Laurenz von Brachum

Schloss Hovestadt

Schloss Ho­ve­stadt

Lau­renz von Brachum (* ers­tes Vier­tel des 16. Jahr­hun­derts in We­sel; † 1586 in Gel­sen­kir­chen-Horst), sel­te­ner auch Lau­renz vom Kol­den­berg ge­nannt, war ein deut­scher Bau­meis­ter des 16. Jahr­hun­derts, der zum Be­grün­der der Lip­pe­re­nais­sance wur­de. Ne­ben sei­nem Haupt­werk, dem Schloss Horst im heu­ti­gen Gel­sen­kir­chen, er­rich­te­te er wei­te­re Schlös­ser und an­de­re Ge­bäu­de vor al­lem an der Lip­pe und im süd­li­chen Müns­ter­land.

Leben

Lau­renz stamm­te ur­sprüng­lich aus We­sel und tauch­te in zeit­ge­nös­si­schen Rech­nun­gen als Stein­metz, Mau­rer­meis­ter und Bau­meis­ter auf. Er er­lang­te spä­ter das Bür­ger­recht in Wie­den­brück. Ab dem 23. Sep­tem­ber 1558 ar­bei­te­te er zu­nächst als ein­fa­cher Stein­hau­er (Steyn­how­er) am Bau von Schloss Horst als Re­si­denz des kur­köl­ni­schen Statt­hal­ters im Vest Reck­ling­hau­sen. Durch den dor­ti­gen Bau­lei­ter Arn(d)t Jo­hanns­sen to Be­co­ep lern­te er den Stil der Schu­le von Fon­tai­ne­bleau ken­nen. Die Zu­sam­men­ar­beit des Bau­herrn Rüt­ger von der Horst mit Jo­hann­sen war of­fen­bar nicht kon­flikt­frei, wo­von Lau­renz pro­fi­tier­te. Nach­dem er 1560 be­reits den Auf­trag er­hal­ten hat­te, zwei hof­sei­ti­ge Ga­le­ri­en zu ent­wer­fen und aus­zu­füh­ren, be­zog ihn Rüt­ger von der Horst im­mer stär­ker ins Bau­ge­sche­hen ein. Ab 1563/64 über­nahm der We­se­ler ei­nen Teil von Jo­hann­sens Auf­ga­ben, nach des­sen Weg­gang im Jahr 1567 er so­gar zum lei­ten­den Bau­meis­ter auf der Hors­ter Schloss­bau­stel­le auf­stieg. Die­ser Um­stand ist in­so­fern be­mer­kens­wert, als dass von Brachum nicht le­sen und schrei­ben konn­te. Die mit ihm ge­schlos­se­nen Ver­trä­ge un­ter­fer­tig­te er des­halb im­mer mit sei­nem Stein­hau­er­zei­chen. Von nie­der­län­di­schen Vor­bil­dern be­ein­flusst, setz­te er Stil­ele­men­te des in den Nie­der­lan­den ent­stan­de­nen Ma­nie­ris­mus als Ge­stal­tungs­mit­tel für die Hors­ter Schloss­fas­sa­den ein. Nach die­sem, sei­nem ers­ten gro­ßen Werk, dem Schloss Horst im (Emscher-)Bruch, nann­te sich Lau­renz seit sei­nem Um­zug von We­sel zur dor­ti­gen Schloss­bau­stel­le „von Brachum“.

Noch wäh­rend er in Horst tä­tig war, nahm er im Sep­tem­ber 1560 ein An­ge­bot Franz von Loës an, für ihn das heu­ti­ge Haus Geist bei Oel­de zu bau­en. Zwi­schen 1563 und 1572 folg­te im Auf­trag des Gos­win von Ket­te­ler der Bau von Schloss Ho­ve­stadt, der ihn um 1564 auch mit der Er­rich­tung des Hau­ses As­sen be­trau­te. Für all die­se Schloss­bau­ten fun­gier­te Horst als Vor­bild. Au­ßer­dem ent­warf von Brachum zahl­rei­che wei­te­re re­prä­sen­ta­ti­ve Bau­ten. Dazu zähl­ten 1575 die Plä­ne für ei­nen Aus­bau des Arns­ber­ger Schlos­ses zur Re­si­denz des Köl­ner Kur­fürs­ten Sa­len­tin von Isen­burg, den so­ge­nann­ten Sa­len­tin­bau. Auch das alte Schul­ge­bäu­de des Ar­chi­gym­na­si­ums in Soest stamm­te von ihm.

Sein be­son­de­rer Bau­stil ver­an­lass­te den Kunst­his­to­ri­ker Ri­chard Klapheck zu Be­ginn des 20. Jahr­hun­derts, den Be­griff der Lip­pe­re­nais­sance ein­zu­füh­ren.

Lizenz

© Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Lau­renz von Brachum aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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