eine Erb­toch­ter die­ses Ge­schlech­tes hei­ra­te­te den Ar­nold Chris­toph von der Horst, der 1678 das Burg­le­hen zu Ne­heim er­hielt, den Hof zu Voß­win­kel, Hof- und Holz­ge­richt und die erz­bi­schöf­li­chen Diens­te zu Voß­win­kel.

Ein Zweig de­rer von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff wand­te sich im 15. Jahr­hun­dert ins Bal­ti­kum, wäh­rend das Ge­schlecht spä­ter in der west­fä­li­schen Stamm­hei­mat aus­starb. Ge­org war Rit­ter des Deut­schen Or­dens in Liv­land bis 1559 und Va­ter von Ge­org († 1638), dem Stadt­sta­rost von Dün­aburg. Des­sen Söh­ne wa­ren From­hold († 1665), Woi­wo­de von Smo­lensk, Se­na­tor, Gou­ver­neur von Kra­kau und Be­fehls­ha­ber der kö­nig­li­chen Gar­de, Alex­an­der († 1679), Woi­wo­de von Dor­pat und Se­na­tor, nach­mals Zis­ter­zi­en­ser­abt von Pel­plin, seit 1674 Bi­schof von Liv­land, Fried­rich Jo­hann, pol­ni­scher Ge­ne­ral­leut­nant und Ge­org († 1647), Ge­ne­ral­sta­rost von Liv­land und Va­ter des Je­sui­ten Fried­rich von Lü­ding­hau­sen Wolff (1645–1708).

An­de­re Nach­kom­men des Deutsch­or­dens­rit­ters Ge­org ver­brei­te­ten sich in Schwe­den und Po­len, spä­ter in Russ­land und Preu­ßen. Ge­org (1751–1807) war 1797–1801 Kanz­ler, dann Land­hof­meis­ter des kur­län­di­schen Ober­hof­ge­richts in Mitau, Otto (1850–1910) war preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant und Kom­man­deur der 2. In­fan­te­rie-Di­vi­si­on, Al­bert (1851–1931) war preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant und Bernd (1864–1930) Po­li­zei­prä­si­dent von Ber­lin-Wil­mers­dorf und -Schö­ne­berg.

Der Rit­ter­bank­rich­ter und her­zog­lich kur­län­di­sche Haupt­mann zu Frau­en­burg Jo­han Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff wur­de am 17. Ok­to­ber 1620 bei der 1. Klas­se der Kur­län­di­schen Rit­ter­schaft im­ma­tri­ku­liert. Die preu­ßi­sche An­er­ken­nung zur Füh­rung des Frei­herrn­ti­tels er­folg­te durch Al­ler­höchs­te Ka­bi­netts­or­ders vom 9. Juni 1858, vom 29. Juli 1856 und vom 11. No­vem­ber 1865, nach­dem schon für das Ge­samt­ge­schlecht durch Se­nats­ukas vom 3. April 1862 die rus­si­sche An­er­ken­nung des Ba­rons­ti­tels er­folgt war.

Wappen

Stammwappen der von Lüdinghausen genannt Wolff, das auch von der Schulte von Soest genannten Seitenlinie geführt wurde

Stamm­wap­pen de­rer von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff, das auch von der Schul­te von Soest ge­nann­ten Sei­ten­li­nie ge­führt wur­de

In Sil­ber drei rote Bal­ken, be­legt mit ei­nem (zwei­schwän­zi­gen) gold­ge­krön­ten blau­en Lö­wen; auf dem Helm mit rot-sil­ber­nen De­cken der Löwe wach­send zwi­schen ei­nem mit je drei ro­ten Bal­ken be­leg­tem sil­ber­nen Flu­ge.

Bekannte Namensträger

  • Alex­an­der von Lü­ding­hau­sen († 1314), Dom­propst im Fürst­bis­tum Müns­ter
  • Hei­den­reich Wolf von Lü­ding­hau­sen († 1392), von 1382 bis 1392 der 39. Fürst­bi­schof von Müns­ter
  • Wil­helm von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff (1596–1647), schwe­di­scher Vize-Gou­ver­neur von West­fa­len und Ge­ne­ral­ma­jor
  • Fried­rich von Lü­ding­hau­sen Wolff (1643–1708), Je­su­it, kai­ser­li­cher Ca­pel­lan, Be­ra­ter des Kai­sers Leo­pold, in­tel­lek­tu­el­ler Grün­der der Uni­ver­si­tät Leo­pol­di­na in Bres­lau und ihr ers­ter Kanz­ler
  • Ge­org Chris­toph von Lü­ding­hau­sen-Wolff (1751–1807), kur­län­di­scher Kanz­ler und Land­hof­meis­ter
  • Jo­hann von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff (1770–1828), rus­si­scher Ge­ne­ral­leut­nant, Trä­ger des Or­dens pour le me­ri­te (Mi­li­tär­or­den)
  • Alex­an­der von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff (1818–1884), rus­si­scher Ge­ne­ral­ma­jor
  • Ni­ko­lai von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff (1877– um 1931), rus­si­scher Ge­ne­ral­ma­jor
  • Bernd von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff (1864–1910), preu­ßi­scher Po­li­zei­prä­si­dent
  • Otto von Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff (1850–1910), preu­ßi­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Rein­hold von Lü­ding­hau­sen (ge­nannt Wolff; auch: Rein­hold von Lü­ding­hau­sen-Wolff) (1900–1988) war ein deut­scher Bank­ma­na­ger in der Zeit des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und in der Bun­des­re­pu­blik

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Lü­ding­hau­sen ge­nannt Wolff aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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