Dez 142016
 

Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff (* 23. Ja­nu­ar 1735; † 5. April 1798) war Kom­tur (Deut­scher Or­den) u. a. der Kom­men­de Ra­mers­dorf in Bonn und der Deutsch­or­dens­kom­men­de St. Ae­gi­di­us in Aa­chen, Rats­ge­bie­ti­ger der Deutsch­or­dens­ball­ei Al­den Biesen, fürst­bi­schöf­li­cher Ge­ne­ral­leut­nant und Gou­ver­neur von Müns­ter.

Herkunft

Hein­rich-Jo­hann (II.) von Dros­te zu Hüls­hoff war ein Sohn des Hein­rich Wil­helm von Dros­te zu Hüls­hoff (1704–1754) und sei­ner Frau Anna Bri­git­ta Dros­te zu Vi­sche­ring, ei­ner Toch­ter von Ma­xi­mi­li­an Hei­den­reich Dros­te zu Vi­sche­ring (1684–1751). Er war ein jün­ge­rer Bru­der des Cle­mens-Au­gust I. von Dros­te zu Hüls­hoff (1730–1798), des Groß­va­ters der Dich­te­rin An­net­te von Dros­te-Hüls­hoff, der die Fa­mi­li­en­gü­ter er­hielt. Schon de­ren Va­ter wur­de von J. Hol­sen­bür­ger als ge­schick­ter Rei­ter und Fech­ter be­schrie­ben, was die­ser auf sei­ner Ka­va­liers­tour un­ter Be­weis stell­te, als er in Rom ei­ner Fürs­tin Co­lon­na, der die Pfer­de durch­ge­gan­gen wa­ren, das Le­ben ret­te­te. Sie soll ihm so dank­bar ge­we­sen sein, dass sie ihm das Recht ver­lieh, sich mit der Säu­le aus dem Fa­mi­li­en­wap­pen der Co­lon­nas zu schmü­cken. Die Be­zie­hun­gen der Co­lon­na zum Hei­li­gen Stuhl ka­men ihm zu­stat­ten, als er auf dem Pe­ters­platz von ei­nem Gra­fen Fug­ger zum Du­ell ge­for­dert, die­sen in Not­wehr er­sto­chen hat­te, wor­auf er auf Ver­mitt­lung der Fürs­tin Kir­chen­asyl er­hielt. Ur­sa­che des Du­ells war, dass Hein­rich-Wil­helm bei sei­nem Ab­schieds­di­ner in Salz­burg ver­ges­sen hat­te, Fug­ger brauch­ge­mäß zu­zu­trin­ken, wo­nach die­ser – aus ei­ner sehr rei­chen, aber nicht ur­ade­li­gen Fa­mi­lie stam­mend – sich Ra­che ge­schwo­ren hat­te. Nach die­ser tra­gi­schen Be­ge­ben­heit war Hein­rich-Wil­helm sei­nes Le­bens nie mehr rich­tig froh ge­wor­den, ob­wohl er auch ein „Meis­ter auf der Flö­te“ ge­we­sen sein soll.

Leben

Wie sein oben ge­schil­der­ter Va­ter war auch Hein­rich-Jo­hann ein statt­li­cher Mann, ein ge­schick­ter Rei­ter, Schüt­ze und Fech­ter. Er trat als nach­ge­bo­re­ner Sohn 1754 in den Mi­li­tär­dienst des Hoch­stifts Müns­ter als Ritt­meis­ter im Ka­val­le­rie­re­gi­ment von der Wen­ge ein, eine Stel­le, die ihm sein äl­te­rer Bru­der Cle­mens-Au­gust I. (1730–1798) ab­ge­tre­ten hat­te, nach­dem die­ser das Re­gi­ment zur Ent­füh­rung sei­ner Braut Ma­ria-Bern­har­di­ne, geb. Frei­in von der Re­cke (1733–1784), miss­braucht hat­te. Die­ser Bru­der war üb­ri­gens ein Pa­ten­sohn des Fürst­bi­schofs Cle­mens Au­gust von Bay­ern, was dazu bei­getra­gen ha­ben kann, dass Hein­rich-Wil­helm schon 1758 in den Deut­schen Or­den auf­ge­nom­men wur­de, des­sen Hoch­meis­ter der Fürst­bi­schof war, und dort Kar­rie­re mach­te. Am 15. 5. 1778 nahm er an der Hoch­zeit der ver­wit­we­ten Grä­fin Ma­ria-Anna von Plet­ten­berg, geb. v. Ga­len (1752–1829) mit Cle­mens Au­gust von Ket­te­ler (1751–1815) teil. Aus die­sem An­lass wur­de er in der Uni­form der Rit­ter­schaft por­trä­tiert. Sei­ne nicht un­er­heb­li­chen Ein­künf­te ver­wen­de­te er zu­guns­ten der Fa­mi­lie von Dros­te zu Hüls­hoff. Er er­warb 1782 das Stadt­haus am „Krum­men Tim­pen“ und der „Be­cker­stie­ge“. In die­sem Hau­se wohn­te spä­ter bei den häu­fi­gen Auf­ent­hal­ten in der Stadt sein Nef­fe Cle­mens-Au­gust II. von Dros­te zu Hüls­hoff mit sei­ner Fa­mi­lie, dar­un­ter die Dich­te­rin An­net­te von Dros­te zu Hüls­hoff. Spä­ter er­warb es des­sen Bru­der, der Kom­po­nist Ma­xi­mi­li­an-Fried­rich von Dros­te zu Hüls­hoff. Für min­des­tens 15.000 Ta­ler ließ Hein­rich-Jo­hann 1789–1794 Burg Hüls­hoff zur Er­hö­hung des Wohn­kom­forts um­bau­en, was de­ren Be­sit­zer, sein Bru­der Cle­mens-Au­gust, der über­wie­gend in der Stadt leb­te, und die Nach­fah­ren nicht gern sa­hen, weil da­bei viel Schö­nes und Al­ter­tüm­li­ches zer­stört wur­de.

Militärische Laufbahn

General Heinrich-Johann war verantwortlich für den Schutz des Residenzschlosses Münster

Ge­ne­ral Hein­rich-Jo­hann war ver­ant­wort­lich für den Schutz des Re­si­denz­schloss Müns­ter

Dros­te zu Hüls­hoff wur­de im Mi­li­tär des Fürst­bi­schofs von Müns­ter u. a. 1768 Chef des Ca­val­le­rie-Re­gi­ments „von Gel­dern“. Im Deut­schen Or­den war er mehr­fach Kom­tur. 1771–1776 wirk­te er als Kom­tur der Kom­men­de Ra­mers­dorf, 1776–1778 als Kom­tur zu Ord­in­gen Sint-Trui­den, 1778–1784 als Kom­tur der Deutsch­or­dens­kom­men­de St. Ae­gi­di­us in Aa­chen, 1784–1791 als Kom­tur zu Pe­ters­fu­ren (Com­man­de­rie van Sint-Pie­ters-Voe­ren), 1791–1794 Kom­tur zu Grui­tro­de und 1794–1798 als Kom­tur zu Be­cken­forth (Bek­ke­vo­ort). 1784 (nach dem Tode des Land­kom­turs Cas­par An­ton von Bel­der­busch) ver­wal­te­te er die ge­sam­te Deutsch­or­dens­ball­ei Al­den Biesen als de­ren Rats­ge­bie­ti­ger. In die­ser Funk­ti­on hat­te er enge Kon­tak­te zum Hau­se Habs­burg und über­brach­te 1784 die Nach­richt von der Wahl des Ma­xi­mi­li­an Franz von Ös­ter­reich als neu­er Fürst­bi­schof von Müns­ter an Kai­se­rin Ma­ria The­re­sia, die Mut­ter des Er­wähl­ten, die ihm da­für kost­ba­re Ge­schen­ke über­gab. Die­se Bi­schofs­wahl des am­tie­ren­den Groß­meis­ters des Deut­schen Or­dens war auch da­durch er­mög­licht wor­den, dass der jün­ge­re Bru­der von Hein­rich-Jo­hann, Ernst Con­stanz von Dros­te zu Hüls­hoff (1736–1799), der als Dom­de­chant (Stifts­adel) zur Kan­di­da­tur auf­ge­for­dert wor­den war, dar­auf ver­zich­tet hat­te, über­zeugt, dass nur ein Prinz aus mäch­ti­gem Hau­se die Un­ab­hän­gig­keit des Hoch­stif­tes Müns­ter ret­ten kön­ne. Un­ter die­sem Fürst­bi­schof wur­de er 1780 Ge­ne­ral und 1797 so­gar als Ge­ne­ral­leut­nant Kom­man­dant der ge­sam­ten fürst­bi­schöf­li­chen Ar­mee und Gou­ver­neur des Fürst­bis­tums Müns­ter. Die­ses Amt fiel in die Zeit, als Fürst­bi­schof Ma­xi­mi­li­an-Franz durch die Fran­zo­sen von sei­nem Haupt-Bi­schofs­sitz Köln und aus sei­nen rhei­ni­schen Re­si­den­zen Kur­fürst­li­ches Schloss Bonn und Schlös­ser Au­gus­tus­burg und Fal­ken­lust in Brühl (Rhein­land) ver­trie­ben wor­den war. Hein­rich-Jo­hann war so­mit zu­stän­dig für den mi­li­tä­ri­schen Schutz der neu­en Re­si­denz Fürst­bi­schöf­li­ches Schloss Müns­ter.

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Hein­rich-Jo­hann von Dros­te zu Hüls­hoff aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­toren ver­füg­bar.

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