Kerssenbrock

Stammwappen derer von Kerssenbrock

Stamm­wap­pen de­rer von Kers­sen­brock

Kers­sen­brock, auch Ker­ßen­brock, ist der Name ei­nes al­ten ost­west­fä­li­schen und lip­pi­schen Adels­ge­schlechts. Die Her­ren von Kers­sen­brock ge­hö­ren zum Ur­adel im Ra­vens­ber­ger Land. Zwei­ge der Fa­mi­lie be­stehen bis heu­te.

Geschichte

Herkunft

Erst­mals ur­kund­lich er­wähnt wird das Ge­schlecht im Jah­re 1265 mit Jo­han­nes Ker­se­bro­ke als Drost der Gra­fen von Ra­vens­berg. Mit ihm be­ginnt auch die Stamm­rei­he. Frü­he­re Schreib­wei­sen des Na­mens wa­ren Ker­sen­broik, Ker­sen­bruck, Kers­ten­bruck, Kärsen­bruck, Kers­sen­bruch oder Kes­se­b­rock.

Ker­ßen­brock, das gleich­na­mi­ge Stamm­haus der Fa­mi­lie, ist heu­te eine Bau­erschaft von Wel­ling­holz­hau­sen, ein Stadt­teil von Mel­le im Land­kreis Os­na­brück in Nie­der­sach­sen. Dort be­fan­den sich die frü­hes­ten lehns­frei­en Be­sit­zun­gen de­rer von Kers­sen­brock.

Ausbreitung und Persönlichkeiten

Im 16. Jahr­hun­dert teil­te sich das Ge­schlecht in eine ka­tho­li­sche und eine pro­tes­tan­ti­sche Li­nie.

Kerssenbrock (evangelische Linie)

Haupt­sitz der evan­ge­li­schen Li­nie ist Schloss Barn­trup in der ehe­ma­li­gen Graf­schaft Lip­pe, das sich noch heu­te in Fa­mi­li­en­be­sitz be­fin­det.

Franz Chris­toph († 1576) und Phil­ipp von Kers­sen­brock, die Ur­en­kel von Franz von Kers­sen­brock, Stif­ter des Hau­ses zu Barn­trup, be­grün­de­ten die bei­den Häu­ser zu Wier­born (heu­te Orts­teil von Barn­trup) und Barn­trup. Der Zweig zu Wier­born er­losch bald, von den sie­ben Söh­nen des Franz Chris­toph hei­ra­te­te nur Franz Cas­par von Kers­sen­brock, der ohne Nach­kom­men ver­starb. Phil­ipp von Kers­sen­brock konn­te den Stamm mit elf Söh­nen fort­set­zen. Sohn Bern­hard Si­mon von Kers­sen­brock, hes­sen-kas­sel­scher Ge­ne­ral­leut­nant, be­saß die Gü­ter Barn­trup, Wier­born und Hel­bra. Von sei­nen 20 Kin­dern über­leb­te ihn nur sein Sohn Gott­lieb Fried­rich Achatz von Kers­sen­brock. Er war der Stamm­va­ter al­ler spä­te­ren Nach­kom­men der evan­ge­li­schen Li­nie. Von sei­nen bei­den Söh­nen, die den Stamm fort­set­zen konn­ten, wur­de Bern­hard Si­mon von Kers­sen­brock, hes­sen-kas­se­ler Kam­mer­herr und Fried­rich Au­gust von Kers­sen­brock, Dom­küs­ter zu Min­den, lip­pi­scher Drost und Land­rat. Sie wa­ren die Be­grün­der der I. und II. Li­nie des Hau­ses Kers­sen­brock. Die Nach­kom­men­schaft des Bern­hard Si­mon von Kers­sen­brock, des Be­grün­der der I. Li­nie, er­losch mit dem Tod sei­nes En­kels Bern­hard nach 1875. Die II. Li­nie teil­te sich in den vom preu­ßi­schen Land­rat Wil­helm von Kers­sen­brock ge­grün­de­ten 1. Ast, der mit dem Tod sei­nes Soh­nes Bern­hard von Kers­sen­brock 1872 im Man­nes­stamm er­losch. Der 2. Ast blüht noch heu­te.

Kerssenbrock von Krosigk

Dedo von Kro­sigk, Bot­schafts­rat, Nef­fe und Ad­op­tiv­sohn der Lu­cie von Kers­sen­brock auf Barn­trup er­hielt am 1. Sep­tem­ber 1972 eine adels­recht­li­che Nicht­be­an­stan­dung der Na­mens­form von Kers­sen­brock von Kro­sigk durch Be­schluss des Aus­schus­ses für adels­recht­li­che Fra­gen der Deut­schen Adels­ver­bän­de Mar­burg an der Lahn. Das Rit­ter­gut Barn­trup ist so­mit heu­te im Be­sitz des Krosigk’schen Man­nes­stam­mes.

Korff genannt Schmising-Kerssenbrock (katholische Linie)

Die ka­tho­li­sche Li­nie, in de­ren Be­sitz sich un­ter an­de­rem Schloss Brincke be­fand, ge­lang­te mit meh­re­ren An­ge­hö­ri­gen in die Hoch­stif­te Pa­der­born, Os­na­brück und Hil­des­heim, in de­nen sie hohe geist­li­che Äm­ter be­klei­de­ten. Die Li­nie er­losch am 23. Ok­to­ber 1754 mit dem Tod von Fer­di­nand von Kers­sen­brock. Er setz­te sei­nen Vet­ter Fritz Fer­di­nand Frei­herr von Korff als Er­ben ein. Brincke ge­lang­te als Fi­dei­kom­miss zu­sam­men mit dem Kers­sen­brock­schen Na­men und Wap­pen an die von Korff ge­nannt Schmi­sing-Kers­sen­brock.

Besitzungen

Zu den be­deu­tends­ten Gü­tern der Fa­mi­lie ge­hört das in der zwei­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts er­wor­be­ne Brincke mit Schloss Brincke in der Graf­schaft Ra­vens­berg bzw. in des­sen Vog­tei Borg­holz­hau­sen. Der ra­vens­ber­gi­sche Burg­mann Jo­hann von Kers­sen­brock er­warb es 1357 für 600 „voll­ge­wich­ti­ge“ Gul­den, das wa­ren 2124 g Gold. Das Schloss ist eine der äl­tes­ten Was­ser­bur­gen in der Graf­schaft und ge­hör­te zu den al­ten land­stän­di­schen Rit­ter­sit­zen. Fer­di­nand von Kers­sen­brock wur­de 1754 von sei­nem Vet­ter Fried­rich Fer­di­nand Frei­herr von Korff gen. Schmi­sing be­erbt, der den Na­men Frei­herr von Korff ge­nannt Schmie­sing-Kers­sen­brock an­nahm; sein Nach­fah­re Cle­mens Au­gust, kur­fürst­lich Köl­ni­scher Rat und fürst­bi­schöf­lich Müns­ter­scher Ober­mar­schall, wur­de 1816 in den preu­ßi­schen Gra­fen­stand er­ho­ben. Die Gra­fen von Korff gen. Schmi­sing-Kers­sen­brock-Prasch­ma be­sit­zen Haus Brincke bis heu­te.

Mit­glie­der der Fa­mi­lie konn­ten spä­ter auch in Han­no­ver und Preu­ßen Grund­be­sitz er­wer­ben. Der äl­tes­te lü­ne­bur­gi­sche Lehn­brief wur­de im Jah­re 1639 aus­ge­stellt. Im spä­te­ren Kö­nig­reich Han­no­ver ge­hör­te die Fa­mi­lie durch den Be­sitz des Gu­tes Burg­dorf zum rit­ter­schaft­li­chen Adel der lü­ne­bur­gi­schen Land­schaft. Im Kö­nig­reich Preu­ßen war seit 1827 Bern­hard von Kers­sen­brock, preu­ßi­scher Land­rat, auf Helms­dorf, ein al­ter Be­sitz und Fi­dei­kom­miss, und Hei­li­gen­thal im ehe­ma­li­gen Mans­fel­der See­kreis be­gü­tert. Her­mann von Kers­sen­brock, preu­ßi­scher Ritt­meis­ter im Gar­de-Kür­as­sier-Re­gi­ment, war Herr auf Hel­bra (als Fi­dei­kom­miss) im Mans­fel­der See­kreis, zur glei­chen Zeit war auch das Gut Be­ve­rin­gen im ehe­ma­li­gen Land­kreis Saat­zig in Pom­mern in Fa­mi­li­en­be­sitz de­rer von Kers­sen­brock. Otto Graf Kers­sen­brock er­warb 1932 in Schles­wig-Hol­stein das Gut Tralau. Seit 1948 ge­hört der Fa­mi­lie die Burg Ho­pen in Loh­ne.

Wappen

Das Wap­pen zeigt in Gold ei­nen mit drei sil­ber be­sam­ten ro­ten Ro­sen (Lip­pi­sche Rose) be­leg­ten blau­en Schräg­rechts­bal­ken. Auf dem Helm mit blau-gol­de­nen Helm­de­cken ein of­fe­ner, gol­de­ner Flug, der mit dem Bal­ken je ein­wärts be­legt ist.

Namensträger

Rembert von Kerssenbrock

Rem­bert von Kers­sen­brock

  • Rem­bert von Kers­sen­brock (* 1474; † 1568), Fürst­bi­schof von Pa­der­born
  • Her­mann von Kers­sen­brock (* 1519; † 1585), lang­jäh­ri­ger Lei­ter des Gym­na­si­ums Pau­li­num in Müns­ter (West­fa­len)
  • Bern­hard Si­mon von Kers­sen­brock (* 1639; † 1714), hes­si­scher Ge­ne­ral­leut­nant
  • Wil­helm von Kers­sen­brock (* 1771; † 1827), preu­ßi­scher Land­rat
  • Karl von Kers­sen­brock (1750–1829), Abt des Klos­ters Lies­born
  • Franz von Korff gen. Schmi­sing-Kers­sen­brock (1781–1850), preu­ßi­scher Land­rat
  • Bern­hard von Kers­sen­brock (* 1800; † 1872), preu­ßi­scher Land­rat
  • Fer­di­nand von Korff gen. Schmi­sing-Kers­sen­brock (* 1817; † 1891), preu­ßi­scher Land­rat
  • Hu­ber­tus von Kers­sen­brock (* 1932), Or­gel­bau­er
  • Trutz Graf Kers­sen­brock (* 1954), Po­li­ti­ker (CDU)

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Kers­sen­brock aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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