Hörder Burg

Hör­der Burg
Die Hörder Burg nach der Restaurierungvon Tbachner (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
Die Hör­der Burg nach der Re­stau­rie­rung
von Tbach­ner (Ei­ge­nes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons
Alternativname(n): Hör­de
Ent­ste­hungs­zeit: 1100–1200
Bur­gen­typ: Nie­de­rungs­burg
Er­hal­tungs­zu­stand: Burg­turm
Stän­di­sche Stel­lung: Gra­fen
Ort: Dort­mund-Hör­de
Geo­gra­phi­sche Lage 51° 29′ 28″ N, 7° 30′ 14″ O

Die Hör­der Burg, auch Hör­de ge­nannt, im heu­ti­gen Dort­mun­der Stadt­teil Hör­de wur­de im 12. Jahr­hun­dert in un­mit­tel­ba­rer Nähe der Em­scher als Was­ser­burg er­baut. Sie ist Stamm­sitz der Adels­fa­mi­lie Hör­de. Un­weit der Burg be­fand sich am Zu­sam­men­fluss von Em­scher und Hör­der Bach eine wirt­schaft­lich be­deut­sa­me Ge­trei­de­müh­le.

Geschichte

Ers­te Er­wäh­nung fin­det die Hör­der Burg und mit ihr der Mi­nis­te­ria­le Al­bert I. von Hör­de in ei­ner Ur­kun­de des Kai­sers Otto IV. (HRR) zu­guns­ten des Klos­ters Cor­vey. Aus die­ser Zeit stammt der bis heu­te er­hal­te­ne, his­to­risch be­deut­sa­me Burg­turm.

Ende des 13. Jahr­hun­derts wech­selt die Burg in den Be­sitz der Gra­fen von der Mark. Die­se bau­en die Burg wei­ter aus, spä­ter ist sie ihr Stütz­punkt in der Gro­ßen Dort­mun­der Feh­de. Im Ver­lauf der Feh­de ver­leiht Kon­rad von der Mark im Jahr 1340 dem Dorf Hör­de die Stadt­rech­te. Im Jahr 1614 fällt die Burg am Ende des Jü­lich-Kle­vi­schen Erb­fol­ge­streits im Ver­trag von Xan­ten an Bran­den­burg-Preu­ßen.

Das im 15. Jahr­hun­dert ge­bil­de­te Amt Hör­de und der Sitz des Eich­ling­ho­fer Ge­richts be­kom­men ih­ren Sitz auf der Hör­der Burg.

Im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de die Hör­der Burg erst von spa­ni­schen und dann von bran­den­bur­gi­schen und spä­ter von den Trup­pen des Wolf­gang Wil­helm (Pfalz-Neu­burg) be­setzt. Sie alle wur­den je­doch ver­trie­ben. Doch bei der Be­set­zung der Burg durch fran­zö­si­sche Trup­pen im Jahr 1673 brach in der Burg ein Brand aus, der die Burg teil­wei­se, die Burg­ka­pel­le und 38 Häu­ser in Hör­de zer­stör­te. Spä­ter wur­de die Burg auf den al­ten Grund­mau­ern wie­der er­rich­tet. Im Jahr 2000 konn­te bei Ar­bei­ten das alte Mau­er­werk des Burg­turms frei­ge­legt wer­den.

Im Jah­re 1840 er­warb der Iser­loh­ner Fa­bri­kant Her­mann Di­ed­rich Pie­pen­stock die Hör­der Burg. Auf dem Ge­län­de rich­te­te er ein Pud­del- und Walz­werk ein. Die nach ihm be­nann­te Her­manns­hüt­te wur­de 1852 un­ter dem Na­men Hör­der Berg­werks- und Hüt­ten-Ver­ein zur ers­ten Ak­ti­en­ge­sell­schaft im Hüt­ten­we­sen des Ruhr­ge­bie­tes. Der Hör­der Berg­werks- und Hüt­ten­ver­ein fu­sio­nier­te spä­ter mit der Hoesch AG.

Eine Vor­burg wur­de in den Jah­ren 1920–1922 im Stil des His­to­ris­mus er­rich­tet und dien­te als Ver­wal­tungs­ge­bäu­de des Stahl­werks.

Ausgrabungen 2008 Hörder Burgvon Tbachner (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Aus­gra­bun­gen 2008 Hör­der Burg
von Tbach­ner (Ei­ge­nes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wi­ki­me­dia Com­mons

Nach dem Nie­der­gang der Stahl­in­dus­trie auf Phoe­nix-Ost und der De­mon­ta­ge des Stahl­werks be­gann im Juni 2008 eine um­fas­sen­de Sa­nie­rung der Burg. In die­sem Zu­sam­men­hang fan­den vor der Burg ar­chäo­lo­gi­sche Gra­bun­gen statt. Auf dem Burg­turm wur­de eine neue höl­zer­ne Turm­spit­ze er­rich­tet. Am Tag des of­fe­nen Denk­mals am 14. Sep­tem­ber 2008 stand das Ge­bäu­de im Mit­tel­punkt der Dort­mun­der Ver­an­stal­tun­gen und konn­te be­sich­tigt wer­den.

Nach dem Ab­schluss der Aus­gra­bun­gen im Jahr 2009 wur­den die zahl­rei­chen Fund­stü­cke und ei­ni­ge Re­lik­te der „Hoesch-Ära“ im Erd­ge­schoss des Burg­ge­bäu­des aus­ge­stellt.

In un­mit­tel­ba­rer Nähe der Hör­der Burg ent­stand der Phoe­nix-See, der am 1. Ok­to­ber 2010 im Rah­men ei­nes gro­ßen Fes­tes ge­flu­tet wur­de. In der Hör­der Burg rich­te­te der Ver­ein zur För­de­rung der Hei­mat­pfle­ge e. V. Hör­de vor­über­ge­hend ein Mu­se­um ein. Hier wur­de die Hör­der Ge­schich­te vom Mit­tel­al­ter bis heu­te do­ku­men­tiert.

Sparkassenakademie NRW

Die Hör­der Burg soll bis 2018 zum Se­mi­nar­ge­bäu­de um­ge­baut wer­den und Sitz der Spar­kas­sen­aka­de­mie NRW wer­den. Der Stand­ort setz­te sich im Rah­men ei­nes Aus­wahl­ver­fah­rens ge­gen 39 Mit­be­wer­ber durch. Auf ei­nem Nach­bar­grund­stück ist ein Ho­tel-Neu­bau ge­plant.

Lage der Hörder Burg

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Hör­der Burg aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­to­ren ver­füg­bar.

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