Johann Heinrich von Galen

Wappen derer von Galen

Wap­pen de­rer von Ga­len

Jo­hann Hein­rich von Ga­len, auch als Hein­rich von Ga­len be­kannt (* 15. No­vem­ber 1609; † 17. Sep­tem­ber 1694 in Schloss As­sen) war Erb­käm­me­rer und Amts­d­ros­te in Vech­ta und Wil­des­hau­sen.

Leben

Herkunft und Familie

Aus dem ur­alten west­fä­li­schen Adels­ge­schlecht von Ga­len, wel­ches zu den be­deu­tends­ten im Fürst­bis­tum Müns­ter zählt, sind zahl­rei­che be­deu­ten­de und nam­haf­te Per­sön­lich­kei­ten her­vor­ge­gan­gen. Im 16. Jahr­hun­dert sym­pa­thi­sier­te es teil­wei­se mit der Re­for­ma­ti­on, wur­de spä­ter wie­der ka­tho­lisch. Jo­hann Hein­rich von Ga­len wur­de als Sohn des Diet­rich von Ga­len und sei­ner Ge­mah­lin Ka­tha­ri­na von Hör­de ge­bo­ren. Sein Va­ter tö­te­te am 15. Fe­bru­ar 1607 in ei­nem Nach­barstreit um Jagd­rech­te den müns­te­r­i­schen Erb­mar­schall Gerd Mor­ri­en und wur­de des­we­gen zu ei­nem zwölf­jäh­ri­gen Ar­rest ver­ur­teilt, den er auf Burg Be­ver­gern ver­büß­te. Spä­ter wur­de er kur­län­di­scher Erb­mar­schall und er­warb hier um­fang­rei­che Gü­ter. Jo­hann Hein­rich hat­te fünf Ge­schwis­ter, dar­un­ter sein äl­te­rer Bru­der Chris­toph Bern­hard (Fürst­bi­schof von Müns­ter), Hed­wig (Äb­tis­sin in Borg­horst) und Cla­ra (Non­ne in Oeling­hau­sen). Am 15. De­zem­ber 1643 hei­ra­te­te er in Lü­ding­hau­sen Anna Dros­te zu Vi­sche­ring, Toch­ter des Dros­ten Hei­den­reich Dros­te zu Vi­sche­ring und Mar­ga­re­ta von Raes­feld. Aus die­ser Ehe sind die Kin­der Mar­ga­re­tha Anna (1644–1700, ∞ Her­mann Mat­thi­as von Ve­len), Ka­tha­ri­na Eli­sa­beth (1646–1711, ∞ Diet­rich von Bü­ren), Chris­toph Bern­hard (1646–1647), Franz Wil­helm und Diet­rich Chris­ti­an (1650–1658) her­vor­ge­gan­gen. Nach An­nas Tod hei­ra­te­te Jo­hann Hein­rich am 21. Mai 1653 Anna Eli­sa­beth von der Re­cke, Toch­ter des Jo­hann von der Re­cke und Mecht­hild von Ga­len. Aus die­ser Ehe sind die Töch­ter Theo­do­ra (* 1654, ∞ Ar­nold Jo­hann von Vit­ting­hoff), Bri­git­ta Cla­ra (* 1656, ∞ Chris­toph Hei­den­reich Dros­te zu Vi­sche­ring), Anna Mas­ria (1658–1697, ∞ Jo­hann Adolph von Raes­feldt), Fran­cel­li­na Chris­ti­na (* 1660, ∞ Wil­helm Hein­rich von Korff), So­phia Eli­sa­beth (1664–1688, ∞ Ste­phan Theo­dor von Neu­hoff), Jo­han­na Mecht­hild (1667–1694), Thy­ka Chris­ti­na (* 1669) und Re­gi­na The­re­sa (1671–1712, ∞ Franz Si­gis­mund von El­ver­feldt) so­wie die Söh­ne Chris­toph Hein­rich, Fer­di­nand Be­ne­dikt, Jo­hann Mat­thi­as (* 1674, † 1715, Dom­herr in Müns­ter), Hein­rich Lud­wig und Karl An­ton her­vor­ge­gan­gen. Er war der Stamm­va­ter, aus des­sen Fa­mi­li­en­zweig zahl­rei­che be­deu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten her­vor­ge­gan­gen sind (vgl. Stamm­ta­fel von Ga­len).

Werdegang und Wirken

Jo­hann Hein­rich wur­de am 26. März 1641 als Drost in Vech­ta be­stallt. In die­sem Amt blieb er bis zum 20. Ja­nu­ar 1670, als er aus Al­ters­grün­den aus­schied und das Amt an sei­nen Sohn über­gab. Am 28. No­vem­ber 1641 wur­de er auch Drost in Wil­des­hau­sen. Die­ses Amt er­losch mit dem Frie­den zum Müns­ter im Jah­re 1648. Im Jah­re 1653 stif­te­te sein Bru­der Chris­toph Bern­hard, der die Ga­len­schen kur­län­di­schen Be­sit­zun­gen ver­kauf­te, aus dem Er­lös um­fang­rei­che Fa­mi­li­en­prä­ben­den in Müns­ter, Min­den, Worms, Os­na­brück, Fre­cken­horst, Not­tuln und Wiet­mar­schen. Fi­nan­zi­el­le Hil­fe er­hielt Jo­hann Hein­rich im glei­chen Jahr, als er mit Un­ter­stüt­zung sei­nes Bru­ders das Haus As­sen kauf­te. Hin­ter­grund die­ser Ak­ti­on war, ei­nen Schutz für den Süd­be­reich des fürst­bi­schöf­li­chen Ter­ri­to­ri­ums zu schaf­fen. Am 2. Ja­nu­ar 1663 stif­te­te Chris­toph Bern­hard das Käm­me­rer­amt und be­stell­te Hein­rich als ers­ten Erb­käm­me­rer. Hier­für er­hielt er 20.000 Reichs­ta­ler und das Kirch­spiel En­niger. 1667 nutz­te Chris­toph die fi­nan­zi­el­le Not­la­ge der Her­ren von Din­kla­ge aus und kauf­te für sei­nen Bru­der Hein­rich den ge­sam­ten Be­sitz Din­kla­ge, den er 1671 mit ei­nem Le­hen des Erb­käm­me­rer­am­tes aus­stat­te­te. Jo­hann Hein­rich starb im Haus As­sen, das er nach dem Kauf als Woh­nung für sei­ne Fa­mi­lie nutz­te.

Sonstiges

Jo­hann Hein­rich ließ im Jah­re 1656 die Bö­cken­berg-Ka­pel­le in der Nähe des Schlos­ses As­sen er­rich­ten. Er wur­de am 24. Juli 1665 in den Reichs­frei­herrn­stand er­ho­ben.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Jo­hann Hein­rich von Ga­len aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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