Innhausen und Knyphausen

Stammwappen derer zu Inn- und Knyphausen

Stamm­wap­pen de­rer zu Inn- und Kny­p­hau­sen

Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, oft­mals nur Kny­p­hau­sen bzw. Kni­p­hau­sen, ist der Name ei­nes al­ten frie­si­schen Häupt­lings­ge­schlechts. Die Fa­mi­lie, de­ren Zwei­ge zum Teil bis heu­te be­stehen, ge­hört zum ost­frie­si­schen Ur­adel.

Geschichte

Herkunft

Das Ge­schlecht war wie alle frie­si­sche Adels­fa­mi­li­en edel­frei­er oder zu­min­dest frei­er Her­kunft. Die un­un­ter­bro­che­ne Stamm­rei­he be­ginnt mit dem um 1350 ge­bo­re­nen Gro­te On­ne­ken. Er starb vor dem 6. April 1409 (ver­mut­lich am 24. Au­gust 1405) als Häupt­ling zu Seng­war­den (heu­te Stadt­teil von Wil­helms­ha­ven). Die Ort­schaft wird 1168 erst­mals ur­kund­lich er­wähnt und war wäh­rend des Mit­tel­al­ters eine ei­gen­stän­di­ge Herr­lich­keit.

Ausbreitung und Persönlichkeiten

Erbe der Tiarksena zu Innhausen

Iko, der jün­ge­re Sohn des Stamm­va­ters Gro­te On­ne­ken, hei­ra­te­te eine En­kel­toch­ter von Ino Tiark­se­na, um 1350 Rich­ter von Östrin­gen und mut­maß­li­cher Er­bau­er der Burg Inn­hau­sen (auch In­hau­sen), näm­lich Hil­le­da Tiark­se­na, Toch­ter und Er­bin des Pop­ko Ih­nen, Häupt­ling zu Inn­hau­sen. Die Burg war Mit­tel­punkt der Herr­schaft, die den Um­fang des Kirch­spiels Seng­war­den be­saß. Iko starb 1454, sei­nem Schwie­ger­va­ter nach­fol­gend, als Häupt­ling von Inn­hau­sen. Aus sei­ner drit­ten Ehe mit Tet­ta von Raff­hu­sen stamm­te Alko der Böse (ur­kund­lich 1447; † 1474), eben­falls Häupt­ling zu Inn­hau­sen. Des­sen Sohn Fol­ef (auch Fulf) Alk­sen (etwa 1465–1530/31) er­hielt 1496 durch Erb­gang von sei­nem Vet­ter die reichs­un­mit­tel­ba­re Herr­schaft Kni­p­hau­sen mit der Burg Kni­p­hau­sen und ver­ein­te bei­de Herr­schaf­ten als Häupt­ling zu Inn- und Kny­p­hau­sen. Fol­ef war mit Hyma Bin­de­lef Be­nin­ga, Toch­ter des Ubbo Be­nin­ga zu Uple­ward und der He­brich Be­nin­ga zu Gri­mer­sum, ver­hei­ra­tet. Er war ein treu­er An­hän­ger und Rat­ge­ber des Gra­fen Ed­zard dem Gro­ßen von Ost­fries­land. Die Herr­schaft um­fass­te nun die Kirch­spie­le Ac­cum, Seng­war­den und Fed­der­war­den und da­mit eine Flä­che von etwa 45 km².

Herrschaft Inn- und Knyphausen

Die Herr­schaft Inn- und Kny­p­hau­sen ging an den Sohn von Fol­ef, Tido Fol­ef­sen (* 1500; † 1565), ei­nem Geg­ner der Ma­ria von Je­ver. Er hei­ra­te­te Eva Grä­fin von Ren­nen­berg, Toch­ter des Wil­helm Graf von Ren­nen­berg und der Cor­ne­lia Grä­fin von Cu­y­len­burg. Tido er­bau­te die Klun­der­burg, war Häupt­ling zu Inn- und Kny­p­hau­sen und Land­rat. 1547 ver­lor er die Herr­schaft Inn- und Knie­p­hau­sen an die Herr­schaft Je­ver. Nach kurz­zei­ti­gem Rück­ge­winn wur­de die Herr­schaft 1623/1624 in ei­nem Pro­zess vor dem Reichs­kam­mer­ge­richt in Spey­er end­gül­tig an die Gra­fen von Ol­den­burg ab­ge­tre­ten. Den Ver­gleich vor dem Reichs­kam­mer­ge­richt mit dem Gra­fen An­ton Gün­ther von Ol­den­burg schloss Ti­dos En­kel Phil­ipp Wil­helm von Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1591; † 1652), der sich die Fort­füh­rung des Ti­tels Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen aus­drück­lich vor­be­hielt. Ver­ein­bart wur­de auch eine jähr­li­che Ren­te, die noch 340 Jah­re spä­ter bis zu ei­nem Ab­lö­se­ver­trag mit dem Land Nie­der­sach­sen im Jah­re 1964 aus­be­zahlt wur­de.

Erbe der Manninga zu Lütetsburg

Dodo zu Innhausen und Knyphausen (* 1583; † 1636)

Dodo zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen
(* 1583; † 1636)

Phil­ipp Wil­helms On­kel Wil­helm (* 1557; † 1631), seit 1588 Reichs­frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, hei­ra­te­te Hyma, die Erb­toch­ter des Uni­co Man­nin­ga, des letz­ten Häupt­lings aus die­sem al­ten ost­frie­si­schen Dy­nas­ten­ge­schlecht, den Er­bau­ern der Man­nin­ga­burg in Pews­um. Wil­helm, auf Vis­quard, Jennelt und Uple­ward, Drost zu Nor­den, er­hielt 1581, laut Tes­ta­ment sei­nes Schwie­ger­va­ters Uni­co Man­nin­ga, die zum Ma­jo­rat er­nann­te Herr­lich­keit Lütz­burg (Lü­tets­burg). Aus die­sem Be­sitz wur­de 1584 ein Fi­dei­kom­miss ge­stif­tet. Sei­ne Söh­ne, dar­un­ter Dodo (* 1583; ge­fal­len in der Schlacht bei Ha­se­lün­ne 1636), kö­nig­lich schwe­di­scher Feld­mar­schall wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges, Herr auf Jennelt und Wei­ßen-Klem­penow bei Star­gard, Herr des Ems­lan­des, er­hiel­ten 1635 den Reichs­frei­her­ren­stand mit der Be­stim­mung, dass der je­wei­li­ge Ma­jo­rats­herr der Herr­schaft Lü­tets­burg den Ti­tel Ed­ler Herr zu Lü­tets­burg und Ber­gum füh­ren durf­te. Seit dem 16. No­vem­ber 1867 war der In­ha­ber des Fi­dei­kom­miss au­ßer­dem erb­li­ches Mit­glied des Preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg

Do­dos Sohn Enno Adam (* 1611; † 1654), auf Jennelt und Wei­ßen-Klem­penow, stand als Oberst eben­falls in kö­nig­lich schwe­di­schen, aber auch in nie­der­län­di­schen Mi­li­tär­diens­ten. Sei­ne Frau Occa Jo­han­na Frei­in von Rip­per­da war in zwei­ter Ehe seit 1656 mit dem schwe­di­schen Reichs­rat, Ge­ne­ral­gou­ver­neur und Reichs­zeug­meis­ter Erik Graf Sten­bock (* 1611) ver­hei­ra­tet, der aber be­reits 1659 vor Ko­pen­ha­gen fiel. Sie war die Oberst­hof­meis­te­rin der Kö­ni­gin Hed­wig Eleo­no­ra von Schwe­den. Enno und Oc­cas Nach­kom­men ge­lang­ten in Kur­bran­den­burg zu wei­te­rem Be­sitz und An­se­hen. Dodo (* 1641; † 1698), ei­ner der Söh­ne, Ma­jo­rats­herr auf Lü­tets­burg und Jennelt, war fürst­lich ost­frie­si­scher Hof­rich­ter und wur­de kur­bran­den­bur­gi­scher Wirk­li­cher Ge­hei­mer Staats­rat, Kam­mer­prä­si­dent und Staats­mi­nis­ter. Ver­hei­ra­tet war er mit Hed­wig Oria­na Frei­in von Fry­dag. Bei­der jün­ge­rer Sohn Fried­rich Ernst Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen wur­de kö­nig­lich preu­ßi­scher Ge­hei­mer Staats­mi­nis­ter. Der äl­te­re Sohn, Franz Fer­di­nand Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1673; † 1725), Ma­jo­rats­herr auf Lü­tets­burg und Ber­gum, war Prä­si­dent der Ost­frie­si­schen Rit­ter­schaft. Er hei­ra­te­te 1706 in Ber­lin So­phie Lui­se von Tettau, Toch­ter des kö­nig­lich preu­ßi­schen Ge­ne­ral­leut­nants und Kam­mer­herrn, Gou­ver­neurs von Span­dau und Kom­man­deurs der Gar­des du Corps, Jo­hann Ge­org von Tettau auf Wo­li­enen usw. Der äl­tes­te Sohn, Karl Phil­ipp (* 1711; † 1784), Ma­jo­rats­herr auf Lü­tets­burg, Jennelt und Ber­gum, eben­falls Prä­si­dent der Ost­frie­si­schen Rit­ter­schaft, war mit So­phie Char­lot­te Ba­ro­nes­se We­del-Jarls­berg, Toch­ter des kö­nig­lich dä­ni­schen Ge­hei­men Rats und Ge­ne­ral­leut­nants Er­hard Ba­ron We­del-Jarls­berg, Ma­jo­rats­herrn auf Herr­lich­keit Even­burg, und der Ma­rie Ju­lia­ne Grä­fin von Fry­dag, Er­bin von Herr­lich­keit Gö­dens, ver­hei­ra­tet. Aus der Ehe Karl Phil­ipps mit So­phie Char­lot­te stam­men die Söh­ne Ed­zard Mau­ritz (* 1748; † 1824) und Karl Gus­tav (* 1749; † 1841), Stif­ter der bei­den Haupt­li­ni­en.

Ältere Hauptlinie (Älterer und Jüngerer Ast)

Wilhelm zu Innhausen und Knyphausen (* 1716; † 1800)

Wil­helm zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen
(* 1716; † 1800)

Ed­zard Mau­ritz wie­der­um hat­te die bei­den Söh­ne Carl (* 1784; † 1860) und Franz (* 1792; † 1875). Nach dem Wie­ner Kon­gress 1815 und der Ein­ver­lei­bung Ost­fries­lands in das Kö­nig­reich Han­no­ver, er­hielt Carl Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen am 25. April 1834, auf Grund des von sei­nem Vor­fah­ren, dem Häupt­ling Uni­co Man­nin­ga, ge­stif­te­ten Ma­jo­rats, eine erb­li­che Vi­ril­stim­me in der ers­ten Kam­mer der All­ge­mei­nen Stän­de­ver­samm­lung des Kö­nig­reichs Han­no­ver. Carl Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen († 1860) wur­de kö­nig­lich han­no­ve­ri­scher Wirk­li­cher Ge­hei­mer Rat, Kam­mer­herr, Ge­sand­ter und be­voll­mäch­tig­ter Mi­nis­ter an den kö­nig­lich preu­ßi­schen und säch­si­schen Hö­fen. Aus sei­ner Ehe mit Lui­se Grä­fin von Kiel­man­segg, Toch­ter des Fried­rich Graf von Kiel­mann­segg, kö­nig­lich han­no­ve­ri­scher Ge­ne­ral der In­fan­te­rie, ging Ed­zard Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1827; † 1908) her­vor, der kö­nig­lich han­no­ve­ri­scher Kam­mer­herr und Land­rat des Fürs­ten­tums Ost­fries­land wur­de. Er war Ma­jo­rats­herr der Herr­schaft Lü­tets­burg so­wie Be­sit­zer des Gu­tes Vis­quard und des Frei­ho­fes Nien­ha­gen. Ed­zard wur­de zu Neu­jahr 1900 in den preu­ßi­schen Fürs­ten­stand er­ho­ben und ist so­mit Stif­ter des fürst­li­chen As­tes, wäh­rend sein On­kel Franz (* 1792; † 1875), Fi­dei­kom­miss­herr auf Jennelt und Arle, kö­nig­lich han­no­ve­ri­scher Oberap­pel­la­ti­ons-Ge­richts­rat, au­ßer­or­dent­li­ches Mit­glied des Staats­rats und Prä­si­dent der Stän­de des Fürs­ten­tums Ost­fries­land, den rein gräf­li­chen Ast des Ge­schlechts be­grün­de­te.

Drit­ter und letz­ter Fürst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen war der un­ver­hei­ra­tet ge­blie­be­ne Wil­helm Ed­zard (* 1908), der in­fol­ge des ex­tre­men Hoch­was­sers der Me­lez­za am 7. Au­gust 1978 in sei­nem Fe­ri­en­haus in Terre di Pe­de­mon­te im Tes­sin im Sü­den der Schweiz ver­starb. Er hat­te 1961 Mo­ritz Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1948) aus dem gräf­li­chen Hau­se Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg als Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen ad­op­tiert. Wei­ters ad­op­tier­te er 1972 sei­nen Nef­fen und Nich­ten, Chris­ti­an von Ples­sen (* 1939), Doda von Ples­sen (1941, ver­mähl­te Han­sen) und Occa von Ples­sen (* 1942, ver­mähl­te von Re­den), Kin­der sei­ner Schwes­ter Hil­le­da geb. Grä­fin zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (1912–1945) und des Bern­hard von Ples­sen (1908–2003) zu Dam­sha­gen und Schön­feld.

Aus der fürst­li­chen Li­nie stamm­te Hu­ber­ta Grä­fin zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1942; † 2011), Toch­ter des Karl-Theo­dor Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1910; † 1942) auf Pan­se­vitz, In­sel Rü­gen, Nich­te des letz­ten und En­ke­lin des zwei­ten Fürs­ten, Dodo (* 1876; † 1931), die seit 1968 mit dem Rechts­an­walt Jörg von Hugo (* 1940; † 2004) ver­hei­ra­tet war, der ge­mäß § 1355 BGB seit 1979 den Na­men von Hugo-Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen führ­te. Die aus der Ehe stam­men­den Kin­der Tido, Alvo und The­da füh­ren den Na­men Graf bzw. Grä­fin zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen. Die Fa­mi­lie be­wohnt Schloss Lü­tets­burg. Tido Graf zu Inn- und Kny­p­hau­sen (* 1972) ist Ge­schäfts­füh­rer und Ge­ne­ral­ver­wal­ter des Gräf­li­chen Rent­amts Lü­tets­burg so­wie Ge­schäfts­füh­rer der Golf­an­la­ge Schloss Lü­tets­burg. Seit 2003 ist er mit Mar­ga­re­ta von Strantz (* 1977) ver­hei­ra­tet, mit der er drei Söh­ne und eine Toch­ter hat. Sein Bru­der Alvo Graf zu Inn- und Kny­p­hau­sen (* 1975) ge­hört dem Vor­stand der Stif­tung Schloss­park Pan­se­vitz an und ist mit Fa­bia We­ge­ner (* 1977) ver­hei­ra­tet, mit der er zwei Söh­ne hat.

Jüngere Hauptlinie (Älterer und Jüngerer Ast)

Die jün­ge­re Haupt­li­nie, be­grün­det von Karl Gus­tav Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1749; † 1841), kö­nig­lich preu­ßi­schen Kam­mer­herrn, hat­te durch ihn bis Mit­te des 19. Jahr­hun­derts die Herr­schaft Jennelt und das Gut Arle be­ses­sen. Die­sen Be­sitz hat­te sie dann an den gräf­li­chen (jün­ge­ren) Ast der äl­te­ren Haupt­li­nie ab­ge­tre­ten. Karl Gus­tav hat­te die bei­den Söh­ne Mo­ritz (* 1795; † 1854), Stamm­va­ter des äl­te­ren, spä­ter in Pri­mo­ge­ni­tur gräf­li­chen As­tes Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg, und Wil­helm (* 1797; † 1863), kö­nig­lich preu­ßi­scher Leut­nant a.D., Rechts­rit­ter des Jo­han­ni­ter­or­dens, Stamm­va­ter des jün­ge­ren, rein frei­herr­li­chen As­tes. Der äl­te­re Ast be­saß wei­ter un­ter an­de­rem das Gut Ers­tes Haus Leer und das Klos­ter­gut The­din­ga (zeit­wei­se als Fi­dei­kom­miss Leer-The­din­ga) in Ost­fries­land und die 1945 ent­eig­ne­ten Gü­ter Geiglitz in West­pom­mern, Gör­litz in Ost­preu­ßen und Ka­litt­ken im Kreis Ro­sen­berg in West­preu­ßen.

Edzard Fürst zu Innhausen und Knyphausen (* 1827; † 1908)

Ed­zard Fürst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen
(* 1827; † 1908)

Aus dem äl­te­ren Ast kam Mo­ritz Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1795; † 1854), Drost zu Esens und kö­nig­lich preu­ßi­scher Oberst a.D., Eh­ren­rit­ter des Jo­han­ni­ter­or­dens. Aus des­sen ers­ter Ehe mit Ma­ria Grä­fin von Ha­e­se­ler († 1840) stamm­te Dodo Alex­an­der Mo­ritz Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, nach­mals auch Graf von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg (* 1835; † 1911), kö­nig­lich preu­ßi­scher Ma­jor und Kam­mer­herr und Fi­dei­kom­miss­herr auf Leer-The­din­ga. Durch sei­ne Ehe mit Wil­hel­mi­ne von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg, Toch­ter des Gra­fen Carl von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg, kam Haus Bo­del­schwingh in die Fa­mi­lie, fer­ner das be­nach­bar­te Haus Ro­den­berg und der Drai­ser Hof im Rhein­gau (heu­te Wein­gut Ba­ron Kny­p­hau­sen). Sein Sohn Karl Mo­ritz Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, Graf von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg (* 1871; † 1958), war Fi­dei­kom­miss­herr auf Bo­del­schwingh. Des­sen Sohn Ed­zard (* 1905–1983), auf Bo­del­schwingh usw., Land­wirt und wie sein Va­ter Rechts­rit­ter des Jo­han­ni­ter­or­dens, war der letz­te Trä­ger des Pri­mo­ge­ni­tur­ti­tels bzw. -na­mens Graf von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg, sei­ne Kin­der füh­ren alle den glei­chen Na­men Frei­herr bzw. Frei­in zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen; der Sohn sei­nes Vet­ters Dodo, Mo­ritz (* 1948), ist al­ler­dings ein Ad­op­tiv­sohn des Wil­helm Ed­zard Fürst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen († 1978) aus der äl­te­ren Haupt­li­nie, und trägt da­her den Na­men Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen.

Freiherrlich holländische Linie

Die hol­län­di­sche Li­nie er­hielt 1814 den Nie­der­län­di­schen Adel und starb 1884 aus. Ih­ren Ur­sprung hat die­se Ne­ben­li­nie bei Enno Wil­helm von Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 28. März 1586; † 16. No­vem­ber 1656) dem jün­ge­ren Bru­der des Dodo von Kny­p­hau­sen. Enno Wil­helm war Oberst und Kom­man­dant von Ham­burg. Er hei­ra­te­te 1617 Anna Ma­ria von Ame­lun­xen († 1657) aus dem Haus Geß­mühl. Des­sen Sohn Ru­dolph Wil­helm (* 1620; † 30. No­vem­ber 1666) stu­dier­te in Gro­nin­gen Ju­ris­pru­denz und wur­de di­plo­ma­ti­scher Ver­tre­ter der Ge­ne­ral­staa­ten. Er hei­ra­te­te Mar­ga­reths Bea­ta von Fri­d­agh-Lo­ring­hoff (1621–1665). De­ren Sohn Haro Cas­par (1646–1694) hei­ra­te­te 1663 die Erb­toch­ter Pe­tro­nel­la Anna Lewe (1648–1686) und er­hielt das Gut Ul­rum bei Gro­nin­gen, wo sei­ne Fa­mi­lie von nun an leb­te und er auch starb. Das Paar hat­te meh­re­re Kin­der, fort­ge­setzt wur­de die Stamm­rei­he durch Hen­drik Fer­di­nand (1666–1716), der 1693 Au­re­lia ave Jar­ges (1666–1702) hei­ra­te­te. De­ren Sohn Haro Cas­par (1698–1741) war hol­län­di­scher Mi­li­tär und hei­ra­te­te Pe­tro­nel­la Anna Lewe (1702–1771). De­ren Sohn Fer­di­nand Fol­ef (* 7. Juni 1736; † 12. Mai 1796) hei­ra­te­te 1768 in zwei­ter Ehe Anna Ma­ria Graaf­land (1743–1803) und setz­te die Stamm­rei­he fort. Sein Sohn Haro Cas­par (* 4. Mai 1777; † 3. Ja­nu­ar 1842) hei­ra­te­te Su­san­na Eli­sa­beth Al­ber­da Bij­ma (von Bloemer­s­ma) (* 4. No­vem­ber 1769; † 30. De­zem­ber 1836). Sein Sohn Fer­di­nand Fol­ef (* 4. Mai 1804; † 23. No­vem­ber 1884) war als “de dol­le jon­ker” (der ver­rück­te Frei­herr) be­kannt. Er wur­de Bür­ger­meis­ter von Leek und Ma­rum. Mit ihm en­de­te die Li­nie.

Standeserhebungen

Wasserschloss BodelschwinghIko und Wil­helm zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, Her­ren auf Lü­tets­burg, wur­den am 14. Juni 1588 zu Prag in den Reichs­frei­her­ren­stand als Frei­herr zu El­tern und Vo­gel­sang, Erb­mei­er zu Bas­ten­ach (Bas­ten­ack) er­ho­ben. Eben­falls den Reichs­frei­her­ren­stand als Ed­ler Herr zu Lü­tets­burg und Ber­gum er­hiel­ten am 19. Sep­tem­ber 1635 zu Ebers­dorf die Brü­der Tido, gräf­lich ost­frie­si­scher Ge­heim­rat und Prä­si­dent, Enno Wil­helm, Oberst und Kom­man­deur der Han­se­stadt Ham­burg, und Carl Fried­rich zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen. Eine Be­stä­ti­gung des Reichs­frei­her­ren­stan­des mit der An­re­de Wohl­ge­bo­ren er­hiel­ten am 17. Juli 1671 zu Wien die Brü­der Dodo und Mo­ritz zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen.
Ge­org Wil­helm zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, Frei­herr zu El­tern und Vo­gel­sang, Staats­rat der Stän­de der Ver­ei­nig­ten Nie­der­lan­de und Prä­si­dent der ost­frie­si­schen Rit­ter­schaft, wur­de am 9. März 1694 zu Wien in den Reichs­gra­fen­stand er­ho­ben mit der An­re­de Hoch- und Wohl­ge­bo­ren und ei­ner Wap­pen­meh­rung. Mit dem Tod sei­nes Soh­nes Carl Wil­helm er­losch die­ser reichs­gräf­li­che Zweig.

Aus der äl­te­ren Li­nie er­hielt am 5. März 1816, ver­öf­fent­licht am 23. Juli 1816, zu Carl­ton House Ed­zard Mau­ritz Frei­herr zu Inn- und Kny­p­hau­sen (* 1748; † 1824), kö­nig­lich han­no­ve­ri­scher Prä­si­dent der Ost­frie­si­schen Kam­mer, den han­no­ve­ri­schen Gra­fen­stand. Sein En­kel Ed­zard Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, Ed­ler Herr zu Lü­tets­burg und Ber­gum (* 1827; † 1908), kö­nig­lich preu­ßi­scher Wirk­li­cher Ge­hei­mer Rat und erb­li­ches Mit­glied des preu­ßi­schen Her­ren­hau­ses, wur­de am 1. Ja­nu­ar 1900 zu Ber­lin in den preu­ßi­schen Fürs­ten­stand mit der An­re­de Durch­laucht er­ho­ben. Der Ti­tel war in pri­mo­ge­ni­tur und ge­bun­den an den Be­sitz des Fi­dei­kom­miss Lü­tets­burg und Ber­gum. Die Nach­ge­bo­re­nen führ­ten den Ti­tel Graf bzw. Grä­fin zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen.

Wasserschloss Haus Rodenberg

Was­ser­schloss Ro­den­berg

Aus der jün­ge­ren Li­nie kam Dodo Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1835; † 1911), Fi­dei­kom­miss­herr auf Leer-The­din­ga, kö­nig­lich preu­ßi­scher Kam­mer­herr und Ma­jor. Er er­hielt nach sei­ner Hei­rat mit Mi­net­te Frei­in von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg, Fi­dei­kom­miss­her­rin auf Bo­del­schwingh, am 17. Fe­bru­ar 1908 zu Ber­lin durch Al­ler­höchs­te Ka­bi­netts­or­der so­wie durch Di­plom vom 15. Mai 1908 zu Wies­ba­den eine preu­ßi­sche Na­mens­ver­ei­ni­gung mit dem der Frei­her­ren von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg als Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg. Der Ti­tel war ge­knüpft an den Be­sitz des Fi­dei­kom­miss Bo­del­schwingh. Am 5. Au­gust 1909 zu Swi­ne­mün­de wur­de er, durch Al­ler­höchs­te Ka­bi­netts­or­der, als Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, Graf von Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg, in den preu­ßi­schen Gra­fen­stand er­ho­ben (Di­plom aus­ge­stellt am 10. Au­gust 1909 zu Ho­hen­sy­burg). Der Ti­tel war ge­bun­den an den Be­sitz des Fi­dei­kom­miss Bo­del­schwingh.

Eine adels­recht­li­che Nicht­be­an­stan­dung als Graf zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen er­hielt Mo­ritz Frei­herr zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1948) aus dem gräf­li­chen Hau­se Bo­del­schwingh-Plet­ten­berg am 21. Ok­to­ber 1963 zu Mar­burg an der Lahn durch Be­schluss des Aus­schus­ses für Adels­recht­li­che Fra­gen der Deut­schen Adels­ver­bän­de. Er ist seit 1961 Ad­op­tiv­sohn von Wil­helm Ed­zard Fürst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1908; † 1978).

Wappen

Stammwappen

Das Stamm­wap­pen zeigt in Gold ei­nen schwar­zen Lö­wen. Auf dem Helm mit rot-gol­de­nen De­cken ein wach­sen­der schwar­zer Löwe zwi­schen zwei gol­de­nen Flü­geln. Nach dem Ge­nea­lo­gi­schen Hand­buch des Adels sind die Helm­de­cken schwarz-gol­den und die Flü­gel rechts gol­den und links schwarz.

We­gen der Herr­schaft Kni­p­hau­sen fi­gu­riert das Stamm­wap­pen der Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen im Staats­wap­pen des Groß­her­zog­tums Ol­den­burg (Feld 6).

Freiherrliches und Gräfliches Wappen

Das frei­herr­li­che Wap­pen, ver­lie­hen 1588, ist ge­viert und be­legt mit ei­nem von Grün und Schwarz ge­spal­te­nen Mit­tel­schild, dar­in ein ge­krön­ter sil­ber­ner Löwe (Wap­pen der er­lo­sche­nen Man­nin­ga). 1 und 4 das Stamm­wap­pen, 2 und 3 in Sil­ber ein schwar­zer Dra­che mit aus­ge­brei­te­ten Flü­geln und gol­de­nem Hals­ring (Wap­pen der er­lo­sche­nen Be­nin­ga zu Uple­ward). Das Wap­pen hat drei Hel­me, rechts der Stamm­helm, auf dem mitt­le­ren mit grün-sil­ber­nen De­cken ein gol­de­ner Pe­li­kan mit Jun­gen im Nest und sie­ben (vier nach rechts und drei nach links) von Grün und Schwarz ge­teil­ten ab­flie­gen­den Fähn­chen an gol­de­nen Stan­gen (Helm der Man­nin­ga), auf dem lin­ken Helm mit schwarz-sil­ber­nen De­cken der Dra­che (Helm der Be­nin­ga zu Uple­ward).

Als Schild­hal­ter zwei wi­der­se­hen­de gold­be­wehr­te schwar­ze Grei­fen. Der Wahl­spruch lau­tet: Ve­ri­tas vin­cit (lat. die Wahr­heit siegt). Das spä­te­re gräf­li­che Wap­pen sieht eben­so aus.

Historische Wappenbilder

Familienmitglieder

  • Alko der Böse oder Alko On­ne­ken (ur­kund­lich seit 1447; † 1474), Häupt­ling zu Inn­hau­sen
  • Carl Phil­ipp zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1711; † 1784), ost­frie­si­scher Edel­herr
  • Dodo zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1583; † 1636), be­deu­ten­der Feld­herr im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg
  • Dodo (II.) zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1641; † 1698), bran­den­bur­gi­scher Staats­mann
  • Dodo Hein­rich zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1729; † 1789), preu­ßi­scher Di­plo­mat
  • Dodo Fürst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1876 † 1931), deut­scher Groß­grund­be­sit­zer und Par­la­men­ta­ri­er
  • Dodo zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (Land­rat) (* 1877 † 1967), deut­scher Rit­ter­guts­be­sit­zer und Ver­wal­tungs­be­am­ter
  • Ed­zard Frei­herr von Inn- und Kny­p­hau­sen (Ed­zard Fried­rich Lud­wig Fürst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen, * 1827; † 1908), ost­frie­si­scher Ad­li­ger und Po­li­ti­ker
  • Ed­zard Mo­ritz zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1748; † 1824), Prä­si­dent der Ost­frie­si­schen Land­schaft
  • Fe­lix zu Kny­p­hau­sen (* 1969), deut­scher Schau­spie­ler
  • Fried­rich Ernst zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1678; † 1731), bran­den­burg-preu­ßi­scher Kam­mer­herr und Mi­nis­ter des Nie­der­rhei­nisch-West­fä­li­schen Reichs­krei­ses
  • Gis­bert zu Kny­p­hau­sen (* 1979), deut­scher Lie­der­ma­cher, Sän­ger und Gi­tar­rist
  • Karl Wil­helm zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1784; † 1860), han­no­ver­scher Chef­di­plo­mat in Ber­lin (1844–1860)
  • Phil­ipp Wil­helm von Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1591; † 1652), deut­scher Kom­mu­nal­po­li­ti­ker
  • Ru­dolf Wil­helm zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1620; † 1666), nie­der­län­di­scher Di­plo­mat
  • Wil­helm zu Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen (* 1716; † 1800), hes­sen-kas­sel­scher Ge­ne­ral im Ame­ri­ka­ni­schen Un­ab­hän­gig­keits­krieg

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Inn­hau­sen und Kny­p­hau­sen aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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