Haus Wilbring

Das Haus Wil­bring, auch Haus Wil­brin­gen ge­nannt, be­fin­det sich in Waltrop im Kreis Reck­ling­hau­sen. Die Ge­bäu­de auf der Vor­burg sind be­wohnt, das Haupt­haus ist seit dem Ers­ten Welt­krieg eine Rui­ne.

Besitzer

Ferdinand von Papen-Wilbring, Herr auf Haus Wilbring mit Ehefrau Antoinette geb. von Papen-Köningen, Schwester des Franz-Joseph von Papen-Köningen, Herr auf Haus Köningen, (sie sind die Stammeltern der Linie Wilbring 1) mit Tochter Thekla, später verheiratet mit Regierungsrat Custodis, Werne

Fer­di­nand von Pa­pen-Wil­bring, Herr auf Haus Wil­bring mit Ehe­frau An­toi­net­te geb. von Pa­pen-Kö­nin­gen, Schwes­ter des Franz-Jo­seph von Pa­pen-Kö­nin­gen, Herr auf Haus Kö­nin­gen, (sie sind die Stamm­eltern der Li­nie Wil­bring 1) mit Toch­ter Thek­la, spä­ter ver­hei­ra­tet mit Re­gie­rungs­rat Cus­to­dis, Wer­ne

Wil­bring (1321 Wil­bracht­ink, 1469 Wil­bre­nynck) war zeit­wei­lig eine kur­köl­ni­sche Lan­des­burg. Das An­we­sen hat ur­sprüng­lich den Her­ren von „Kunsberg resp. Kö­nigs­berg“ – ge­hört. Von die­sen kam es in den Be­sitz der Fa­mi­lie von Goye. Im Jahr 1469 ver­kauf­te Di­ede­rich von der Goye sein Gut Wil­bring an die bei­den Dort­mun­der Bür­ger­meis­ter Hengs­ten­berg und Clep­ping. Die­se ha­ben das Gut wohl ver­pach­tet.

Von etwa 1535 bis 1608 war Wil­bring im Be­sitz der Fa­mi­lie von West­rum. Am 29. Ok­to­ber 1608 ver­kauf­ten die Ehe­leu­te Wi­nold von West­rum und Eli­sa­beth von Over­la­cker das Gut an die Ehe­leu­te Vin­cenz Ren­sing zu Hor­ne­burg, Chur- und Fürst­li­cher Cöl­ni­scher Rath und Amts­ver­wal­ter zu Hor­ne­burg und Eli­sa­beth Knip­pings für 10400 Reichstha­ler. Die Ren­sing wa­ren ein Dort­mun­der Pa­tri­zi­er­ge­schlecht, das durch Äm­ter und um­fang­rei­chen Land­be­sitz zum Land­adel ge­hör­te. Spä­ter wur­de Vin­cenz Ren­sing Statt­hal­ter des Vests Reck­ling­hau­sen. 1609 wur­de Wil­bring von Ren­sing neu er­baut. 1624 ging das Gut auf die äl­tes­te Toch­ter aus zwei­ter Ehe, Chris­ti­na Aga­tha Ren­sing über, die Bern­hard von Wes­ter­holt hei­ra­te­te. Im Be­sitz de­rer von Wes­ter­holt war Wil­bring von 1626 bis 1695.

1695 kam Wil­bring durch Kauf an die Fa­mi­lie von Horst. Franz Gau­denz von Horst († 1751), Herr auf Wil­bring hei­ra­te­te am 23. Ja­nu­ar 1748 Ma­ria Chris­ti­na von Pa­pen (* 27. Ok­to­ber 1710, † 2. Fe­bru­ar 1773). Sie war die Toch­ter des kur­köl­ni­schen Haupt­manns Kas­par von Pa­pen und der An­to­nie von Dü­cker und ver­mach­te Haus Wil­bring – da die Ehe kin­der­los blieb – ih­rem Bru­der Jo­sef Gau­denz von Pa­pen (* 27. De­zem­ber 1712 in An­der­nach, † vor 1780), ei­nem kö­nig­lich sar­di­nisch-pie­mon­te­si­schen Ma­jor. Da die­ser eben­falls kin­der­los blieb und in Ita­li­en leb­te, über­schrieb er das Gut sei­nem Bru­der Ernst Adolf von Pa­pen, Kai­ser­li­cher Ritt­meis­ter (* 21. März 1715 in An­der­nach, † 21. Fe­bru­ar 1780), ver­hei­ra­tet vor 1766 mit An­to­nie von Kü­ckels­heim (* 5. Ja­nu­ar 1738 in Rhy­nern, † 25. Au­gust 1814 in Waltrop).

Die Fa­mi­lie von Pa­pen war von 1773 bis 1856 in Be­sitz von Haus Wil­bring. Der letz­te Be­sit­zer aus die­ser Fa­mi­lie, Fer­di­nand von Pa­pen (* 30. Au­gust 1805, † 25. Ja­nu­ar 1881 in Wer­ne, verh. 26. Au­gust 1834 mit An­to­nie von Pa­pen-Kö­nin­gen in Werl) ver­kauf­te die um­fang­rei­chen Ei­chen­wäl­der an die über­all ent­ste­hen­den Koh­len­gru­ben. Die Ei­chen­stäm­me wur­den für die Ab­stüt­zung der Stol­len un­ter Tage drin­gend be­nö­tigt. Die Fol­ge war der An­stieg des Grund­was­ser­pe­gels. Die Mau­ern des Hau­ses saug­ten Was­ser und zeig­ten Al­ters­er­schei­nun­gen, wie feuch­te Wän­de, die das Le­ben sehr er­schwer­ten. Da er zehn Kin­der hat­te, ent­schloss er sich, Haus Wil­bring zu ver­kau­fen und er­warb ein Haus in Dül­men.

Wil­bring blieb bis 1902 im Be­sitz der Fa­mi­lie von Fry­dag zu Bud­den­burg und ging im Erb­gang an die Fa­mi­lie von Rüx­le­ben über, die es vor dem Ers­ten Welt­krieg we­gen des Baus des Dat­teln-Hamm-Ka­nals an die preu­ßi­sche Ka­nal­bau­ver­wal­tung ver­kauf­te.

Bauten

Haus Wilbring, Lageplan

Haus Wil­bring, La­ge­plan

Vor­burg und Haupt­haus ste­hen auf zwei durch Brü­cken ver­bun­de­ne In­seln.

Das Haupt­haus wur­de ab 1609 von Vin­cenz Ren­sing neu er­rich­tet, 1718 soll ein Um­bau er­folgt sein. Ein wei­te­rer Um­bau be­gann 1866; da­bei er­hielt das Haupt­haus eine Fas­sa­de in For­men der Neo­go­tik. Es blieb aber seit­dem un­be­wohnt. Nach dem Er­werb durch die preu­ßi­sche Ka­nal­bau­ver­wal­tung be­gann der Ab­riss, der im März 1918 ein­ge­stellt wur­de. Zu die­sem Zeit­punkt war je­doch be­reits das Dach ab­ge­tra­gen, und 1916 war der Süd­gie­bel ein­ge­stürzt. Im Mai 1940 brach die Nord­west­ecke des Ge­bäu­des zu­sam­men, das Mau­er­werk stürz­te in die Gräf­te. In den 1980er und 1990er Jah­ren wur­den die Res­te des Haupt­hau­ses von Efeu über­wu­chert.

Die Ge­bäu­de der Vor­burg stam­men im Kern aus dem 18. Jahr­hun­dert.

Nörd­lich des Schlos­ses be­fand sich bis zum An­fang der 1970er Jah­re ein Gar­ten­haus aus der ers­ten Hälf­te des 18. Jahr­hun­derts. Ne­ben dem Gar­ten­haus stand bis etwa 1980 eine mäch­ti­ge Edel­kas­ta­nie.

Bilder aus verschiedenen Jahrzehnten

Besichtigung

Die Vor­burg be­fin­det sich in Pri­vat­be­sitz und wird land­wirt­schaft­lich ge­nutzt. Eben­so ist dort heu­te ein Rei­ter­hof un­ter­ge­bracht. Der Zu­gang zur Rui­ne des Haupt­hau­ses ist we­gen des fort­ge­schrit­te­nen Ver­falls der Bau­sub­stanz we­der emp­feh­lens­wert noch ge­stat­tet, je­doch wer­den beim Tag des of­fe­nen Denk­mals re­gel­mä­ßig Au­ßen­füh­run­gen an­ge­bo­ten.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg hält die Kol­pings­fa­mi­lie Lü­nen-Bram­bau­er am Ma­ri­en-Bild­stock der Burg­rui­ne Wil­bring je­den Diens­tag im Mai ihre Mai­an­dach­ten ab. Seit 1969 hat sich auch der Kol­ping-Be­zirks­ver­band Lü­nen die­sem Brauch an­ge­schlos­sen.

Lage des Haus Wilbring

Lizenz

Die­ser Ar­ti­kel ba­siert auf dem Ar­ti­kel Haus Wil­bring aus der frei­en En­zy­klo­pä­die Wi­ki­pe­dia und steht un­ter der Dop­pel­li­zenz GNU-Li­zenz für freie Do­ku­men­ta­ti­on und Crea­ti­ve Com­mons CC-BY-SA 3.0 Un­por­ted (Kurz­fas­sung). In der Wi­ki­pe­dia ist eine Lis­te der Au­to­ren ver­füg­bar.

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