Lilien (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Lilien-Borg

Wap­pen de­rer von Li­li­en-Borg

Wappen derer von Lilien

Wap­pen de­rer von Li­li­en

Li­li­en ist der Name ei­nes al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlechts. Die Fa­mi­lie, de­ren Zwei­ge zum Teil bis heu­te be­stehen, ge­hört zu den Erb­säl­zern von Werl.

Geschichte

Herkunft

Erst­mals er­wähnt wird das Ge­schlecht mit dem Säl­zer zu Werl Diet­rich Li­lie in ei­ner vom 5. Fe­bru­ar 1307 da­tier­ten Ur­kun­de. Die Stamm­rei­he be­ginnt mit Jo­hann Li­li­en, der 1580 ver­starb.

Nach Kneschke be­stä­tig­te be­reits 1246 der Köl­ner Erz­bi­schof Kon­rad von Hoch­sta­den der Fa­mi­lie den Be­sitz der Sa­li­nen zu Werl zu­sam­men mit ih­ren al­ten Pri­vi­le­gi­en.

Besitzungen und Linien

Haus Opherdicke

Haus Opher­di­cke

Die Salz­häu­ser wa­ren noch bis zur Mit­te des 14. Jahr­hun­derts in Fa­mi­li­en­be­sitz. 1356, mit der gol­de­nen Bul­le von Kai­ser Karl IV., wur­den sie dem Lan­des­her­ren zu­ge­spro­chen und ge­hör­ten zu des­sen Re­ga­li­en (Salz­re­gal). 1370 mach­te sie Erz­bi­schof Fried­rich zehnt­bar. 1382 wur­de den Erb­säl­zern die al­ten Pri­vi­le­gi­en er­neut vom Lan­des­her­ren be­stä­tigt, doch sol­len im glei­chen Jahr beim gro­ßen Stadt­brand von Werl sämt­li­che Nach­rich­ten und Ur­kun­den der Erb­säl­zer­fa­mi­li­en ver­lo­ren­ge­gan­gen sein. Sie wand­ten sich an Kai­ser Si­gis­mund, der ihre al­ten Rech­te durch Di­plom be­stä­tig­te und be­zeug­te, dass sie nicht nur von gu­tem, al­ten Stam­me her kä­men, son­dern auch den rö­mi­schen Kai­sern und dem hei­li­gen Rei­che oft und man­nig­fach, ohne Gut und Blut zu ver­scho­nen, ge­dient. Auch ver­schie­de­ne ih­rer Vor­fah­ren hat­ten an­sehn­li­che Zi­vil- und Mi­li­tär­äm­ter be­klei­det.

Jo­hann von Li­li­en († 1608), der Sohn des gleich­na­mi­gen Stamm­va­ters, hei­ra­te­te Anna von Pa­pen, die auch aus ei­ner al­ten Wer­ler Erb­säl­zer­fa­mi­lie stamm­te. Ihr ge­mein­sa­mer Sohn Diet­rich von Li­li­en wur­de Bür­ger­meis­ter von Werl, wie es be­reits der Wer­ler Rats­herr und Erb­säl­zer Her­mann Li­lie (* vor 1453; † 1516) zwi­schen den Jah­ren 1499 und 1516 war. Diet­rich von Li­li­ens bei­de Söh­ne wur­den die Be­grün­der der bei­den Haupt­li­ni­en des Ge­schlechts.

Jo­hann III. von Li­li­en, der Sohn aus der ers­ten Ehe mit Ca­tha­ri­na von Bran­dis, be­grün­de­te die äl­te­re west­fä­li­sche Li­nie. Her­mann Franz von Li­li­en, der Sohn aus der zwei­ten Ehe, war der Stif­ter der zwei­ten jün­ge­ren Li­nie.

Haus Echthausen | © Foto: HaPe39

Haus Echt­hau­sen
© Foto: HaPe39

Aus der west­fä­li­schen Haupt­li­nie stamm­te Ger­hard Franz von Li­li­en († 1726), der Sohn von Jo­hann III. von Li­li­en und der Eli­sa­beth von Ben­dit. Aus sei­ner Ehe mit Jo­han­na Cla­ra von Arns­berg gin­gen die drei Söh­ne Cas­par Her­mann, Franz Mi­cha­el Flo­ren­tin und Jo­hann Flo­ren­tin her­vor. Cas­par Her­mann von Li­li­en (* 1691; † 1772) be­grün­de­te mit sei­ner ers­ten Ehe­frau Ma­ria Fran­zis­ka von Bran­dis den Zweig zu Opher­di­cke in West­fa­len.

Franz Mi­cha­el Flo­renz von Li­li­en (* 1696; † 1776), war der Va­ter von Alex­an­der von Li­li­en (* 1742), der Be­grün­der ei­nes Zwei­ges, der spä­ter auch in den ös­ter­rei­chi­schen Erb­lan­den an­säs­sig wur­de. Die­ser Zweig er­losch am 6. Ok­to­ber 1846 mit dem Tod von Carl Frei­herr von Li­li­en, k.k. Käm­me­rer und Hof­rat der Hof- und Staats­kanz­lei, Herr auf Ho­hen­bruck in der Stei­er­mark. Ein wei­te­rer Zweig, be­grün­det von Chris­toph von Li­li­en (* 1748), Sohn von Franz Mi­cha­el Flo­ren­tin, wur­de zu Borg und Laer in West­fa­len an­säs­sig. Jo­hann Flo­ren­tin von Li­li­en (* 1698), der drit­te Sohn von Jo­hann III. von Li­li­en, war der Ah­nen­herr des jün­ge­ren Zwei­ges der äl­te­ren Haupt­li­nie.

Die jün­ge­re von Her­mann Franz von Li­li­en (* 1642; † 1706) be­grün­de­te Haupt­li­nie ge­lang­te spä­ter auch nach Bay­ern. Aus sei­ner Ehe mit Anna Su­san­na von Pa­pen kam Her­mann Flo­ren­tin von Li­li­en († 1733). Er wur­de Käm­me­rer zu Werl und hei­ra­te­te Jo­han­na Ma­ria von Pa­pen. Die Nach­kom­men sei­nes Soh­nes Her­mann Cas­par von Li­li­en stif­te­ten die Li­nie zu Wald­au.

Standeserhebungen

Franz Mi­cha­el Flo­renz von Li­li­en
(* 1696; † 1776)

Aus dem Haus Borg kam Franz Mi­cha­el von Li­li­en, auf Borg und Laer, Erb­säl­zer zu Werl, fürst­lich thurn und ta­xi­scher Ge­heim­rat und Ge­ne­ral­inten­dant über die Pos­ten im Reich und in den Nie­der­lan­den, der am 24. De­zem­ber 1756 zu Wien in den Reichs­frei­her­ren­stand mit der An­re­de Wohl­ge­bo­ren er­ho­ben wur­de. Sein Sohn Alex­an­der Frei­herr von Li­li­en, auf Sip­penau, zu­nächst thurn und ta­xi­scher Wirk­li­cher Ge­hei­mer Rat und Ge­ne­ral­post­in­ten­dant, spä­ter kö­nig­lich baye­ri­scher Käm­me­rer, wur­de am 11. Ja­nu­ar 1813 bei der Frei­her­ren­klas­se der Adels­ma­tri­kel im Kö­nig­reich Bay­ern ein­ge­tra­gen.

Aus dem Haus Echt­hau­sen kam Fe­lix von Li­li­en, kö­nig­lich preu­ßi­scher Land­rat des Krei­ses Arns­berg, der am 15. Ok­to­ber 1840 zu Ber­lin in den preu­ßi­schen Frei­her­ren­stand er­ho­ben wur­de. Der Ti­tel wur­de in pri­mo­ge­ni­tur ver­lie­hen und war ge­knüpft an den Be­sitz des Rit­ter­guts Wes­ter­haus-Echt­hau­sen. Eine preu­ßi­sche Aus­deh­nung des Frei­her­ren­stan­des auf sei­ne Kin­der (ad per­son) er­folg­te am 17. Juni 1881 zu Ems.

Aus dem Haus Opher­di­cke kam Franz von Li­li­en, auf Opher­di­cke, kö­nig­lich preu­ßi­scher Kam­mer­herr, der am 24. Juli 1854 zu Ber­lin den preu­ßi­schen Frei­her­ren­stand er­hielt. Der Ti­tel, ver­lie­hen in pri­mo­ge­ni­tur und aus je ade­li­ger Ehe, war ge­knüpft an den Be­sitz des Rit­ter­guts Opher­di­cke im Land­kreis Dort­mund (Di­plom aus­ge­stellt am 29. Au­gust 1855 zu Sans­sou­ci). Sein Bru­der An­ton Frei­herr von Li­li­en, k.u.k. Oberst, er­hielt am 24. Ok­to­ber 1881 zu Wien eine ös­ter­rei­chi­sche Ge­neh­mi­gung zur Fort­füh­rung ei­nes aus­län­di­schen Frei­her­ren­ti­tels (Pla­kat aus­ge­stellt am 7. De­zem­ber 1881 zu Wien).

Fe­lix von Li­li­en
(* 1804; † 1886)

Aus dem Haus Wald­au kam Carl von Li­li­en, auf Wald­au und Il­sen­bach, kö­nig­lich baye­ri­scher Käm­me­rer, Land­rich­ter und Kast­ner zu Beratz­hau­sen, der zu­sam­men mit sei­nen Ge­schwis­tern am 24. März 1813 bei der Adels­klas­se im Kö­nig­reich Bay­ern im­ma­tri­ku­liert wur­de. Sieg­mund von Li­li­en, Rechts­prak­ti­kant in Mün­chen, wur­de am 5. März 1884 in den baye­ri­schen Frei­her­ren­stand er­ho­ben und am 13. Juni 1884 bei der Frei­her­ren­klas­se der Adels­ma­tri­kel im Kö­nig­reich Bay­ern ein­ge­tra­gen.

Wappen

Stammwappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Sil­ber drei (2, 1) schwar­ze Li­li­en. Auf dem Helm mit schwarz-sil­ber­nen Helm­de­cken eine schwar­ze Li­nie zwi­schen ei­nem of­fe­nen, je mit ei­ner schwar­zen Li­lie be­leg­ten, sil­ber­nen Flug.

Freiherrliches Wappen

Das Frei­her­ren-Wap­pen von Franz Mi­cha­el Frei­herr von Li­li­en, ver­lie­hen 1756, zeigt in­ner­halb ei­nes von Rot und Sil­ber ge­stück­ten Schild­ran­des das Stamm­wap­pen und be­sitzt zwei Hel­me. Rechts der Stamm­helm, links mit rot-sil­ber­nen Helm­de­cken ein sil­ber­nes und ein ro­tes Büf­fel­horn, be­legt mit je ei­nem Bal­ken in ver­wech­sel­ten Far­ben. Als Schild­hal­ter rechts ein rot ge­flü­gel­ter, gol­de­ner Greif und links ein gol­de­ner Löwe, bei­de wi­der­se­hend.

Al­len wei­te­ren Li­ni­en und Zwei­gen wur­den bei Stan­des­er­he­bun­gen das Stamm­wap­pen ver­lie­hen.

Namensträger

  • Alex­an­der Fer­di­nand von Li­li­en (* 1742; † 1818), Ge­ne­ral­inten­dant der Reichs- und Nie­der­län­di­schen Pos­ten
  • Fe­lix von Li­li­en (* 1804; † 1886), preu­ßi­scher Be­am­ter und Po­li­ti­ker
  • Franz Mi­cha­el Flo­renz von Li­li­en (* 1696; † 1776), Thurn-und-Ta­xis-Hof­mar­schall und Wer­ler Erb­säl­zer
  • Her­mann Li­lie (* vor 1453; † 1516), Bür­ger­meis­ter der Stadt Werl und Wer­ler Erb­säl­zer

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Li­li­en (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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