Dez 172016
 

Ket­te­ler spä­ter auch Kett­ler ist der Name ei­nes al­ten west­fä­li­schen Adels­ge­schlech­tes. Sie ge­hör­ten zum Mi­nis­te­ri­al­adel. Ihr Stamm­sitz Hüs­ten ist heu­te ein Orts­teil von Arns­berg im Hoch­sauer­land­kreis. Die Fa­mi­lie er­scheint erst­mals 1210 ur­kund­lich mit dem Burg­mann Lam­ber­tus de Hus­te­ne. Sein Nach­fah­re Con­rad von Hüs­ten tritt seit 1318 mit dem Bei­na­men dic­tus Keteler oder de Keteler auf, der mit Kes­sel­ma­cher zu über­set­zen ist. Bis 1368 wa­ren die Ket­telers Va­sal­len der da­mals mäch­ti­gen Gra­fen von Arns­berg. Von 1561 bis 1711 stell­te die Fa­mi­lie die Her­zö­ge von Kur­land und Sem­gal­len.

Geschichte

Stammlinie

Wap­pen de­rer von Ket­te­ler

1233 wur­de Con­rad von Hüs­ten als Burg­mann auf Haus Hüs­ten er­wähnt.

Con­rad II. von Hüs­ten (um 1220–vor 1295), sein Sohn, war eben­falls Burg­mann von Hüs­ten und mit Heil­wig ver­hei­ra­tet.

Rot­ger I. von Hüs­ten (ca 1245–nach 1300), Burg­mann, war mit Ku­ni­gun­de ver­hei­ra­tet und leb­te auf der Burg Hach­en.

Con­rad III. von Hüs­ten ge­nannt Ket­te­ler (1285–1364) war Rit­ter und Burg­mann in Rüt­hen. Er war zwei­mal ver­hei­ra­tet und starb in Bruch­hau­sen bei Arns­berg.

Rot­ger II. Ket­te­ler (um 1312–vor 1378) stamm­te aus der ers­ten Ehe Con­rads III. Er leb­te auf Hach­en und war mit Eli­sa­beth Vol­l­enspit ver­hei­ra­tet. Ihre Söh­ne hie­ßen Con­rad Mun­king und Rot­ger.

Con­rad Mun­king Ket­te­ler (um 1342–vor 1420), sein Sohn, war Herr in Borg­hau­sen bei Wel­ver an der Ahse und Drost auf Burg Ho­ve­stadt. Mit sei­ner Frau So­phie hat­te er zwei Söh­ne.

Con­rad Mun­king Ket­te­ler (* um 1370) erb­te Borg­hau­sen, wo er nach 1423 starb. Sein jün­ge­rer Bru­der Fried­rich (* um 1380, † vor 1462) über­nahm nach Erb­strei­tig­kei­ten 1411 die zwi­schen Hüs­ten und Her­drin­gen er­bau­te Ket­tel­burg von sei­nem On­kel Diet­rich Ket­te­ler, ei­nem Cou­sin sei­nes Va­ters. Um 1419 hei­ra­te­te er Hil­le­ke von Mel­sche­de.

Cord Ket­te­ler (1418–1499), ihr Sohn, erb­te die Ket­tel­burg. Er hei­ra­te­te Adel­heid von Cob­ben­ro­de, mit der er eine Toch­ter be­kam.

Eli­sa­beth Ket­te­ler (1480–nach 1510) hei­ra­te­te 1496 in ers­ter Ehe Vol­pert von Fürs­ten­berg und um 1502 in zwei­ter Ehe Jo­hann von Hanx­le­den. Da­durch en­de­te die Stamm­li­nie der Ket­telers zu Hüs­ten und die Ket­tel­burg ging in Be­sitz der Fa­mi­lie von Hanx­le­den. Eli­sa­beth starb im Hanx­le­den­s­chen Schloss Kört­ling­hau­sen.

Kettler zu Neu-Assen und Hovestadt

Wap­pen der von Ket­te­ler zu Neu-As­sen

Rot­ger Ket­te­ler III. (1346–1418), der zwei­te Sohn aus Rot­gers II. Ehe mit Eli­sa­beth Vol­l­enspit, hei­ra­te­te 1378 Fri­de­rana (Fri­de­run) von Al­te­na und er­warb 1382 Burg und Amt Ho­ve­stadt und 1384 die Frei­graf­schaft Haus As­sen in Lipp­borg, Lip­pe­tal.

Cordt Ket­te­ler zu As­sen (1372–1446), ihr Sohn, hei­ra­te­te Eli­sa­beth von Ge­men, ge­nannt Pröbs­ting, und hat­te mit ihr 5 Kin­der.

Gos­win Ket­te­ler zu As­sen (um 1400–um 1471) teil­te 1440 die vä­ter­li­chen Gü­ter mit sei­nem jün­ge­ren Bru­der Rött­ger, ließ 1564 durch Lau­renz von Brachum auf sei­nem An­teil von As­sen ein neu­es Haus er­bau­en, das süd­lich der al­ten Burg ge­le­ge­ne Haus Neu-As­sen; sein Bru­der leb­te in der al­ten Burg. Die Ge­bäu­de wur­den spä­ter mit­ein­an­der ver­bun­den. Au­ßer­dem än­der­te er das Fa­mi­li­en­wap­pen für sich und sei­ne Nach­fah­ren da­hin­ge­hend, dass der sil­ber­ne Grund durch ei­nen gol­de­nen aus­ge­tauscht wur­de. Zu­dem än­der­te er die Schreib­wei­se des Na­mens in „Kett­ler zu Neu-As­sen“. Er war ver­hei­ra­tet mit Eli­sa­beth von Hatz­feld zu Wil­den­burg.

Gott­hardt I. Kett­ler zu Neu-As­sen (1450–1518), ihr Sohn, hei­ra­te­te Mar­ga­re­tha von Bronck­horst und Ba­ten­burg und hat­te mit ihr 2 Söh­ne, von de­nen Franz von Ket­te­ler, der spä­te­re Abt von Cor­vey, der jün­ge­re war

Gott­hardt II. Kett­ler zu Neu-As­sen (1480–1556), der äl­te­re Sohn, hei­ra­te­te Sy­bil­la So­phie von Nes­sel­ro­de und hat­te mit ihr vier Kin­der, dar­un­ter Wil­helm Ket­te­ler, spä­ter Fürst­bi­schof von Müns­ter und Gott­hard Kett­ler, dem Be­grün­der der Kett­ler-Dy­nas­tie in Kur­land und Sem­gal­len. Gos­win von Ket­te­ler ließ die Burg Ho­ve­stadt zwi­schen 1563 und 1572 zu ei­nem Re­nais­sance­schloss um­bau­en.

Kettler in Kurland

Gotthard Kettler (* 1517, † 1587), ab 1559 letzter Landmeister des Deutschen Ordens in Livland und ab 1561 erster Herzog von Kurland und Semgallen

Gott­hard Kett­ler (* 1517, – 1587), ab 1559 letz­ter Land­meis­ter des Deut­schen Or­dens in Liv­land und ab 1561 ers­ter Her­zog von Kur­land und Sem­gal­len

Gott­hard Kett­ler (1517–1587) trat in den Deut­schen Or­den ein, wur­de 1554 Kom­tur von Dün­aburg und 1569 Land­meis­ter von Liv­land. Nach der Ab­tre­tung Liv­lands an Po­len wur­de er 1561 mit Sem­gal­len und Kur­land als erb­li­chem Her­zog­tum be­lehnt mit der Maß­ga­be, dass nach Aus­ster­ben sei­nes Stam­mes das Land an Po­len fal­len sol­le.

Fried­rich Kett­ler (1569–1642) und Wil­helm Kett­ler (1574–1640), Gott­hards Söh­ne, re­gier­ten das Her­zog­tum ge­mein­sam bis 1615, nach Wil­helms Ab­set­zung re­gier­te Fried­rich al­lei­ne bis 1642.

Ja­kob Kett­ler (1610–1682), äl­tes­ter Sohn Wil­helms, re­gier­te bis 1682.

Fried­rich Ka­si­mir Kett­ler (1650–1698), Sohn Ja­kobs, re­gier­te bis 1698.

Fried­rich Wil­helm Kett­ler (1692–1711) Sohn Fried­rich Ka­si­mirs, re­gier­te bis 1711. Sei­ne Wit­we Anna Iwa­now­na, die spä­te­re Za­rin, über­nahm nach sei­nem Tode die Re­gent­schaft Kur­lands.

Fer­di­nand Kett­ler (1655–1737), der jüngs­te Sohn Ja­kobs und On­kel Fried­rich Wil­helms, war da­her nur noch for­mal Her­zog von Kur­land und re­si­dier­te in Dan­zig. Da er kin­der­los starb, er­losch mit ihm die kur­län­di­sche Kett­ler-Dy­nas­tie. Za­rin Anna sorg­te für die Wahl ih­res Fa­vo­ri­ten Ernst Jo­hann von Bi­ron zum Nach­fol­ger als re­gie­ren­der Her­zog.

Ketteler zu Alt-Assen

Rot­ger Ket­te­ler, der jün­ge­re Sohn Cordt Ket­telers zu As­sen (s.o.) hei­ra­te­te in ers­ter Ehe Per­net­te von Me­sche­de und wohn­te wei­ter auf der Burg Alt-As­sen.

Gerd Ket­te­ler († um 1502), ihr Sohn, erb­te Alt-As­sen und hei­ra­te­te von 1477 Le­ne­ke Korff ge­nannt Schmi­sing. Ihre Söh­ne hie­ßen Her­mann, Rot­ger und Di­ede­rich.

Her­mann Ket­te­ler († 1512) wur­de nach ei­ner 1507 durch­ge­führ­ten Erb­tei­lung mit sei­nen Brü­dern Be­sit­zer der Burg Alt-As­sen. Er hei­ra­te­te Le­ne­ke von Hatz­feld. Nach sei­nem Tod er­hielt sei­ne Wit­we Alt-As­sen.

Her­mann II. Ket­te­ler zu Alt-As­sen wur­de 1553 vom Köl­ner Erz­bi­schof mit drei Burg­le­hen in Ho­ve­stadt be­lehnt.

Her­mann III. Ket­te­ler zu Alt-As­sen und Sy­then war Dom­herr in Müns­ter und hei­ra­te­te 1577 Adel­heid von Diepen­brock. 1589 bat er um Zu­las­sung zur Eman­zi­pa­ti­on.

Kon­rad Ket­te­ler († 1625) wur­de 1590 zum Dom­herrn in Müns­ter er­nannt. Er hei­ra­te­te 1598 Odi­lia von Ket­te­ler zu Neu-As­sen. Die Ehe blieb of­fen­bar kin­der­los, denn um 1630 fie­len die Burg As­sen und die Assen’sehen Gü­ter an die Ket­te­ler zu Ho­ve­stadt.

Ot­ti­lie von Ket­te­ler erb­te schließ­lich die Assen’schen Gü­ter zu Ho­ve­stadt und brach­te sie 1653/68 ih­rem Gat­ten Gott­fried von der Heyden, Li­nie zu Haus Bruch mit in die Ehe. Ihr Sohn war der preu­ßi­sche Ge­ne­ral Jo­hann Sie­gis­mund von der Heyden.

Ketteler zu Middelburg

Wap­pen­epi­taph des Worm­ser Dom­her­ren und Wimpfe­ner Stifts­de­kans Chris­toph Jo­do­kus von Ket­te­ler zu Har­kot­ten († 1735), im Worm­ser Dom

Wap­pen­epi­taph des Worm­ser Dom­her­ren und Wimpfe­ner Stifts­de­kans Chris­toph Jo­dok von Ket­te­ler zu Har­kot­ten († 1735), im Worm­ser Dom

Rot­ger Ket­te­ler, († 1523), der jün­ge­re Sohn Gerd Ket­telers zu Alt-As­sen, er­hielt 1507 zu­nächst ein Nutz- und Wohn­recht in Alt-As­sen so­wie die Zu­si­che­rung, stan­des­ge­mäß aus­ge­rüs­tet zu wer­den. Nach dem Tode sei­nes Bru­ders Her­mann 1512 er­hielt er Gü­ter zwi­schen As­sen und Ho­ve­stadt. Er war in ers­ter Ehe mit Mar­ga­re­the von Wi­schel, in zwei­ter mit Anna von Bö­cken­för­de ge­nannt Schün­gel und in drit­ter Ehe mit Mar­ga­re­te von Ga­len, Er­bin zu Bock­hö­vel ver­hei­ra­tet.

Jas­per (Cas­per) Ket­te­ler, sein Sohn, er­bau­te die Mid­del­burg. 1541 wur­de er mit sei­nen Brü­dern mit drei Burg­le­hen zu Ho­ve­stadt be­lehnt. 1556 war er Dros­te zu Strom­berg.

Con­rad Ket­te­ler zu Mid­del­burg und Bo­cken­hö­vel hei­ra­te­te 1554 die pro­tes­tan­ti­sche Ber­ta von Raes­feld zu Ro­m­berg. Er er­neu­er­te die Mid­del­burg.

Röt­ger Ket­te­ler zu Mid­del­burg und Bock­hö­vel hei­ra­te­te Ur­su­la von Me­sche­de zu Alme. 1594 wur­de er vom Köl­ner Bi­schof mit den drei Burg­le­hen in Ho­ve­stadt be­lehnt.

Gos­win Ket­te­ler zu Mid­del­burg und Bock­hö­vel hei­ra­te­te 1632 Anna Eli­sa­beth von Neu­hoff ge­nannt Ley.

Mo­ritz Phil­ipp Ket­te­ler zu Mid­del­burg hei­ra­te­te Mar­ga­re­ta von und zu Nie­hau­sen. 1684 wur­de das Haus Bock­hö­vel an Jo­hann Ernst von Kra­ne in Soest ver­kauft.

Hein­rich Diet­rich von Ket­te­ler zu Mid­del­burg leb­te in ers­ter Ehe mit Anna Fran­cis­ca von Hör­de zu Schwar­zen­ra­ben und in zwei­ter Ehe mit Ma­ria von Dros­te zu Er­wit­te. 1724 be­lehn­te Kur­fürst Cle­mens Au­gust ihn mit den drei Le­hen in Ho­ve­stadt.

Wil­helm Theo­dor von Ket­te­ler zu Mid­del­burg hei­ra­te­te 1762 So­phie von Boe­sela­ger, starb je­doch ohne Hin­ter­las­sung von Kin­dern. Sei­ne Wit­we ver­mach­te das Gut am 1. Fe­bru­ar 1770 ih­rem Bru­der Fried­rich Jo­seph von Boe­sela­ger zu Höl­ling­ho­fen in Hees­sen bei Hamm. 1798 wur­de die Mid­del­burg ab­ge­bro­chen.

Ketteler zu Harkotten

Schloss von Ketteler

Schloss von Ket­te­ler

Gos­win von Ket­te­ler zu Mid­del­burg hei­ra­te­te Chris­ti­na von Korff-Schmi­sing, de­ren Fa­mi­li­en­zweig 1615 im Man­nes­stamm er­lo­schen war. Das Paar be­zog ih­ren An­teil des 1334 ge­teil­ten Be­sit­zes Har­kot­ten, so dass nun zwei Fa­mi­li­en, die von Korff und die von Ket­te­ler zu Har­kot­ten dort leb­ten. Die bei­den be­nach­bar­ten Schlös­ser ge­hö­ren die­sen Fa­mi­li­en bis heu­te.

Cas­par Hei­den­reich von Ket­te­ler zu Har­kot­ten, ihr Sohn, hei­ra­te­te Anna von Scha­de zu Sal­wey.

Gos­win Cas­par von Ket­te­ler zu Har­kot­ten, ihr Sohn, hei­ra­te­te Anna Do­ro­thea von Korff zu Har­kot­ten. Er ließ 1755 den Flü­gel sei­nes Burg­teils ab­rei­ßen und durch ei­nen neu­en Ba­rock­bau er­set­zen.

Alex­an­der Di­ed­rich An­ton von Ket­te­ler (* 1689), ihr Sohn, hei­ra­te­te Ma­ria So­phie Eli­sa­beth von der Tin­nen.

Gos­win Lub­bert An­ton von Ket­te­ler (* 1719), ihr Sohn, hei­ra­te­te 1719 Bern­har­di­ne von Korff zu Har­kot­ten.

Cle­mens Au­gust von Ket­te­ler (* 1715), ihr Sohn, hei­ra­te­te Ma­ria Frei­in von Ga­len.

Ma­xi­mi­li­an von Ket­te­ler (1779–1832) hei­ra­te­te am 10. März 1801 in Müns­ter Cle­men­ti­ne von der Wen­ge. Ihre Kin­der wa­ren Au­gust Jo­seph, der spä­te­re Po­li­ti­ker Wil­de­rich und der spä­te­re Bi­schof von Mainz Wil­helm Em­ma­nu­el.

Fried­rich Cle­mens von Ket­te­ler hei­ra­te­te 1863 Ma­rie Ku­ni­gun­de Frei­frau von der De­cken, ver­wit­we­te von Ho­er­de, geb. Frei­in von As­beck, die Er­bin der Hoerde’schen Gü­ter Schwar­zen­ra­ben und Erin­ger­feld. Erin­ger­feld wur­de 1964 und Schwar­zen­ra­ben 1998 ver­kauft.

Wappen

Das Wap­pen zeigt ei­nen rechts­ge­zahn­ten ro­ten Kes­sel­ha­ken auf sil­ber­nem Grund. Auf dem Helm mit rot-sil­ber­nen De­cken ein sil­ber­nes Schild­chen mit dem Kes­sel­ha­ken zwi­schen ei­ner sil­ber­nen und ro­ten Fe­der. Die Li­nie Neu-As­sen er­setz­te den sil­ber­nen Grund durch ei­nen gol­de­nen.

Namensträger

Wil­helm Em­ma­nu­el von Ket­te­ler (1811–1877)
Bi­schof von Mainz

Lizenz

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