Dez 302016
 
Wappen derer von Landsberg

Wap­pen de­rer von Lands­berg

Lands­berg ist ein al­tes ber­gi­sches und west­fä­li­sches Adels­ge­schlecht, das wie das Ge­schlecht der Her­ren von Buer von den Her­ren von Wer­den, Mi­nis­te­ria­len des Klos­ters Wer­den, ab­stammt. Die Li­ni­en der Frei­her­ren und Gra­fen von Lands­berg-Ve­len be­stehen bis heu­te.

Geschichte

Ent­ge­gen der frü­he­ren Auf­fas­sung, dass der ers­te Ver­tre­ter des Ge­schlechts der 1115 ur­kund­lich er­wähn­te Ever­hard (Eu­er­hardus, no­bi­lis, ad­vo­ca­tus et da­pi­fer), Vogt und Truch­seß der Ab­tei Wer­den, war, stammt das Ge­schlecht der Her­ren von Lands­berg über die Her­ren von Wer­den tat­säch­lich von den Her­ren von Born­heim aus Born­heim (Rhein­land) ab, de­ren Wap­pen sie mit ver­än­der­ter Helm­zier füh­ren. Stamm­va­ter der Fa­mi­lie war so­mit der aus ei­ner Dy­nas­ten­fa­mi­lie stam­men­de Rit­ter Wil­helm Schil­ling I. von Born­heim (ur­kundl. 1173–1198), Mi­nis­te­ria­le des Erz­bi­schofs von Köln, Vogt von Born­heim und Grün­der des be­rühm­ten Klos­ters Schil­lingsca­pel­len.

Der ers­te der Fa­mi­lie, der sich von Lands­berg nann­te, war Wil­helm Schil­lings Ur­en­kel Phil­ipp von Wer­den (Phil­ip­pus de Wer­di­na). Die­ser wur­de 1291 von Adolf V. von Berg als Burg­mann (cas­tel­la­nus) auf Burg Lands­berg an der Ruhr bei Kett­wig ein­ge­setzt. Aber be­reits 1288 nann­te er sich Phil­ip­po de Lands­berg, da­mals noch als Mi­nis­te­ria­le des Klos­ters Wer­den. Phil­ipps Söh­ne Wes­sel und Rein­hardt be­grün­de­ten um 1300 die bei­den Li­ni­en Lands­berg zu Er­wit­te mit Sitz auf Haus Er­wit­te bei Lipp­stadt (spä­ter Lands­berg-Ve­len) und Lands­berg zu Lands­berg.

Die äl­te­re Li­nie Lands­berg zu Lands­berg be­hielt den nie­der­rhei­ni­schen Stamm­sitz Lands­berg und das ber­gi­sche Olpe bis 1705, als sie mit Vi­tus Ar­nold von Lands­berg im Man­nes­stamm aus­starb. Über sei­ne Erb­toch­ter Anna Wil­hel­mi­na kam Schloss Lands­berg 1713 an die Frei­her­ren von Be­vern, die es 1825 ver­kauf­ten. 1837 er­warb Alex­an­der Frei­herr von Lands­berg-Ve­len zu Stein­furt, ein Nach­fah­re der um 1300 ab­ge­spal­te­nen Er­wit­ter Li­nie, den Stamm­sitz zu­rück, bis er 1903 wie­der ver­kauft wur­de. Ein deutsch-bal­ti­scher Ne­ben­zweig der Lands­ber­ger Li­nie war im Spät­mit­tel­al­ter nach Kur­land ge­langt und dort, evan­ge­lisch ge­wor­den, noch bis ins 19. Jahr­hun­dert an­säs­sig.

Die jün­ge­re Li­nie Lands­berg-Er­wit­te blieb auch nach der Re­for­ma­ti­on ka­tho­lisch. Wäh­rend des 17. Jahr­hun­derts konn­ten An­ge­hö­ri­ge die­ser Li­nie Wock­lum bei Bal­ve im Sauer­land er­wer­ben. Im Jahr 1681 wur­de ein Fa­mi­li­en­fi­dei­kom­miss ge­grün­det. Be­deu­ten­de Ver­tre­ter wa­ren Da­ni­el Diet­rich von Lands­berg zu Er­wit­te als Ge­ne­ral in Diens­ten Kur­kölns und Landd­rost des Her­zog­tum West­fa­len. Die Mehr­zahl von des­sen männ­li­chen Nach­kom­men trat als Dom­her­ren in den geist­li­chen Stand ein. Der Erbe Franz An­ton Frei­herr von Lands­berg war hoch­ran­gi­ger Mi­li­tär im Diens­te des Hoch­stifts Müns­ter. Un­ter an­de­rem war er Gou­ver­neur der Stadt und Fes­tung Müns­ter. Über die Be­la­ge­rung von Kai­sers­werth von 1689 hin­ter­ließ er bio­gra­phi­sche Auf­zeich­nun­gen. Sein Bru­der war Franz Kas­par Fer­di­nand von Lands­berg zu Er­wit­te der zu­nächst Dom­herr in Müns­ter war. Mit sei­ner Hei­rat, le­gi­ti­miert durch päpst­li­chen Dis­pens, be­wahr­te er die Fa­mi­lie vor dem Aus­ster­ben.

Die Fa­mi­lie er­warb durch die Hei­rat von Cle­mens Au­gust von Lands­berg zu Er­wit­te (1733–1785) mit der Er­bin Anna The­re­se Her­rin von Ve­len 1756 die Be­sit­zun­gen des aus­ge­stor­be­nen Gra­fen­ge­schlechts Ve­len, dar­un­ter Schloss Ve­len und Haus Al­ten­kamp. Seit 1792 trägt das Ge­schlecht of­fi­zi­ell den Na­mens­zu­satz Ve­len. 1822–25 ka­men die Stan­des­herr­schaft Ge­men und Schloss Raes­feld in den Be­sitz der Fa­mi­lie, als Frei­herr Ignaz von Lands­berg-Ve­len (1788–1863) den west­fä­li­schen Be­sitz der Frei­her­ren von Bö­mels­berg-Boine­burg an­kauf­te. Er nann­te sich nun Ignaz von Lands­berg-Ve­len und Ge­men und wur­de 1840 in den preu­ßi­schen Gra­fen­stand er­ho­ben, der in Pri­mo­ge­ni­tur an den je­weils äl­tes­ten Sohn ver­erbt wird. Er wur­de Land­tags­mar­schall, Wirk­li­cher Ge­hei­mer Rat, Mit­glied des Preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses und war ein be­deu­ten­der Un­ter­neh­mer und Po­li­ti­ker in der Pro­vinz West­fa­len. 1832 er­warb er Schloss Dan­kern, wäh­rend er Haus Al­ten­kamp nach 1850 ver­kauf­te. Sein Sohn, Graf Fried­rich von Lands­berg-Ve­len und Ge­men (1815–1898), war eben­falls Stan­des­herr und Po­li­ti­ker. Des­sen Sohn, Graf Max von Lands­berg-Ve­len (1847–1902), war Agrar­po­li­ti­ker.

1739 kam Schloss Dren­stein­furt (auch als Haus Stein­furt be­zeich­net) durch die Erb­toch­ter Anna Ma­ria The­re­sia von der Re­cke an ih­ren Ehe­mann Franz Kas­par Fer­di­nand von Lands­berg zu Er­wit­te. Im 19. Jahr­hun­dert wa­ren En­gel­bert von Lands­berg-Ve­len und Stein­furt, wie auch des­sen Sohn Ignatz von Lands­berg-Ve­len und Stein­furt, Po­li­ti­ker und Vor­sit­zen­de des West­fä­li­schen Rei­ter­ver­eins.

Ma­xi­mi­li­an von Lands­berg-Ve­len (1889–1957) war Grün­der und Vor­sit­zen­der des Ver­eins west­fä­li­scher Adels­ar­chi­ve. Man­fred Frei­herr von Lands­berg-Ve­len (1923–2010) bau­te Schloss Dan­kern zu ei­ner Frei­zeit­ein­rich­tung aus und war Prä­si­dent des Ver­ban­des deut­scher Frei­zeit­un­ter­neh­mer. Die­ter Graf von Lands­berg-Ve­len (1925–2012) war hoch­ran­gi­ger Sport­funk­tio­när und Prä­si­dent des Mal­te­ser Hilfs­diens­tes Deutsch­land.

Dem gräf­li­chen Zweig ge­hö­ren bis heu­te Schloss Ve­len, Burg Ge­men und Schloss Wock­lum.

Dem jün­ge­ren, frei­herr­li­chen Zweig ge­hö­ren bis heu­te Schloss Dren­stein­furt und Schloss Dan­kern so­wie seit 2015 das Schloss Arff bei Köln.

Der Stamm­sitz Schloss Lands­berg wur­de 1903 an den Un­ter­neh­mer Au­gust Thys­sen ver­kauft, des­sen Fa­mi­li­en­stif­tung es bis heu­te be­sitzt. Der Li­ni­en­stamm­sitz, Schloss Er­wit­te, wur­de 1934 ver­kauft, 1942 das Schloss Raes­feld, der Lands­ber­ger Hof in Arns­berg 1921. Haus Lan­deg­ge in Ha­ren (Ems) ge­hör­te nur kurz von 1903 bis 1928 zum Be­sitz Dan­kern.

Wappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Gold ei­nen mit An­dre­as­kreu­zen sil­bern ge­git­ter­ten ro­ten Bal­ken. Auf dem Helm mit rot-gol­de­nen De­cken ein auf­ge­rich­te­ter ro­ter Fuchs zwi­schen zwei aus­wärts ge­bo­ge­nen Palm­zwei­gen, der rech­te gold, der lin­ke rot.

Das Wap­pen von 1792 ist ge­viert. Die Fel­der 1 und 4 zei­gen das Stamm­wap­pen, 2 und 3 in Gold drei rote Vö­gel ne­ben­ein­an­der (Ve­len). Der rech­te Helm mit rot-gol­de­nen De­cken trägt rechts eine Kro­ne mit sil­ber ge­git­ter­tem ro­ten Reif dar­über wie der Stamm­helm. Auf dem lin­ken Helm ein mit den Vö­geln be­leg­ter klei­ner gol­de­ner Schild zwi­schen of­fe­nem, recht gol­de­nem, links ro­tem Flug (Ve­len).

Persönlichkeiten

Lizenz

© Ur­he­ber­recht für die Fo­tos auf die­sen Sei­ten be­stehen bei Bern­hard Gro­ße-Drenkpohl.
Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Lands­berg (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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