Nov 21 2017

Höveln (Adelsgeschlecht)

Wappen derer von Hövell

Wap­pen de­rer von Hö­vell

Hö­veln, auch Hoeve­len, Hö­vell, ist der Name ei­nes ur­sprüng­lich aus West­fa­len stam­men­den Adels­ge­schlechts, das im Lü­be­cker Pa­tri­zi­at auf­stieg und in die­ser Stadt über fünf Ge­ne­ra­tio­nen Rats­her­ren und Bür­ger­meis­ter stell­te. Heu­te nennt sich das Ge­schlecht von Hö­vell, ist je­doch nicht mit den eben­falls aus West­fa­len stam­men­den, na­mens­ähn­li­chen, aber nicht stam­mes­ver­wand­ten von Hö­vel zu ver­wech­seln.

Geschichte

Die Fa­mi­lie zähl­te schon in Dort­mund zum Pa­tri­zi­at. Frü­he Be­sit­zun­gen sind 1400 zu Al­den­hö­vel und 1460 zu Em­scher­müh­len bei Dort­mund be­zeugt. 1509 sind sie auf Lo­hof und 1636 in Hus­ten bei Arns­berg nach­ge­wie­sen. Im Her­zog­tum Kle­ve be­klei­de­te die Fa­mi­lie lan­ge Zeit das Holz­rich­ter­amt zu Söl­der­mark; ein Lehns­brief dar­über wur­de 1691 aus­ge­stellt.

1508 kam mit Gott­hard III. von Hoeveln (der Vor­na­me Gott­hard wur­de in die­sem Fa­mi­li­en­zweig im­mer wei­ter­ge­ge­ben) der ers­te Ver­tre­ter die­ser Fa­mi­lie nach Lü­beck. 1527 wur­de er Rats­herr und 1531 Bür­ger­meis­ter. Über fünf Ge­ne­ra­tio­nen hin­weg war da­nach ein Mit­glied der Fa­mi­lie im Lü­be­cker Rat ver­tre­ten. Un­ter Gott­hard VII. von Hö­veln, der 1640 in den Rat und 1654 zum Bür­ger­meis­ter ge­wählt wur­de, kam es je­doch zum Ver­würf­nis mit der Stadt über die bür­ger­schaft­li­chen Re­for­men, die zum Kas­sa­re­zess und zum Bür­ger­re­zess führ­ten. Er stell­te 1667 sein Gut Mois­ling un­ter dä­ni­schen Schutz, schied aus dem Rat aus und wur­de hol­stei­ni­scher Vi­ze­kanz­ler in Glück­stadt. In die ex­klu­si­ve Zir­kel­ge­sell­schaft wur­de erst Ge­org An­ton von Hö­veln 1758 auf­ge­nom­men. Bald dar­auf starb das Ge­schlecht in Lü­beck aus. An­de­re Zwei­ge er­war­ben spä­ter Gü­ter in Pom­mern, Bran­den­burg und in Ost­preu­ßen und wa­ren vor al­lem als preu­ßi­sche Of­fi­zie­re tä­tig.

Standeserhebungen

Ge­gen Ende des 18. Jahr­hun­derts An­er­ken­nung als Frei­her­ren.

Wappen

Beim Lü­be­cker Wap­pen in gol­de­nem Fel­de ste­hen auf ei­ner ro­then Quer- oder schräg­rech­ten Bin­de drei grü­ne Hü­gel. Der Hirsch­kopf auf dem Helm pflegt roth ge­färbt zu sein. Nach Kneschke lau­tet die Bla­so­nie­rung: Im sil­ber­nen Schil­de ein schräg­rech­ter, ro­ther Bal­ken, wel­cher mit drei an­ein­an­der ste­hen­den, grü­nen Bei­gen be­legt ist. Auf dem Schil­de steht ein ge­krön­ter Helm, aus wel­chem Kopf und Hals ei­nes rechts­se­hen­den, ro­then Hir­sches mit ei­nem zeh­nen­di­gen, gol­de­nen Ge­wei­he auf­wach­sen. Die Helm­de­cken sind roth und sil­bern.

Besitzungen

  • Mois­ling (1646 durch Kauf von der Fa­mi­lie Lü­ne­burg; 1671 an Gott­schalk von Wi­cke­de ver­erbt)
  • Sto­ckels­dorf und Mori (1689 durch Kauf von der Wit­we des Hein­rich von Brömb­sen, 1756 ver­kauft)
  • Nien­dorf am Schaal­see mit Gol­den­see, bei­des heu­te Orts­tei­le von Kitt­litz (Lau­en­burg) (1710 durch Erbe von der Fa­mi­lie Wi­cke­de (Adels­ge­schlecht), 1764 ver­kauft)
  • Alt-Stüd­nitz, Den­zig und Ja­cobs­dorf im Kreis Dram­burg
  • Schloss Me­se­berg im Kreis Rup­pin
  • Neu­en­dorf bei Deutsch-Ey­lau
  • Bey­drit­ten mit Ge­or­gen­thal und Wil­hel­mi­nen­hof in Ost­preu­ßen

Bedeutende Vertreter

Lübeckische Ratslinie

  • Gott­hard III. von Hoeveln, Lü­be­cker Bür­ger­meis­ter († 1555)
  • Gott­hard IV. von Hö­veln († 1571), Rats­herr in Lü­beck 1558
  • Gott­hard V. von Hö­veln († 1609), Rats­herr 1578, Bür­ger­meis­ter 1589
  • Gott­hard VI. von Hö­veln († 1655), Rats­herr 1633
  • Gott­hard VII. von Hö­veln († 1671), Rats­herr 1644, Bür­ger­meis­ter 1654 (aus dem Rat aus­ge­schie­den 1669)

Lübecker Domherren

  • Fran­cis­cus Lud­wig von Hoevell (Hoeveln), Dom­herr seit 1765, preu­ßi­scher Kam­mer­herr

Dichter

  • Con­rad von Hö­veln, Hö­fel, Hö­vel (1630–1689), deut­scher Ba­rock­dich­ter und Schrift­stel­ler

Offiziere und Gutsbesitzer

  • Gott­hard (VIII.) von Hö­veln († 1696), auf Sto­ckels­dorf und Mori, dä­ni­scher Etats­rat
  • Gott­hard (IX.) von Hö­veln († 1750), auf Nien­dorf und Gol­den­see, Haupt­mann
  • Fried­rich Gott­lob Frei­herr von Hö­veln († 1828), preu­ßi­scher Oberst
  • Wil­helm Frei­herr von Hö­veln (* 1796), preu­ßi­scher Haupt­mann

Stiftungen

Nach der Fa­mi­lie sind zwei Lü­be­cker Gän­ge und Höfe in der Hun­de­stra­ße und der Wahm­stra­ße der Alt­stadt be­nannt, die von Fa­mi­li­en­mit­glie­dern als Vor­ste­her be­stehen­der Stif­tun­gen ver­wal­tet und mit Zu­stif­tun­gen be­dacht wur­den

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Hö­veln (Adels­ge­schlecht) aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­to­ren ver­füg­bar.

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