Kerckerinck

Wappen derer von Kerckerinck zur Stapel

Wap­pen de­rer von Kercke­rinck zur Sta­pel

Wappen derer von Kerckerinck zur Borg

Wap­pen de­rer von Kercke­rinck zur Borg

Kercke­rinck ist der Name ei­nes al­ten müns­ter­län­di­schen Adels­ge­schlechts.

Es be­steht aus zwei Li­ni­en:

  • von Kercke­rinck zur Borg, mit dem Stamm­sitz Haus Borg in Rin­ke­ro­de und
  • von Kercke­rinck zu Sta­pel, mit dem Stamm­sitz Haus Sta­pel bei Ha­vix­beck.

Der ver­mut­lich ge­mein­sa­me Ur­sprung der bei­den Li­ni­en konn­te bis­her nicht ge­klärt wer­den; bei­de ge­hör­ten zu den tra­di­tio­nel­len Müns­ter­schen Erb­män­nern.

We­gen des na­mens­ähn­li­chen und eben­falls aus West­fa­len stam­men­den, wohl aber nicht stam­mes­ver­wand­ten lü­bi­schen Pa­tri­zi­er­ge­schlechts sie­he un­ter Ker­k­ring.

von Kerckerinck zur Borg

Ver­mut­lich dem Münster-Meinhoevel’schen Sip­pen­ver­band zu­ge­hö­rig, tritt das Ge­schlecht un­ter dem Müns­ter­schen Erb­män­ner­tum mit Her­ma­nus Ke­ri­che­rinc am 26. Mai 1264 ur­kund­lich zu­erst auf. Do­mi­nus Al­ber­tus Ker­che­ring er­scheint 1292 bis 1295 als Dom­herr zu Müns­ter und Gott­fried Ker­che­rinc um 1380 (li­ber feu­do­rum des Bi­schofs Flo­renz von Mu­ens­ter) als Burg­mann zu Horst­mar. Sie er­wer­ben die Im­mu­ni­tät Bis­ping­hoff bin­nen Mu­ens­ter mit ho­her Ge­richts­bar­keit 1420.

Haus Borg - Rinkerode

Haus Borg – Rin­ke­ro­de

Der reichs- und erb­län­disch-ös­ter­rei­chi­sche Frei­her­ren­stand wird in Wien am 25. Juni 1710 Jobst Ste­fan von Kercke­ring zur Borg, auf Borg, Al­ving­hoff usw., Kur­fürst­lich Köl­ni­scher Ge­hei­mer Rat, Kriegs­rat und Ober­hof­mar­schall des Kur­fürs­ten Cle­mens Au­gust aus dem Hau­se Wit­tels­bach, ver­lie­hen. Durch Preu­ßen wird der Frei­her­ren­stand lt. Min.-Reskr. vom 20. Ja­nu­ar 1835 für Ma­xi­mi­li­an Kle­mens Frei­herrn von Kercke­rinck zur Borg, kö­nig­lich preu­ßi­scher Re­gie­rungs­rat in Trier, an­er­kannt.

Die frei­herr­li­che Fa­mi­lie be­steht fort und hat Mit­glie­der in Deutsch­land und im Aus­land auf­zu­wei­sen. 1988 wur­de der Be­sitz Haus Borg, der sich seit 1466 im Fa­mi­li­en­be­sitz be­fand, an den In­dus­tri­el­len Drei­er aus Dort­mund ver­kauft. Jo­sef Frei­herr von Kercke­rinck zur Borg, ein Hai­lieb­ha­ber und Tau­cher, hat als ein­zi­ges Mit­glied der Fa­mi­lie noch ein le­bens­lan­ges Wohn­recht im Pic­to­ri­us­bau des Schlos­ses und lebt dort ei­ni­ge Mo­na­te im Jahr.

Wappen

Kercke­rinck zur Borg: In Blau ein sil­ber­ner schräg-rechts Bal­ken, mit drei gold-be­sam­ten ro­ten Ro­sen be­legt. Auf dem Helm mit blau-sil­ber­nen De­cken ein klei­ner Schild mit dem Schild­bild zwi­schen ei­nem sil­ber­nen und ei­nem blau­en Büf­fel­horn.

von Kerckerinck zu Stapel

Die frei­herr­li­che Fa­mi­lie ist 1880 aus­ge­stor­ben. Der Stamm wird von Bür­ger­li­chen als Sprick­mann Ker­ke­rinck wei­ter­ge­führt, auch Ker­ke­ring ist als Fa­mi­li­en­na­me noch be­kannt. Äl­tes­ter be­kann­ter Vor­fahr ist Go­di­ke von Kercke­rinck, der Haus Sta­pel 1467 er­warb und 1481 starb. Sohn Bern­hard (* 1462; † 1538) und En­kel Ma­thi­as (* 1515; † 1591) ver­mehr­ten den Be­sitz um Haus Gies­king. Ma­thi­as‘ äl­te­rer Sohn Bern­hard (* 1552) erb­te Sta­pel, sein Bru­der Ber­told (* 1554; † 1625) Gies­king. Es teil­te sich die Line vor­über­ge­hend.

Wappen

Kercke­rinck zu Sta­pel: In Grün ein sil­ber­ner schräg-rechts Bal­ken, mit drei gold-be­sam­ten ro­ten Ro­sen be­legt. Auf dem Helm mit grün-sil­ber­nen De­cken ein of­fe­ner Ad­ler­flug, be­legt mit dem Schild­bild.

Der Stapelsche Zweig

Bern­hards Sohn Ma­thi­as (* um 1598; † 1661) blieb un­ver­hei­ra­tet, hat­te aber fünf Söh­ne. Als un­ehe­li­che Söh­ne muss­ten sie bür­ger­li­che Be­ru­fe er­grei­fen. Ein En­kel von Mat­thi­as, Franz Bern­hard Kercke­rinck (* um 1670), wur­de Stifts­se­kre­tär zu Not­tuln. Sein Sohn Franz Her­mann (* 1700; † 1769) war Se­kre­tär des Dom­ka­pi­tels zu Müns­ter und Go­graf zu Ba­ken­feld; des­sen Toch­ter Ma­ri­an­ne Kercke­rinck (* 1743; † 1791) ehe­lich­te Dr. jur. An­ton Mat­thi­as Sprick­mann, ei­nen west­fä­li­schen Dich­ter und Rechts­pro­fes­sor.

De­ren Sohn Chris­toph Bern­hard Sprick­mann Ker­ke­rinck (* 1776; † 1852), eben­falls Ju­ra­pro­fes­sor in Müns­ter, war der Spit­zen­ahn der heu­te noch exis­tie­ren­den Fa­mi­li­en Sprick­mann Ker­ke­rinck. West­fä­li­schem Brauch ent­spre­chend durf­te er we­gen des Land­be­sit­zes sei­ner Mut­ter – sie war die Letz­te ih­res Stamms – de­ren Na­men an den sei­nen an­fü­gen. Sein En­kel Ru­dolph Sprick­mann Ker­ke­rinck (* 1848; † 1905) war Bür­ger­meis­ter von Rhei­ne. Das c in der Na­mens­mit­te von Kercke­rinck war in­zwi­schen ver­lo­ren­ge­gan­gen.

Der Gieskingsche Zweig

Ber­tolds Sohn Bern­hard (* 1596) hat­te ei­nen Sohn Ma­thi­as (* 1628; † 1684), Amt­mann von Kas­tellaun, der von sei­nem un­ver­hei­ra­te­ten On­kel Ma­thi­as (s. o.) nach des­sen Tod Haus Sta­pel zu­rück­er­hielt. Ber­tolds Sohn Jo­hann Lud­wig von Kercke­rinck zu Sta­pel (* 1671; † 1750) war der eif­rigs­te Ver­fech­ter des müns­ter­schen Erb­män­ner­streits, der über meh­re­re Jahr­hun­der­te dau­er­te und so­mit als wohl längs­ter Rechts­streit Deutsch­lands in die Ge­schich­te ein­ging. Er wur­de erst 1709 durch Ur­teil Kai­ser Jo­sephs I. in Wien zu­guns­ten der Erb­män­ner ent­schie­den.

Jo­hann Lud­wig von Kercke­rinck zu Sta­pel be­sorg­te beim kai­ser­li­chen Hofe in Wien so­wohl für sich als auch für sei­nen ent­fern­ten Ver­wand­ten auf Haus Borg den erb­li­chen Frei­herrn-Ti­tel; er ließ da­nach auf sei­nem Sitz Haus Sta­pel den präch­ti­gen Tor­turm er­rich­ten.

Sein Sohn war Franz Her­mann Frei­herr von Kercke­rinck zu Sta­pel (* 1713), des­sen Sohn Jo­hann Franz (* 1739; † 1792). Des­sen Toch­ter Ma­ria The­re­sia Frei­in von Kercke­rinck zu Sta­pel (* 1786; † 1870) hei­ra­te­te im Jahr 1801 – erst fünf­zehn­jäh­rig – Ernst Con­stan­tin Frei­herr von Dros­te zu Hüls­hoff (* 1769; † 1841), den Bru­der von An­net­tes Va­ter Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff. Die Ehe­leu­te nann­ten sich nun von Dros­te-Kercke­rinck zu Sta­pel und hat­ten 22 Kin­der, von de­nen kei­nes (le­ga­len) Nach­wuchs hat­te. An­net­te be­rich­tet in ih­ren Brie­fen ge­le­gent­lich von den un­ge­lieb­ten Sta­pe­ler Cou­si­nen, de­nen sie Un­ter­richt er­tei­len muss­te. Die letz­te Nach­kom­min der Kercke­rincks, Lu­do­vi­ca Frei­in von Dros­te-Kercke­rinck zu Sta­pel, ver­starb 1880, wo­mit die­ser ade­li­ge Kercke­rinck-Zweig er­losch und Haus Sta­pel an die Fa­mi­lie Dros­te zu Hüls­hoff zu­rück­fiel.

Eine Toch­ter aus der 22-köp­fi­gen Sta­pe­ler Kin­der­schar soll der Über­lie­fe­rung nach um 1820 von ei­nem Knecht aus Ha­vix­beck ge­schwän­gert wor­den sein; das Kind – ein Sohn – wur­de heim­lich an eine Pfle­ge­fa­mi­lie in Not­tuln ab­ge­ge­ben, und es gibt Hin­wei­se, dass des­sen Nach­kom­men heu­te in Loth­rin­gen le­ben – mit ei­nem Fa­mi­li­en­na­men, der auf die Ab­kunft von Dros­te schlie­ßen lässt.

Bekannte Familienmitglieder

Lizenz

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