Hohensyburg

Die Ho­hen­sy­burg, auch Si­gi­burg oder Sy­burg ge­nannt, be­fin­det sich auf dem Sy­berg ober­halb des Zu­sam­men­flus­ses von Ruhr und Len­ne in den künst­lich an­ge­leg­ten Hengs­tey­see im süd­li­chen Dort­mun­der Stadt­teil Sy­burg. Die Ho­hen­sy­burg ist ein be­lieb­tes Aus­flugs­ziel. In der Nähe be­fin­det sich die Spiel­bank Ho­hen­sy­burg. Die Um­ge­bung ist als Na­tur­schutz­ge­biet Ruhrs­teil­hän­ge Ho­hen­sy­burg aus­ge­wie­sen und ge­schützt. Der Sy­bur­ger Berg­bau­weg er­schließt Re­lik­te neu­zeit­li­chen Berg­baus.

Ursprünge

Hohensyburg

Ho­hen­sy­burg

Stein­zeit­li­che Fun­de be­le­gen die frü­he An­we­sen­heit des Men­schen im Sy­bur­ger Raum und ers­te Sied­lungs­spu­ren füh­ren in die Bron­ze­zeit um etwa 700 v. Chr. Die ers­te ur­kund­li­che Nen­nung da­tiert aus dem Jahr 775, als laut den Lor­scher An­na­len das frän­ki­sche Heer Karls des Gro­ßen die säch­si­sche Si­gi­burg er­ober­te und die­se als Ver­tei­di­gungs­an­la­ge ge­gen die Sach­sen nutz­te. Die dort sie­deln­den Fa­len wa­ren eine (west­li­che) säch­si­sche Stam­mes­grup­pe. Die Ho­hen­sy­burg be­kam auch eine wich­ti­ge Funk­ti­on für die Chris­tia­ni­sie­rung der Ger­ma­nen. Die Burg­be­sat­zung und Wi­du­kind wur­den von Karl dem Gro­ßen ver­trie­ben. Laut ei­ner christ­li­chen Quel­le soll ihm ein Wun­der ge­hol­fen ha­ben, die Burg zu er­obern.

Im fol­gen­den Jahr be­la­ger­ten die Sach­sen die nun­mehr frän­ki­sche Burg. Die Burg­be­sat­zung konn­te die Be­la­ge­rer je­doch durch ei­nen Aus­fall über­ra­schen und die flüch­ten­den Sach­sen bis zur Lip­pe ver­fol­gen. Das frän­ki­sche Heer dräng­te die säch­si­schen Trup­pen wei­ter bis zur Al­ler zu­rück, wo es in Ver­den zu ei­nem gro­ßen Mas­sa­ker de­rer kam, die sich nicht zum Chris­ten­tum be­keh­ren las­sen woll­ten.

Ins­ge­samt be­fin­den sich Über­res­te von drei Bur­gen auf dem Berg. Der Bau der stei­ner­nen Sy­burg (Ho­hen­sy­burg) wird auf 1150 da­tiert. Sie ist eine Hö­hen­burg der Köl­ner Erz­bi­schö­fe und steht im Zu­sam­men­hang mit dem Lan­des­aus­bau im 12. Jahr­hun­dert. 1235 wur­den die Her­ren von Sy­berg als köl­ni­sche Mi­nis­te­ria­len erst­mals er­wähnt. Die bei­den an­de­ren Bur­gen sol­len im frü­hen Mit­tel­al­ter ent­stan­den sein. Eine Kir­che soll im Auf­trag Karls des Gro­ßen er­baut und von Papst Leo III. 799 ge­weiht wor­den sein. Die an­geb­lich 776 fer­tig­ge­stell­te Kir­che wäre da­mit al­ler­dings 23 Jah­re un­ge­weiht ge­blie­ben. Hier liegt ein Wi­der­spruch in den Quel­len vor: Wäh­rend Leo ei­ner­seits Rom flucht­ar­tig ver­las­sen ha­ben soll, scheint man auf der Ho­hen­sy­burg ge­ra­de­zu auf den Be­such ge­war­tet zu ha­ben, um die Kir­che vom Papst selbst wei­hen zu las­sen. Au­ßer­dem soll Leo III. ei­nen St.-Peter-Brunnen ge­weiht ha­ben, der bald als Wall­fahrts­stät­te dien­te.

Frühmittelalterliche Burgen auf dem Syberg

Kaiser-Wilhelm-Denkmal, Postkarte (um 1905)

Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal, Post­kar­te (um 1905)

Der frü­he­re Ar­chäo­lo­gie­stu­dent Det­lev Ro­the nennt die bei­den Burg­res­te Si­gi­burg I und II. Bei bei­den han­delt es sich um Ring­wall­an­la­gen, de­ren Res­te sich nur schwer or­ten las­sen, wes­halb laut Ro­the die meis­ten Au­to­ren auch nur von ei­ner ein­zi­gen Burg spre­chen. Tat­säch­lich nen­nen der His­to­ri­ker Fied­ler und der Hob­by-Ar­chäo­lo­ge Kuhl­mann nur eine An­la­ge, de­ren Wall-Gra­ben-Sys­tem aber be­son­ders gut er­kenn­bar ist. Auch im Süd­os­ten ist die Wall­füh­rung noch gut er­kenn­bar. Die­ses Wall­sys­tem hat­te eine Ge­samt­län­ge von 1,7–2 km und um­frie­de­te den heu­ti­gen Be­reich des Kai­ser-Wil­helm-Denk­mals, der mit­tel­al­ter­li­chen Burg und des Spiel­ka­si­nos bis in nörd­li­cher Rich­tung zur Kreu­zung Hohensyburgstraße/Westhofener Stra­ße. Al­lein die Aus­ma­ße die­ser Wall­an­la­ge las­sen dar­auf schlie­ßen, dass der Name Sy­burg ur­sprüng­lich, auch im wört­li­chen Sin­ne, Flieh­burg war. Im We­sent­li­chen hat es sich da­bei um eine Holz-Erde-Kon­struk­ti­on ge­han­delt. Nur teil­wei­se be­steht sie aus Bruch­stei­nen ohne Mör­tel. Trotz zahl­rei­cher Le­se­scher­ben ist die Da­tie­rung schwie­rig. Heu­te sind sich die For­scher dar­in ei­nig, dass die Si­gi­burg I von An­ge­hö­ri­gen des Stam­mes der Sach­sen er­rich­tet wur­de, und zwar zu dem Zeit­punkt, als Sach­sen das um­lie­gen­de Ge­biet er­ober­ten. Aus der zeit­ge­nös­si­schen Li­te­ra­tur lässt sich er­schlie­ßen, dass die Sach­sen um das Jahr 694 n. Chr. das ehe­ma­li­ge Bruk­ter­er­land süd­lich der Lip­pe er­ober­ten und dass sie im Jah­re 715 frän­ki­sches Ge­biet an­grif­fen. Dem­nach dürf­te die Si­gi­burg um 700 n. Chr. er­baut wor­den sein.

Letzt­lich ba­siert die Da­tie­rung der Si­gi­burg I le­dig­lich auf Quel­len­an­ga­ben. Der Be­schrei­bung nach han­delt es sich aber auch hier eher um ei­nen Erd­wall, der auf das 10. Jahr­hun­dert ver­weist, als selbst dort Ein­fäl­le der Un­garn droh­ten und au­ßer­dem das wach­sen­de Ver­kehrs­auf­kom­men ge­schützt wer­den muss­te. Die Si­gi­burg II soll von den Fran­ken, also nach 775 er­baut wor­den sein. Zum Jahr 776 be­rich­ten die An­na­les Lau­ris­sen­ses maio­res, dass die Kir­che sich in­ner­halb der Burg be­fand. Au­ßer­dem wird in den Lor­scher An­na­len von 776 ein Wie­der­er­obe­rungs­ver­such der Sach­sen (Ba­si­li­ka) er­wähnt, eben­so eine teil­wei­se höl­zer­ne Vor­kon­struk­ti­on, bis die end­gül­ti­ge Ver­si­on in Stein er­rich­tet wur­de. Ein sehr in­ter­es­san­tes Ar­te­fakt ist der kürz­lich aus ei­nem Baum ge­bor­ge­ne Grab­stein, der durch Mehr­fach­nut­zung ein schö­ner Zeit­zeu­ge ist. Die ers­te Da­tie­rung lässt sich auf ca. 550 schät­zen, da ein Dia­go­nal­kreuz (auch „Mis­sio­nars­kreuz“) ver­wen­det wur­de; es ist seit 1999 im Trumhof aus­ge­stellt. Die nächs­te Nut­zung ge­schah in der me­ro­win­gi­schen Zeit (Vor­tra­ge­kreuz), die letz­te lässt auf den ka­ro­lin­gi­schen Zeit­raum schlie­ßen. Die­se frü­he Grab­plat­te stützt die The­se, dass die­ser Sa­kral­bau weit­aus äl­ter ist als in den Quel­len ge­nannt.

Ro­the weist al­ler­dings we­ni­ge Sei­ten spä­ter de­tail­liert nach, dass es sich bei dem Bau­werk, das sich un­ter der im Zwei­ten Welt­krieg zer­stör­ten ro­ma­ni­schen Kir­che be­fin­det, gar nicht um eine Kir­che ge­han­delt hat. Der Bau ei­ner Burg durch christ­li­che Fran­ken ohne da­zu­ge­hö­ri­ge Kir­che er­scheint be­reits du­bi­os, dar­über hin­aus gibt es wei­te­re In­di­zi­en für eine Da­tie­rung ins 10. Jahr­hun­dert. So weist die Bau­art des To­res der Si­gi­burg II in die ot­to­ni­sche Bur­gen­bau­pe­ri­ode. Au­ßer­dem wur­de in der Nord­west­ecke des ur­sprüng­li­chen Fried­hofs ein Sil­ber­pfen­nig Ot­tos I. ge­fun­den, der wäh­rend des­sen Re­gie­rungs­zeit in den Jah­ren 936 bis 964 ge­prägt wor­den war. Ent­spre­chend da­tiert Ro­the den Bau in die ers­te Hälf­te des 10. Jahr­hun­derts. Auch die Fried­hofs­mau­er kann an­hand von Ton­scher­ben Ba­dor­fer und vor al­lem Pings­dor­fer Mach­art da­tiert wer­den, al­ler­dings nur un­ge­nau ins Früh­mit­tel­al­ter. Ge­ra­de die Ver­wen­dung von Kalk­m­ör­tel spricht für ei­nen Bau nach 955, als die Un­garn be­siegt wa­ren und der kul­tu­rel­le und öko­no­mi­sche Auf­schwung im gan­zen Abend­land be­gin­nen konn­te. Dem­nach wäre die Si­gi­burg II in der Zeit von 955 bis 964 er­baut wor­den. Dies lie­ße auch noch ge­nug Zeit­raum für die Si­gi­burg I am An­fang des 10. Jahr­hun­derts als Schutz­wall ge­gen die Un­garn.

Die steinerne Hohensyburg

Hohensyburg - Statue von Kaiser Wilhelm I.

Ho­hen­sy­burg – Sta­tue von Kai­ser Wil­helm I.

Der Bau der stei­ner­nen Sy­burg (Ho­hen­sy­burg) wird auf 1150 da­tiert. Sie ist eine Hö­hen­burg der Köl­ner Erz­bi­schö­fe und steht im Zu­sam­men­hang mit dem Lan­des­aus­bau im 12. Jahr­hun­dert. 1235 wer­den die Her­ren von Sy­berg als köl­ni­sche Mi­nis­te­ria­len erst­mals er­wähnt.

Nach der Teil­z­er­stö­rung 1287 durch Graf Eber­hard von der Mark zog sich die Fa­mi­lie auf ih­ren Be­sitz Haus Busch in der Graf­schaft Lim­burg zu­rück. Im Jah­re 1300 gin­gen Reichs­hof West­ho­fen und mit ihm die Burg in die Lehns­herr­schaft der Gra­fen von der Mark über. 1496 wur­de Gerd Spee von Her­zog Jo­hann von der Mark zum Burg­gra­fen er­nannt un­ter der Be­din­gung, dass er die „borch to Sy­bergh be­woe­nen“ sol­le. Die Burg wur­de wahr­schein­lich im 16. oder An­fang des 17. Jahr­hun­derts auf­ge­ge­ben. Das in der Burg auf­ge­stell­te Krie­ger­denk­mal stammt aus dem Jah­re 1930.

Heu­te noch er­kenn­bar ist das Haupt­ge­bäu­de, das von Burg­mau­ern und zwei Tür­men um­ge­ben war.

Die Kirche auf dem Syberg

Nach Zer­stö­rung der ro­ma­ni­schen Kir­che, de­ren An­fän­ge auf das Jahr 1169 da­tiert wur­den, durch ei­nen al­li­ier­ten Luft­an­griff wäh­rend des Zwei­ten Welt­krie­ges, bot sich den Ar­chäo­lo­gen die Mög­lich­keit, Aus­gra­bun­gen vor­zu­neh­men und nach der ur­kund­lich er­wähn­ten ka­ro­lin­gi­schen Kir­che zu su­chen. Bei die­sen Aus­gra­bun­gen in den Jah­ren 1950, 1951 und noch ein­mal 1976 wur­den tat­säch­lich Fun­da­men­tres­te ei­nes Vor­gän­ger­baus ent­deckt und an­hand der Er­wäh­nung in den Ur­kun­den auf 776 da­tiert. Si­cher ist zu­nächst aber nur, dass der Vor­gän­ger­bau äl­ter ist als die ro­ma­ni­sche Kir­che, denn feh­len­de Klein­fun­de er­schwe­ren eine ex­ak­te Da­tie­rung. Auf­grund der Aus­gra­bun­gen von 1976 kann die In­ter­pre­ta­ti­on als ka­ro­lin­gi­sche Kir­che nicht mehr auf­recht­erhal­ten wer­den. Er­wäh­nens­wert ist, dass die Aus­grä­ber we­gen der Res­te brau­ner und schwar­zer Ir­den­wa­re den Bau ent­we­der ins Früh­mit­tel­al­ter, ge­nau­er in die säch­sisch-frän­ki­sche Zeit, oder aber in die vor­ge­schicht­li­che Zeit ver­wei­sen. Auch durch dend­ro­chro­no­lo­gi­sche Un­ter­su­chun­gen und C14 konn­te das Al­ter des Ge­bäu­des bis­her nicht nä­her be­stimmt wer­den. Eine Par­al­le­le zu die­ser Grund­riss­form be­sitzt der qua­dra­ti­sche Tem­pel von Upp­sa­la in Süd­schwe­den, der wie die An­la­ge von Hal­tern bei ger­ma­ni­schen Kult­hand­lun­gen Ver­wen­dung fand. Die­ser Tem­pel war nicht aus Stein und Lehm ge­baut, son­dern aus Holz. Der Tem­pel von Upp­sa­la ge­hört der nor­di­schen Spät­zeit an und wur­de ver­mut­lich im 10. Jahr­hun­dert er­rich­tet. Die­se Par­al­le­le ist ein wei­te­res In­diz da­für, dass es sich bei dem Vor­gän­ger­bau der ro­ma­ni­schen Pe­ters­kir­che um ein ger­ma­ni­sches Kult­ge­bäu­de han­delt.

Der Petersbrunnen

Auf der Sy­burg soll Papst Leo III. bei sei­nem Be­such 799 ei­nen Pe­ters­brun­nen ge­weiht ha­ben. Eine sol­che Wei­he lässt an ein chris­tia­ni­sier­tes frü­he­res Quel­len­hei­lig­tum den­ken. Die heu­te als Pe­ters­brun­nen be­zeich­ne­te An­la­ge mit ih­rem aus dem Fels ge­haue­nen Was­ser­be­cken ent­hält ihr Was­ser se­kun­där aus ei­nem ne­ben­lie­gen­den Brun­nen und kann so wohl nicht als die ur­sprüng­li­che Wall­fahrt­sta­ti­on gel­ten. Die äl­tes­te Über­lie­fe­rung stammt erst aus dem Jah­re 1472. Die­se ist je­doch un­glaub­wür­dig und dient le­dig­lich dem Zweck, das Er­eig­nis so zu ver­herr­li­chen. Nach an­de­ren Quel­len war ne­ben dem Papst auch noch die ge­sam­te Ku­rie an­we­send. Den Nach­weis, dass es sich bei dem Brun­nen um eine ger­ma­ni­sche Kult­stät­te han­delt, führt Ro­the so­gar noch in­ten­si­ver aus als bei der an­geb­lich ka­ro­lin­gi­schen Kir­che, kann aber an­ders als bei der Kir­che auch nur In­di­zi­en vor­brin­gen, da kei­ner­lei Über­res­te er­hal­ten re­spek­ti­ve ge­fun­den wor­den sind. Er stützt sich da­bei auf Par­al­le­len­ver­glei­che u. a. mit Upp­sa­la, dem Do­nar-Kult und al­ten Sa­gen. In­ter­es­san­ter sind aber die Le­se­fun­de in der un­mit­tel­ba­ren Um­ge­bung. Be­reits 1887 wur­de ein ers­tes von mitt­ler­wei­le meh­re­ren Stein­bei­len ent­deckt, die auf die Jung­stein­zeit ver­wei­sen. Ne­ben wei­te­ren Fun­den aus dem Neo­li­thi­kum wur­den zeit­lich an­schlie­ßen­de bron­ze­zeit­li­che Fun­de im Wan­ne­bach­tal nörd­lich des Sy­bergs ge­macht. Münz­fun­de be­zeu­gen die An­we­sen­heit von Rö­mern min­des­tens bis ins 3. Jahr­hun­dert. Ob­wohl auch kei­ne Fun­de von Ger­ma­nen ge­macht wur­den, ist de­ren Exis­tenz in der ge­sam­ten Um­ge­bung gut be­legt. Dar­über hin­aus ist ein Zu­sam­men­hang zwi­schen ei­nem ger­ma­ni­schen Kult­ge­bäu­de und ei­ner ger­ma­ni­schen Kult­stät­te schlüs­si­ger als der ei­nes von Papst Leo III. ge­weih­ten Brun­nens ohne nahe ge­le­ge­nen Kir­chen­bau. Der Pe­ters­brun­nen könn­te so­mit be­reits in der Spät­an­ti­ke Kult­ort ge­we­sen sein, wor­auf­hin dann spä­ter der da­zu­ge­hö­ri­ge Kult­bau aus Stein er­rich­tet wur­de. Der lu­the­ri­sche Pfar­rer Jo­hann Fried­rich Möl­ler aus El­sey bei Ho­hen-Lim­burg ver­fass­te 1804 die Schrift Ue­ber Ho­hen­sy­burg, die alt­säch­si­sche Fes­tung, das nach­ma­li­ge Schloss, des­sen Trüm­mer und an­de­re Al­terthü­mer da­selbst.

Vincketurm

Auf der Ho­hen­sy­burg be­fin­det sich der Vincke­turm, ein acht­ecki­ger, neu­go­ti­scher und 26 Me­ter ho­her Aus­sichts­turm. Er wur­de 1857 auf dem höchs­ten Punkt des Sy­bergs (244,63 m über NN) zur Er­in­ne­rung an den da­ma­li­gen Ober­prä­si­den­ten West­fa­lens Lud­wig von Vincke (1774–1844) er­rich­tet. Die Eh­rung Vinckes er­folg­te we­gen gro­ßer Ver­diens­te um den Auf­bau West­fa­lens nach der fran­zö­si­schen Herr­schaft wäh­rend des Dé­par­te­ment Ruhr. Der Turm be­steht aus Ruhrs­and­stein.

Lud­wig von Vincke ehe­lich­te im Jah­re 1810 Eleo­no­re von Sie­berg zum Busch und wur­de so zum Ei­gen­tü­mer der mit­tel­al­ter­li­chen Burg­rui­ne Ho­hen­sy­burg.

In den letz­ten Ta­gen des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de der Turm als Ar­til­le­rie­be­ob­ach­tungs­punkt für die deut­sche Wehr­macht ge­nutzt. Die an­grei­fen­den Trup­pen nah­men da­her den Turm un­ter Be­schuss, und er wur­de von Gra­na­ten ge­trof­fen. 1955 wur­de der Turm re­stau­riert und wie­der­her­ge­stellt.

Der heu­ti­ge Ei­gen­tü­mer ist der Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe.

Kriegerdenkmal

Die Bergbahn um 1908

Die Berg­bahn um 1908

In­ner­halb der Rui­ne be­fin­det sich ein von dem Bild­hau­er Fried­rich Bag­d­ons um 1930 ge­stal­te­tes Krie­ger­denk­mal. Das Denk­mal stellt ei­nen lie­gen­den ge­fal­le­nen Sol­da­ten in der Uni­form ei­nes deut­schen Kriegs­teil­neh­mers aus dem Ers­ten Welt­krieg dar. Auf Höhe sei­nes lin­ken Un­ter­schen­kels wacht ein au­gen­schein­lich flü­gel­lahm wir­ken­der Ad­ler. In un­mit­tel­ba­rer Nähe zum Krie­ger­denk­mal be­fin­den sich drei stei­ner­ne Ta­feln, auf­ge­stellt von der Sy­bur­ger Ge­mein­de zum An­ge­den­ken an die Sy­bur­ger Kriegs­op­fer aus den Krie­gen 1870/71, Ers­ter Welt­krieg und Zwei­ter Welt­krieg.

Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Ne­ben der Burg­rui­ne be­fin­det sich auf dem 245 Me­ter ho­hen Sy­berg das zur Er­in­ne­rung an Kai­ser Wil­helm I. er­rich­te­te Denk­mal mit vier Ne­ben­stand­bil­dern. Das Denk­mal wur­de von 1893 bis 1902 er­baut und am 30. Juni 1902 der Öf­fent­lich­keit über­ge­ben. Die Ar­chi­tek­tur stamm­te von Hu­bert Stier, die Skulp­tu­ren von Adolf von Donn­dorf. Es wur­de 1935 nach Plä­nen des Dort­mun­der Bild­hau­ers Fried­rich Bag­d­ons voll­stän­dig um­ge­baut und in An­leh­nung an die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ar­chi­tek­tur neu ge­stal­tet. Von den vier flan­kie­ren­den Stand­bil­dern wur­den die von Kron­prinz Fried­rich Wil­helm und von Prinz Fried­rich Karl ent­fernt, die von Otto von Bis­marck und von Hel­muth von Molt­ke blie­ben in ver­än­der­ter An­ord­nung er­hal­ten. Auf ei­ner nach 1945 ent­fern­ten In­schrift wur­de der 16. März 1935 als Da­tum der Fer­tig­stel­lung an­ge­ge­ben.

Bergbahn

Die Bergbahn-Trasse auf einer Ansichtskarte, Februar 1905

Die Berg­bahn-Tras­se auf ei­ner An­sichts­kar­te, Fe­bru­ar 1905

1903 er­öff­ne­te eine von der Hör­der Kreis­bahn im Ge­gen­ver­kehr be­trie­be­ne Stand­seil­bahn mit ei­ner Stre­cken­län­ge von 487 Me­tern bei ei­nem Hö­hen­un­ter­schied von 93 m ih­ren Be­trieb. Zwei Schie­nen­fahr­zeu­ge wur­den von zwei auf der Berg­sta­ti­on mon­tier­ten Gleich­strom-Ne­ben­schluß-Elek­tro­mo­to­ren vom Typ AEG EG 800 an­ge­trie­ben, wo­bei sich ein Fahr­zeug berg­auf, das an­de­re Fahr­zeug syn­chron berg­ab be­weg­te. Je­des Fahr­zeug konn­te bis zu 45 Per­so­nen bei ei­ner ma­xi­ma­len Fahr­ge­schwin­dig­keit von 2 m/s be­för­dern. Auf hal­ber Höhe war eine Wei­che in­stal­liert, eine so­ge­nann­te Abt­sche Aus­wei­che. Die Tal­sta­ti­on be­fand sich nahe „Haus Weit­kamp“, die Berg­sta­ti­on an der Stel­le des heu­ti­gen Ca­si­nos. Her­stel­ler der ge­sam­ten An­la­ge war die All­ge­mei­ne Elek­tri­zi­täts­ge­sell­schaft Ber­lin. Ob der Fahr­be­trieb nach dem Ers­ten Welt­krieg wie­der auf­ge­nom­men wur­de und wie lan­ge er noch an­dau­er­te, ist un­klar; eine Quel­le be­rich­tet von 1915 als Da­tum der Still­le­gung, ob­wohl für die An­la­ge eine Kon­zes­si­on bis zum 14. Ja­nu­ar 1948 er­teilt wor­den war. Der end­gül­ti­ge Ab­bau der Stre­cke wur­de am 14. Fe­bru­ar 1923 durch den Kreis­tag zu Schwer­te be­schlos­sen. Heu­te noch als sicht­ba­res Über­bleib­sel der Berg­bahn er­hal­ten ist eine stei­ner­ne Brü­cke. An die­ser Stel­le be­fand sich die Aus­wei­che. Die ehe­ma­li­ge Stre­cken­füh­rung ist heu­te noch auf Luft­bild­auf­nah­men er­kenn­bar.

Geisterhaus Hohensyburg

In der Nähe von Ho­hen­sy­burg be­fand sich im Au­ßen­be­reich zwi­schen dem Dort­mun­der Stadt­teil Sy­burg und des­sen öst­li­chem Be­zirk Buch­holz an der Kücks­hau­ser Stra­ße das so­ge­nann­te Geis­ter­haus Ho­hen­sy­burg, um das sich zahl­rei­che Ge­rüch­te, Le­gen­den und Geis­ter­ge­schich­ten rank­ten. Es war in den 1990er- und 2000er-Jah­ren ein An­zie­hungs­punkt für „Gru­sel-Fans“, die il­le­gal auf das al­lein­lie­gen­de Grund­stück ein­dran­gen und sich teils ge­walt­sam Zu­tritt zu dem leer­ste­hen­den Wohn­haus aus dem 19. Jahr­hun­dert ver­schaff­ten. Der ins­be­son­de­re durch un­zäh­li­ge Bei­trä­ge in In­ter­net­fo­ren etc. her­vor­ge­ru­fe­ne „Gru­sel­tou­ris­mus“ führ­te zu er­heb­li­chen Be­läs­ti­gun­gen der An­woh­ner und be­scher­te der ört­li­chen Po­li­zei hun­der­te von Ein­sät­zen. 2009 wur­de das bau­fäl­lig ge­wor­de­ne Ge­bäu­de auf Druck der Stadt Dort­mund ab­ge­ris­sen.

Veranstaltungen

  • Von 1995 bis 2010 fand jähr­lich am 30. April das Mu­sik­fes­ti­val Rock in den Rui­nen auf dem Wie­sen­ge­län­de un­ter­halb der Rui­nen statt. Im Jahr 2011 wech­sel­te das Fes­ti­val den Spiel­ort zur ehe­ma­li­gen Phoe­nix­hüt­te in Hör­de.
  • An Pfings­ten fin­det in Sy­burg die so­ge­nann­te Pfingst­kir­mes statt.
  • Ein­mal im Jahr gibt es auch ei­nen Mit­tel­al­ter­markt.
  • Seit 2011 ist das Kai­ser-Wil­helm-Denk­mal dank der Sy­bur­ger In­no­va­ti­ons­grup­pe e.V. auch be­leuch­tet. Au­ßer­dem sind Ver­an­stal­tun­gen wie Old­ti­mer­tref­fen und Kon­zer­te rund um das Denk­mal ge­plant.

Fotostrecke Hohensyburg

Lage der Hohensyburg

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