Dez 292016
 

Jo­hann Gott­fried von Fürs­ten­berg (* 1. Fe­bru­ar 1579 in Bil­stein; † 11. Sep­tem­ber 1624 bei Sie­gen) war Dom­herr, Prä­si­dent des kur­main­zi­schen Ra­tes so­wie Be­wer­ber um das Amt ei­nes Ko­ad­ju­tors im Erz­bis­tum Pa­der­born.

Leben

Er war der zwei­te Sohn von Kas­par von Fürs­ten­berg und des­sen ers­ter Frau Eli­sa­beth (geb. von Spie­gel zu Peckels­heim). Be­reits 1584 mit knapp sechs Jah­ren wur­de er zur Aus­bil­dung in das Klos­ter Sche­da ge­ge­ben. Ein Jahr spä­ter wech­sel­te er nach Werl und seit 1588 stu­dier­te er zu­sam­men mit sei­nem Bru­der Fried­rich von Fürs­ten­berg in Pa­der­born. Zu­sam­men mit ei­nem Er­zie­her gin­gen die Brü­der ein Jahr spä­ter nach Trier. Da­nach wohn­te er zeit­wei­se bei sei­nem On­kel Bi­schof Diet­rich von Fürs­ten­berg auf Schloss Neu­haus. Im Jahr 1591 kam er als Stu­dent nach Köln.

Jo­hann Gott­fried war vom Va­ter als sein Nach­fol­ger aus­er­se­hen. Da­ge­gen war Fried­rich – aus­ge­stat­tet mit zahl­rei­chen Pfrün­den – für den geist­li­chen Stand vor­ge­se­hen. Fried­rich hat sich je­doch in ei­ner hef­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Va­ter im Jahr 1596 ge­wei­gert, Geist­li­cher zu wer­den. Da sich Jo­hann Gott­fried aber zum geist­li­chen Stand be­ru­fen fühl­te, war eine Lö­sung ge­fun­den.

Jo­hann Gott­fried hat 1598 die ers­te Ton­sur er­hal­ten. Be­reits zu­vor er­hielt er ei­ni­ge Pfrün­de zu stan­des­ge­mä­ßen Ver­sor­gung. Dar­un­ter wa­ren Pfrün­de als Dom­herr am Main­zer Dom, die Stel­le als Propst des Stifts Me­sche­de, eine Stel­le in St. Al­ban bei Mainz und am Dom zu Trier. Spä­ter er­hielt er auch noch eine Pfrün­de an St. Vic­tor bei Mainz.

Im Jahr 1604 ver­such­te sein Va­ter, Jo­hann Gott­fried zum Ko­ad­ju­tor von Bi­schof Diet­rich von Fürs­ten­berg zu ma­chen, muss­te sein Vor­ha­ben aber zu­nächst auf­ge­ben, weil bald klar wur­de, dass Fer­di­nand von Bay­ern in der stär­ke­ren Po­si­ti­on war.

Jo­hann Gott­fried hat in der fol­gen­den Zeit sei­ne Bil­dung ver­voll­stän­digt. Auf ei­ner Bil­dungs­rei­se 1601/02 be­such­te er Pa­ris und hat ver­mut­lich in die­ser Zeit an der Sor­bon­ne stu­diert. Nach ei­ner kur­zen Rück­kehr folg­ten wei­te­re Stu­di­en und Pil­ger­rei­sen nach Frank­reich, Spa­ni­en, San­tia­go de Com­pos­te­la und Ita­li­en. In Rom wur­de er vom Papst Paul V. zu ei­ner Au­di­enz emp­fan­gen.

Sei­nen Haupt­wohn­sitz hat­te er seit 1597 in Mainz. Seit 1608 wohn­te er in dem von sei­nem Va­ter 1598 er­wor­be­nen Haus in der Gul­den­luft. Da das Haus den An­sprü­chen von Jo­hann Gott­fried nicht mehr ent­sprach, ließ er es grund­le­gend er­neu­ern. Die Fer­tig­stel­lung zog sich al­ler­dings über Jah­re hin.

Be­reits seit 1605 war er Prä­si­dent des Ra­tes des Kur­fürs­ten­tums Mainz. Als sol­cher war er ein Ver­trau­ter und Be­ra­ter des Kur­fürs­ten. Bei der Kai­ser­krö­nung von Mat­thi­as 1612 as­sis­tier­te er dem Erz­bi­schof. Über sei­ne po­li­ti­sche Tä­tig­keit gibt es kaum Hin­wei­se.

Im Jahr 1611 be­warb er sich um das Amt ei­nes Ko­ad­ju­tors in Pa­der­born. Er wand­te dazu viel Geld auf und wur­de vom bi­schöf­li­chen On­kel durch ei­nen Brief an den Papst un­ter­stützt. Aber Fer­di­nand von Bay­ern setz­te sich durch.

Mit dem Her­zog­tum West­fa­len blieb er eng ver­bun­den. Er be­such­te häu­fig sei­ne Fa­mi­lie und reis­te nach Me­sche­de, um sei­ne Rech­te als Propst des Stifts wahr­zu­neh­men. Au­ßer­dem war er nicht sel­ten in Pa­der­born, um dort sei­ner Re­si­denz­pflicht als Dom­herr nach­zu­kom­men. Auch be­such­te er häu­fig die Ver­wand­ten auf Burg Schnel­len­berg oder den Klös­tern Oeling­hau­sen und Neu­en­heer­se.

Sei­ne geist­li­chen Pflich­ten kam er eher nach­läs­sig nach. Nur ein­mal im Jahr be­such­te er die Beich­te und sei­ne An­we­sen­heit bei re­li­giö­sen Hand­lun­gen hat­te ma­te­ri­el­le Hin­ter­grün­de. Er starb über­ra­schend auf ei­ner Rei­se von Mainz in das Her­zog­tum West­fa­len und wur­de in der Pfarr­kir­che in At­ten­dorn be­stat­tet.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Jo­hann Gott­fried von Fürs­ten­berg aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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