Liste der Münsteraner Dompröpste

Die Dompröps­te in Müns­ter stan­den an der Spit­ze der Di­gni­tä­re des Dom­ka­pi­tels Müns­ter zur Zeit des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches. Im 14. Jahr­hun­dert wur­den sie weit­ge­hend ent­mach­tet, auch wenn sie ih­ren Rang be­hiel­ten. Die Füh­rungs­rol­le im Dom­ka­pi­tel über­nah­men die Dom­de­chan­ten

Bild/Wappen Name Ge­schlecht Le­bens­da­ten Amts­dau­er Be­mer­kun­gen
Re­gin­ber­tus 809–814
Hard­rat 889
Odo 1022–1032
Ar­nold 1042–1063
Er­pho bis 1085 Mög­li­cher­wei­se Bru­der des Bi­schofs Her­mann von Bam­berg und selbst seit 1085 Bi­schof von Müns­ter
Lu­dolf 1085–1092
Bru­no von Berg Gra­fen von Berg 1125–1131 Er hat­te auch in an­de­ren Stif­ten Prä­ben­den und war spä­ter Erz­bi­schof von Köln. Als Propst in Müns­ter ist er nur in ei­ner Ur­kun­de er­wähnt.
Hein­rich 1134–1154 Zu sei­ner Zeit be­gann die Tren­nung der Dom­props­tei vom Dom­ka­pi­tel
Rai­nald von Das­sel Gra­fen von Das­sel 1154–1167 Fried­rich I. er­nann­te ihn 1156 in Müns­ter zum Reichs­kanz­ler. Er wur­de 1159 Erz­bi­schof von Köln
Hugo 1167–1168 Er wur­de 1167 Bi­schof von Ver­den
Stammwappen derer von Steinfurt Bern­hard von Stein­furt Her­ren von Stein­furt 1168–1193 Er hat zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Lu­dolf die Jo­han­ni­ter­kom­men­de Stein­furt ge­grün­det.
Her­mann 1192–1206 Er war ein na­her Ver­wand­ter von Bi­schof Her­mann II. von Kat­zeneln­bo­gen
Wappen derer von Grafschaft Rem­bold Edel­her­ren von Graf­schaft 1206–1238 Er ge­hör­te mög­li­cher­wei­se der Fa­mi­lie der Edel­her­ren von Graf­schaft an. Er war zu­vor Dom­kan­tor. Er war spä­ter ver­schie­dent­lich im päpst­li­chen Auf­trag un­ter­wegs und ist durch zahl­rei­che Ur­kun­den be­zeugt. Er hat ei­nen Teil der Na­tu­ral­ge­fäl­le in Geld­zah­lun­gen an die Dom­her­ren ver­wan­delt. Er hat vor sei­nem Tod das Amt nie­der­ge­legt, den Ti­tel aber wei­ter­ge­führt. Von ihm ist ein Sie­gel mit sei­nem Bild er­hal­ten.
Wil­helm von Hol­te (I.) Edel­her­ren von Hol­te 1238–1239 Er war Bru­der des Bi­schofs Lu­dolf von Hol­te. Als Dom­herr 1196 erst­mals er­wähnt. In Os­na­brück war er seit 1227 Dom­propst. Mög­li­cher­wei­se war er auch Dom­de­chant in Hil­des­heim. Auch ist es mög­lich, dass er am Kreuz­zug nach Da­mi­et­te teil­ge­nom­men hat­te.
Wil­helm von Hol­te (II.) Edel­her­ren von Hol­te 1241–1259 Er war Bru­der des Bi­schofs Wig­bold von Hol­te. Zur Un­ter­schei­dung von sei­nem Vor­gän­ger wur­de er als Wil­hel­mus se­cun­dus be­zeich­net. Als Bi­schof wur­de er als Wil­helm I. ge­zählt. Er war Vi­ze­do­mi­nus und Dom­the­saur­ar. Er war auch Propst von St. Mau­ritz. Im Jahr 1257 schloss er mit der Stadt Müns­ter ein Bünd­nis. Er wur­de 1259 zum Bi­schof ge­wählt.
Wappen der Grafschaft Mark Ger­hard von der Mark Gra­fen von der Mark 1260–1262 Er hat­te auch eine Prä­ben­de in Maas­tricht und wur­de zum Bi­schof von Müns­ter ge­wählt
Her­mann von Di­ding­ho­ven 1262–1263 Er war zu­vor Dom­scho­las­ter, Dom­de­chant und Propst am Al­ten Dom
Wi­de­kind von Wal­deck Gra­fen von Wal­deck 1263–1265 Er war um 1256 Propst von Fritz­lar und war spä­ter Bi­schof in Os­na­brück
Wal­ram von Kes­sel Gra­fen von Kes­sel 1265–1295 We­gen der strit­ti­gen Bi­schofs­wahl wähl­te er und das Dom­ka­pi­tel Otto von Teck­len­burg zum Stifts­ver­we­ser. Er war auch Propst in Be­ckum und hat­te ein Ka­no­ni­kat in St. Ge­re­on in Köln inne. Als über­le­ben­der Erbe der Graf­schaft Kes­sel re­si­gnier­te er und hei­ra­te­te.
En­gel­bert von Teck­len­burg Gra­fen von Teck­len­burg 1296–1301
 Wappen derer von Lohn Wik­bold von Lohn Edel­her­ren von Lohn † 1313 1307–1310 Er ge­hör­te als Dom­herr zu den Geg­nern des Bi­schofs Otto III. von Riet­berg, der das Dom­ka­pi­tel auf­for­der­te ge­gen ihn mit Sus­pen­si­on und Ex­kom­mu­ni­ka­ti­on vor­zu­ge­hen. Spä­ter trat Wik­bold als Zeu­ge ge­gen den Bi­schof auf. Nach der Ab­set­zung des Bi­schofs wur­de er Dom­propst. Das Amt war zu­vor meh­re­re Jah­re um­be­setzt. Er ge­hör­te seit 1309 dem von Kon­rad von Berg ein­ge­setz­ten Rat an, der die Re­gie­rung im Hoch­stift Müns­ter führ­te. Papst Cle­mens V. an­nul­lier­te die Wahl des Bi­schof Kon­rad und kri­ti­sier­te das Ver­hal­ten von Wik­bold. Die­ser hat­te aus nicht be­kann­ten Grün­den re­si­gniert und hat­te ge­hei­ra­tet.
Jo­han­nes Luf von Kle­ve
gen. von Ker­ven­heim
Edel­her­ren Luf von Kle­ve 1310–1313
Alex­an­der von Lü­ding­hau­sen † 1314 1313–1314 Er war Pfar­rer in Lü­ding­hau­sen und Propst von St. Mau­ritz.
Wappen derer von Arnsberg Gott­fried von Arns­berg Gra­fen von Arns­berg 1315–1321 Er wur­de 1321 Bi­schof von Os­na­brück. Sein Sie­gel als Propst, das ihn in kni­en­der Ge­stalt zeigt ist er­hal­ten
Wappen der Grafschaft Mark Kon­rad von der Mark Gra­fen von der Mark 1321–1326 Er war zu­vor Propst von St. Mar­ti­ni in Worms, Dom­herr in Köln und mög­li­cher­wei­se auch Ka­no­ni­ker an St. Ge­re­on. Er re­si­gnier­te und hei­ra­te­te Eli­sa­beth von Cle­ve. Er stif­te­te das Klos­ter Cla­ren­berg und trat in den Mi­no­ri­ten­or­den ein
Sieg­fried Luf von Kle­ve gen. von Ker­ven­heim Edel­her­ren Luf von Kle­ve † 1340 oder 1342 1327–1337 Er folg­te sei­nem Bru­der Jo­hann als Propst von St. Lud­ge­ri und Be­ckum. er war wohl auch Ka­no­ni­ker in Xan­ten. Als Bi­schof Lud­wig von Hes­sen 1322 in Ge­fan­gen­schaft ge­ra­ten war, wur­de er Stifts­ver­we­ser. Er dürf­te vor sei­nem Tod re­si­gniert ha­ben
Wappen der Grafschaft Mark Ever­hard von der Mark Gra­fen von der Mark † 1359 1339–1347 Er war Dom­ka­no­ni­ker in Lüt­tich und Dom­kan­tor in Köln. Er re­si­gnier­te und hei­ra­te­te Ma­ria Grä­fin von Lohn
Diet­rich von Wal­deck Gra­fen von Wal­deck † um 1316, 1355 1348–1353 Er stu­dier­te in Or­léans ka­no­ni­sches Recht, hat­te Dom­prä­ben­den in Köln und Müns­ter, re­si­gnier­te die­se 1346, wur­de aber im sel­ben Jahr vom Papst pro­vi­diert. Neu war eine Dom­her­ren­stel­le in Mainz.
Ever­hard von Vech­torp † um 1391 1353–1356 Er war auch Propst am Al­ten Dom und Pfar­rer von Gro­en­lo. We­gen Un­ge­hor­sam ge­gen Bi­schof Lud­wig wur­de er ex­kom­mu­ni­ziert und sus­pen­diert. Er hat sein Dom­ka­no­ni­kat of­fen­bar be­hal­ten.
Wappen derer von Bentheim-Steinfurt Otto von Bent­heim Gra­fen von Bent­heim † 1366 1356–1359 Er war seit 1338 Dom­propst in Pa­der­born. We­gen des gleich­zei­ti­gen Be­sit­zes der Dom­propst­stel­len in Pa­der­born und Müns­ter wur­de er vom Papst In­no­zenz VI. zur Re­si­gna­ti­on auf­ge­for­dert. Dies ist je­doch nicht so­fort er­folgt.
Wappen derer von Bentheim-Steinfurt Chris­ti­an von Bent­heim Gra­fen von Bent­heim † um 1418 1361 Er war Bru­der sei­nes Vor­gän­gers. Er war Dom­ka­no­ni­ker in Köln. Zum ers­ten Mal 1361 Dom­propst gab er die­se Stel­le im Tausch ge­gen den Al­tar der Jung­frau Ma­ria in Schütt­dorf wie­der ab. Seit 1365 war er wie­der Dom­propst. Er hat sein Amt of­fen­bar nur mit we­nig Ei­fer be­trie­ben. Das Ende sei­ner Amts­zeit und die Um­stän­de sind un­klar. Mög­li­cher­wei­se hat er re­si­gniert oder er wur­de sus­pen­diert. Als Dom­herr wur­de er noch 1384 er­wähnt und leb­te noch 1417. Er hin­ter­ließ ei­nen Sohn.
Wappen derer von Bentheim-Steinfurt Bern­hard von Bent­heim Gra­fen von Bent­heim † 1421 1361–1365 Er war Bru­der sei­ner bei­den Vor­gän­ger. Er tausch­te ei­nen Al­tar mit sei­nem Bru­der und er­hielt da­für die Dom­props­tei. Er re­si­gnier­te 1365 und über­nahm die Herr­schaft in der Graf­schaft Bent­heim. Er war zwei­mal ver­hei­ra­tet, blieb aber kin­der­los und war der letz­te Graf aus der Li­nie Bent­heim-Hol­land.
Wappen derer von Bentheim-Steinfurt Chris­ti­an von Bent­heim Gra­fen von Bent­heim † um 1418 1365–1367 sie­he oben
Hein­rich von Solms Solms † 1407 1373–1374 Er war zu­nächst De­chant in Not­tuln. Er war wohl nur bis 1374 Propst. Im Jahr 1376 wur­de er von ei­ner Ex­kom­mu­ni­ka­ti­on ge­löst. Spä­ter war er Propst von St. Mau­ritz. Er hin­ter­ließ eine un­ehe­li­che Toch­ter.
Stammwappen der von Lüdinghausen genannt Wolff, das auch von der Schulte von Soest genannten Seitenlinie geführt wurde Hei­den­reich Wolf von Lü­ding­hau­sen Wolf von Lü­ding­hau­sen † um 1392 1379–1381 Er stamm­te aus ei­ner Mi­nis­te­ria­len­fa­mi­lie. Er war zu­nächst Pas­tor in Herz­feld, Dom­herr in Müns­ter und Ka­no­ni­ker in Soest. Im Jahr 1376 war er Dom­scho­las­ter. Als Dom­propst er­neu­er­te er zu­sam­men mit dem Dom­ka­pi­tel das Bünd­nis mit dem Erz­stift Köln. Er hoff­te auch auf die erz­bi­schöf­li­che Un­ter­stüt­zung für die Wahl zum Bi­schof von Müns­ter. Er folg­te 1381/82 dem ab­ge­setz­ten Flo­renz von We­ve­ling­ho­fen nach.
Wappen derer von Velen Kon­rad von Ve­len Ve­len 1380 Sei­ne päpst­li­che Pro­vi­si­on scheint nicht wirk­sam ge­wor­den zu sein.
Wappen derer von Freseken Wil­helm Fre­se­ken Fre­se­ken † 1401 1381–1390 Er war Propst im Stift Me­sche­de, Ka­no­ni­ker in Soest, Propst zu St. Apos­teln in Köln. Er er­hielt von Erz­bi­schof Fried­rich III. von Saar­wer­den das Gut Wild­s­hau­sen. Als Dom­propst war er ei­ner der Schli­cher in ei­nem Streit zwi­schen Erz­bi­schof Fried­rich und Graf En­gel­bert von der Mark. Er schenk­te dem Klos­ter Oeling­hau­sen ein Haus. Er wur­de von Bi­schof und Dom­ka­pi­tel mit der Ver­tei­di­gung der Rech­te des Ka­pi­tels ge­gen alle Fein­de be­auf­tragt, sah sich aber nicht in der Lage die­se Auf­ga­be zu er­fül­len und re­si­gnier­te. er blieb Propst von St. Apos­teln.
Otto von Hoya Gra­fen von Hoya † 1424 1390–1392 Er war Bru­der des Pa­der­bor­ner Bi­schofs Jo­hann von Hoya. Er selbst wur­de 1392 Bi­schof von Müns­ter und er­wei­ter­te das Ter­ri­to­ri­um des Hoch­stifts Müns­ter be­trächt­lich. Im Jahr 1410 wur­de er auch Bi­schof von Os­na­brück
En­gel­bert von Nas­sau-Dil­len­burg Nas­sau-Dil­len­burg † 1442 1399–1404 Er re­si­gnier­te zu Guns­ten sei­nes Bru­ders Jo­hann, hei­ra­te­te und be­grün­de­te die Li­nie Nas­sau-Bre­da
Jo­hann von Nas­sau-Dil­len­burg Nas­sau-Dil­len­burg † 1429/30 1404–1421 Er war Bru­der des Vor­gän­gers. Er war auch In­ha­ber des Ar­chi­dia­ko­nats Bra­bant. Mit päpst­li­cher Er­laub­nis be­hielt es dies Amt auch als Dom­propst bei. Er war auch Dom­herr in Köln. Die Dom­props­tei re­si­gnier­te er 1421
Hein­rich von Nas­sau-Beil­stein Nas­sau-Beil­stein † 1477 1421–1429 Er hat­te stu­diert und den Grad ei­nes Ma­gis­ters er­wor­ben. Er re­si­gnier­te die Dom­props­tei, um ein Dom­ka­no­ni­kat in Mainz an­zu­neh­men, wo er 1433–1475 Dom­propst war. Er hat­te auch eine Dom­her­ren­stel­le in Köln inne, war Propst von St. Cas­si­us in Bonn und Köl­ni­scher Rat.
Wappen derer von Droste zu Vischering Diet­rich Dros­te zu Vi­sche­ring gen. Ma­nen­s­chyn Dros­te zu Vi­sche­ring † 1465 (?) 1429–1462 Er wur­de als Dom­herr erst­mals 1418 ge­nannt und war Pfar­rer in Ha­vix­beck. Als Dom­propst stimm­te er dem ver­schärf­ten Ka­pi­tel­sta­tut von 1435 zu, das die Macht des Props­tes wei­ter ein­schränk­te. Da­mit wur­de ein Streit mit dem Dom­de­chan­ten und dem Ka­pi­tel bei­gelegt. Er er­klär­te 1446 die Uni­on des Dom­ka­pi­tels und trug 1447 zur Aus­söh­nung des Ka­pi­tels mit dem Hoch­stift bei. Wäh­rend der Müns­ter­schen Stifts­feh­de nahm er eine zwie­späl­ti­ge Po­si­ti­on ein. Spä­tes­tens 1462 re­si­gnier­te er die Dom­props­tei blieb aber Dom­herr.
Jo­hann von Bronck­horst-Ba­ten­burg Bron­khorst † um 1505 1462–1505 Sei­ne Zeit vor Über­nah­me der Dom­props­tei ist un­be­kannt. Er war auch Propst von St. Mau­ritz. In der letz­ten Zeit scheint er sich kaum in Müns­ter auf­ge­hal­ten zu ha­ben und war zeit­wei­se in Rom.
Wappen derer von Hörde Phil­ipp von Ho­er­de Ho­er­de * um 1450; † 1510 1505–1510 Er war ver­hei­ra­tet und hat­te eine Rei­he von Kin­dern. Er hat­te zu­nächst eine Rei­he welt­li­cher Äm­ter inne. Er war Landd­rost des Hoch­stifts Pa­der­born, fürst­li­cher pa­der­bor­ner Rat und Landd­rost des kur­köl­ni­schen Her­zog­tums West­fa­len. Er war sehr gläu­big und Mit­glied zahl­rei­cher Bru­der­schaf­ten, mach­te Stif­tun­gen für Klös­ter und un­ter­nahm eine Wall­fahrt ins hei­li­ge Land. Nach dem Tod sei­ner Frau trat er in den geist­li­chen Stand ein, wur­de Dom­herr in Müns­ter und Dom­propst.
Bern­hard von Sach­sen-Lau­en­burg Sach­sen-Lau­en­burg † 1523 1510–1523 Er war Dom­herr in Köln. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst war er in Müns­ter nur sel­ten. Er war auch Rek­tor der Pfarr­kir­che in Sen­den.
Wappen derer von Morrien Alex­an­der Mor­ri­en Mor­ri­en † 1552 1524–1552 Er war 1514 be­reits Dom­herr und spä­ter Vi­ze­do­mi­nus. Beim Über­fall der Täu­fer auf Telg­te konn­te er flie­hen. Er wird häu­fig ur­kund­lich er­wähnt und tat sich als Stif­ter für die Fran­zis­ka­ner, Ar­men­häu­ser und das Gym­na­si­um Pau­li­num her­vor. Er hat­te zwei Söh­ne
Wappen derer von Ketteler Wil­helm von Ket­te­ler Ket­te­ler † 1582 1552–1553 Er stu­dier­te in Bo­lo­gna. Nach der Wahl zum Dom­propst war er auch Müns­ter­scher und Kle­ve-Jü­li­scher Rat. Er un­ter­zeich­ne­te das Ka­pi­tel­sta­tut über Wah­len und die Ver­ga­be von Äm­tern im Dom­ka­pi­tel. Er wur­de zum Bi­schof ge­wählt, woll­te aber we­gen sei­ner pro­tes­tan­ti­schen Nei­gun­gen dem Papst nicht den Treue­eid leis­ten. Er gab sein Bi­schofs­amt 1557 auf. Er war 1566 bi­schöf­li­cher Be­voll­mäch­tig­ter beim Reichs­tag in Augs­burg.
Wappen derer von Münster Bern­hard von Müns­ter Müns­ter * um 1500; † 1557 1553–1557 Als Dom­herr wur­de er erst­mals 1522 ge­nannt. Seit 1546 war er Be­sit­zer des Am­tes Schol­ving. Er war Be­fehls­ha­ber des Hau­ses Lü­ding­hau­sen und hat­te ei­nen Sohn.
Ar­nold de Be­ver 1557 Er war an­fangs Pries­ter in Neu­en­haus und war seit 1537 Dom­herr. Er stu­dier­te be­reits als Dom­herr in Mar­burg und Bo­lo­gna. Im Jahr 1553 wur­de er Dom­scho­las­ter. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst hat ihm das Dom­ka­pi­teö Haus und Amt Lü­ding­hau­sen über­tra­gen.
Wappen derer von Morrien Bern­hard Mor­ri­en Mor­ri­en † 1581 1558–1569 Im Jahr 1552 wur­de er als Dom­herr und Stu­dent in Hei­del­berg er­wähnt. Seit 1555 war er Ar­chi­dia­kon von Stadt­lohn. Er reis­te 1557 zum Reichs­tag nach Re­gens­burg. Nach sei­ner Re­si­gna­ti­on als Dom­propst wur­de er un­ter an­de­rem Ar­chi­dia­kon von Alt­lü­nen.
Wappen derer von Hörde Ra­ban von Ho­er­de Ho­er­de † 1575 1569–1575 Er war seit 1554 Dom­ka­no­ni­ker in Müns­ter. Da­ne­ben war er auch Dom­herr in Pa­der­born, wo er Dom­scho­las­ter wur­de. In Müns­ter war er seit 1558 Vi­ze­do­mi­nus und seit 1565 Ar­chi­dia­kon in Bork. Er hat­te meh­re­re Kin­der.
Wappen derer von Raesfeld Gos­win von Raes­feld Raes­feld † 1586 1575–1586 Er war seit 1555 Be­sit­zer ei­ner Dom­prä­ben­de, stu­dier­te in Bo­lo­gna und er­hielt 1569 das Ar­chi­dia­ko­nat Stadt­lohn. Seit 1574 ge­hör­te er der Re­gie­rung des Hoch­stifts Müns­ter an. Er über­nahm nur mit Be­den­ken die Dom­props­tei. Durch ver­schie­de­ne In­kor­po­ra­tio­nen wur­de das Ein­kom­men aus der Dom­props­tei ver­bes­sert. Er ge­hör­te der pro­tes­tan­ti­schen Par­tei im Dom­ka­pi­tel an. Sein Epi­taph wur­de von Hans La­cke aus Lü­ding­hau­sen ge­schaf­fen.
Wappen derer von Nagel Lu­kas von Na­gel Na­gel † 1611 1587–1611 Er war seit 1569 Dom­herr und ge­hör­te 1577 der pro­tes­tan­ti­schen Par­tei der Ju­nio­ren im Dom­ka­pi­tel an. Er war un­ter an­de­rem Ar­chi­dia­kon von Stadt­lohn. Ent­ge­gen sei­nen Bit­ten wur­de er zum Dom­propst ge­wählt. Er leb­te in ei­nem Kon­ku­bi­nat und hat­te vier Kin­der.
Erzbischof Ferdinand von Bayern Fer­di­nand von Bay­ern Wit­tels­bach * 1577, † 1650 1611–1612 Er war seit 1609 Dom­herr. Die Wahl zum Propst war mit Rück­sicht auf sei­ne Po­si­ti­on als Ko­ad­ju­tor von Ernst von Bay­ern schwie­rig und blieb in der Schwe­be bis 1612 Bi­schof Ernst ver­starb. Dar­auf­hin konn­te Fer­di­nand auf die Props­tei ver­zich­ten und wur­de zum Bi­schof ge­wählt
Wappen derer von Dorgelo Otto von Dor­ge­lo Dor­ge­lo * 1565; † 1625 1612–1625 Er war Dom­herr in Os­na­brück und seit 1590 in Müns­ter. Er hat­te am Col­le­gi­um Ger­ma­ni­cum in Rom sechs Jah­re stu­diert. Er stif­te­te 1600 eine Bi­schofs­sta­tue im Dom. Er vi­si­tier­te Klos­ter Ma­ri­en­feld und an­de­re Zis­ter­zi­en­ser­klös­ter im Bis­tum. Er war wohl zum Pries­ter ge­weiht. Bei sei­ner Wahl zum Dom­propst stimm­ten von acht­zehn Wäh­lern nur sie­ben für ihn. Ob­wohl die Wahl un­gül­tig war, woll­te man eine neue Wahl ver­mei­den, um so Pro­ble­me mit dem Papst aus dem Weg zu ge­hen. Man ei­nig­te sich da­nach ein­ver­nehm­lich auf Dor­ge­lo. Der Kur­fürst von Trier Lo­thar von Met­ter­nich hat­te in­zwi­schen beim Papst um eine Pro­vi­si­on zu Guns­ten ei­nes Ver­wand­ten nach­ge­sucht. Da­ge­gen pro­tes­tier­te das Dom­ka­pi­tel, weil die Wahl des Props­tes durch das Ka­pi­tel bis­her un­strit­tig und eine Pro­vi­si­on da­her un­zu­läs­sig sei. Met­ter­nich war be­reit den Pro­zess vor­läu­fig ru­hen zu las­sen.
Wappen derer von Droste zu Vischering Adolf Hein­rich Dros­te zu Vi­sche­ring Dros­te zu Vi­sche­ring † 1650 1625–1650 Er war seit 1612 Dom­herr. Er war 1619 zu­sam­men mit Kur­fürst Fer­di­nand von Bay­ern beim Reichs­tag in Re­gens­burg. Im Jahr 1621 wur­de er Dom­scho­las­ter. Sei­ne Wahl zum Dom­propst fand zu­nächst nicht statt, weil es Un­ei­nig­keit über die Kos­ten für die päpst­li­che Be­stä­ti­gung gab. Ur­ban VIII. sprach ei­ni­ge Zeit spä­ter eine Pro­vi­si­on zu sei­nen Guns­ten aus. Das Ka­pi­tel war da­mit ein­ver­stan­den, weil der Papst grund­sätz­lich das Prin­zip der frei­en Propst­wahl an­er­kannt hat­te. Er war auch Ka­no­ni­ker in Os­na­brück und Pa­der­born. Er wur­de 1639 zum Dia­kon und Pries­ter ge­weiht.
Wappen derer von Korff Otto Hein­rich Korff gen. Schmi­sing Korff † 1664 1650–1664 Er war Dom­herr in Hil­des­heim und Müns­ter, spä­ter auch Dom­kan­tor in Os­na­brück. Als Dom­propst war er ins­be­son­de­re an der Wahl von Chris­toph Bern­hard von Ga­len zum Bi­schof be­tei­ligt. Auch spä­ter war er ei­ner der Un­ter­stüt­zer von Ga­lens.
Wilhelm von Fürstenberg. Gemälde von Ferdinand Voet Wil­helm Frei­herr von Fürs­ten­berg Fürs­ten­berg * 1624; † 1699 1664–1699 Er war Dom­herr in Müns­ter, Do­mic­el­lar und Dom­ka­no­ni­ker in Trier, er stu­dier­te in Köln und Pa­ris. Er war müns­ter­scher Ge­hei­mer Rat und 1651 Ge­sand­ter beim Reichs­tag in Re­gens­burg. Seit 1661 war er päpst­li­cher Ge­heim­käm­me­rer und leb­te zeit­wei­se in Rom. Er er­hielt eine Rei­he wei­te­rer Prä­ben­den in ver­schie­de­nen Bis­tü­mern. In Salz­burg war er auch ge­hei­mer Rat. Als er in Müns­ter zum Dom­propst ge­wählt wor­den war, woll­te den Pos­ten nicht an­tre­ten, ließ sich aber von sei­nem Bru­der dem Pa­der­bor­ner Bi­schof Fer­di­nand von Fürs­ten­berg dazu über­re­den. Aus Rom mel­de­te er die An­nah­me der Wahl. We­gen sei­ner Ver­diens­te be­schloss das Dom­ka­pi­tel von ei­ner Re­si­denz­pflicht ab­zu­se­hen. Von Rom wech­sel­te er sei­nen Le­bens­mit­tel­punkt nach Salz­burg, wo er Dom­de­chant und zum Pries­ter ge­weiht wur­de.
Wappen derer von Velen Diet­rich An­ton von Ve­len Ve­len * 1647; † 1700 1699–1700 Er war Dom­ka­no­ni­ker in Müns­ter und stu­dier­te in Pa­ris. Er wur­de Vi­ze­do­mi­nus, war ge­hei­mer Rat und Di­plo­mat. Bei sei­ner Wahl gab es Streit mit dem Papst, weil die­ser je­mand an­de­ren pro­vi­diert hat­te. Vor Bei­le­gung des Kon­flikts starb von Ve­len und er­hielt ei­nen gro­ßen Epi­taph im Dom.
Wappen derer von Plettenberg Fer­di­nand Frei­herr von Plet­ten­berg Plet­ten­berg * 1650, † 1712 1700–1712 Er stu­dier­te in Rom, war Dom­herr in Müns­ter und Pa­der­born. Dort wur­de er zum Pries­ter ge­weiht und zum Dom­de­chan­ten ge­wählt. Er hat­te auch Dom­her­ren­stel­len in Mainz und Hil­des­heim inne. Als Dom­propst kan­di­dier­te er zu­nächst 1706 selbst für das Bi­schofs­amt, un­ter­stütz­te dann aber Franz Ar­nold von Wolff-Met­ter­nich zur Gracht. Er war als Di­plo­mat an ver­schie­de­nen eu­ro­päi­schen Hö­fen dar­un­ter auch in Wien und Ver­sailles tä­tig.
Stammwappen derer von Wolff-Metternich Wil­helm Her­mann Ignatz Wolff-Met­ter­nich zur Gracht Wolff-Met­ter­nich * 1665; † 1722 1712–1722 Er war ein Halb­bru­der von Bi­schof Franz Ar­nold. Er stu­dier­te in Sie­na und er­hielt eine Dom­her­ren­stel­le in Müns­ter. Er hat­te auch Stel­len in Pa­der­born, Spey­er und Hil­des­heim. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst wur­de er auch ge­hei­mer Rat und Re­gie­rungs­prä­si­dent. In Pa­der­born wur­de er Dom­de­chant. Nach dem Tod des Bi­schofs war er dort Ad­mi­nis­tra­tor. Seit 1720 war er Weih­bi­schof.
Ge­org Wil­helm Wolff von Gu­den­berg Wolff von Gu­den­berg † 1726 1722–1726 Er stu­dier­te in Rom, wur­de Dom­herr in Spey­er und dann in Os­na­brück und Müns­ter. Nach der Wahl zum Dom­propst war er auch Prä­si­dent der Hof­kam­mer.
Wappen derer von Twickel Jo­hann Mat­thi­as von Twi­ckel Twi­ckel 1681, 1729 1726–1729 Er stu­dier­te in An­gers und spä­ter in Sie­na, war Dom­herr in Spey­er und Müns­ter, spä­ter auch in Hil­des­heim. Er war 1707/08 als Ge­sand­ter in Wien und wur­de 1712 zum Pries­ter ge­weiht. Er war seit 1717 Propst am Al­ten Dom. Ge­gen sei­ne Wahl zum Dom­propst be­schwer­te sich Frei­herr von Mer­veldt in Rom. Nach sei­ner Wahl war er auch Ge­hei­mer Rat und Kriegs­rat.
Karl Franz Frei­herr von Wach­ten­donck Wach­ten­donck * 1668; † 1731 1729–1731 Er stu­dier­te in An­gers, war Dom­herr in Müns­ter und Os­na­brück. Er kan­di­dier­te in Os­na­brück ver­geb­lich für das Bi­schofs­amt und un­ter­stütz­te in Müns­ter eben­falls ohne Er­folg Karl von Loth­rin­gen. In Müns­ter und Os­na­brück wur­de er Dom­scho­las­ter. Er war in Müns­ter auch welt­li­cher Hof­rich­ter.
Wappen derer von Plettenberg Fried­rich Chris­ti­an Hein­rich von Plet­ten­berg Plet­ten­berg 1682, 1752 1732–1752 Er war Dom­herr in Müns­ter und Pa­der­born, war müns­ter­scher Ober­jä­ger­meis­ter, Vi­ze­do­mi­nus des Dom­stifts, so­wie ge­hei­mer Land- und Kriegs­rat. Er war Propst am Al­ten Dom und Dom­scho­las­ter. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst war er auch Prä­si­dent der müns­ter­schen Re­gie­rung und Ge­ne­ral­kom­mis­sar der Hof­kam­mer.
Stammwappen derer von Wolff-Metternich Au­gust Wil­helm von Wolff-Met­ter­nich Wolff-Met­ter­nich * 1705; † 1764 1753–1764 Er stu­dier­te in Rom und wur­de Dom­herr in Pa­der­born. Er war Günst­ling von Cle­mens Au­gust von Bay­ern. Durch die­sen er­lang­te er auch eine Dom­her­ren­stel­le in Os­na­brück und wur­de Dom­küs­ter. Vom Papst er­hielt er eine Dom­her­ren­stel­le in Müns­ter. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst ver­lor er 1755 die Gunst des Kur­fürs­ten. Er ver­lor alle sei­ne Äm­ter am Hof in Bonn und muss­te die Stadt ver­las­sen.
Wappen derer von Böselager Fried­rich Wil­helm von Boe­sela­ger Boe­sela­ger * 1713; † 1782 1764–1782 Er war Dom­herr in Müns­ter und be­warb sich 1761 ver­geb­lich bei der Bi­schofs­wahl. Nach der Wahl zum Dom­propst war er auch Prä­si­dent des ge­hei­men Ra­tes.
Wappen derer von Ketteler Cle­mens Au­gust von Ket­te­ler Ket­te­ler * 1720; † 1800 1782–1800 Er war Do­mi­zellar in Worms, Dom­herr in Müns­ter und Os­na­brück. In Müns­ter war er auch Propst am Al­ten Dom, ge­hei­mer Rat, seit 1766 Ober­werk­meis­ter am Dom und 1780 Dom­küs­ter. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst wur­de er auch Prä­si­dent des ge­hei­men Ra­tes.
Wappen derer von Wrede En­gel­bert An­ton von Wre­de Wre­de * 1742; † 1808 1800–1808 Er war Dom­herr in Müns­ter und Hil­des­heim. In Müns­ter wur­de er Dom­küs­ter und in Hil­des­heim Dom­scho­las­ter. Er war auch müns­ter­scher Ge­hei­mer Rat. Nach sei­ner Wahl zum Dom­propst wur­de er auch Prä­si­dent des ge­hei­men Ra­tes.
Wappen derer von Droste zu Hülshoff Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff Dros­te zu Hüls­hoff * 1768; † 1836 1808–1836 Er war Dom­herr in Müns­ter und Os­na­brück, der letz­te Dom­propst, der dem Adel ent­stamm­te und ein On­kel der Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff

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