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Haus Vögeding

Haus Vögeding ist eine kleine Burganlage in Münster-Nienberge, und wird jetzt als Wohnanlage und zur Landwirtschaftlichen Zwecken genutzt. Eine Außen-Besichtigung lohnt sich auf jeden Fall.

Haus Vögeding war in der Zeit von 1827 bis 1939 im Besitz der Freiherren Droste zu Hülshoff. Als Annette von Droste-Hülshoff die im Haus Rüschhaus wohnte, gehörte ihrer Familie auch das Haus Vögeding.

Baugeschichte

Haus Vögeding

Haus Vögeding

Auch wenn man es heute nicht mehr erkennen kann, so wahr Haus Vögeding einmal eine typische Burganlage des Mehr-Insel-Typs, bei dem neben den Wirtschaftsgebäuden auf der Vorburg ein Herrenhaus auf der 2. Insel in einem großen Teich gebaut wurde.

Das Herrenhaus (wo heute das Wirtschaftsgebäude steht) brannte bereits kurz nach dem 16. Jh. ab. Gemäß der Legende wurde es von einer Tochter des Hauses in Brand gesteckt, um ihre Flucht mit einem unebenbürtigen Minnesänger zu decken.

Das alte Wappen des Hauses (leider vernichtet beim Einsturz des Süd-Ost Giebels 1942) thematisierte diese Legende und zeigte eine breitbeinig aus den Flammen springende Frau.

Die großen Gräftenanlagen existierten, wenn auch stark versumpft, bis in die 50 Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die große Insel, auf der das Herrenhaus einst stand, diente bis zur Verfüllung der Gräften als Obstgarten von Haus Vögeding.

Parallel zum heute noch existierenden Gebäude zeigt die Karte des Urkatasters von 1826 noch einem Parallelbau. Dieser ist auf einem 64 Jahre später entstandenen Foto, nur noch in Restbeständen zu erkennen.

1942 wurde der große Giebel durch einen Orkan zerstört. Das alte Wappen zerbrach hierbei in tausend Teile.

Das zerbrochene Wappen wurde zur Rekonstruktion in einer Scheune gelagert, um in den in den 40-ziger Jahren wieder aufgebauten Giebel wieder eingebaut zu werden. Dort wurde es leider wenige Jahre später bei einem Brand vollständig vernichtet.

Am 17.1.1969 zerstörte ein Brand den Dachstuhl von Haus Vögeding.

Da die Feuerwehr kurz zuvor 4 Leute durch einen einstürzenden Giebel verloren hatte, wurde aus Sicherheits-Gründen der noch stehende Giebel größtenteils eingerissen.

Schon im April 1969 hatte der Eigentümer, Bernhard Weißen in Eigenhilfe, zusammen mit einem benachbarten Zimmermann, wieder ein Notdach errichtet, aber erst 1986 konnte der Giebel wieder rekonstruiert werden.

Da keine genaue Zeichnung des alten Wappens zur Verfügung stand, schuf der Steinbildhauer Ludger Wennemer unter Mitwirkung des Denkmalsamtes ein neues Wappen, in dem die Wappenschilde der Familien Bischoping und Schenking vereint dargestellt sind.

Haus Vögeding wurde über die Jahrhunderte in der Art der westfälischen Bauernhäuser, als kombiniertes Wohn- und Stallgebäude genutzt. Im Südostgiebel befand sich die Tennen Einfahrt mit den darüber liegenden Kammern für die Pferdeknechte. Dahinter die großen Stallungen. Über denen sich der große Heu- und Strohboden befand. Der nicht nur das gesamte Dach, sondern im Wesentlichen auch das gesamte 1. Geschoss des Hauses einnahm.

Der Wohnteil der Familie befand sich am entgegengesetzten Ende. Im Turm, in dessen linkem Fenster im ersten Stock in der Sandsteineinfassung die Jahreszahl MDLVIII, also 1558 eingemeißelt ist, waren die Schlafkammern der Kinder und des Gesindes, während die Eheleute in den Upkammern wohnten. Das häusliche Leben fand hauptsächlich in der großen Fleetküche am Herdfeuer statt.

Eine kleine Besonderheit. Bis ins 1900 Jahrhundert befand sich ein Klöchen an der Außenfront des Giebels.

Von den alten Wohnräumen des Hauses sind die große Küche (Diele) mit dem Herdfeuer sowie die Turmzimmer original erhalten.

Zum wirtschaftlichen Erhalt des historischen Gebäudes wurden Stallungen und Heuböden im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zu Wohnungen ausgebaut. Heute beherbergt Haus Vögeding 10 Wohnungen.

Auch die historischen Räumlichkeiten sind vermietet und können deshalb nicht besichtigt werden.

Die Eigentümer des Gebäudes wohnen in dem gegenüberliegenden Neubau. Der Hof wird heute von Reinhard Weissen als moderner Betrieb der Rinderzucht und der Milchwirtschaft geführt. Besichtigungsmöglichkeiten

Haus Vögeding wird privat bewohnt. Eine Innenbesichtigung ist deshalb nicht möglich. Von den Straßen ist guter Blickkontakt möglich.

Fotostrecke Haus Vögeding

Lage des Haus Vögeding

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Lizenz

© Urheberrecht für die Fotos auf diesen Seiten bestehen bei Bernhard Große-Drenkpohl.
Der Text stammt von der Infotafel am Wegesrand.

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