Johann Matthias von Galen

Wappen derer von Galen

Wap­pen de­rer von Ga­len

Jo­hann Mat­thi­as Graf von Ga­len (* 12. Sep­tem­ber 1800 in Müns­ter; † 24. De­zem­ber 1880 in Din­kla­ge) war der vier­te Erb­käm­me­rer im Fürst­bis­tum Müns­ter bzw. Bis­tum Müns­ter. Sein Sohn Fer­di­nand war sein Amts­nach­fol­ger und letz­ter Erb­käm­me­rer der Ga­len­schen Fa­mi­lie.

Leben

Herkunft und Familie

Dem ur­alten west­fä­li­schen Adels­ge­schlecht von Ga­len, wel­ches zu den be­deu­tends­ten im Fürst­bis­tum Müns­ter zählt, ent­stam­men zahl­rei­che be­deu­ten­de und nam­haf­te Per­sön­lich­kei­ten. Im 16. Jahr­hun­dert sym­pa­thi­sier­te es teil­wei­se mit der Re­for­ma­ti­on, wur­de spä­ter wie­der ka­tho­lisch. Die Fa­mi­lie wur­de 1665 in den Frei­her­ren­stand und 1702 in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben. 1803 folg­te die Er­he­bung in den preu­ßi­schen Gra­fen­stand. Jo­hann Mat­thi­as Graf von Ga­len wuchs als Sohn des Cle­mens Au­gust Jo­sef von Ga­len (1748–1820, Ober­hof­mar­schall) und sei­ner Ge­mah­lin An­ge­la Anna Ca­ro­li­na von Asche­berg zu Ven­ne (1773–1806), Toch­ter des Jo­hann Mat­thi­as Kas­par Asche­berg zu Ven­ne (1737–1818, preu­ßi­scher Land­rat) und Fran­zis­ka Ma­ria Ca­ro­li­na Jo­se­fa Fer­di­nan­da von Etz­bach zu Lan­gen (1744–1821) zu­sam­men mit sei­nen Ge­schwis­tern Lu­do­vi­ka (1779–1840, ∞ Ma­xi­mi­li­an Fried­rich Hein­rich Ma­ria von Korff), The­re­sa (1806, ∞ Cas­par Ma­xi­mi­li­an Dros­te zu Vi­sche­ring-Pad­berg) und Fer­di­nand auf. Am 11. Ja­nu­ar 1825 hei­ra­te­te Jo­hann Mat­thi­as in Müns­ter Ma­ria Anna Frei­in von Ket­te­ler (* 1802; † 1884), Toch­ter des Frei­herrn Ma­xi­mi­li­an von Ket­te­ler (1779–1832, preu­ßi­scher Land­rat) und des­sen Gat­tin Cle­men­ti­ne geb. von der Wen­ge (1778–1844). Ma­ria war eine Schwes­ter des Main­zer Bi­schofs Wil­helm Em­ma­nu­el von Ket­te­ler. Die Ehe brach­te drei­zehn Kin­der her­vor. Der wohl be­kann­tes­te Nach­fah­re ist Cle­mens Au­gust Graf von Ga­len. Zu den wei­te­ren Nach­kom­men sie­he von Ga­len, Ab­schnitt „Stamm­ta­fel von Jo­hann Mat­thi­as an“

Herkunft und Familie

Jo­hann Mat­thi­as ab­sol­vier­te ein Stu­di­um an der West­fä­li­schen Wil­helms-Uni­ver­si­tät in Müns­ter und trat als Zwan­zig­jäh­ri­ger das Erbe sei­nes im Mai 1820 ver­stor­be­nen Va­ters an. In sei­ner Funk­ti­on als Käm­me­rer hat­te er sich um die Ver­wal­tung des Ver­mö­gens zu küm­mern. Die­ses hat­te sein Ur­groß­va­ter (3. Ge­nera­ti­on) Jo­hann Hein­rich zum Teil, je­doch mit be­son­de­rer Un­ter­stüt­zung sei­nes Bru­ders Fürst­bi­schof Chris­toph Bern­hard ge­schaf­fen. Wäh­rend sei­ner Re­gie­rungs­zeit schaff­te Chris­toph Bern­hard er­heb­li­ches Im­mo­bi­li­en­ver­mö­gen. So er­warb er im Jah­re 1667 die Gü­ter von den ver­arm­ten Her­ren von Din­kla­ge. Vier Jah­re spä­ter wur­den alle Ga­len­schen Be­sit­zun­gen im Amt Vech­ta als Fi­dei­kom­miss zu­sam­men­ge­fasst. Sechs Jah­re spä­ter, im Jah­re 1677 ent­stand auf dem Ge­biet der heu­ti­gen Stadt Din­kla­ge und dem be­nach­bar­ten Dorf Brock­dorf ein klein­staat­ähn­li­ches Ge­bil­de, die so ge­nann­te Herr­lich­keit Din­kla­ge. Die Fa­mi­lie von Ga­len hat­te in ih­rer Herr­lich­keit die Ver­wal­tungs­ho­heit. Sie war auch zur Recht­spre­chung be­fugt. Die­se Stel­lung hat­te sie noch vie­le Jah­re nach dem Ende der müns­te­r­i­schen Herr­schaft im Jah­re 1803. Sie wur­de erst be­en­det, als im 17. März 1826 ein Ver­trags­werk un­ter­schrie­ben wur­de, das für Din­kla­ge das Ende der Herr­lich­keit be­deu­te­te. Es trug die Un­ter­schrif­ten von Jo­hann Mat­thi­as und dem Ol­den­bur­gi­schen Re­gie­rungs­rat Carl Fried­rich Su­den. Die Ver­än­de­run­gen in den po­li­ti­schen und so­zia­len Ver­hält­nis­sen zwan­gen Jo­hann Mat­thi­as zum Ver­kauf an den Groß­her­zog von Ol­den­burg. Die fol­gen­den Jah­re zeich­ne­ten sich durch rege Kauf- und Bau­tä­tig­kei­ten aus. 1841 be­gann Jo­hann Mat­thi­as mit dem Neu­bau der Burg­ka­pel­le St. Au­gus­ti­nus in der Burg­an­la­ge Din­kla­ge. Sie wur­de im neu­go­ti­schen Stil er­rich­tet und am 28. Au­gust 1844 durch den müns­te­r­i­schen Bi­schof Kas­par Ma­xi­mi­li­an Dros­te zu Vi­sche­ring kon­se­kriert. Die In­schrift ober­halb der Sei­ten­tür der Ka­pel­le: „Ich und mein Haus wol­len dem Herrn die­nen. Jos XXIV, 15. Ma­thi­as von Ga­len und Anna von Ket­te­ler sei­ne Haus­frau er­bau­ten die­ses Got­tes­haus und fei­er­ten die Ein­wei­hung am Tag des Schutz­pa­trons des hl. Au­gus­ti­nus dem 28. Au­gust 1844.“ er­in­nert an die­ses Er­eig­nis. 1846 kauf­te er von der Fa­mi­lie Lodtmann das Gut Har­der­burg (Nähe Os­na­brück). Im Jah­re 1852 stif­te­te er den Cle­mens­schwes­tern im St. Anna-Stift in Din­kla­ge das Amts­haus, das als Kran­ken­haus dien­te und spä­ter zur Grund­la­ge der St. Anna-Stif­tung wur­de. 1858 lie­ßen Mat­thi­as und sei­ne Frau das Haus As­sen von Grund auf er­neu­ern und eine neu­go­ti­sche Ka­pel­le am Schloss durch den Bau­meis­ter Fried­rich Wil­helm Buch­holz er­rich­ten. Die Ein­seg­nung der Ka­pel­le über­nahm Bi­schof von Ket­te­ler.

1833 bis 1868 und er­neut 1871 bis 1875 war er Mit­glied im Pro­vin­zi­al­land­tag der Pro­vinz West­fa­len. 1847 ge­hör­te er auch dem Ers­ten Ver­ei­nig­ten Land­tag an.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Jo­hann Mat­thi­as von Ga­len aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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