Jan 172017
 

Von Lan­gen ist u. a. der Name zwei­er west­fä­li­scher Adels­ge­schlech­ter, die nicht stam­mes­gleich sind, je­doch bei­de im Hoch­stift Müns­ter an­säs­sig wa­ren.

Die ers­te Fa­mi­lie, „mit der Schaf­sche­re im Wap­pen“, war im Ems­land (his­to­risch ein Teil des Nie­der­stifts Müns­ter) be­hei­ma­tet, die an­de­re, „mit den Rau­ten“, im Müns­ter­land (im his­to­ri­schen Ober­stift Müns­ter). so­wie eben­falls im Ems­land. Bei­de Fa­mi­li­en teil­ten sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te in meh­re­re Li­ni­en. Ei­ni­ge Be­sit­ze wech­sel­ten zwi­schen den bei­den Fa­mi­li­en.

Von den west­fä­li­schen Fa­mi­li­en zu un­ter­schei­den sind an­de­re gleich­na­mi­ge Adels­ge­schlech­ter: Die Her­ren von Langen(n) aus Bran­den­burg und Schle­si­en so­wie die Frei­her­ren von Lan­gen aus Meck­len­burg und Vor­pom­mern.

von Langen („mit der Schafschere“), abgestorben

Geschichte

bis zur Teilung 1475

Der Stamm­sitz be­fand sich in Ober­lan­gen an der Ems (sie­he Ge­schich­te von Ober­lan­gen), das be­reits um das Jahr 1000 un­ter dem Na­men Lan­gun ur­kund­lich er­wähnt wird. Im 13. und 14. Jahr­hun­dert stell­ten die von Lan­gen Burg­män­ner, wel­che im Ems­land um 1250 zur Lan­deg­ge und ab 1392 zu Mep­pen als Mi­nis­te­ria­len wirk­ten und dort Grund­be­sitz er­war­ben.

1276 wird als Ers­ter der Fa­mi­lie Ja­kob von Lan­gen (* um 1240; † nach 1306), Burg­mann auf der nie­der­stif­ti­schen Burg Lan­deg­ge und Drost des Am­tes Lan­deg­ge im Nie­der­stift Müns­ter, er­wähnt. Sein Lehn­gut Ober­lan­gen ist nur etwa vier Ki­lo­me­ter von der Burg Lan­deg­ge ent­fernt.

Wappen derer von Langen

Wap­pen de­rer von Lan­gen

Im Jah­re 1377 fin­den sich im Mep­pe­ner Ur­kun­den­buch Ja­kobs En­kel Ni­ko­laus von Lan­gen (* um 1306; † 1382) als Burg­mann und Herr auf der Burg Vre­de­vo­ort an der Ems (bei Gees­te), mit sei­ner Frau Ode. Der Bi­schof Po­tho von Müns­ter hat­te Ni­ko­laus die Er­laub­nis ge­ge­ben, nahe der Lin­gen-Teck­len­bur­ger Gren­ze die­se Burg zu er­rich­ten, um den Über­gang über die Ems zu si­chern.

Der Sohn Her­bord III. von Lan­gen (* um 1347; † zwi­schen 1417 und 1425), Knap­pe, ver­ehe­licht mit Ger­trud von der Hege, wur­de Herr auf Mep­pen, als er das Gut 1392 er­warb, nach­dem das Mi­nis­te­ri­al­ge­schlecht de­rer von Mep­pen ab­ge­stor­ben war. Mep­pen ge­hör­te schon seit 834 dem Klos­ter Cor­vey, des­sen Lehns­leu­te die Lan­gen da­mit wur­den. Die Burg Vre­de­vorth wur­de vor 1400 in der Teck­len­bur­ger Feh­de zer­stört und nicht wie­der auf­ge­baut. Als Aus­gleich er­hiel­ten die von Lan­gen Gü­ter an der Hase bei Ha­se­lün­ne, das eben­falls zum Corvey’schen Ter­ri­to­ri­um zähl­te. Mit dem Tod des ge­mein­sa­men Soh­nes An­dre­as von Lan­gen († 1477) erb­ten des­sen Brü­der En­gel­bert I. († zwi­schen 1442 und 1446) und Ru­dolf den Be­sitz zu glei­chen Tei­len.

Der Burg­mann En­gel­bert I. von Lan­gen er­warb 1427 die ne­ben sei­nen Län­de­rei­en bei Ha­se­lün­ne ge­le­ge­ne Krey­en­borg von Jo­hann von Lan­gen ge­nannt Krey­en­rib­be aus dem Ge­schlecht mit den Rau­ten (sie­he un­ten). Er war ver­ehe­licht mit Ger­trud von Schat­te († nach 1440), wel­che die Schwa­ken­burg bei An­drup so­wie den Burg­manns­hof in Ha­se­lün­ne mit in die Ehe brach­te. Letz­te­rer zählt heu­te zu den be­deu­tends­ten mit­tel­al­ter­li­chen Pro­fan­bau­ten des Ems­lan­des.

Historische Wappendarstellung

His­to­ri­sche Wap­pen­dar­stel­lung

Am 20. Sep­tem­ber 1481 schenk­ten ihre Söh­ne, die Knap­pen Ro­loff und En­gel­bert II. von Lan­gen (* 1422; † 6. Juli 1507) zum Turm­bau der Pfarr­kir­che St. Vin­cen­ti­us je­der 5 Fuß „gra­wes Ben­the­mer steyns in de wyde unde hoge“. Ro­loff über­fiel 1469 u. a. die Pa­pen­burg. En­gel­bert II. er­hielt durch sei­ne Ehe mit Adel­heid von Dü­vel das Gut Sto­ckum. 1470 er­rich­te­te das Ehe­paar dort die heu­te noch er­hal­te­ne Haus­ka­pel­le. Im Jahr 1475 teil­ten En­gel­bert II. und sein streit­ba­rer Bru­der Ro­loff die Krey­en­borg in Ost- und West­krey­en­borg. Mit­ten über den Burg­platz wur­de ein Gra­ben ge­zo­gen.

Linie Ostkreyenborg

Zum Erbe des Ro­loff (Rolf/Rudolf) von Lan­gen († 1479), Herr auf Ost-Krey­en­borg, ge­hör­ten auch die Schatte’schen Be­sit­zun­gen in Ha­se­lün­ne, dar­un­ter der noch heu­te er­hal­te­ne Langen/Westerholt’sche Burg­manns­hof, der im Rit­ter­saal noch ei­nen Ka­min mit den Wap­pen des Ro­loff von Lan­gen und sei­ner Frau auf­weist.

Der En­kel Adam von Lan­gen († 1610), Herr auf Ost-Krey­en­borg, ver­mählt mit Si­do­nia, ver­erb­te den Be­sitz an sei­nen Sohn An­ton von Lan­gen, Herr auf Ost-Krey­en­borg († 1622), den letz­ten Nach­fah­ren sei­ner Li­nie. Die un­mün­di­ge Toch­ter ver­lor ihr Erbe, da der Va­ter im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg auf der hol­län­di­schen Sei­te ge­gen sei­nen Lan­des­herrn, den Fürst­bi­schof von Müns­ter, kämpf­te und so das Le­hens­gut ver­wirk­te.

Linie Westkreyenborg

Nach dem Tod En­gel­berts II. er­hielt sein Sohn Ni­co­laus (1457– um 1546) die West­krey­en­borg und den al­ten Fa­mi­li­en­hof zu Mep­pen. Des­sen Bru­der An­dre­as erb­te die Schwa­ken­burg und be­grün­de­te da­mit 1525 die Li­nie Schwa­ken­burg (sie­he un­ten), der Bru­der Hein­rich er­hielt Sto­ckum. Ni­co­laus hin­ter­ließ die Söh­ne En­gel­bert III., auf West­krey­en­burg und Mep­pen, Asche auf Sto­ckum, Claus auf Ha­se­lün­ne so­wie den Drost Jo­hann auf Haus­ber­ge, spä­ter auch Ha­se­lün­ne. En­gel­bert III. hat­te die Söh­ne En­gel­bert IV. (um 1500–1590) auf West­krey­en­burg und Mep­pen, Ni­co­laus auf Ha­se­lün­ne und Hein­rich auf Sö­geln bei Bram­sche. En­gel­bert V. († 5. Ok­to­ber 1652) litt un­ter Ein­quar­tie­run­gen und Ver­wüs­tun­gen im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg. Als er kin­der­los starb, fiel der Be­sitz an sei­nen Nef­fen Adam von Lan­gen († 1709) aus Sö­geln (sie­he un­ten). Des­sen Sohn Hein­rich En­gel­bert Her­mann Ignatz An­ton von Lan­gen (* 29. De­zem­ber 1684; † 10. De­zem­ber 1741 in Cor­vey), Herr zu West-Krey­en­burg, Fre­sen­burg, Ar­ken­stede (heu­te Orts­teil von Es­sen bei Ol­den­burg), Hol­te, Kam­p­haus und Wip­pin­gen, Cor­vey­ischer Ge­heim­rat, war der letz­te männ­li­che Spross der Krey­en­bor­ger Li­nie. Spä­te­re Erb­strei­tig­kei­ten mit den Fa­mi­li­en­zwei­gen Lan­gen-Schwa­ken­burg, Lan­gen-Spieck und Lan­gen-Sö­ge­len so­wie Über­schul­dung sorg­ten da­für, dass die Er­bin (So­phie Lu­do­wi­ka) des Hein­rich En­gel­bert das Erbe aus­schlug.

Der Stra­ßen­na­me „Krey­en­borg“ und die Be­zeich­nung ei­nes Boots­an­le­gers an der Hase bei Ha­se­lün­ne-Lehr­te sind al­les, was heu­te noch an die Was­ser­burg er­in­nert, de­ren Burg­stel­le in der Acker­flur liegt. Nach 1816 wur­de der Grund­be­sitz nach und nach ver­kauft, die Her­ren­häu­ser bis 1840 ab­ge­bro­chen und der Platz ein­ge­eb­net.

Zweig Schwakenburg-Haselünne

Un­ter An­dre­as von Lan­gen (* um 1468; † um 1555), Herr auf Schwa­ken­burg, wur­de die­se 1538 bei ei­nem Ein­fall der Gra­fen von Ol­den­burg nie­der­ge­brannt. Der Sohn und Erbe, Ru­dolf von Lan­gen zu Schwa­ken­burg und Ha­se­lün­ne († 26. April 1610), bat den Bi­schof von Müns­ter um Ent­schä­di­gung für die Brand­schat­zung, wur­de aber zu­rück­ge­wie­sen. Das Gut war be­reits schwer ver­schul­det. Da die Ehe Ru­dolfs mit Mar­ga­re­the von Hake (Epi­taph in St. Vin­cen­ti­us zu Ha­se­lün­ne) kin­der­los blieb (er hat­te je­doch ei­nen un­ehe­li­chen Sohn, sie­he un­ten: Brief­adels­ge­schlecht), be­stimm­te die­ser die Nich­te sei­ner Frau zur Er­bin. Jo­han­na Eli­sa­beth von Hake brach­te Schwa­ken­burg so­wie den Langen’schen Burg­manns­hof in Ha­se­lün­ne dann an ih­ren Ehe­mann Mi­cha­el Wil­helm Ko­bolt von Tam­bach († 1667). Spä­ter kam der Burg­manns­hof an die Gra­fen von Wes­ter­holt.

Zweige Sögeln, Oberstadt, Spyck und Hausberge

Der Drost Jo­hann von Lan­gen (um 1510 – nach 1578) wur­de 1564–1578 Kanz­ler der Graf­schaft Schaum­burg und er­hielt als schaum­bur­gi­sche Le­hen ab 1567 Gü­ter in Haus­ber­ge und Ei­ning­hau­sen (bei Min­den). In Haus­ber­ge be­sa­ßen die Lan­gen meh­re­re Ge­bäu­de, dar­un­ter ab etwa 1700 bis 1765 den (noch er­hal­te­nen) von Langen’schen Hof.

Hein­rich von Lan­gen, Drost von Fürs­ten­au und Vör­den, er­warb 1590 in ei­ner zwangs­wei­sen Ver­äu­ße­rung das Gut Sö­geln bei Bram­sche. Die Lan­gen wa­ren im Os­na­brück­schen ne­ben Sö­geln um 1747 auch noch zu Ro­then­burg an­säs­sig. 1750 fiel Sö­geln durch die Hei­rat der Er­bin Isa­bel­la Ju­dith So­phie von Lan­gen an ih­ren Ehe­mann, den preu­ßi­schen Mi­nis­ter Ju­li­us Au­gust von der Horst.

Hum­pert von Lan­gen († 1614) wur­de kur­säch­si­scher Ober­auf­se­her der Graf­schaft Hen­ne­berg und 1606 mit dem Was­ser­schloss Ober­stadt in Thü­rin­gen be­lehnt. Er be­saß auch das Frei­gut in Brei­ten­bach, das 1619 von sei­nen Er­ben ver­kauft wur­de. Sein Nach­fah­re, der Land­forst­meis­ter Jo­hann Ge­org von Lan­gen, der sich um Auf­fors­tung, Pa­pier­her­stel­lung und den Kar­tof­fel­an­bau ver­dient ge­macht hat und 1747 die Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur Fürs­ten­berg grün­de­te, wur­de 1699 in Ober­stadt ge­bo­ren, das noch bis 1712 im Be­sitz der Fa­mi­lie blieb.

Claus Jobst von Lan­gen zu Ha­se­lün­ne und Lehr­te hei­ra­te­te Ger­trud von Müns­ter, Toch­ter des Jo­hann von Müns­ter zu Ha­vighorst und Dren­the und sei­ner Ge­mah­lin aus der Fa­mi­lie von Grot­haus. De­ren Bru­der Karl von Grot­haus setz­te um 1650 sei­ne Nich­te als Er­bin für das Gut Spyck bei Bram­sche ein (das im Mit­tel­al­ter schon den Lan­gen „mit den Rau­ten“ ge­hört hat­te). 1838, mit dem Tod des Ni­co­laus Fried­rich Jo­seph Frei­herr von Lan­gen, er­losch das Ge­schlecht der Lan­gen zu Spyck und da­mit wohl das Ge­samt­ge­schlecht der „Schafscheren“-Langen. Er ver­mach­te sei­ner Nich­te Ma­rie So­phie alle Gü­ter und auch das Gut Spyck. 1824 hei­ra­te­te sie den wohl­ha­ben­den Lin­ge­ner Kauf­mann Bern­hard Alex­an­der Mo­ritz Oost­huys. 1938 über­tru­gen die Ge­schwis­ter Pau­la und Ma­ria Oost­huys das Gut ih­rer Nich­te Pau­la Su­ur­mann.

Wappen

In Sil­ber eine auf­ge­rich­te­te, rote Schaf­sche­re oder Tuch­ma­cher­sche­re. Auf dem Helm mit rot-sil­ber­nen De­cken ein rot-sil­ber­ner Ad­ler­flug.

Namensträger

  • Her­bert von Lan­gen († 1578) aus Sto­ckum, Dom­herr in Bre­men, Kor­re­spon­denz mit Phil­ipp Me­lan­chthon, Al­bert Har­den­berg und Jo­han­nes Mo­la­nus, ge­stor­ben in Em­den
  • Ru­dolf von Lan­gen zu Schwa­ken­burg und Ha­se­lün­ne († 26. April 1610), an der West­wand des lin­ken Sei­ten­schif­fes der Pfarr­kir­che St. Vin­cen­ti­us Ha­se­lün­ne be­fin­det sich sein Epi­taph. Anno 1610 am 26. Apr. ist der edle und eh­ren­fes­te Ru­dolf von Lan­gen zu Schwa­ken­burg und Ha­se­lün­ne erb­ge­ses­sen dem Herrn ent­schla­fen, des­sen See­le Gott gnä­dig ist (sic!) Amen. Ge­krönt wird das Epi­taph durch eine Dar­stel­lung der Auf­er­ste­hung Chris­ti und die Wap­pen de­rer von Lan­gen-Schwa­ken­burg (eine schrä­ge Schaf­sche­re) und der Wit­we von Hake (drei Mau­er­ha­ken).
  • Jo­hann Ge­org von Lan­gen (* 22. März 1699; † 25. Mai 1776), Her­zog­lich-Braun­schwei­gi­scher Hof- und Ober­jä­ger­meis­ter so­wie Nor­we­gi­scher Ge­ne­ral­forst­meis­ter
  • Sieg­mund Mo­ritz Wil­helm von Lan­gen (* 1706; † 21. Ok­to­ber 1758), Ba­tail­lons-Kom­man­deur und Ma­jor des In­fan­te­rie-Re­gi­ments Mark­graf Karl.

Briefadelsgeschlecht (1902)

Wil­helm Lan­gen (* 11. Fe­bru­ar 1839 in Werlte/Emsland; † 6. Sep­tem­ber 1912 in Gör­litz), wur­de als Mit­be­sit­zer der Tuch­fa­brik Lan­gen & Mül­ler in Gör­litz 1902 in den preu­ßi­schen Adels­stand als von Lan­gen er­ho­ben. Sei­ne Fa­mi­lie war auf ei­nem Hof in Werl­te an­säs­sig und hat­te seit 1694 die fürst­bi­schöf­li­chen Jä­ger auf dem Hümm­ling (wo sich das Jagd­schloss Cle­mens­werth be­fin­det) ge­stellt. Sie stamm­te von ei­nem Chris­ti­an (von) Lan­gen († 1603) ab, wel­cher ein un­ehe­li­cher Sohn des Ru­dolf von Lan­gen auf Schwa­ken­burg und Ha­se­lün­ne war, mit dem die­ser Zweig 1610 er­lo­schen ist (sie­he oben). Das 1902 vom preu­ßi­schen He­rolds­amt ver­lie­he­ne Wap­pen und die Helm­zier ent­spre­chen dem „Schafscheren“-Wappen, mit dem Zu­satz ei­nes ro­ten Schil­des­haupts mit drei ne­ben­ein­an­der­ge­stell­ten sil­ber­nen Klee­blät­tern. Die Fa­mi­lie exis­tiert noch.

von Langen („mit den Rauten“)

Geschichte

Wappen derer von Langen 1

Wap­pen de­rer von Lan­gen 1

Die Lan­gen oder auch Lan­ge sind ein al­tes, im Müns­ter­land auf dem Haus Lan­gen bei West­be­vern be­reits Ende des 12. Jahr­hun­derts vor­kom­men­des west­fä­li­sches Adels­ge­schlecht. Die ers­te Er­wäh­nung fin­det sich in ei­ner Ur­kun­de von 1184: He­ri­man­nus de Lan­gen, ca­non. mai. eccles. Mon.. Bis 1378 blieb Haus Lan­gen im Ober­stift Müns­ter im Be­sitz der Fa­mi­lie, ge­lang­te dann aber über eine Erb­toch­ter an die von Let­ma­the. Die Vor­burg steht noch.

Die Lan­gen mit den Rau­ten er­schei­nen aber früh auch im nie­der­stif­ti­schen Ems­land, wo in der Nähe von Lin­gen Ru­dolf von Lan­gen (* um 1268) auf Burg Spyck (sie­he un­ten) und sein Nach­fah­re Jo­hann von Lan­gen ge­nannt Dob­ben­stein in der zwei­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts als Lehns­neh­mer auf dem Schul­ten­hof in Lan­gen bei Len­ge­rich er­schei­nen. Da die­ser Ort Lan­gen schon seit 890 ur­kund­lich be­kannt ist, kann nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass es sich da­bei um den ur­sprüng­li­chen, na­mens­ge­ben­den Stamm­sitz han­delt, der auf das Haus Lan­gen bei West­be­vern über­tra­gen wur­de.

Sie kom­men früh und in ver­schie­de­nen Zwei­gen auch als Burg­män­ner der Gra­fen von Teck­len­burg vor. Ru­dolf I. von Lan­gen, Burg­mann auf Burg Teck­len­burg (* um 1165), ur­kund­lich 1198, trug als Wap­pen fünf rechts­schrä­ge rote Rau­ten im sil­ber­nen Feld. Zum Nach­weis ge­nüg­ten spä­ter die fünf Rau­ten auf dem Sie­gel in der Evers­wink­ler St. Ma­gnus Kir­che aus dem Jahr 1592. Die Lan­gen von Evers­win­kel sind um 1614 er­lo­schen. Vom Rit­ter­gut Haus Lan­gen in Evers­win­kel sind noch das ehe­ma­li­ge Bau­haus und die Gräf­ten vor­han­den.

Wappen derer von Langen 2

Wap­pen de­rer von Lan­gen 2

Con­rad (Cord) von Lan­gen, ver­hei­ra­tet mit der Wit­we Oll­richs von Tutt­lin­gen, ver­schwä­gert mit Bür­ger­ge­schlech­tern zu Os­na­brück (1423), rit­ter­li­cher Dienst­mann (1424), war tief ver­strickt in Hän­del mit der Stadt Os­na­brück. Er floh nach Teck­len­burg, wäh­rend sei­ne Frau ent­fernt (1430) und sein Gut ein­ge­nom­men und ge­plün­dert wur­de. In den dar­auf fol­gen­den Strei­tig­kei­ten hielt er selbst Ge­richt ab und stei­nig­te ei­nen Knecht. Die Ver­hand­lun­gen lie­fen über eine Rei­he von In­stan­zen, man for­der­te sei­nen Kopf und er wur­de 1433 des Eid­bruchs in Dort­mund an­ge­klagt. Tags dar­auf konn­te er flie­hen und ge­lang­te in den Dienst des Bi­schofs von Müns­ter, die Feh­de wur­de nicht bei­gelegt. Sein Sohn En­gel­bert von Lan­gen wur­de 1435 durch den Bi­schof Hein­rich von Mo­ers zu Müns­ter ge­schützt. Cord er­neu­er­te sei­ne Mit­tel in Köln, um die Feh­de wei­ter­füh­ren zu kön­nen. Carl Stü­ve nennt Con­rad hier Herr auf Sto­ckum, doch führt vom Bruch für die­se Zeit ei­nen Rem­bert von Dü­vel als Be­sit­zer an. As­trid von Dü­vel brach­te Sto­ckum als Hei­rats­gut an En­gel­bert II. von Lan­gen „mit der Schaf­sche­re“ (1422–1507), sie­he oben.

Bis 1519 war die Fa­mi­lie auch zu Rhei­ne im Müns­ter­land be­gü­tert. Im 16. und 17. Jahr­hun­dert er­war­ben sie Gü­ter am Nie­der­rhein, wo sie 1676 zu Eyll und Vincken­horst bei Gel­dern, zu Mölen­beck und Wy­lich bei Rhein­berg und noch 1700 zu Neu­en­heim Be­sitz hat­ten. Die Fa­mi­lie war mit Al­bert III. von Wulfheim, ei­nem Ahn­herrn der Dros­te zu Vi­sche­ring, ver­wandt; die Ehe­be­re­dung zur Ver­mäh­lung des Soh­nes von Her­mann von Lan­gen mit der Toch­ter von Al­bert III. fand im Jah­re 1285 statt. Das Ge­schlecht stell­te Ge­lehr­te und Dom­her­ren, wel­che auf Her­mann von Lan­gen zu­rück­ge­hen.

Es fin­den sich noch ei­ni­ge Ne­ben­li­ni­en:

Linie Langen-Kreyenribbe

Als Burg­män­ner von Teck­len­burg ver­sa­hen die von Lan­gen auch Dienst an der teck­len­bur­gi­schen Burg Lin­gen. Von hier grün­de­te ein Zweig das Gut Krey­en­rib­be. Es ent­stand in ei­ner gleich­na­mi­gen Flur bei Len­ge­rich (Ems­land).

In ei­ner Ur­kun­de wird ein Jo­hann von Lan­gen ge­nannt Krey­en­rib­be 1337 als Zeu­ge er­wähnt. 1403 er­baut sein Sohn Jo­hann von Lan­gen-Krey­en­rib­be an der Hase im Ems­land die Krey­en­borg, die sein Sohn aber be­reits 1427 an En­gel­bert I. von den oben ge­nann­ten Lan­gen mit der Schaf­sche­re ver­kauft. Sein Sohn und Erbe Otto von Lan­gen fin­det sich 1470 und 1479 in Ur­kun­den. Sein Nach­fah­re Kord von Lan­gen er­warb zu­sätz­lich Mit­te des 16. Jahr­hun­derts Tei­le des gräf­li­chen Er­bes Gre­ve. Als die von Lan­gen-Krey­en­rib­be 1512 das Gut Bees­ten er­ben, ver­leg­ten sie ih­ren Sitz dort­hin. Im Jah­re 1550 war Ger­hard (Gert) von Lan­gen-Krey­en­rib­be Erb­herr zu Bees­ten, sei­ne Frau war Mar­ga­re­the von Dinck­la­ge zu Ho­pen. Da der Sohn Her­bord 1590 ver­starb, erb­ten sei­ne Schwes­tern (Gees­te und Lu­kre­tia). Lu­kre­tia von Lan­gen-Krey­en­rib­be (1575–1611) war Äb­tis­sin von Börs­tel. Sie stritt sich mit ih­rem Ver­wand­ten Adam von Lan­gen über Müh­len­rech­te zum Neu­bau ei­ner Mahl­müh­le ne­ben der be­stehen­den Walk­müh­le. Nach­dem die Schwes­tern Krey­en­rib­be 1594 an ih­ren Cou­sin Diet­rich von Voß (a.d.H. En­niger) ver­kauf­ten, er­hielt es den Na­men Vos­se­borg.

Linie Langen bei Lengerich

Mit dem Schul­ten­hof in Lan­gen wur­de in der zwei­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts ein Jo­hann von Lan­gen ge­nannt Dob­ben­stein als Lin­ge­ner Burg­le­hen be­lehnt. Die­ser Zweig ist be­reits um 1500 er­lo­schen.

Linie Spyck bei Lingen-Bramsche

Ers­ter be­kann­ter Be­sit­zer der Burg Spyck war Ru­dolf von Lan­gen (* um 1268). Er wur­de in eine Feh­de der Teck­len­bur­ger ge­gen Os­na­brück um 1334 ver­wi­ckelt, Bür­ger Os­na­brücks ver­folg­ten ihn dar­auf­hin plün­dernd durch das Lin­ge­ner Land und be­la­ger­ten sei­ne Burg in Bram­sche. Die Burg war schon um 1400 nicht mehr im Be­sitz der Fa­mi­lie. Ru­dolfs Nach­kom­men wa­ren als Lin­ge­ner Burg­män­ner auf dem Gut Lan­gen bei Len­ge­rich an­säs­sig. Die Burg Spyck kam dann um 1650 durch Hei­rat an die von Lan­gen „mit der Schaf­sche­re“.

Wappen

Siegel Rudolf von Langen

Sie­gel Ru­dolf von Lan­gen

Im Schild fünf schräg­rechts ge­stell­te We­cken (Rau­ten) in zwei­er­lei Tin­gie­rung: blaue Rau­ten auf gol­de­nem Grund und sil­ber­ne Rau­ten auf ro­tem Grund.

Namensträger

  • Her­mann von Lan­gen, im Jah­re 1443 Dom­herr zu Müns­ter († 23. Fe­bru­ar 1484). Mit­stif­ter des Ver­kün­di­gungs­bil­des des Klos­ters Lies­born, Na­tio­nal­ga­le­rie Lon­don Er ist der Sohn Eg­bert I. von Lan­gen († zwi­schen 1424 und 1446), di­rek­ter Nach­fah­re des Ru­dolf I. von Lan­gen, Burg­mann zu Teck­len­burg (* um 1165).
  • Ru­dolf von Lan­gen (1438; † 25. De­zem­ber 1519), Dom­herr zu Müns­ter, Hu­ma­nist, Sohn des Diet­rich von Lan­gen zu Evers­win­kel
  • Franz Cas­par von Lan­gen († 1737), Ge­heim­rat des Main­zer Kur­fürs­ten und Herr auf Schloss Laumers­heim
  • Chris­toph An­dre­as Lan­gen, kö­nig­lich kai­ser­li­cher Oberst­leut­nant, 1733 mit dem Prä­di­kat Ed­ler in den Reichs­rit­ter­stand er­ho­ben.

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