Jan 042017
 

Jo­han­na Grä­fin von West­pha­len zu Fürs­ten­berg (* 24. Sep­tem­ber 1936 in Haus As­sen, Lipp­borg, West­fa­len; ge­bür­ti­ge Jo­han­na (d’Arc) Pau­la Alp­hon­sa Jo­se­pha An­to­nia Hu­ber­ta Ma­ria de Mer­ce­de Cos­mas und Da­mi­an Grä­fin von Ga­len); † 21. Ja­nu­ar 2016 in Gar­misch-Par­ten­kir­chen) war eine deut­sche Po­li­ti­ke­rin und ka­tho­li­sche Ak­ti­vis­tin. Sie war die Grün­de­rin und lang­jäh­ri­ge Vor­sit­zen­de der Or­ga­ni­sa­ti­on Christ­de­mo­kra­ten für das Le­ben (CDL) so­wie Vor­sit­zen­de der 1988 von ihr ge­grün­de­ten Le­bens­rechts­be­we­gung Stif­tung Ja zum Le­ben.

Leben

Jo­han­na von West­pha­len stamm­te aus der Gra­fen­fa­mi­lie Ga­len aus dem Müns­ter­land. Sie war die Toch­ter von Chris­toph Bern­hard Graf von Ga­len und Ma­rie-So­phie Grä­fin von Ga­len, ge­bo­re­ne Reichs­grä­fin Kin­sky von Wchi­nitz und Tettau (1909–1992). Der Kar­di­nal Cle­mens Au­gust Graf von Ga­len war ihr Groß­on­kel. Sie war ver­hei­ra­tet mit Cle­mens Au­gust Graf von West­pha­len zu Fürs­ten­berg (1927–2014), Guts­be­sit­zer im Sauer­land, und Mut­ter von sechs Kin­dern. Die Fa­mi­lie leb­te auf Was­ser­schloss Laer in Me­sche­de.

Von West­pha­len reg­te ih­ren Va­ter an, der den Fa­mi­li­en­sitz Haus As­sen in Lip­pe­tal nach dem Tod sei­ner Frau im Jahr 1992 al­lei­ne be­wohn­te, das Was­ser­schloss der Or­dens­ge­mein­schaft Die­ner Jesu und Ma­ri­ens zur Ver­fü­gung zu stel­len.

Die en­ga­gier­te Ka­tho­li­kin von West­pha­len war Mit­glied der CDU und ge­hör­te 18 Jah­re lang von 1978 bis 1992 dem Lan­des­vor­stand der CDU in Nord­rhein-West­fa­len so­wie meh­re­ren Bun­des­aus­schüs­sen der CDU an. Sie wirk­te lang­jäh­rig in der Schul­po­li­tik, der Ka­tho­li­schen El­tern­schaft Deutsch­lands (KED), der Ka­tho­li­schen Pfad­fin­der­schaft Eu­ro­pas und der kirch­li­chen So­zi­al­ar­beit wie dem So­zi­al­dienst ka­tho­li­scher Frau­en (SKF). Fer­ner war sie Ku­ra­to­ri­ums­mit­glied des Fo­rums Deut­scher Ka­tho­li­ken. Sie war Eh­ren­mit­glied des Ver­eins CFD Christ­li­cher Freun­des­dienst e.V., ei­nem be­reits in der da­ma­li­gen DDR ge­grün­de­ten christ­li­chen Mis­si­ons- und Hilfs­werk, das sich haupt­säch­lich um dro­gen­ab­hän­gi­ge Pro­sti­tu­ier­te vom Ber­li­ner Ba­by­strich küm­mert. Sie war Schirm­her­rin des Bund der Freun­de der En­gel e.V., die sich für So­zi­al­pro­jek­te in Bur­ki­na Faso en­ga­gie­ren.

1985 wur­de sie Grün­dungs­vor­sit­zen­de der Christ­de­mo­kra­ten für das Le­ben (CDL), ei­ner In­itia­ti­ve in­ner­halb der CDU/CSU und Mit­glied im Bun­des­ver­band Le­bens­recht (BVL), und bau­te das En­ga­ge­ment bun­des­weit aus. 2002 folg­te Ihr Mecht­hild Löhr. Seit 2002 war sie Eh­ren­vor­sit­zen­de der CDL. Sie war die In­itia­to­rin der Le­bens­rechts-Kam­pa­gne „Tim lebt!“ der­Stif­tung Ja zum Le­ben, an der sich un­ter an­de­rem Ni­ko­laus Lob­ko­wicz, Eli­sa­beth Mot­sch­mann, Ro­land Rös­ler und Glo­ria von Thurn und Ta­xis be­tei­lig­ten.

Positionen

Von West­pha­len war im Jahr 2010 Erst­un­ter­zeich­ne­rin der Ak­ti­on Links­trend stop­pen, die sich ge­gen die Auf­ga­be von christ­lich-kon­ser­va­ti­ven und markt­wirt­schaft­li­chen Po­si­tio­nen in Form der Ber­li­ner Er­klä­rung der CDU-Par­tei­füh­rung vom 15. Ja­nu­ar 2010 wand­te und von meh­re­ren ak­ti­ven so­wie ehe­ma­li­gen Bun­des- und Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten un­ter­zeich­net wur­de.

Von West­pha­len grenz­te die von den Die­nern Jesu und Ma­ri­ens be­treu­te Ka­tho­li­sche Pfad­fin­der­schaft Eu­ro­pas als „kir­chen­treu und fromm“ vom ka­tho­li­schen Pfad­fin­der­ver­band Deut­sche Pfad­fin­der­schaft Sankt Ge­org ab, dem sie vor­warf, sei­ne Mit­glie­der trän­ken un­ter dem Man­tel „ka­tho­lisch“ Al­ko­hol und näh­men Kon­do­me mit ins Zelt­la­ger. Die An­ga­be, dass Kon­do­me ge­gen Aids schüt­zen, nann­te sie „Pro­pa­gan­da der Ho­mo­se­xu­el­len-Lob­by und ko­misch ge­strick­ten Leu­ten wie Rita Süss­muth“.

Sie un­ter­schrieb auch die Mar­bur­ger Er­klä­rung „Für Frei­heit und Selbst­be­stim­mung – ge­gen to­ta­li­tä­re Be­stre­bun­gen der Les­ben- und Schwu­len­ver­bän­de“, in der un­ter­stellt wur­de, prak­ti­zier­te Ho­mo­se­xua­li­tät ber­ge „ein er­heb­li­ches ge­sund­heit­li­ches und psy­chi­sches Ri­si­ko“, und An­grif­fe des LSVD und an­de­rer Grup­pie­run­gen ge­gen Ver­tre­ter der Re­pa­ra­tiv­the­ra­pie als Be­schnei­dung der „Frei­heit der Ver­samm­lung, der Rede, des wis­sen­schaft­li­chen Dis­kur­ses und der Wahl der The­ra­pie“ ver­ur­teilt wur­den.

Ehrungen und Auszeichnungen

  • Groß­kreuz­da­me des Mal­te­ser­or­den
  • Dame des Stern­kreuz­or­dens
  • Bun­des­ver­dienst­kreuz 1. Klas­se des Ver­dienst­or­dens der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land
  • Groß­kreuz des Päpst­li­chen Rit­ter­or­dens des hei­li­gen Gre­gors des Gro­ßen (2002)

Siehe auch

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Jo­han­na Grä­fin von West­pha­len aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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